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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Berechtiger Zorn und erstaunliche Früchte

Zwar sieht der VdZ eine grundlegende Problematik im Aktionismus der Identitären Bewegung, ja in der Ideologisierung und auch manchen Inhalten. Kurz: Identität kann nicht "bewußt", sie kann auch nicht gemacht" werden. Und sie kann sich auch nicht auf etwas beziehen, das in sich bereits fraglich ist, ob dem Bezugsbegriff überhaupt ein natürliches Volksganzes gegenübersteht. Wie es im Fall einer "deutschen Identität" eintritt. Diese Verlagerung der politischen Diskussion auf Zweitwirklichkeiten, also im Grunde auf die Ebene deren sich die Propaganda bedient, der auch die Art des politischen Denkens oft auf den Leim geht, ist an sich das viel größere Übel. Nicht graduell, sondern prinzipiell.*

Aber der VdZ hat für Bewegungen wie die der Identitären zumindest Sympathie. Es ist die Sympathie, die er als Vater jungen Menschen gegenüber hat, für deren Aktionen er Verständnis hat, weil sie immer etwas aufzeigen, wenn auch letztlich nicht genügen. Wie er immer sagte: Ins Bewußtsein steigt was fehlt, ja, aber es steigt als Bild, als Idee. Ideen können aber nicht verdinglicht werden.

In keinem Fall sieht er sie aber als "rechtsradikal" oder gar "nationalsozialistisch". Auch kennt er manche daraus, und er kennt sie als sympathische, hoch anständige Menschen. Oft hat er sich gewünscht, auch seine Söhne wären zu ihnen gestoßen. Immerhin war auch der VdZ ja in seinen jungen Jahren durchaus von politischer Begeisterung, deren Grundmotive er bis heute als richtig, deren Art der Äußerung aber als jugendlichen Überschwang sieht.

Er kann deshalb auch Martin Sellner verstehen, der sich - zurück von der Sea Star-Aktion im Mittelmeer und einer anschließenden Vortragsreise, die ihn durch halb Europa führte - höchst emotional zeigt, liest er die Lügengeschichten, die über die Mission mittlerweile verbreitet werden. Deshalb sei dieses Video hier gebracht. Es ist eine zornige Abrechnung mit einer menschenverachtenden Hetze, der nichts hinzuzufügen ist. Und die gezielt versucht hat, Existenzen zu vernichten, ja deren Aktionen nicht nur zynisch zu kommentieren, sondern so zu torpedieren, daß die Akteure an der Grenze zur physischen Vernichtung standen und weiterhin stehen.

Wie immer man also nun zu solchem jugendlichen Aktionismus steht - immerhin ist er tatsächlich ein Vorrecht (mit Betonung auf Recht, ja sogar Pflicht) der Jugend - hat die Sea Star-Mission, in der junge Menschen aus halb Europa aufzeigen wollten, was auf der Mittelmeerroute von Libyen nach Italien wirklich passiert, denn DAFÜR schienen sich die Medien kaum zu interessieren, bemerkenswerte Erfolge erbracht. Und die Gegenüberstellung der Aktion und den kurz darauf folgenden politischen Veränderungen in Europa verlangt zumindest Respekt. Die Politik ist zumindest teilweise aufgewacht, und durch die (selbst durch die negative) Berichterstattung in ganz Europa maßgeblich zum längst fälligen Handeln getrieben worden. Während die libysche Küstenwache genauso wie die Exekutive Italiens froh war, nun endlich tun zu dürfen, was sie immer tun wollten (und dazu gehört nicht zuletzt die Wiederherstellung von Rechtszuständen, denn die Aktionen der NGOs waren immer rechtswidrig), aber an dem man sie per politischer Weisung gehindert hatte.

Mit substantiellen Erfolgen* auf anderer, und nun wirklich viele beschämender Seite, denn es beweist so vieles "humane" Gerede als wirklichkeitsfremd und schon deshalb falsch oder gar heuchlerisch (zum Beispiel weil andere Absichten damit gedeckt, verborgen werden sollen, wozu sicher auch der Haß auf das Eigene gehört): Seit die Mittelmeerroute - die im großen Ganzen eine milliardenschwere Geschäftssache war, und nicht, wie überall kolportiert, humane Gründe hatte - geschlossen ist, was nicht zuletzt auch der Sea Star-Mission der Identitären Bewegung zu verdanken ist, ist die Zahl der auf See ertrunkenen Migranten, die zuvor der Anlaß für "NGOs" gewesen sein sollen, zehntausende Flüchtlinge auf See aufzunehmen und nach Europa zu schleusen, auf NULL zurückgegangen. 

Aber darüber berichten unsere Medien auch nicht.









*So seltsam das aber nun klingen mag: Erfolg rechtfertigt nicht. Kein Zweck heiligt die Mittel. Denn es geht nicht um "gemachten Erfolg". Der Sinn der Welt, der Schöpfung liegt woanders. Jede Transponierung von geistigen Dingen auf Ideologie macht diese zu einem Gestellt, zu einem Mechanismus. Und selbst wenn alles in Ursache-Wirkungs-Verhältnissen steht, so ist doch nichts tatsächlich Mechanismus. Darüber täuschen sich auch fast sämtliche rechte Bewegungen und Strömungen, ja das eint sie - leider - mit den Zerstörungen, die der Nihilismus anrichtet. Mit einem kleinen, sehr kleinen Notgriff: Dem der kurzfristigen Notwehr. Ob das in diesem Fall vorliegt, darüber kann man also freilich nachdenken.






*151117*

Das ist auch so gewollt (1)

Hier stellen wir zwei Bilder vor. Das erste ist die Aussage von Otmar Edenhofer, des Vizepräsidenten des IPCC (International Political Panel on Climate Change), wie sie die Neue Züricher Zeitung im Jahre 2010 veröffentlichte. Der Ausspruch dürfte den meisten Lesern dieses Blog bekannt sein:

Bild: EIKE


Und nun ein Schaubild, das die Geber- und die Nehmerländer gegenüberstellt, wie sie die Paris-Übereinkunft ergibt. Versuchen wir dazu aber einmal eine Definition, was denn Korruption sei. Sie tritt dort und dann auf, wenn Bürger eines Landes (oder Systems) mit den offiziellen Institutionen und Institutionalisierungen (wozu auch implizite, nicht ausdrücklich zu machende weil selbstverständliche, meist religiös fundierte moralische Grundsätze gehören, die alle teilen) nicht mehr das Auslangen finden, um ihre subjektiven Angelegenheiten und Anliegen ausführen zu können. 

Die Höhe des Korruptionsanteils in einer Gesellschaft ist also ein Indiz dafür, daß das System dieser Gesellschaft nicht oder nicht eine Mehrheit oder gar alle Handlungsvorstellungen seiner Teilnehmer deckt. Sie ist ein Indiz dafür, daß es in einem System Machtgruppen oder mächtige Einzelpersonen gibt, von denen einerseits die Erfüllung eines berechtigten oder berechtigt geglaubten Anliegens abhängt, das System ersetzen oder seine Lücken auffüllen. Gleichzeitig fördert es eine Hierarchie der faktischen (aber unmoralischen, also von niemandem für gut geglaubten) Macht auch in der Bevölkerung, weil nur der seine Anliegen noch durchsetzen kann, der über ausreichende Mittel (die Mittel aller Art sein können) verfügt. In jedem Fall ist also Korruption mit Kriminalität verbunden bzw. mit dieser gleichzusetzen. Auch in den Augen der Bewohner des betroffenen Landes, ob sie nun Profiteure sind oder nicht.

Kurz: Korruption zeigt, daß das Gemeinwohl in einem Staat nicht sein oberstes Prinzip ist, sondern daß sich mehr oder weniger viele oder alle Bürger eines Landes außerordentlicher Mittel bedienen müssen, um das, was Ihnen zusteht oder von dem sie meinen daß es ihnen zusteht, zu holen. Die individuellen Vorstellungen von Lebensnotwendigkeiten decken sich ganz oder teilweise nicht mit dem System.

In den in Paris verkündeten Absichten ergibt sich nun eine Aufteilung, die die oben erwähnte Umverteilung von Vermögen von den korruptionsarmen zu den korrupteren Staaten und Gesellschaften als Prinzip zeigt.


Bild: EIKE


Warum macht man das? Kann hier überhaupt gewährleistet werden, daß die Gelder - egal wie man nun darüber denkt - die in diese Länder fließen, die sämtlich einen hohen oder sehr hohen Korruptionsanteil haben "richtig" verwendet werden?  




Morgen Teil 2) Die Geber brauchen destruierte Nehmer ...
... um das Gegebene selbst zu nehmen






*121117*

Mittwoch, 13. Dezember 2017

So regeln Männer das

Gerard Depardieu ist bekannt für seine wilde, zum Teil gewiß verstörende Jugendgeschichte. Der er später so manche Ehre antat. Auch ist bekannt, daß er heute die eine oder andere Flasche Wein zu viel trinkt. Und daß seine hohe Zeit als Schauspieler vorbei ist, ist auch kein Geheimnis.

Hier erzählt aber der gebürtige Franzose, der heute mehr produziert als selber spielt, Geld genug hat er ja mittlerweile, welche Erfahrungen er mit Harvey Weinstein hatte. Den ersten Teil seiner Erzählung, in dem Depardieu etwas andeutet, mag sich der Leser denken. Im zweiten Teil der Geschichte erzählt Depardieu, daß er einmal einen Film mit Weinstein produzieren wollte. Im Laufe der Zeit kam er aber drauf, daß Weinstein ihn durch einen gefinkelten Vertragszusatz über den Tisch ziehen wollte. 

Depardieu besuchte ihn daraufhin in seinem Büro, das in unmittelbarer Nähe von Robert "Bob" DeNiros Haus liegt. Er platzte in Weinsteins Räume, wo sich auch andere aufhielten. Der war schockiert, und begann verlegen etwas zu brabbeln. Der Franzose unterbrach ihn. Weinstein solle französisch reden, denn er spreche nicht englisch. Und dann sagte er zu ihm: Hier, sieh diese zwei Finger. Wenn Du es wagst, unsere Vereinbarung umzubiegen, dann reiße ich Dir mit diesen beiden Fingern beide Augen aus Deinem Schädel. Weinstein (und die Anwesenden) waren schockiert. Depardieu aber wiederholte: Hier, sieh Dir diese zwei Finger an! Dann drehte er um und ging. DeNiro rief ihn später an, wollte beschwichtigen. Aber Depardieu meinte, daß das sein Geschäft sei, "Bob" solle sich da nicht einmischen.

Weinstein, der sich selbst gerne als "Gott von Hollywood" bezeichnete, hat es später nicht gewagt, ihn zu bescheißen. Vermutlich, so Depardieu, wollte er seine Augen nun doch behalten.









*131117*

Energiewende. Schaffung einer irrationalen "Vernunft"

Als der VdZ vor einiger Zeit mit einem australischen Ehepaar in einem der typischen Wiener Cafés zusammentraf - und ein typisches Wiener Café ist nicht, wie der Leser meinen könnte, das, was man in Hochglanzbüchern als solches vorstellt; vielmehr ist es an Orten zu finden, die kein Prospekt, kein Tourismusbüro als sehenswert ausschreibt, wie hier, in einem seit Generationen bestehenden, "schmierig-entzückenden" Kaffeehaus in Wien-Floridsdorf, in einer dieser typischen Gründerzeit-Vorstadt-Chausseen, zwischen Witwen-Mietshäusern, an einer Ecke eines wunderbaren Plätzchens, wo er schon vor mittlerweile zwanzig Jahren sein opulentes Frühstück (natürlich mit vier-Minuten-Ei), serviert vom Ober Johann in Frack und weißem Hemd und herrlichen Manieren, eingenommen hat  - war der Sympathiefunke sofort übergesprungen. So grundvernünftige, offene Menschen hatte er auf dieser ehemaligen Abschiebungskolonie für englische Strafgefangene (von denen enorm viele für absurde "Vergehen" schwer bestraft worden waren - deshalb sind auch so viele Iren dort) nicht erwartet.

Binnen Minuten entspann sich ein freimütiges Gespräch, das wie von selbst nach einiger Zeit in einem großen Bogen auf Politik kam. In dieser Zeit hatten die aus Westaustralien stammenden ehemaligen Unternehmer ihr Wiener Schnitzel verzehrt, wie es sich eben in Wien gehört, später wollten sie sogar noch in die Opfer aufbrechen. Bald war man beim Thema Energie. Denn es war November und den Australiern war kalt. 

Während im Nebenraum die Billardkugeln klapperten, sprachen sie über Klimawahn und Auswüchse, auch in Australien. Und konnten sich eines nicht verkneifen: Den VdZ zu fragen, ob man hier verrückt sei, Photovoltaik-Anlagen zu errichten. In Australien könnten sie das noch verstehen. Sie hätten dort, im Westen des Inselkontinents, tagtäglich viele Stunden Sonne, garantiert. Aber hier? Hier scheine doch die Sonne nur stundenweise? Man lasse sich alles mögliche einreden, auch Solaranlagen. Und man betreibe auf der Ranch eben dort auch einige davon. Aber - die lieferten praktisch den ganzen Tag das ganze Jahr über Strom, rechne sich deshalb gerade mal so, aber sei in den exponierten Lagen der Ranches oft einzige Stromquelle. Aber das sei doch hier ausgemachter Unsinn?

Gute, brave Australier. Als Unternehmer (im Ruhestand, die nun aus dem erwirtschafteten Wohlstand heraus die Welt bereisten) waren sie gewöhnt, daß man eine Entscheidung nach ihrem realen Sinn abfragen muß. Darin kann es sich ein normaler Mensch nicht leisten, für Unsinniges einfach Geld auszugeben, koste es, was es wolle. Ihnen war dieses deutsch-österreichische Denken eben fremd. Das sich von höheren Weihen getragen berufen fühlt, auch unsinnigste Entscheidungen kraft einer höheren Moral zu treffen. Wir sind eben auserwählt, die Welt zu retten. Das sieht ein Australier nicht als Lebensaufgabe. Er war ja immerhin deshalb auch vom Mutterland, das sich solche Eskapaden nur deshalb leisten konnte, weil es sich aus der Arbeit anderer finanzierte und doch alle über Schulden in der Hand behielt, expediert worden, weil er doch tatsächlich nur an seinen engen Lebenskreis dachte.

Dem gelernten Hiersitzenden bleibt bei solchen Fragen vernünftiger Menschen aber nur ein Achselzucken. Ein ähnliches Achselzucken, wie es der Namensvetter des VdZ in seinen jüngsten Artikeln verrät. In denen sich dieser nüchtern denkende, hochseriöse Dipl. Ing. Eberhard Wagner aus der Energiewirtschaft wieder einmal zur Debatte meldet. Zurückhaltend, wie immer, aber umso prägnanter, weil durch Sachkenntnis und präzise Recherche bestechend. 

Und da stellt er einer (warum auch immer) in Ekstase schwebenden Politik trockene Fakten gegenüber. Und baut auf der Tatsache auf, daß die gesamte "nachhaltige Energiegewinnung", der unsere Zukunft angeblich gehören solle, es bislang noch nicht geschafft hat, schwach über 3 Prozent des Jahres-Energiebedarfs zu decken. Trotz gigantischen Aufwands! Trotz jährlicher Förderung von mittlerweile schlappen 25 Milliarden Euro nur in Deutschland. Jede kW/h Solarstrom kostet dort dem Steuerzahler (indirekt) mittlerweile 43 Cent, ohne Mehrwertsteuer versteht sich. Während der Strompreis für den Haushalts-Endverbraucher bei (im Europavergleich enorm hohen) 19 Cent pro kW/h liegt. Insgesamt müsse man dem Stromgewinn aus Solarzellen also ein vernichtendes Zeugnis ausstellen, sagt Wagner: Denn dieser saugt jährlich mittlerweile über 10 Milliarden Euro aus Staatsmitteln ab, produziert aber nur Strom im Gegenwert von 3 Milliarden. 

Energielage August 2017 - Mit GIGANTISCHEM finanziellem Aufwand leistet sich Deutschland ein Potemkin'sches Dorf einer nicht vorhandenen Energieversorgung - Graphik: EIKE

Der Rest fließt aus Steuergeldern, mit denen eine völlig ineffiziente, ja gar nicht vorhandene Stromgewinnung finanziert wird. Als hochherzige, absurde Spende an Betreiber von Solaranlagen, deren Anlagen mittlerweile fast ausschließlich in China hergestellt werden, also dort kräftig Arbeitsplätze schaffen, aber das Etikett "Weltrettung" auf ihre Dächer geschrieben haben. Für Produkte, die eben völlig unsinnigerweise nicht nur in Australien, sondern in dem schon von den Römern als feucht, dunkel und sonnenarm beschriebenen Deutschland gefragt sind. Sonnenstrom.

Wie hat der VdZ vor etlichen Jahren hier einmal getitelt? "Man leistet sich ja sonst nichts!" Hier leistet sich Deutschland eine Energiewende, die praktisch NICHTS zur Energieversorgung beiträgt, und noch dazu das vorgebliche Ziel einer Reduktion des CO2-Ausstoßes (so absurd auch das ist) NICHT erreicht, also auch die Energie gar nicht wendet! Denn die Erneuerbaren Energien brauchen ein Schattennetz von konventionellen Kraftwerken, noch dazu wie es die Praxis zeigt, die Erneuerbaren Energien Zeiten haben, wo sie NULL Energie (das ist wahrscheinlich unter erneuerbar gemeint: sie warten regelmäßig, daß sie wieder neu liefern) ins Netz speisen, woran sich so ein Schattennetz ja bemessen muß.

Um den Spaß auf die Spitze zu treiben, hat man den Betreibern von Atommeilern erst Garantien gegeben, damit diese ihre Meiler ausbauen, um sie dann dahaste-danimmse zum Abschalten zu zwingen. Macht nichts, der Staat (an den als über allem schwebenden Sonderding aus dem Himmel unsere Politiker offenbar tief glauben) zahlt ohnehin alles. Rechnung bitte an Berlin.

50 Prozent der gesetzlich vorgesehenen Vergütungsleistungen für "nachhaltige Stromerzeugung" fließen heute in Richtung Photovoltaikanlagen (PVA), die natürlich in China erzeugt werden. Und wie ein Krankheitssymptom heute die Dächerlandschaft Deutschlands (und große Flächen) unerträglich verschandelt und als Gestalt gefährlich umdeutet. Aber selbst innerhalb der Gesamtstromerzeugung aus "Erneuerbaren Energiequellen" (Solar, Wind, Vergasung etc.) nur 15 bis 20 Prozent ausmachen. Noch dazu: Für Flatterstrom, also für Strom, der nicht berechenbar vorhanden ist, also in jedem Fall ein gesamt umfängliches Backup aus konventionellen Kraftwerken - Gas, Kohle, Atom - braucht. Bei einem Gesamteinspeisungsertrag gemessen am deutschen Jahres-Energieverbrauch von unter einem Prozent. In einem Land, das wahrlich nicht für Sonnenverhältnisse wie Australien bekannt ist.

Vernünftig? Da mache sich einer einen Reim draus!

Währenddessen, führt der Energiefachmann Eberhard Wagner aus, der Ausbau und Betrieb von Wasserkraftanlagen - dem sinnvollsten "nachhaltigen Energieerzeugungsort" mit heute knapp 4 Prozent Anteil an der Gesamt-Strom-Gewinnung in Deutschland - zum Stillstand gekommen ist. Er fällt nicht unter das EEG-Gesetz, und wird stattdessen von zahllosen Natur-, Wasserschutz- und sonstigen Regeln eingeschränkt. So daß niemand mehr auf die Idee kommt, Wasserkraft in Deutschland weiter auszubauen. 

Zwar ist das weitere Ausbaupotential natürlicherweise sehr beschränkt, weil es in Deutschland einfach zu wenige große Flüsse und insgesamt zu wenig topographisches Gefälle gibt (das gibt es in Österreich oder in der Schweiz), aber es wäre doch noch Potential da. Stattdessen ist durch das eigentümlich, weil willkürlich gestaltete Preis- und Ertragsgefüge für Strom ein wirtschaftlicher Betrieb vor allem älterer Anlagen immer weniger möglich. 

Da kenne sich noch einer aus?

Unter uns gesagt: Die Lage in Österreich ist nicht viel anders. Nur wird dort kaum darüber geredet. Schon im 1. Weltkrieg haben die deutschen Politiker neidvoll nach Österreich geblickt, weil solche totalitären, zentralistischen Maßnahmen des Wirtschaftsetatismus, die von Kriegsbeginn an verhängt worden waren, in Deutschland nie möglich gewesen wären, ohne einen Volksaufstand zu provozieren. Die Österreicher sind halt einfach gewöhnt, daß ihnen von der Politik die wesentlichen Themen schlicht vorenthalten werden. Sie regen sich lieber über Pflasterungen des Vorplatzes zum Stephansdom auf. Über Wesentliches wird in Österreich traditionell nicht diskutiert. Das wird einfach von oben verhängt, und gekonnt verschleiert. Denn man weiß: Solange das Schnitzel stimmt geht hier alles.




*111117*

Dienstag, 12. Dezember 2017

Dennoch voller Würde

Madame Lucia Vestris
Madame Lucia Vestris war im London der 1820er Jahre nicht einfach berühmt, sondern noch mehr berüchtigt. Wobei sie außergewöhnlich schön sang, und eine noch bessere Schauspielerin war, wie Fürst Pückler in einem seiner Briefe bemerkte.

Vor allem habe sie unglaublich schöne Beine gehabt, die auf raffinierte Weise so zu zeigen, als sei es zufällig geschehen, sie vollkommen verstand. Keine Theaterkritik, die auf diese Beine vergaß. Ihr Spiel war voller Witz, Grazie und unübertrefflichem Charme. Insgesamt also war sie eine bezaubernde Person, auf die so mancher Mann sein Auge geworfen hatte. Auch wenn, oder vielleicht gerade weil sie auf der Bühne zuweilen lasziv auftrat und offen mit dem Publikum kokettierte. Kurzum - sie erfreute sich ungeheurer Beliebtheit bei diesem.

Wie vornehm sie in allem aber war beweist eine Anekdote. Ein Fremder, der gehört hatte, daß Madame Vestris keineswegs grausam und abweisend war, sandte ihr bei Gelegenheit ihres Bühnenjubiläums eine Banknote von 50 Pfund Sterling (damals eine Summe, die dem Jahresgehalt eines gutbezahlten Leibdieners entsprach.) Er steckte sie in einen Umschlag, auf den er schrieb, daß er bitte, sich sein Billett für die Vorstellung abends persönlich von ihr abholen zu dürfen.  

Dieses Gesuch wurde gewährt, und der junge Mann erschien abends mit Zuversicht und der Miene eines Eroberers zur bestimmten Stunde. Doch ging die Sache nicht wie erwartet aus. Madame Vestris empfing ihn nämlich mit gemessenem, sehr ernstem Gesichtsausdruck. Sie wies ihm einen Stuhl zu, den der Überraschte umso verlegener einnahm, als er bemerkte, daß sie seine Banknote in ihrer schönen Hand hielt.

Mein Herr, sagte sie nun, sie haben mir heute früh diese Banknote für ein Entreebillett zu meiner Benefizvorstellung geschickt. Für ein solches Billett ist das aber viel zu viel. Sollten sie jedoch andere Hoffnungen damit verbunden haben, so muß ich die Ehre haben Ihnen zu sagen, daß es mehr als zu wenig ist. Erlauben Sie mir daher, daß ich Ihnen nach Hause leuchte? Mit diesen Worten steckte sie die Note am nächsten Leuchter an, öffnete die Türe, und leuchtete dem mühsam eine Entschuldigung stotternden, unglücklichen Versucher die Treppe hinab.






*141117*

Knietief in Schuld watendes England (2)

Teil 2) Hunger als Politik der Menschenverachtung





In jedem Fall bleibt die durch offizielle Statistiken gesicherte Zahl von über 1,6 Millionen Iren, um die das Land 1850 verglichen mit 1845 weniger Einwohner hatte (was die Opferzahl auf ca. 2,5 Millionen schraubt, denn es wurden ja auch Menschen geboren. Und Katholiken gebären immer viele Kinder.) Das Londoner Parlament hat auch tatsächlich Gesetze verhindert, die bei ähnlichen Fällen (wie den Mißernten von 1780) die Häfen Irlands zu sperren erlaubten, um Lebensmittelexporte zu unterbinden und das irische Volk zuerst zu versorgen. Das Eigentum war seit dem 16. Jahrhundert absolut gesetzt, um die Raubzüge am Kirchengut (die man dann "Reformation" nannte) zu rechtfertigen und zu sichern, die das England Heinrich VIII. auf den Kopf stellten, und die Rechte der Landlords - nicht das Gemeinwohl, das soll sich ja laut Liberalismus von selbst einstellen - gingen auch 1840 bevor. Bis heute beharren die Briten aber darauf, daß die Geschichtsschreibung die Vorgänge damals als "Tragödie aufgrund einer Kartoffelkrankheit" verzeichnet.

Hunger als Politik? England hat diese Politik traditionell, möchte man sagen, und über die Jahrhunderte verfolgbar skrupellos angewandt. Sie hat die Bevölkerungen besetzter oder bekämpfter Länder immer wieder ausgehungert. Man tat in Irland (aus einem Katholikenhaß, der sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen läßt) also vermutlich nichts anderes, als man in Amerika oder in Indien (wo man von 7 bis 10 Millionen Hungertoten in den Aufständen der Inder um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhundert spricht) anwandte. Burma oder Südafrika (Buren) schlagen in dieselbe Kerbe, auch sie waren Auslöschungsaktionen gegen ganze Bevölkerungen. Denn kraft der höheren Sendung war man zu allem berechtigt. Wie heute. Noch die Hungerblockade gegen Deutschland 1914/18 (die in Wahrheit bis 1920 andauerte) hat mindestens einer Million deutscher Zivilisten das Leben gekostet und den Boden für die Widerstandsunfähigkeit gegen die Spanische Grippe bereitet, die bis 1919 noch einmal Millionen Deutsche hinwegraffte.*

Es ist der Macht der anglo-amerikanischen Presse (Cecil Rhodes wußte schon sehr gut, daß zu einer Machtorganisation vor allem die Medien gehören) zu verdanken, daß bis heute von einer "Kartoffel-Hungersnot" in Irland 1845 bis 1850 gesprochen, die Geschichte brutal auf eine "Kartoffelseuche" umgelogen wird (die es auch gab). 

In Wahrheit war es aber wohl ein Genozid. Wer das so nennt, wird freilich bis heute medial verfolgt (wir werden darüber noch berichten). Selbst (auch vom VdZ) hoch zu schätzende Schriftsteller schrieben damals in der Londoner Times, daß es ohnehin an der Zeit sei, diese irischen - weil katholischen - Bastarde auszurotten.

Hier von "Opfern der Kartoffelknappheit" zu sprechen, wie es die Briten in ihrer Geschichtsschreibung bis heute tun, ist aber wohl so, als würde man von den Toten in KZ-Vergasungskammern als von "Opfern von Sauerstoffknappheit" sprechen. Und der Kampf gegen die Iren - mit den Polen das wohl katholischste Land Europas - ging ja auch auf anderen Wegen weiter. So wurden immer wieder per Regierungserlaß irische Katholiken von öffentlichen Ämtern ferngehalten. Während die zugelassenen irischen Verantwortlichen regelmäßig Protestanten waren.

Hier greift leider auch ein keineswegs rühmliches Kapitel in der Geschichte der Katholischen Kirche. Denn die meisten Bischöfe (bis auf zwei) hatten sich auf die Seite der Engländer gestellt, die ihnen dafür hohe Ehren zukommen ließen. Sie hatten sich also über Ehren und Anerkennung kaufen lassen. England hatte sie einfach seit 1829 rechtlich hoch und damit ruhig gestellt. Die Bevölkerung war schon damals fast allen Bischöfen gleichgültig.**












*Und in diesen unseren Tagen des späten Herbst 2017, spielt sich im Jemen genau dasselbe ab, auch hier hat England/USA die Finger im Spiel. Die UNO warnte eindringlich, daß durch die Blockade der Seehäfen, die das schiitische Land in seiner Opposition gegen das sunnitisch-wahhabitische Arabien brechen soll, Millionen Tote drohen. Hier werden nicht Kriege geführt, sondern Völker ausgelöscht, weil man deren Grundhaltungen auslöschen möchte.

**"Damals schon" ist eine Reminiszenz auf die unglaublichen Mißbrauchsskandale durch kirchliche Institutionen in Irland, wie sie bekannt wurden, die eine Menschenverachtung, eine Verachtung der Iren zeigen, die sprachlos macht.




*101117*

Montag, 11. Dezember 2017

Was die Tagesaktualität betrifft

Er habe, schreibt Leser A., wissen wollen was der VdZ zu diesem jenem aktuellen Thema zu sagen hätte. Deshalb sei er auf die momentane Unverfügbarkeit ("als attackierend gemeldet") der Homepage des VdZ gestoßen. (Die in den nächsten Tagen durch Providerwechsel hoffentlich repariert wird.) 

Lieber Leser A., auch wenn ich das Anliegen verstehe, so bedeutet es ein Mißverständnis, von diesem Blog "aktuelle" Themen zu erwarten. Im Allgemeinen sind die Einträge hier dem Tag der Veröffentlichung um drei, vier oder mehr Wochen voraus. Das hat einen handfesten Grund: Der VdZ möchte dem Leser die Gelegenheit geben, von tagesaktuellem Geschehen einen Abstand zu gewinnen. Denn erst dann vermag man etwas in seiner Einbettung in den logos, in den Sinnzusammenhang, zu erkennen. Bei Distanz.

Von jenen wenigen, seltenen Fällen, in denen diese Distanziertheit, die aus allen persönlichen Verwicklungen herausgelöst zu sein bedeutet - das eigentliche Konzept der Objektivität also - in die Gegenwart rutscht, wo also ein gegenwärtiges Urteilen (fast zumindest) mit dem distanzierten Sehen der Sache übereinstimmt, wollen wir hier absehen. Aber von diesen geht der VdZ nicht aus.

Wenn Sie ein Thema momentan also bewegt, werter Leser, und Sie dazu eine Äußerung des VdZ wollten, so müssen Sie in der Regel drei oder vier Wochen oder mehr darauf warten. Dann können Sie gewiß auch den Wert seiner Äußerung besser beurteilen. Denn die Gegenwart ist nur in dem Maß, als sie ans Ewige rührt. An den Geist sohin. Zu dem wir uns aber aus allen Weltgebundenheiten herauslösen, erheben müssen. 

Dann erst ist also etwas aktuell, weil wirksam, wenn es das Zeug zur Ewigkeit hat. Und darum muß auch der VdZ täglich neu ringen, dazu muß er sich täglich neu reinigen.





*131117*