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Freitag, 20. Mai 2011

Theaterwaggon Österreich

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Hierarchien in Österreich sind nicht Hierarchien, die sich auf Seinsmacht begründen. Sondern sie sind Verabredungen, eine Art "self fulfilling prophecy" der aufklärerischen Träume des "contract sociale". Nur, wer dieser kollektiven Täuschungsmaschinerie beizutreten bereit ist, hat seinen Platz in Österreich.

Es spielt dabei keine Rolle, ob man dabei nominell "Mehrheit" oder "Minderheit" ist, Befürworter oder Kritiker. Ein komplettes Theater braucht alle Rollen. Und es braucht vor allem Mauern, Umgrenzungen. Es braucht deshalb die nicht, die das Theater an sich in Frage stellen, und die Fenster nach außen öffnen wollen.

Österreich glaubt kollektiv - mit nur ganz wenigen Ausnahmen - daß es auf der Bühne steht und die Hauptrolle in einem wichtigen Stück verdient. Es weiß zwar, daß der Theaterwaggon auf einem ausrangierten Nebengeleis steht, denn niemand hat wirklich eine Rolle. Aber es kennt einen Ausweg: indem ab und zu jemand aufsteht, einen vorbeifahrenden Zug anhält und den Lokführer anfleht, den Waggon anzuhängen. Das sind dann also die Änderungen, sagen dann die Insassen, es tut sich ja was, es geht ja voran? Seht, wir haben ja eine Rolle? Wie war doch der Text? Achtung, gleich kommt der Regisseur!


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