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Donnerstag, 31. Juli 2014

Wie man einen Krieg rechtfertigt

Ein interessanter Beitrag zur "humanen Mission" der Amerikaner in der Welt.

Die Frage kann doch nur sein, wie lange Europa sich noch von einem Volk unmündiger Narren, selbst Opfer lächerlicher Machinationen, an der Nase herumführen lassen.









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Mittwoch, 30. Juli 2014

Angriffspläne aus Reaktion (1914-18)

Es genügt eine leichte, kleine Umgewichtung von Gedanken, und schon sieht ein Gesamtbild anders aus. Das macht das Video (von arte) ("Klarstellung 01") interessant. Denn die Geschichtsschreibung wird natürlich von den Siegern gemacht. Und darin heißt es, daß Deutschland aggressive Angriffspläne - den Schlieffen-Plan - in der Lade hatte, mit denen es Frankreich niederwerfen wollte. Das macht Deutschland schuldig am 1. Weltkrieg.

Tatsache ist aber mit Gewißheit, daß dieser Schlieffen-Plan die britisch-französischen Kriegspläne einfach beantwortete, und nur insofern ein Aggressionsplan war, als er die bekannte, zu erwartende (und übrigens: noch vor dem 2. Weltkrieg zu erwartende) französische Angriffsposition war. Die davon ausging, daß Deutschland durch einen Zentralstoß in seine Mitte, mit den wichtigsten Versorgungs- und Industriezentren, am vernichtendsten treffen würde. Dem begegnete der Schlieffenplan.

Der noch etwas mit einberechnete: Die Neutralität Belgiens war keineswegs ein sakrosankter Standpunkt, auch wenn er formal völkerrechtlich so zu sehen beanspruchte. Belgien war bewußt von den Briten wie den Franzosen als Aufmarschgebiet vorgesehen. Dies schon alleine aus Gründen einer möglichen bzw. effizienten Anlandung der Briten.

Noch eine Gedankenverschiebung ist wichtig, und geht meist unter: Das Militärbündnis Österreichs mit dem Deutschen Reich (schwer kommen diese Begriffe über die Lippen des VdZ, sie enthalten bereits schreckliche Verschiebungen ...)war keinesegs einseitig, wie es oft dargestellt wird. Die für Deutschland lebenswichtige Funktion Österreichs im Osten wird meist verschwiegen. Denn ohne die Abwehrhaltung Österreichs gegen Rußland wäre Deutschland, das ja im Norden anfangs gegen die Russen schwere Niederlagen einstecken mußte, sofort zusammengebrochen. Österreich mußte dem Deutschen Reich den Rücken im Osten freihalten, und verblutete daran. Das hat die spätere Schwäche der KuK-Armee wesentlich mitbedingt, denn im Osten ist die Armee der Habsburger-Monarchie schon 1914/15 verblutet. Mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Zielsetzung, Orienterung und Kampfmoral so mancher Nationalitäten. 

Auch der angebliche anfängliche Sieg Serbiens im Anfang des Krieges - bei einer leider wirklich verfehlten Gesamtstrategie des Habsburger-Reiches - war keineswegs ein "Sieg", sondern bedingt durch diese Notwendigkeit, die Kräfte auf den Abwehrkampf gegen Rußland - im Sinne einer Gesamtstrategie - zu konzentrieren. Man hat die schon bei den ersten österreichischen Angriffen bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gezwungene serbische Armee, die nach ihrem ersten "Sieg" nachhaltig erschöpft war, sodaß sie später nur noch fliehen konnte (eine Weltkriegepisode, die kaum bekannt ist, und 100.000 österreichischen Gefangenen das Leben kostete) lediglich "in Schach gehalten", bis Kräfte aus den nach den ersten Angriffen erlahmenden russischen Angriffen frei wurden, um Serbien schließlich - mit einem Zusammenwirken deutscher und österreichischer Divisionen - niederzuwerfen. 200.000 deutschen Soldaten standen im Osten 900.000 österreichische "zur Seite". Da konnte sich Hindenburg dann leicht des Erfolgs von Tannenberg rühmen - die Hauptlast der ersten russischen Offensiven hatte Österreich bereits erblutet. Während die eigentliche strategische Richtung Deutschlands, der Zangengriff nach Schlieffen, nämlich schon gescheitert war.

In diesen ersten Monaten verlor Österreich-Ungarn die Elite seiner Armee, stand zudem im Schock über die neue Art der Kriegsführung, die die Tugenden, auf denen österreichisches Soldatentum beruhte, düpierten. Nun ging es um Masse, um Material, nicht mehr Ehre und Mannestum. Alleine die Wirkung der Maschinengewehre un d Artilleriekaskaden war verheerend. Fast die Hälfte der österreichischen Soldaten fielen oder wurden verwundet. Jedes Monat 1914 (!), schreibt Manfred Rauchensteiner in seiner akribisch-faktischen Rekonstruktion des 1. Weltkriegs Österreich-Ungarns, mußten 20 % seiner Soldaten ersetzt werden. Dadurch wurde die k-u-k-Armee binnen weniger Monate zu einer besseren Miliz, denn es traf vor allem die Berufssoldaten, die einen ganz anderen Ehrencodex hatten, und ihren Soldaten mutig in den Tod voranschritten. Mehr als die Hälfte der Offiziere, und vor allem die mutigsten, besten Truppenteile verbluteten schon in den ersten Monaten, im Rahmen der Gesamtstrategie, um DER ALLIANZ nicht das Rückgrat brechen zu lassen. Die Selbstmordzahlen, die Anzahl der Entlassungen von Kommandeuren (die es in ähnlicher Weise aber in allen Armeen gab) waren enorm.

Es ist als Österreicher wirklich oft beleidigend zu erleben, wie Deutsche meinen, auf die männlichen Taten ihres "kleinen Bruders" herabblicken zu können. Ohne diese "kleinen Brüder" wäre Deutschland, das sehr wohl seine eigenen politischen Zielseztungen hatte, die mit den österreichischen eigentlich gar nicht übereinstimmten, denn Österreich-Ungarn hatte keinerlei europäische Machtziele, binnen Wochen erledigt gewesen. Österreich hat sich bereits aber 1914/15 für seinen deutschen Bruder, seine Sendung, verblutet, und ist daran auch zerbrochen. Denn es war in keiner Hinsicht, militärisch, industriell, versorgungstechnisch auf einen Krieg dieser Dimension vorbereitet. Ihm fehlte allerdings der Mut, sein Schicksal wirklich zu gestalten, und das wurde Österreich zum Verhängnis. Die Pläne Conrad von Hötzendorfs in den Jahren 1907-10 hätten vermutlich sogar den Weltkrieg verhindert - durch Präventivkriege gegen Serbien und Italien.

Das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand war keineswegs zufällig, es war der Kern des Schicksals. Seine Pläne, die kuk-Monarchie umzugestalten, waren - was immer man ihm als Charakter zurechnen mag - sehr hoffnungsvolle und realistische Pläne, die Monarchie zu einem wirklichen zukunftsfähigen Reich im besten Sinn umzugestalten. Und sie wären sie heute Maßstab für eine europäische Gesamtgesundung. Das war den Serben aber ein Dorn im Auge. Denn eine stabilisierte Monarchie, die allen Völkern in ihrem Rahmen beste Überlebens- und Mitbestimmungsmöglichkeiten geboten hätte, hätte die serbischen Pläne für ein Großreich unmöglich gemacht.

Mit einem Begriff von Reich und Volk, den sich das Preußentum, eine Gehirngeburt, gar nicht mehr vorstellen konnte. Als der britische Premier 1914 noch Kaiser Franz Josef vor die Frage stellte, ob er nicht auf die Seite der Entente treten wolle, meinte dieser: "Was glauben Sie? Ich bin doch ein DEUTSCHER Fürst? Wie könnte ich das?"

Heimíto von Doderer meint zurecht, daß es 1914 nur noch zwei Kulturen in Europa gab. Die britische (gut, darüber mag man streiten), und die ... österreichische. Deutschland war schon nur noch moderne Zivilisation.



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Hinterfragtes Dogma

Es gilt als unumstößliche wissenschaftliche Wahrheit - als Gewißheit, als Gewußtes: die Erde ist in Milliardenzeiträumen entstanden. Und das würde der Boden, auf dem wir stehen, beweisen. Das würden die sedimentischen Schichtungen belegen. Aber ist das wirklich so? Belegen die Gesteinsformationen der Erde wirklich solche (in Jahren) gigantischen Zeiträume?

Wer sich einmal genauer mit den Grundlagen dieser wissenschaftlichen Wahrheiten befaßt kommt aber zu erstaunlichen Widersprüchen und Zirkelschlüssen. Wo Meß- und Ablaufkriterien festgelegt werden, die das Gefundene, empirisch Vorzufindende bereits sehr selektiv nach bestimmten Prämisssen deutet, die dann als Ergebnis der empirischen Befunde ausgegeben werden. Besonders deutlich wird das bei den Datierungen von Eisbohrkernen. Und nicht nur hier werden Schichtengrenzen apriorisch als Jahresgrenzen bestimmt, sodaß manche seriös davon sprechen, daß man gar nicht bohren müßte, weil das Ergebnis ohnehin apriorisch feststeht. 

Bei anderen Methoden etwa (wie bei der radiometrischen) ist gar nicht bekannt, in welchem Verhältnis diese Daten mit tatsächlichem Alter wirklich stehen. Man ist einfach davon ausgegangen, daß sich radioaktive Substanzen zeitlinear zersetzen, obwohl sehr viel dagegen spricht. Schon vor Jahren sprachen deshalb deutsche Physiker (Blölss/Niemitz) von einem "C14-Crash", die in der gleichnamigen Publikation bereits 1998 die Grundannahmen der radiologischen Methode als falsch bewiesen. Auch die Dendrochronologie, die "Baumringbestimmung" als Vergleichsparameter, baut auf zirkelschlußartigen Fehlannahmen auf.

Einen kleinen aber im Einzelnen fundierten Einblick in solche Fragestellungen findet der geneigte und interessierte Leser auf den Seiten von Wort und Wisssen. In einer ersten Zusammenstellung werden - wissenschaftlich - Methoden von Datierungsbestimmungen durchleuchtet, denn diese lassen viele Fragen offen. Schon gar nicht kann man davon sprechen, daß der Boden, auf dem wir stehen, untrügliche empirische Beweise für solche Zeiträume liefert. Gerade emprisch spricht sehr viel für oft äußerst kurze, "katastrophische" geologische Veränderungs- und Formationsgestaltungsprozesse.

Freilich ein Problem. Denn wenn überhaupt etwas plausibel sein soll an den Theorien, dann hängt das keineswegs rational begründbare, schon gar nicht stringente, eher einem Mythos vergleichbare Dogma der weltimmanentistischen, mechanistischen Evolution an solchen gigantischen Zeiträumen. In denen dann Fossilien gefunden werden, die gleichfalls solchen Zeiträumen zugeordnet werden. Was würde dann aber passieren, wenn man zugeben müßte, daß Erdformationen in um Dimensionen kürzeren Zeiträumen entstanden sind - und nach wie vor entstehen (können), die für derartige Zeiträume, die Mutationen benötigen würden, aus denen die Vielfalt und Komplexität der Lebewesen und Umwelten erklärt wird, keinen Spielraum lassen? 

Denn kaum ein Dogma hat die neueste Zeit und Zivilisation derartig durchdrungen und folgenschwer geprägt - wie der evolutionistische Mythos. Denn er traf auf die Intention der Beseitigung der Väter. Und in dieser Frage ist die nach Gott direkt bzw. indirekt enthalten. Und damit die nach Schuld. Denn die Frage nach der Vergebung von Schuld und Sünde ist die zentrale Frage des Menschen. Man könnte die Neuzeit deshalb als Weg charakterisieren, die Schuld durch Beseitigung der zentralen Gewissensfrage zu "bewältigen". Die ist (in der trinitarischen Struktur der Welt) direkt mit der Frage des Vaters verbunden. 

Genau das ist auch die Struktur der evolutionistischen Modelle. Sie beseitigt den Ursprung der "Idee", die sich im Sohn, mit dem Vater im Geist verbunden, aus diesem genährt, ihn zurückhauchend, akthaft zur Welt fleischlicht. Indem sie die Idee aus der Natur entfernt, ja sogar zu einem ihr selbst eigenen und mächtigen Hervorbringnis macht. Und darin ist sie eine Gestalt des Rationalismus, in dem menschlich-immanente Idee zur Weltursache und zum allem zugrundeliegenden Geist verabsolutiert bzw. Mensch und Gott in eins gesetzt wird.




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Dienstag, 29. Juli 2014

Erster Schritt

Was aber ist überhaupt ein "Problem"? Was ist es, das uns "denken" läßt? Als ein erster Schritt in dieses Thema soll auf Y Gasset zurückgegriffen werden. 

Der zeigt, daß das Sein als Gedankending, als Reaktion auf eine vorgefundene Welt, in unserem Bewußtsein, das immer ein "Bewußtsein von" ist, sich auf Beziehungen von Gegenständlichem bezieht. Unsere Sprache drückt diese Beziehungen aus, stellt sie dar.

Zum Problem wird, wenn diese Beziehungen sich verändern. Sei es, weil das Gegenständliche sich wandelt, das unserer Erfahrung zugrundeliegt, und gegenübersteht, oder weil sich unsere eigene Haltung wandelt.

Deshalb sind Zeiten "hoher Wortdichte" immer Folgen von Veränderungen in realen Bezügen. Im Denken, im Sprechen, wird versucht, das Vorgefundene wieder in ein Gesamtsystem von Beziehungen zu stellen, es so verstehbar und damit behandelbar zu machen. Behandelbar nicht einfach in dem Sinn, als wir es damit manipulieren können, sondern in dem Sinn, daß wir unseren Boden in der Welt wiederfinden. 

Denn Denken kann auch Unlösbares enthalten, ja es baut auf Unlösbarem auf. Es kann krank sein, das Unlösbare auf Manipulierbares umbrechen zu wollen. Das letzte Geheimnis des Lebens und der Welt ist nicht auflösbar, es übersteigt uns. Deshalb ist das Transzendente, der Bezug auf dieses Nicht-Auflösbare aber zweifellos vorgängig, kein Spleen krankhafter Unselbständigkeit. Es ist Grundbedingung des Menschen überhaupt, dessen Rationalität (nach unserer Logik) nie in sich begründbar ist. (Siehe u.a. Gödel, der sogar den mathematischen Beweis dafür erbrachte, daß die Mathematik nicht aus sich begründbar ist.) 

Jede Logik, jede Rationalität geht auf ein quasi Sinnbild zurück. Die Logik des 2+2=4 ist keineswegs "logisch aus sich", sondern trägt weitreichende Vorentscheidungen in sich, die wir lediglich ohne sie zu problematisieren akzeptieren. Aber es ist eine sehr bestimmte Sicht der Welt, die sich darin verbirgt, und sie ist keineswegs für alle Menschen der Welt gleichermaßen verbindliche "Logik".

So wird die Glaubensentscheidung zur Grundgewißheit des Menschen, sein Boden, auf dem er sein Selbst weiter aufbaut, in dem er es fundiert. Und sie bleibt eine Entscheidung. Das Geglaubte selbst bleibt in dem Maß stabil, als es weit genug ist, um alles im Laufe des Lebens auftauchende Problematische zu integrieren.




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Montag, 28. Juli 2014

Jeder Krieg ist gerecht

Wie gefährlich und wie unzureichend es sein kann, vergangene Ereignisse unter gegenwärtigem Meinungs- und Stimmungshorizont zu beurteilen, zeigt sich nicht zuletzt in den Debatten über den Ausbruch des 1. Weltkriegs. Gerade die Fragen nach Schuldigen geht von Parametern aus, die keineswegs absolut (und in den meisten Fällen auch nicht gut, bestenfalls utopisch) sind - und Europa und das Rechtsgefühl der Menschen damals überhaupt nicht bestimmt haben.

Denn man ging selbstverständlich davon aus, daß es keinen "ungerechten Krieg" gäbe. Im Gegenteil, war jeder Krieg gerecht, und zwar apriori. Eine Unterscheidung in "Angriffskrieg" oder die Verurteilugn eines Aggressors ist gleichfalls eine Folge des 1., noch mehr des 2. Weltkrieges. Diesen Begriff kannte man in dieser Form gar nicht.

Das Völkerrecht hatte nämlich nicht die Aufgabe, Kriege zu vermeiden! Sondern - Kriege zu hegen. Nachdem Krieg immer eine Bestie war, wollte man diese Bestie wenigstens zähmen. Verhindern konnte man sie nie. Der Fortschritt eines etwa im 16. Jhd. sich explizit herausbildenden Völkerrechts bestand also darin zu verhindern, Kriege nicht generell zu Vernichtungsfeldzügen und Bürgerkriegen werden zu lassen. Jeder Kombattant, jeder beteiligte konnte sich deshalb sicher sein, daß er als Rechtsperson auch im Krieg erhalten und respektiert blieb, und auch nachher, bei einer Niederlage, nicht der Vernichtung preisgegeben war, sondern seine Gestalt als Staat blieb. Bestenfalls wechselten die bestimmenden Herrscherhäuser, aber nicht einmal die Regierung selbst oder die Regierungsform. Deshalb waren die Kriege bis ins 19. Jhd. fast ausschließlich Kriege um die Thronfolge, schreibt Carl Schmitt in "Der Nomos der Erde". Ordnung war mit einem festen Raumgefühl verbunden, das prinzipiell niemand antastete und jeden in seinem Rechtsdenken gleich bestimmte. Wer einen Krieg begann, kämpfte um sein Recht, und er kämpfte um sein Recht in der Zeit (worin sich manche konkreten Formen und Bedürfnisse eben ändern). Davon ging man immer aus.

Kriege, durch Völkerrecht gehegte Kriege, waren also in jedem Fall legitime Mittel der Staaten, die an sich das Volk und seine Lebensweise gar nicht betrafen. Sie waren auch nicht "Mittel der Politik", sondern genau das nicht: Sie waren Rechtsmittel. Mittel und sogar Waffen waren aber geregelt. (Z. B. waren aus Gründen des Respekts vor dem Feind lange Zeit Waffen mit Fernwirkung innerhalb des europäischen Rechtsraumes - und nur den gab es ja! - verboten.) Nur gegen außerhalb dieser Ordnung stehende Völker und Gegner - denen damit auch der Status des "gerechten Feindes" abgesprochen wurde - waren diese Regeln nicht verbindlich. (Man denke an die Einfälle der Hunnen oder Mongolen oder Türken.)

Und deshalb hatte prinzipiell jeder Staat das Recht, Kriege zu führen. Sie waren im Rahmen der Gesamtordnung prinzipiell gerecht. Eine Unterscheidung in Verteidigung oder Angriff gab es nicht. (Wie schwierig, ja unmöglich nämlich die Klärung von Recht oder Unrecht zwischen zwei Staaten ist - davon wußte man sehr gut. Nur heute glaubt man, das untrüglich und sofort bestimmen zu können.) Und die Beteiligten hatten auch nicht das Recht, den - erklärten! - Feind zum Unrechtsträger zu verurteilen. (Gleiche können nicht über einander urteilen - jeder Staat aber war prinzipell dem anderen gleichrangig gestellt.*) 

Die Frage, wer da nun zuerst schoß oder angriff, ist eine Frage, die man erst nach 1919 als Hilfsbegriff zu stellen begann, dessen Absichten aber evident sind: sie sollten u. a. die Grundlage der Legitimität für Rache - und aus Angst - liefern. Also wurde auch der Feind zum "ungerechten Feind", zum Unmenschen erklärt, der sich, kriminalisiert, außerhalb des Rechtsrahmens darstellte. Während der gesamten Zwischenkriegszeit wurde in Europa über diesen Begriff diskutiert, und er stellte sich eigentlich als unklärbar (und unregelbar) heraus. Und er blieb es bis heute. Denn diese Frage liefert keinerlei Aufschluß über "Recht und Unrecht", und ein bloßes Festlegen auf einen status quo eignet sich um nichts mehr.**

In den Friedensverträgen von Versailles (Deutschland), St. Germain (Österreich) und Trianon (Ungarn) zeigten sich sehr klare Tendenzen, die traditionellen europäischen Raumbegriffe und Völkerrechtsnormen willkürlich zu verändern. Plötzlich sollte es den "verbrecherischen Krieg" eines Staates innerhalb der Rechtsordnung geben. Was so weit ging, daß die USA sie gar nicht unterschrieben, sondern Jahre später mit Deutschland einen separaten Vertrag abschlossen - denn diese Diktate enthielten Passagen, deren Völkerrechtswidrigkeit den Amerikanern bewußt war: Der Krieg als solcher war in den Augen der amerikanischen Vertreter keineswegs ein illegitimer verbrecherischer Akt.

Sie weigerten sich damit vor allem, den deutschen Kaiser zum Verbrecher zu erklären, eine neue Kategorie, die die europäischen Siegermächte einführen wollten. Und Holland verweigerte genau aus demselben Grund der Völkerrechtswidrigkeit (nach traditionellem Verständnis) die Auslieferung des nach 1918 dorthin geflohenen Wilhelm II an die Entente. Für die Amerikaner war - offiziell, weniger der Stimmung im Lande nach - nicht "ein Land" (oder Herrscher) Schuld am Krieg, sondern dieses verworrene, den Raum aushebelnde Bündnissystem Europas. Im Rechtsraum aber war jeder Fein ein "justus hostes", ein gerechter Feind. Selbst Kriegsverbrechen rechtfertigten das nicht, sie waren imme ein Problem des Krieges, und wurden separat behandelt, denn sie erst bezogen sich auf Personen, im Normalfall aber mit jedem Friedensvertrag per Generalamnestie erledigt. Zu sehr lagen sie der Natur des Krieges nahe.

Denn es war vor allem, und als Kriegsursache gewiß am substantiellsten, die stillschweigende Erodierung der jahrhundertelang manifestierten und gewachsene, damit tief begründete Raumordnung Europas, die im späten 19. Jhd. einsetzte, ohne daß jemand die Gefahr abschätzte die daraus erst erwuchs, die die Grundlage für den 1. Weltkrieg gab.  Man hielt einfach alles für disponibel - eine Eigenschaft, die mit dem Technikrausch des 19. Jhds. in langer Entwicklung aus der Renaissance heraus zu einem nun fertig ausgebildeten Zeitbewußtsein wurde.

Die Menschen des industrialisierten 19. Jhds. hatten endgültig die Wurzeln verloren. Die dynamische und entfesselte Aufweichung der sozialen Strukturen gab den Menschen keinen Ort mehr in der Welt, und mit dieser Ortung verlor sich auch ihr Rechtsgefühl für ihren Staat. Dafür wurden ersatzweise nach und nach eine fast unübersehbare Fülle von Bündnis-, Garantie- und Beistandsverträgen abgeschlossen, die allesamt bereits außerhalb des großen Rahmens und diesem entgegen liefen, der Europa so lange stabil gehalten hatte.

Und das hat sich in den Überlegungen der Politiker der meisten Staaten direkt zum Ausdruck gebracht. Die damit auch Staatsgrenzen - zumindest unbewußt - für beliebig zu halten begannen. Und im eigenen Interesse gar die Vernichtung von Staaten zu erwägen begannen (wie im Fall von Österreich-Ungarn). Verliert sich also der große Rahmen, in dem jeder seinen Platz hat und gesichert weiß, beginnt auch der kleine Ort, der unter eines Füßen ist, zu verschwimmen.

All dies eingebettet in ein Weltgefühl, das die Dinge berauscht von Nutzen in Funktionen auflöst, und damit vergißt, daß es die Gestalten sind, die die Welt sind und halten. Gestalt aber wird im Transzendenten gestiftet und empfangen, und das - und nur das - begründet die nötige Ehrfurcht vor ihr und vor allem, vor der Welt. 

Wer einmal aber zu glauben beginnt, daß er Gestalten "erfinden" könne, hat die Welt bereits verspielt, selbst wenn sie überlieferten Gestalten "ähneln", nachgebildet sind (man denke nur an die unselige "Neu-"Gotik des 19. Jhds.) oder sie willentlich zu formen anschickt. Was dann nur noch Korsette hervorbringt, etwas was dann ja die Faschismen versucht haben. Denn sie setzen eine Ehrfurcht voraus, die erst ein immer transzendent wurzelndes Ganzes, das immer in einer Ordnung steht, erkennbar und damit wirklich macht.




*Was so nebenher erklärt, warum deutsche Fürsten mit quasi allen Dynastien Europas verwandt wurden. Denn dort gab es viele Staaten, und damit viele ebenbürtige Heiratskandidaten für die übrigen europäischen Herrscherhäuser.

**Das zeigen ja auch sämtliche bewaffneten Auseinandersetzungen - deren völkerrechtliche und moralische Fragwürdigkeit sich ja gerade in der Vermeidung eines geregelten Kriegsprocedere ausweist: dem Feind wird sogar sein Status als Feind abgesprochen, er wird zum Unmenschen, zum Verbrecher - des 20./21. Jhds., gerade in Europa. wo mit dem "status quo" fast willkürlich umgesprungen wird, weil er eben in keiner Ordnung verankerbar ist.





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Sonntag, 27. Juli 2014

Vor Schreck gehen alle Lichter aus

Nun glaubt der Verfasser dieser Zeilen (VdZ) ohnehin nicht an die große technisch-militärische Überlegenheit irgendeiner Supermacht. Genauso wenig, wie er die Legende vom großen atomaren Krieg je geglaubt hat, der alles Leben auf der Erde auszulöschen vermöge. All die modernen Waffenkomplexe mögen viel Schaden im Einzelnen anrichten, mehr denn je, gewiß, aber sie sind im Großen nicht beherrschbar - das behauptet der VdZ aus seiner Kenntnis der Kinetik, der Verschränkung von Lenkungssystemen mit Rückmeldung. Viele kleine Raffinessen ergeben nämlich noch lange kein summarisches großes Totalschlagbild, während viele kleine Störaktionen sehr wohl jedes große System zu Fall bringen. Auf unvorhersehbare Weise, übrigens.

Und unvorhersehbar, zur Illustration, war auch folgendes Ereignis, das am VdZ vorbeigegangen ist. Dabei war es in nicht wenigen Medien nachzulesen. (Aber gut, auch der Konsum westlicher bzw inländischer Medien ist kaum noch den Zeitaufwand wert.) Es geschah am 21. April dieses Jahres, rund um die Vorkommnisse auf der Halbinsel Krim. Ort also: Das Schwarze Meer.

Denn da hat die USA einen ihrer modernsten Kreuzer einlaufen lassen. Die Türkei, die ohnehin wesentlich von ihrer strategischen Bedeutung für die NATO lebt, und das wörtlich, hat ihn fraglos den Bosporus passieren lassen. Dazu muß man sagen, daß die USA das Abkommen von Montreux aus dem Jahre 1936 (als in Europa wenigstens noch ein Rest von Ahnung über geostrategische Ausstrahlungen und damit Sensibilitätszonen vorhanden war) nie unterzeichnet hat. Es hat - unter Gültigkeit bis heute - geregelt, welche Nicht-Anrainer das Schwarze Meer in welcher Kriegsschifftonnage - bis maximal 45.000 BRT überhaupt - befahren dürfen. Die USA ignorieren dieses Abkommen bis heute, was bei deren Ahnung von Politik ja nicht weiter verwundert. Alleine in der "Krim-Krise" fuhren 4 Kriegsschiffe durch die Dardanellen, in der Mitte der Flugzeugträger George Bush mit alleine 97.000 BRT.

Verdammt, aber was ist da im April 2014 passiert?! Ja, Moment, man sollte das schon wissen. Also - da fuhr der mit modernsten Tomahawk-Raketen bestückte Kreuzer Donald Cook in das Schwarze Meer. An Bord: das derzeit modernste Zielsystem, über das Schiffe verfügen. Die USA setzen ein Signal, sie lassen ihre Muskeln spielen. Und wer genug Hollywood-Filme - wußte der geneigte Leser, daß ein beträchtlicher Teil des amerikanischen Rüstungsbudgets für die Finanzierung von Propagandafilmen vorgesehen ist, die freilich niemals "Propaganda" auf ihrer Stirne kleben haben? - gesehen hat weiß, daß die Amerikaner nur ein paar Tasten auf ihren Keyboards klopfen  müssen, und schon haben sie die Weltsituation egal wo und egal wie im Griff. Und jeder, wirklich jeder, und stamme er vom Planeten Odalon 58 aus dem Sternsystem Sirius XI, muß dann klein beigeben.

Kleiner Ausflug: Hat der Leser dieser Zeilen schon einmal eine Raumstation hautnah erlebt? Ich  meine: War er schon drin? Der VdZ hatte vor zwanzig, dreißig Jahren die Möglichkeit. Da war die Sojus-Station - irgendwo - ausgestellt, und er hat sie sich angesehen, hat sie durchstiegen. Wer DAS gesehen hat, diese grob vernieteten, handfest verschweißten Metalltrümmer, der kann sich nie im Leben vorstellen, daß DAS mit dem Nimbus hochfeiner rein gehirngesteuerter Computer-, "Weltraum"technik zu tun hat. Es wirkt, als hätte man eine primitive Containerkonstruktion der MA48 (MagistratsAbteilung für Müll) in Wien mit einem primitiven Katapult ins Weltall geschleudert. Das nur nebenbei, mit der Aussage: Hochtechnik lebt und ist in allererster Linie ein Mythos, und zwar ein wirklicher Mythos. Ihre Grundlagen sind extrem handfest.

Zurück. Nun fährt da also (man kann es sich gut vorstellen, mit welch stolz geschwellter Brust - den Schauspieler möge sich der Leser dazudenken - die Mannschaft da aufgelaufen ist; der Captain, eingeborener Mormone, hat ihnen noch per Bordfunk von der glory of their mission gepredigt, alle waren auf Adrenalinspiegel 478) dieses hochmoderne Kriegsschiff auf die Krim zu. Und nun passiert Folgendes: Da taucht aus den Wolken eine russische SU24 auf. 

Ja, genau, das ist die Maschine, die die Russen vor fünfzehn Jahren Österreich als Abfangjäger angeboten haben, zu umwerfenden Bedingungen, die Österreich außerdem zur Servicedrehscheibe für die gesamten Luftwaffen der ehemaligen Sowjetvasallen gemacht hätte, die ja allesamt mit russischen Luftabwehrsystemen ausgestattet sind. Während Österreich sich natürlich für eine, wie sich nun herausstellt, völlig unbrauchbare, und um ein Vielfaches (!) teurere EADS-Variante entscheiden hat, den Eurofighter. Den man am mittlerweile einzigen Standpunkt in Zeltweg (bekannt durch den Formel I-Grand Prix) mittlerweile nicht einmal mehr in die Luft bringt bzw. potentiellen Aggressoren ein Mail zusenden muß, sie mögen doch bitte nur von MO-FR von 8-12 und von 14-17 Uhr angreifen, sonst wäre man nicht einmal mit einer Maschine abwehrbereit. Wenn das Wetter paßt. (Tatsache!)

Also: Da taucht diese einzelne und UNBEWAFFNETE Suchoi 24 auf und macht Folgendes: Sie fliegt direkt auf die Donald Cook direkt zu. Sofort sprechen deren Systeme an, Alarm trommelt die gesamte Mannschaft auf ihren Posten. Finger knacken, bereit, mit ein paar Tastenschlägen die Sache zu bereinigen. Aber was passiert? Die SU24 fliegt stur weiter auf das Schiff zu - und plötzlich gehen dort "alle Lichter aus". Die Bildschirme zeigen nichts mehr, nichts mehr funktioniert. Die Suchoi hat nämlich ein ganz simples Abwehrsystem demonstriert. 

Und wer die Russen kennt, wie in Ostösterreich noch aus der Besatzungszeit bis 1955 jeder Erwachsene, kann sich vorstellen, daß das wahrscheinlich nur aus einer zerbeulten Coladose mit umwickeltem Draht besteht, die der Pilot hinter seinen Sitz geklemmt hat ... Scherz ;-) Aber noch heute kann man zurückgelassene T34-Panzer in Heeresmuseen bestaunen, die wirken, als hätte man einen Haufen Stahlplatten zusammengeschweißt, und doch waren sie in der Endphase des Krieges gerade durch ihre Robustheit allem deutschen Firlefanz - der, ja, im Einzelfall toll und großartig war - einfach überlegen.

Wissen Sie, was der Spiegel - allen Ernstes! - als Reaktion aus Washington berichtet? Man muß es zweimal lesen, sonst glaubt man es nicht: "Das Pentagon wirft dem russischen Militär Vorsatz vor. "Dieses provokative und unprofessionelle Vorgehen Russlands steht nicht im Einklang mit Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen unseren Armeen", sagte Sprecher Steve Warren."

Ja geht es noch kindischer? Was sind denn das für Leute, die da berufen sind, internationale Sprecherfrequenzen zu belegen, "Öffentlichkeit" zu formen? Was sind das für Leute, die das ermöglichen? Wir haben es hier doch mit Laien (um nicht treffendere, aber schlimmere Attribute zu verwenden) reinsten Wassers zu tun! Und zwar überall im Westen, und DAS macht Angst. Der Einzige, der derzeit noch professionell zu agieren scheint, ist ... Rußland, ist Putin. Der Rest ist ein Kindergarten, der Superdooperwaffenspielzeug in die Hand gedrückt bekam.

Dieses System haben die Russen übrigens schon vor einiger Zeit entwickelt und erprobt, und es macht es hochmodernen Zielsystemen unmöglich, noch irgendetwas wahrzunehmen. Ohne Zielsysteme aber - keine Raketen. Und nachdem sich die militärische Abwehrtechnik auf Raketen verläßt - keine Abwehr.

Insgesamt 12 Angriffe, in insgesamt eineinhalb Stunden, wie mehrere Zeitungen bestätigen, hat diese einzelne SU24 geflogen, und das hat die Amerikaner an Bord, vor schwarzen Bildschirmen, nur mit dem Buttermesser vom Frühstück bewaffnet, demoralisiert. Die Donald Cook hat abgedreht, und ist direkt den rumänischen Hafen Konstantia angelaufen. Es gibt bestätigte Nachrichten, daß dort spontan 27 (=10 % der Besatzung) US-Marine-Soldaten ihren Dienst quittiert hätten. Sie wären nicht mehr bereit, ihr Leben derartig leichtfertig und ohne Möglichkeit zur Gegenwehr aufs Spiel zu setzen. Angeblich, aber unwidersprochen.

Ganz im Gegensatz zu den Politkrücken der EU, die im Kielwasser der Donald Cook schwammen. Und noch heute schwimmen, weil nicht gemerkt haben, daß diese fluchtartig das Schwarze Meer verlassen hat. Die Einzigen, deren Politbild noch aus diesen Mythen konstruiert ist, die den Namen "Märchen" gar nicht verdienen. Eher: Fetische. Von denen die Gläubigen Europas, die Politiker, aber alles Heil erwarten. 

So sehr, daß sie die Chance, die Raumordnung der Welt mitzugestalten, durch eine Allianz mit Rußland, dessen Realismus, aus der Not jahrzehntelanger Traumtänzereien* geboren, längst begriffen hat, daß es darum geht, die Welt zu gestalten (sonst ist sie nicht), nicht nur verstreichen haben lassen, sondern längst mit Füßen treten. Weil sie an ein groteskes Transatlantikbündnis glauben, das ihnen aber das letzte Licht ausblasen wird.

Denn die Märkte der Zukunft liegen in Asien. Dort leben 2/3 der Weltbevölkerung. Und genau das hätte sich mit Rußland auf ungeheure Weise erschlossen. DORT liegen die Nachfragemärkte, die wir so dringend brauchen, dort liegen die Chancen für europäische Wirtschaft. Nicht in den USA, die nicht nur einen übersättigten Markt haben, sondern eben deshalb nur die Verlagerung von Produktionsanlagen ebendorthin Europa auf den Status eines Fötus zurückdrücken, der Nahrung zugeführt braucht. Also liefert Europa nicht nur den Boden, afu dme sich amerikanische Raketen austoben könn(t)en, sondern auch - und nicht zum ersten mal! die Zeit nach 1918 hat niemand hier rezipiert, wo die USA jene europäischen Investitionen, die sie überhaupt erst großgemacht haben, gegen Kriegsschulden verrechnet haben, und plötzlich war das Land auch noch real reich (thanks to Britain!) - die Investitionen. Die die USA, deren Innovationskraft längst erloschen war, wieder zum Produktionsland machen, das dann Asien beliefern kann ... dank Europa. Wie 1918. Wie 1945.

Versteh das alles noch einer. Daß da Verschwörungstheorien in wahren Schwärmen über die Europäer fallen, verwundert jedenfalls nicht. Rational oder gar vernünftig, im Rahmen einer Gesamtdeutung, ist da gar nichts mehr. Auch nicht die Großmachtprotzereien der USA. Deren Tempo und Druck schon deshalb verständlich sind, weil sie längst ahnen, daß sie nicht viel mehr sind als die Dekoration in einem ihrer selbst produzierten Hollywoodschinken von Glory und Honour, und daß sie wenigstens auf Europa in seinen derzeitigen Politikkorsetten als Abnehmer hoffen, als die Einzigen, die ihre Geschichterln überhaupt noch glauben.**




*Wobei man Folgendes sagen muß: Wer lügt, wer noch dazu bewußt lügt, demonstriert ein extrem enges Verhältnis zur Wahrheit. Er beweist durch seine bewußte Lüge, daß er um die Wahrheit weiß. Schlimm dran ist nur der, der an seine eigene Propaganda glaubt. Daß das die Russen (als Erben der Sowjets) nie getan haben beweist nämlich ihr schon in Zeiten des Kalten Krieges nie nachlassendes Mißtrauen, selbst ihren eigenen Leuten gegenüber. Gefährlich ist also Europa, ist also Amerika, die beide ihre eigenen (strategisch-propagandistischen) Lügen bereits glauben. Wenn es also eine Zukunft des Humors gibt, dann kann die nur in Rußland oder China liegen.

**Ja merkt denn niemand den Witz, den das alles bereits angenommen hat? Da beschließen Pensionsanwärter erster Güte - Pardon, die EU-Poltiker und -Abgeordneten - schärfste Verschärfung von Rußland-Sanktionen, AUSZER gegen Energieunternehmen. Immerhin, davon hängt ja Europa lebensnotwendig ab, ja in Wahrheit müssen die Europäter Rußland ankniene, wörtlich gemeint, daß die Russen TROTZ der Ukraine-Geschichte noch Gaslager auffüllen, weil im kommenden Winter bereits Kälte droht - ohne Gaslager ist das derzeit bestehende Leitungssystem aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage, Europa mit dem nötigen Gas zu beliefern! Und was macht Rußland? ES VERBIETET ACHT HAMBURGER BEI MACDONALDS; weil sie russischen Qualitätsstandards nicht genügen. Und während die Zeitungen hierzulande von den folgenschweren Milliardenpaketen berichten, titeln sie plötzlich von "Hamburger-Einschränkungen" als Schrecken der Gegenmaßnahmen! Der VdZ hat selten in letzter Zeit so befreit gelacht.

Ja begreift denn niemand, daß Europa und seine EU-Politik hier regelrecht verarscht werden? Da kann ja nur noch Verachtung folgen, und zwar von der eigenen Bevölkerung. Und zwar mit Recht. Jeder Redakteur hierzulande, der sein Dreckblatt (gibt es noch andere? also unter jenen, die Steuergelder als Presse- weil Demokratieförderung abzocken? ist Demokratie wirklich das, was die Mündigkeitsstufe eines Sonderklassepatienten in Wien/Baumgartenhöhe/Psychiatrie verdient?) damit als Schlagzeile schmückte, müßte sich in Wahrheit sofort erschießen. Hätte er auch nur noch irgendetwas von Mensch und Würde in sich. Was eben und wie sehr: leider, gar nicht mehr der Fall ist.

Wer da aber vor der Eleganz Putins und seiner Mannschaften nicht den Hut zieht, der hat kein Gefühl mehr für irgendetwas im Leben. Das behauptet der VdZ. Da fliegt eine Suchoi, unbewaffnet, und hier gehen alle Lichter aus ... Da werden als "Gegenmaßnahme" gegen fundamentalste Kapitalbeschränkungen acht Hamburger verboten, und Europa ist bis ins Mark getroffen. Geht's noch grotesker?



Hier ein Video-Bericht über den Vorfall.







Hier ein weiterer (der zahlreichen) Berichte einer US-Sendestation über den Vorfall.









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In den Armen der Frauen

Es geht immer und überall um die Art zu leben. Nicht um Mühe und Plage und Arbeit, sondern alles das wird sinnvoll und erträglich, wenn es vom Fest her kommt, und auf das Fest zusteuert. Das wiederum nur in der Gegenüberstellung zum Alltäglichen und Banalen als Fest erkennbar ist. 

Eine Kultur steht in dem Maß hoch, als ihre Festeskultur es tut. Und sie ruht in den Händen der Nicht-Arbeitenden, der Vorbereiter, zu Zubereiter. Sie liegt in den Händen der Frauen. Wenn die Technik einen Sinn erfüllt, soweit sie nicht ALS Lebensform zu dominieren beginnt, sondern wirklich lediglich temporäres Hilfsmittel ist, dann hat sie in jeder Kultur eine hohe Muße der Frau ermöglicht. In deren Arme voller Früchte sich ein Volk fliehen kann. Sie werden zu Repräsentanten der Freude, sie werden zu Nährerinnen der Lebensform. Sie sind Boden jeder Kultur. Wenn die Frau nicht mehr Fest und Muße bedeutet, verdorrt jede Kultur zur unbarmherzigen, freudlosen Maschinerie, der die Kraft für die eigene Zukunft fehlt.

Will  man deshalb das Lebensmark eines Volkes treffen, muß man die Frauen treffen, ihren Sinn für Muße und Lebensspendung vernichten. Dann bricht auch jeder Mut des Mannes, dann bricht die Kraft zur Idee, deren Samen auf steinigem Boden vertrocknen, und ein Staat löst sich auf.



Gesehen auf everyday_i_show








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Samstag, 26. Juli 2014

Sichtweisen

Wie Norbert Blüm, ehmals deutscher Bundesminister für Arbeit und Soziales, nach mehrfachen Besuchen vor Ort die Frage Israel - Palästinenser sieht.

"Hart aber fair" aus 2011.







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Donnerstag, 24. Juli 2014

Was tut, wer an einen Gott glaubt?

Die Frage nach Gott ist, schreibt Ortega Y Gasset einmal sinngemäß, die Frage "Womit rechne ich?" Sie ist deshalb eine Frage nach der Realität jenes Du, das ich als Gott bezeichne. Aber sie ist schon noch mehr. 

Denn was Gott überhaupt ist - nicht einfach nur für jemanden einer bestimmten Religion oder Theologie, sondern von der reinen Begrifflichkeit her, soll sprechen nicht überhaupt sinnlos werden - unterliegt nicht irgendwelchen Gedankenkonstrukten - es unterliegt dem Bezug des Begriffes, den er symbolisiert. 

Was also ist mit Gott gemeint? Was ist es, was die Menschen zu allen Zeiten als "Gott" bezeichneten? Es ist der reine Gute, es ist der Urheber von allem, es ist der Lenker und Herr über Welt und Schicksal, dem alles zu verdanken ist, der Eine, der Wahre, der die Wahrheit selbst ist, das Sein das das Sein selbst ist. Das von ihm ausgeht, und das deshalb von ihm erbeten werden muß. Nicht nur von mir, sondern von allem. Hierin gründet das, was man Heidentum nennt. 

Denn das Heidentum kannte diesen Gott nicht, die Religionsgeschichte (P. Wilhelm Schmidt zeigt das so großartig in seinem gigantischen Werk "Der Ursprung der Gottesidee", in dem er die Religionen des gesamten Erdkreises durch Feld- wie Quellenforschung und Einarbeitung der gesamten ethnologischen Erkenntnisse bis dato kennengelernt und analysiert hat*) ist eine Entwicklung von dieser Unfaßlichkeit des Einen Gottes hin zu "Subgöttern" der Mythen, bis zur Entartung in der Magie, zur Technisierung des Religiösen und damit zur Immanentisierung, zum Nihilismus. Wo immer aber Gott zum Begriff wird, ist er gegeben, so wie Sprache und Begriffe überhaupt gegeben sind. Es ist ein Irrtum zu meinen, der Mensch würde die Welt seines Denkens, seiner Sprache je neu erfinden (können). 

Nein. Er empfängt sie. Und er empfängt, WAS er glaubt, ob er das für wahr halten will oder nicht. Deshalb übermittelt sich Religiosität nie direkt, sondern immer indirekt, auf dem Weg über Menschen, und hier zuerst über die Eltern (man beachte die erhellenden Analysen von C. G. Jung), und über sie über den Kult. (Denn es gibt keine Religion, es gibt keine Religiosität ohne Kult.) 

Das, und auf eine Weise "nichts anderes", ist die Kirche: der Hort der Präsenz Gottes, des Ungreifbaren, der in Greifbarkeit herabgestiegen ist. Und selbst wenn man diesen Begriff neutralisiert auf  "Religionsgemeinschaft" (die alle ja um die Frage der Be-/Greifbarkeit Gottes kreisen), so läßt sich dasselbe anthropologische Prinzip darunter erkennen: Wer diesem Gott also gegenübersteht, kann gar keine andere Wahrheit neben ihm anerkennen. Denn dann wäre es ja gar nicht "Gott".

Was wahr ist, schreibt Y Gasset an anderer Stelle, ist nicht nur "für mich" wahr, sondern in dem Moment wo ich etwas für wahr halte, ist es das absolut. Und - es ist (immer!) das, was ich glaube. Denn an die Wahrheit selbst so scheinbar simpler Sätze wie 2+2=4 läßt sich nur glauben. Und was ich glaube, ist nicht das was ich gleich mal sage, sondern das, was ich als Seiender wirklich, gestalthaft, durch meine gesamten Lebensvollzüge vollziehe.

Wenn jemand also an Gott glaubt, an "einen" Gott (noch einmal: lassen wir die Frage "welchen?" der Gedankenführung halber einfach weg) glaubt, so ist die Frage, wie verhält er sich dann also diesem Absoluten, diesem Einen gegenüber, dem er und die Welt alles verdankt? Es erhebt sich die Frage der Angemessenheit des eigenen Verhaltens. Und darin gründet die Religiosität zu allen Zeiten und bei allen Völkern - im Kult, und in der Durchdringung des Alltags durch die Gestalten und Formen des Kultes.

Deshalb läßt sich aus dem realen Verhalten läßt eines Menschen erkennen, woran man auch selber glaubt. Alles konzentriert sich auf die Gretchenfrage - welchem Kult gehört er an? Wie sieht sein Kult aus, in dem er sich seinem Gott gegenübersieht, und wie drückt er sich im Alltäglichsten aus? NICHT als Moral (als die man Sittlichkeit gerne mißversteht), die ist nur der Wachsabdruck der Sittlichkeit selber. Dort nämlich liegt die Religiosität, so gerne diese Frage viele heute vernebeln wollen. Und darüber zu urteilen ist keine Frage von Überzeugung, sondern sie ist denknotwendig. 

Und dort liegt, was der Apostel Paulus einmal auf den Punkt bringt, und was alle Heidenvölker so bewegt hat, und was überhaupt erst den Siegeszug des Christentums ermöglicht hat, und von dem das Alte Testament im übrigen so bildhaft aus der Geschichte erzählt: Wie historisch wirksam ist dieser Gott? Daran nämlich sind alle übrigen "Weltregligionen" gescheitert, oder scheitern. Oder - werden eben zum Nihilismus oder zur bloßen praktischen Gesellschaftslehre (wie etwa der Konfutianismus). Oder zum Kantianismus (den Franz von Baader auf überzeugend klare Weise als Form des Nihilismus entlarvt). Oder zum Synkretismus oder Pantheismus, allesamt Formen des Nihilismus.

Der, wie derselbe Franz von Baader glasklar erkennt, in der menschlichen Trägheit (Acedia) - also in der Lebensführung, die zum Habitus wurde - begründet liegt. Womit wir bei der geistigen Struktur der im Sozialstaat heutiger Prägung (als Frucht jahrzehntelanger Einwirkung realer Lebensstrukturen) aufgewachsenen Generationen sind.




*Es gab in den 1920ern - erwähnt sei etwa noch der brillante Pater Paul Schebesta, oder Rolf Bernatzik - eine weltweit richtunggebende "Schule der Wiener Ethnologie". Nur einer der unüberbietbaren Geistessterne, die Österreich damals der Welt geschenkt hat, aus dessen Grab damals wirklich so etwas wie der geistige Leitstern der Welt stieg. Man denke an die Physik, an die Philosophie, an die Theologie, an die Kunst ... vielfach getragen (oder in Reaktion damit) von der Katholischen Kirche.




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Mittwoch, 23. Juli 2014

Leider auch am Kern vorbeiargumentiert

Man muß leider darauf hinweisen, daß auch die den Genderwahn attackierenden Strömungen der Gegenwart meist zu kurz greifen, wenn sie sich lediglich auf "natürliche Anlagen" berufen. Sie lassen das Wesentliche des Menschseins nämlich vor und tun sich schwer gegen den Schwerpunkt der Genderideologie zu argumentieren. Die da sagt, daß Geschlecht eine soziale Konstruktion sei, und DESHALB frei wählbar, also der menschlichen Freiheit unterliegt.

Nun ist es aber ein Tatsache, daß Mannsein, Frausein eine "Konstruktion" ist. Und darin zeigt sich genau, was Kultur überhaupt bedeutet: sie bedeutet eine Institutionalisierung, eine durch soziale Mechanismen gestützte Entwicklung des einerseits im rein Biologischen Angelegten, aber sie bedeute noch weit mehr: Sie nimmt nämlich ein Idealbild, eine Idee, auf die hin dieses rein Biologische dann zu entwickeln ist. Sonst wäre der ja tatsächlich vorhandene Hermaphroditismus, das seltene (aber doch vorhandene) Problem regelrechter Transsexualität (die mit Transvestitentum, das rein psychische Ursachen ht, nichts gemein hat) gar nicht zu erfassen.

Dies baut auf einer Anthropologie, ja einer Metaphysik auf, und nur daraus ist es verständlich. Diese Anthropologie sieht den Menschen nicht als Endprodukt einer biologisch-mechanistischen Entwicklung, sondern in seiner Polarität aus Geist und Physis. Sieht die gesamte Natur als Entelechie - deren historische Gestalt aus der dialektischen Ehe mit dem Begegnenden erwächst - die aus einer Idee, einem Bild heraus ihre Energie zur Entfaltung gewinnt. Diese Polarität kann vereinfacht als Mann-Frau-Polarität gesehen werden, auch wenn das alles nur schwache Hilfsbegriffe sind, die hier nicht ausreichend ausgefaltet werden können.

Erst damit wird aber auch klar, wo das Gefährliche liegt, wenn man jungen Menschen die Geschlechterwahl zur Disposition stellt. Es geht dabei vor allem darum, daß sich ohne solches "Ziel", das aus dem Reich der Ideen heraus einem Menschen vorausgeht und in der Vernunft die Spannung zwischen Faktischem (Historischen) und Urteil und Handeln darstellt. Das geht nur von der Grundlage eines quasi festen Geschlechterbildes aus, das im Einzelnen und im Einzelfall (auch mit gewissen kulturellen Anpassungen) dann die Identität eines Menschen bildet. Die ohne Idee, der man nachstrebt, die einem aber vor allem zugewiesen werden muß, nicht auskommt.

Erst auf dieser Grundlage, in dieser Polarität zwischen Gesolltem (das im Namen steckt) und Faktischem (das in wechselseitigem Austausch sich nach und nach dem Gesollten nähern muß) kann sich Persönlichkeit überhaupt erst entwickeln. Dabei ist es vorerst noch nicht wesentlich, das Gesollte auch ganz schon zu "verstehen", das ist im Gegenteil ja ein lebenslanger Prozeß. Vielmehr muß das Gesollte in gesellschaftlicher Institutionalisierung - und das bedeutet Kultur - auch als erfahrenes, erlebbares Wertegerüst bestehen. 

Dieses Gesollte ist nicht einfach nur (aufs Physische reduzierte) Natur, es baut aber auf einem Naturbegriff auf, der nicht alles, was in der Natur vorkommt als natürlich erkennt, sondern darum weiß, daß sich auch im rein Physischen der Natur Deformationen bilden, die aber nicht das letzte Wort in der Entwickung eines Menschen bedeutet, die letztlich der Weg ist der ihn am meisten zur Geglücktheit seines Lebens führt, sondern nur die Richtung vorgibt, in die der Mensch kraft seiner Vernunft das rein Physische zu entwickeln hat. (Wie das geschieht steht auf einem völlig anderen Blatt geschrieben - meist nämlich indirekt, der Mensch ist eben auch nicht einfach ein Gedankenwesen, sondern umgreift Physis wie Geist, wenn auch in einer hierarchischen Aufeinandergeordnetheit.)

Letztlich geht diese Anthropologie sogar davon aus, daß die Natur auf ihre Höherführung durch den Geist zu ihrer Idealgestalt (noch einmal: wir verkürzen hier sehr!) ausgerichtet ist, darauf "sehnsüchtig" wartet, und sonst ihren Bestand verlöre, stirbt, sich auflöst. (Querverweise zum thermodynamischen Grundsatz der Enthropie sind keineswegs zufällig zu sehen.) Daraus, und vor diesem Hintergrund, leitet sich auch die Pflicht ab, die jungen Menschen auf ein spezifisches Geschlechterbild hin zu erziehen, um damit den Habitus, das gesamte Werterleben eines Menschen, auf den Hinweis, den die biologische Natur gibt, hinzulenken. Dort liegt sein Aufrag - und er liegt in der Polarität eines idealen Mannes hier, einer idealen Frau dort, so gefährlich (wenn auch keineswegs einfach falsch) auch die Festlegung auf spezifische geschlechtsspezifische Aufgaben und Tätigkeiten da sein mag. Kultur aber braucht Kulturarbeit, sonst fällt sie zusammen wie ein Hefekuchen. Gleichzeitig ist sie nicht beliebig in ihrer Form, ja kann zur Antikultur-Kultur werden (und das ist das Gendering), sondern an eine Natur gebunden, die aber jedes rein biologische Faktum noch einmal übersteigt, weil sich von dort her überhaupt erst begründet.

Zu bestreiten, daß Geschlecht eine soziale Konstruktion auf der Ebene der menschlichen Kultur ist, führt also auch die so berechtigte Gegenwehr gegen den fanatischen Wahnsinn des Gendering (daß es ein Wahnsinn ist, wird ja auch erst so begreiflich: es ist gegen die Vernunft!) nicht weiter. Weil es von einem übereinstimmenden Kern neutralisiert wird. Auf diesen muß sich also die Argumentation ausrichten. Nur mit biologischen "Fakten" ist da kein Blumentopf zu gewinnen, denn diese greifen immer zu kurz. Vielmehr zeigt sich eine höchst notwendig zu führende naturphilosophische Diskussion an, die in Selbstverunsicherung mangels Denken der Grundlagen seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigt und den Evolutionisten mit einer zwangsläufig verfehlten Anthropologie überlassen wurde.




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Dienstag, 22. Juli 2014

Ein Ablenkungsmanöver?

Es mutet seltsam an, daß man im Westen so leichthin von Beweisen spricht, daß ukrainische Rebellen das Passagierflugzeugt abgeschossen und 298 Zivilpersonen in den Tod geschickt haben. Und daß diese Systeme von Rußland geliefert wurden. Als unbeteiligter Beobachter, dem nur Medien zur Verfügung stehen, könnte sich ein ganz anders Bild ergeben. Ein russischer Miltär hat den vorläufigen Ermittlungsstand der russischen Luftüberwachung nun vorgestellt. Und daraus ergibt sich ein mögliches völlig anderes Bild, das zusammengefaßt so aussieht: Die malaysische Boeing 777 hat den für internationale zivile Flüge vorgesehenen Flugkorridor verlassen. Ein ukrainischer Suchoi-Jäger ist daraufhin aufgestiegen, und hat die Maschine zu identifizieren versucht. Diese konnte sich aber nicht so ausweisen, wie es für Zivilmaschinen üblich ist: denn nur ein Ortungssystem war vorhanden. Das ist aber typisch für Militärmaschinen, Zivilmaschinen verfügen in der Regel über zwei solcher Systeme. 

Was dann passiert ist, wird nicht ausgesprochen, aber es läßt eine völlig andere Deutung der Vorkommnisse zu. Die derzeit noch niemand genau kennt. Woher also die Rede von Beweisen, die Geschwindigkeit, mit der daraus folgend weitere Sanktionen gegen Rußland beschlossen wurden?

Nehmen wir ein ganz anderes Szenario einfach einmal nur an, für das es derzeit immerhin plausible Hinweise gibt: Die ukrainische Maschine hat die Boeing, die vom Kurs abgekommen ist, was der ukrainischen Luftkontrolle sicher nicht entgangen ist, gestellt, und ukrainische BUK-Raketen haben die dann nicht als zivil identifizierte Maschine abgeschossen. Voreilig, versehentlich, oder gar weil sich so ein Vorgang instrumentalisieren läßt, alles ist möglich. 

Den daraufhin hat ein internationales Absprechen stattgefunden, das nunmehr eine Version in die Welt setzte, die vor allem ein Ziel hatte - Rußland moralisch als Mitverursacher zu desavouieren, zum einen, noch mehr in die Enge zu treiben, zum zweiten aber von den derzeitigen Vorgängen in Israel abzulenken. 

Und das ist ja immerhin gelungen. Wer spricht derzeit vom Angriff Isaraels auf den Gaza-Streifen, der bis gestern schon 400 Tote Palästinenser gefordert hat?

Die Frage sollte also auch sein, warum die Amerikaner die angeblich vorhandenen Satelliten-Beweise für den Abschuß der malaysischen Passagiermaschine durch BUK-Systeme der ukrainischen Rebellen nicht einfach vorlegen. Die Russen tun auf diesem Video zumindest eines: Sie legen die vorhandenen Daten offen. Und da ergeben sich doch Fragen. die Russen behaupten, daß sich zu exakt diesem Zeitraum über exakt der fraglichen Gegend ein amerikanischer Experimentalsatellit befunden haben soll, dessen Aufgabe (vermutlich unter anderem) ganz genau die Kontrolle von Raktenabschüssen ist.

Denn es scheint nunmehr bewiesen, daß eine ukrainische Militärmaschine die Boein 777 zumindest begleitet hat. Während die Ukrainer ja behauptet haben, daß kein Flugzeug im nämlichen Luftraum gewesen war. Das stimmt also nicht.

Aus den Daten geht ferner hervor, daß die malaysische Maschine den für den internationalen Flugverkehr zugewiesenen Flugkorridor verlassen hat. Sie hatte außerdem kein zweites Ortungssystem an Bord. Es ist bekannt, daß die Fluglinie Malaysias aus Ersparnisgründen solche Systeme in ihre Flugzeuge gar nicht erst einbauen hat lassen. 

Ferner bestreiten die Russen, an die Rebellen BUK-Systeme je geliefert zu haben. Die angeblichen Videobeweise der Ukraine dafür zeigen eindeutig NICHT Rebellenwaffen, sondern ukrainische, wie gezeigt wird. Außerdem legen die Russen Satellitenaufnahmen vor, die zwei Dinge beweisen: Daß im fraglichen Raum per 17. Juli sehr wohl 9 BUK-Systeme aufgestellt waren,  die  am 18. Juli offenbar rasch entfernt wurden.

Korrekturnachtrag (Dank an Leser F): Aus den russischen Radaraufzeichnungen geht hervor, daß die malaysische Maschine konstant an Geschwindigkeit verlor und schließlich von den Radarschirmen verschwand, und zurück blieb eine Maschine mit nur einem Ortungssystem, wie es für Militärmaschinen üblich ist. Die malaysische Maschine dürfte ein solches (das eine präzisere Ortung ermöglicht) besessen haben. Der VdZ entschuldigt sich für die schlampige (zu rasche) Reaktion. Freilich bleibt es bei der Feststellung, daß die malaysische Airline an Sicherheitseinrichtungen spart, um die Maschinen billiger kaufen zu können. Dies ist einem Interview mit einem Fachmann für Fliegerei (FAZ?) entnommen.

Leser R wiederum schreibt, daß die "Separatisten" technisch gar nicht in der Lage gewesen wären, BUK-Systeme zu bedienen. (Er bezweifelt das übrigens auch für den Großteil der Streitkräfte der Ukraine, wenn auch nicht absolut: auch dort gäbe es s. E. kaum Leute, die ein BUK-System bedienen könnten.) Also müßte man voraussetzen, daß russische Militärs direkt in der Ukraine die Raketen bedient hätten, und das ist bis heute nicht nachgewiesen, sondern ukrainische Behauptung. Die angeblich beweisenden Telephonmitschnitte, so R, seien als Aufschneidereien einiger überraschter Kämpfer zu werten, die sich mit fremden Federn schmücken wollten, nicht mehr. Immerhin, so R, habe die Ukraine bis heute ihre Radaraufzeichnungen NICHT zur Verfügung gestellt, was alleine schon den Braten kräftig stinken lasse. Denn mit nichts wäre Rußland mehr zu desavouieren, als mit handfesten Beweisen. Die Suchoij der Ukrainer aber, meint R, offenbar Fachmann, sei gar nicht in der Lage, 10.000 Höhenmeter zu machen, ihre Manövierfähigkeit ende bei etwa 6000 Hm. Zwar hätten ihre Luft-Luft-Raketen Reichweiten von über 5 Kilometern, aber es sei auch nicht realistisch, von einem Abfeuern der Bordraketen auf diese Distanz auszugehen, weil deren Zielsicherheit über diese Distanz quasi null sei. Wobei, so R, die Bemalung der malaysischen Boeing der russischer Airlines verdammt ähnlich sehe. Im übrigen seien aus dem Flugschreiber, der ja nur die Eigentätigkeiten der Boeing aufzeichne, kaum direkte Erkenntnisse zu erwarten, schließt R.

Nachtrag II) Es scheint aus Wrackteilen mit hoher Gewißheit hervorzugehen, daß die Boeing 777 durch eine BUK zum Absturz gebracht wurde. Diese Form von Raketen hat nicht das Ziel (und die Gewißheit), das Flugzeug zu treffen, sondern explodiert so nahe als möglich, wenn auch daneben. Damit wird ein Splitterregen ausgelöst, der das Zielobjekt erst zum Absturz bringen soll. Die Wrackteile weisen angeblich dafür typische Einschlagmuster auf, schreibt ein offensichtlich waffenkundiger Reporter auf CNN.










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Sommergespräch

Manfred Lütz über den Rückstieg auf die eigentlichen Lebenswelten. Es ist gefährlich, so Lütz, nur in bestimmten  Milieus zu bleiben, wenn man keine Identität in den eigentlichen Wirklichkeiten entwickelt hat. Das Ich beginnt im Du (Buber). Wir leben in einer "Videomentalität" - als sei alles beliebig wiederholbar. Aber jeder Tag ist einer weniger auf der Rechnung zum Tod hin. Wer sich des Todes bewußt ist, lebt anders, lebt intensiver.







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Montag, 21. Juli 2014

Was man sieht

Wissende Augen. Das Geheimnis nicht abgewartet. Also nicht erfahren, sondern angeeignet, vermeint ohne Geist erreichbar. Schuld ist immer Schuld gegen den Geist. Die Äpfel liegen bereit, sie liegen in ihrem Korb. Sie brach die Blume. Rote Schuhe. Die Linien der Beine, ihre Brüste, die Kleiderfalten, die Früchte sind klar wie zur Welt geboren durchbrechend - sie sind das Realisierteste dieses Augenblicks. Während die Gesichter, das Umfeld leicht verschwimmen. Trüb bereits die Farben des Horizonts. Er verbirgt sein Handeln besser, läßt geschehen, was er will, was er ergreift. "Sie hat mir gegeben!"

Bernard Fleetwood-Walker (1893-1965), "Amity" (1933), vieldeutig, abhängig vom aktualisierten Wirklichkeitsbezug, wie das Englische eben ist (während das weit differenziertere Deutsche zu leicht glaubt, sich vom Sein lösen, für sich als Sprache leben zu können) - unschuldige Freundschaft, die zur Komplizenschaft übergeht.

Gesehen auf thisisnthappiness


Man vergleich dazu die Augen der Kinder in diesem Bild von eben dem selben Maler. Man beachte die großartige Kunst Fleetwood-Walters, in den Augen die seelische Haltung, den Menschen zu erfassen und darzustellen (also: zu sein). In denen das Wesen von Mann und Frau so großartig aufleuchtet. Es zeigt sich in vielen seiner Bilder, die wie von den Augen beherrscht wirken.



Oder dieses: Überwältigend wahr dargestellt die seelischen Ambivalenzen von Jungen an der Grenze zur Pubertät. Die Welt bricht wie ein Schmerz, eine Verstörung ein, bis man sich darauf - im Dialog mit der Kultur - eingerichtet hat. Der größere Junge, im Gesicht den ersten Schmerz, legt dem Jüngsten die Hand auf die Schulter, als wollte er ihn trösten vor dem nahenden Verlust. Der Jüngste wirkt nun gefaßt. Der Älteste, links am Bild, kennt die unwirkliche Komödie bereits.




Und die Großartigkeit, mit der er in den Gesten seiner Figuren einen ganzen Roman - als feinsinniges, hintergründiges Psychogramm einer Epoche - erzählt. Man beachte vor allem die Haltung des Kindes, das die Geschichte seiner Zukunft, die Zukunft des Schizoiden nämlich, der Kulturentwicklung als Flucht vor der Wahrheit, erzählt. Man beachte das Konturengefälle - das Kleid der Frau, die Frau, die Beine des Mädchens, den Hund ... Mann wie Frau lügen, je auf ihre Weise.




So nebenbei: Ein Meister des Knies, und ein Liebhaber der weiblichen Brüste ... Das Knie war bei den Griechen ein Sitz des Lebens.








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Sonntag, 20. Juli 2014

Fazit

Das Erschreckende am Leben ist nicht das Fehlen der anderen. Es ist das Erfassen des eigenen Fehlens. Und selbst das ist bereits Gnade, weil das fehlende Selbst gar keine Basis mehr bietet, dieses eigene Versagen vorzustellen: es fälscht bereits die Urteilskriterien. Sonst wäre es gar kein Fehlen.

Wer sündigt, denkt bereits als Sünder. Denn Sünde braucht Willen zur Sünde. Selbstverfehlung braucht Willen zur Selbstverfehlung. Wer sündigt, ist dort und hier bereits blind. Es ist bereits eine unfaßbare und ungeschuldete Gnade, dieses eigene Sündigen überhaupt zu erfassen. (Nur insofern läßt sich der Satz "Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung" irgendwie als sinnvoll erfassen.)

Aber Gott, die Gnade, schenkt auch das Wollen. Nein. Nur Gott, nur sein Geist schenkt auch das Wollen. Wer sündigt, will nicht,. will nicht diesen Geist. Wer sündigt, hat nicht erkannt. Denn Erkennen ist ein Selbsterkennen Gottes, weil sich sein Wille nur aus seinem Geist erkennt. Erst dieser Geist macht sehend. Der immanentistische Geist Kants, dessen Empirie Apriorität voraussetzt, die anderseits erst durch Empirie gewonnen werden kann, bleibt blind. (Siehe die erhellenden Gedanken Y Gassets dazu, die vermutlich fundamentalste Kant-Kritik - Y Gasset war dabei sogar erst ein Kant-Begeisterter, was ihn umso verläßlicher macht - die der VdZ bislang gelesen hat.)

Nur dort liegt die Wurzel jeder Zeit, ihr Fehlen zur Norm und damit zur unausweichlichen Wirklichkeit zu erklären. Wie viel Philosophie läßt sich nur schon daraus erklären. Ja, aus der Philosophie einer Zeit läßt sich ihre Stellung zum Heil erklären. (Insofern, und nur insofern, läßt sich der Relativismus in seinem Funken Wahrheit verstehen.)




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Samstag, 19. Juli 2014

Unübersehbare Evidenzen nicht gesehen

Die Zahlen, die die Seite von zerohedge aufbereitet, sind tatsächlich interessant. Faßt man die Aussagen zusammen und interpretiert sie, so zeigen sich bemerkenswerte Belege für Aussagen, die stets nur als "Warnungen" notiert werden, an die aber eigentlich niemand glaubt. Aber - glauben sollte. Denn die meisten Warnungen beziehen sich auf fundamentale Wirtschaftsdaten und -kenntnisse, die aber das in den letzten 15 Jahren explodierende Jonglieren mit Zahlen und Geldmengen fast kaltlächelnd abschmettert.

Und das will diese Seite auch zeigen: Die Börsenwirtschaft hat sich immer weiter von der Realwirtschaft abgekoppelt. Die Ursachen dafür sind eigentlich simpel, und rasch erklärt: Das hat  mit nichts sonst zu tun als mit der zunehmenden Bereitschaft der Staaten (und Zentralbanken), in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen.

In Zeiten, wo wie heute 50 bis 60 % des nationalen Wirtschaftsgeschehens bereits staatsgeneriert ist, also direkt vom Staat abhängt, ist das möglich. Denn wenn es einen Spieler in diesem System gibt, der sich NIE ein Auslaufen seiner Liquidität leisten kann und will, dann ist es - der Staat! Jedes Unternehmen kann gesundschrumpfen, nötigenfalls in Konkurs gehen, kann Kosten ab- oder wieder aufbauen, wenn die steigenden Erträge versprechen daß sie gedeckt werden. Der Staat kann das nicht. Er kann nicht einen Monat seine Ausgaben reduzieren, um sie ein halbes Jahr darauf wieder steigen zu lassen. Um sich zu finanzieren ist es vor allen anderen (!) der Staat, der Wirtschafts- und Steuerwachstum braucht, und zwar umso mehr, je mehr er interveniert: Geldmengen ausweitet, Geld ausgibt, um die Wirtschaft zu "beleben".

Das hat zu einer fatalen Rückkoppelungslogik geführt. Denn damit ist das Verhalten der Staaten absolut berechenbar geworden. die Finanzwirtschaft (darunter natürlich die Banken) - von der, auch das darf nicht vergessen werden, in erster Linie der Staat (direkt oder indirekt, etwa über Pensionsfonds oder seine eigene Kreditlage) profitiert, hat sich darauf eingestellt. Wenn die EZB also voriges Jahr die Kreditmenge zu Nullzinsen um 700 Mrd. Euro ausgeweitet hat (fiktives Geld, reines Buchgeld natürlich, das nur auf Bildschirmen auftaucht und sich in Bilanzen wiederfindet, und ... in Spekulationsabrechnungen) aber dann beklagt, daß dieses Geld nicht in der Realwirtschaft angekommen ist, so hängt das direkt damit zusammen.

(Anm.: Im Euro-Raum hat man hier also gegengesteuert, mit dem Effekt, daß nun, so berichtet die Welt, Unternehmen, die gar nicht mehr überlebensfähig weil pleite wären, zu hohen Zinsen jede gewünschte Kreditmenge bekommen. Denn Geld sucht natürlich Ertrag, und Kreditausfälle werden absehbar durch noch mehr Geld, das eingeschleust werden wird, gedeckt. Die Welt spricht sogar von einer "Zombie-Wirtschaft", einer systematischen Verschleppung von Pleiten. Derselbe Effekt also, nur anders gelagert.)

Nichts ist so berechenbar geworden als staatliche Intervention in dem Moment, wo ein Crash droht. Dann wird es genug Geld geben, um Aktien- und Anlagenpapierkurse wieder in die Höhe zu treiben. Die Börsen kalkulieren das längst ein. Das hat dazu geführt, daß die Bandbreite der Kursschwankungen enorm gewachsen ist. Man weiß nicht nur, daß am Tiefpunkt neues, vom Staat eingeschossenes Geld wieder eingreift, sodern man weiß damit auch, daß durch die vergrößerte Geldmenge auch die Höhepunkte höher werden. Die eingestreiften Renditen also werden immer größer. Und niemand braucht das mehr als - die Staaten. Für ihre Bilanzen. Für die Rentensicherung. Für Gesellschaftspolitik, die bis ins Mark greift und die Lebensform der Menschen dramatisch, oft genug aber auch höchst durchtrieben verändert.

Bezahlen muß dies zuallererst - und wer sollte es sonst bezahlen? - die Realwirtschaft. Und sie tut und tat es über gestiegene Preise. Hier ein kleiner Einblick in die Kostensteigerungen, die sämtliche (westliche) Realwirtschaften in den letzten Jahren einstecken mußten. Und die die einfachen Menschen ohnehin "gefühlt", erlebt haben, durch zahllose Geschichten belegen können, auch wenn sie dafür immer wieder verhöhnt werden. Denn für gebildet wird gerne der erlärt, der dumm und manipuliert (und wirklichkeitsfern) genug ist, die offiziellen Geschichterln und Propagandalügen auch für maßgeblich zu halten. Denn selbstverständlich: Solche Art von Wirtschaft ist auch in nie gewesenem Ausmaß von "Stimmungen" abhängig. Diese Blasen, die von der Realwirtschaft "abgearbeitet" werden müssen, bauen ja nur auf "feinen Lüften" auf. Es siegt nicht mehr der, der tüchtiger ist, sondern der, der cleverer und skrupelloser und damit nervenstärker weil zynischer mit diesen blasenhaften, scheinwirklichen Vorgängen umgehen kann. Die Zahlen erwähnter Seite belegen genau das.

Quelle: zerohedge.com

Das alles ist überhaupt nichts Neues, oder: sollte es nicht sein. Wer etwa Ludwig von Mises liest, kann diese Zusammenhänge exakt beschrieben finden. Solche Entwicklungen sind also kein Schicksal, sie sind hausgemachte Ergebnisse Politik auf Staatsebene. Nur Staaten und staatsnahe Mitspieler profitieren von staatlichen, interventionistischen Geldmengenausweitungen, mit denen Politik gemacht werden soll. Über kurz oder lang kommt diese aber in den Perpherien - den einfachen Menschen und Unternehmen - an, und dort müssen sie dann ganz real bezahlt werden.

Nur glaubt niemand daran, weil diese Zusammenhänge zu sehen einen völligen Paradigmenwechsel der Politik bräuchte. Und das wagt niemand, denn es würde die Politik der letzten Jahrzehnte auf den Kopf stellen und zeigen, daß sie nie mehr war als eine Lüge, wo mit Taschenspielertricks Wohlstand generiert wurde, der in Wahrheit nie ein solcher war. Der jede Krise weggedrückt hat, denn solche aufgeblähten staatlichen Geldgebäude können Krisen gar nicht mehr überstehen, durchleiden. Aber ohne solche immer wieder notwendigen Anpassungserschütterungen gibt es keine stabile Volkswirtschaft, die immer in einer gewissen Bandbreite schwankt. Weil es gar nicht anders geht. Auch das Leben des Menschen spielt sich zwischen Polen ab, mal besser, mal schlechter, mal himmelhoch, mal mit dem Rücken zur Wand. Und der Mensch braucht das, weil er sich sonst nie an die Wirklichkeit anpaßt, nie ihre Wahrheit erfährt.

Lediglich die Daumenschrauben für alle - vor allem: physischen Personen und Unternehmungen - wurden so aber angezogen. Und so nebenbei: Es war und ist in Europa die Sozial- und Gesellschaftspolitik (sic!), der Wille die Menschen zu verändern, oder die Verantwortungslosigkeit, mit der man das in kauf genommen hat, die die Gewinne der Spekulanten (noch einmal, und wieder: die zu zwei Dritteln staatlicher oder quasistaatlicher Natur sind) so exorbitant in die Höhe treiben und getrieben haben. Linke Stimmen, die quasi die Krisenerscheinungen des "Kapitalismus" mit noch mehr Sozialpolitik ausgleichen wollen, ja gar den pöhsen Spekulanten alle Schuld für alles Übel in die Schuhe schieben, sind also nichts als drollig zu nennen. Niemand ist mehr daran schuld - als die Staaten, die genau das tun.

Mit einem ungeheuerlichen und tatsächlich bedrohlichen Nebeneffekt - daß heute für globale europäische Interessenspolitik, die das Gebot der Stunde wäre, denn es geht derzeit wie noch nie um eine Position im Konzert der globalen Neuordnung der Mächte, gar kein Spielraum mehr da ist. Jetzt, wo wir Geld bräuchten, reales Geld, ist keines mehr da. Darauf könnte man es reduzieren. Während alle alle Hände voll zu tun haben, die Bilanzen durch kreative Buchführung, durch Geldmengenzufuhren und Kreditausweitungen hier, und Spekulations"aktiva" dort, ausgeglichen zu halten.




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Donnerstag, 17. Juli 2014

Wie man Zeit schafft

Handeln aber, schreibt Sorel an einer Stelle, ist nur aus dem Mythos heraus möglich. Nur von dort aus ist die Freiheit möglich, die Geschichtlichkeit überhaupt erst ermöglicht. Niemand, der nur vollzieht, der nur raisonniert, kann überhaupt handeln. Erst der Mythos versetzt den Menschen in die Lage, die Weltimmanenz zu durchbrechen. Geschichtliches Handeln beginnt, wo der Mensch aufhört, wo er sich selbst übersteigt. 

Der Mythos ist es damit, der Zeit schafft: die nie als Gegenwart vorhanden ist - denn Gegenwart ist immer nur eine Zusammenfassung aus Vergangenheit und Zukunft: aus dem Woher zum Wohin. Das Moment der Gegenwart (s. u. a. F. v. Baader) ist das Ewige, und das ist das Wahre, die Wahrheit, die über der Zeit steht, Zeit aus sich heraustreibt.

Nur das Volk hat deshalb Zukunft, das aus einem Mythos heraus handelt. Denn es schafft Zeit, es gestaltet seinen Weg.




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Dienstag, 15. Juli 2014

Ehre dem Gleichbleibenden

Es gibt Unternehmenskonzepte, die zwar - scheinbar - über Jahrzehnte Gewinn abgeworfen haben oder abwerfen, in Wahrheit aber ... haben diese Unternehmen volkswirtschaftlich betrachtet aber nie auch nur einen einzigen Groschen Gewinn erwirtschaftet. Vielmehr kommt es zum großen allgemeinen Erstaunen, wenn etwa wie in diesen Wochen über halb Europa ausgebreitete Unternehmen wie Baumax vor der Pleite zu stehen scheinen, und sich zur Sanierung zum Teil wenigstens aus "Märkten" zurückziehen.

Sie haben aber nie, wirlich nie funktioniert. Sie haben nur scheinbar funktioniert, weil in der Buchhaltung, in der Mathematik der Faktor Zukunft eine dominierende Rolle spielte. Solche Unternehmen "funktionieren" nur unter der Vorspiegelung zukünftiger Erträge und Marktmacht. Nur so behält das - per Kredit! - eingesetzte Kapital Wert, und Mehrwert. Eine ganze Epoche hat an diese Art von Wirtschaft aber fest geglaubt, hat ihre Zukunft darauf gegründet, frei nach dem Motto "na, wenn es so auch geht?!" Und dabei - sie hat immer geahnt, daß das keine Substanz hat, und deshalb ist das Verhalten der Menschen, aller Menschen im Westen, das Verhalten von Dieben gewesen, und darauf haben alle Sozialstrukturen aufgebaut. Die Vernichtung der Familie - Lebensform, Lebensweise bedingt das realpolitische, faktische Verhältnis zur Wahrheit - beruht nicht zuletzt genau darauf.

Es gab eine ganze Periode der westlichen Wirtschaft, die in den 1950ern begann, und etwa Ende der 1980er, Mitte 1990er endete, die ihre Geschäftskonzept darauf bezog, Arbeitsvorgänge unter Wert anzusetzen: Plötzlich schien es dieselben Dinge von zuvor - viel billiger zu geben. 

Aber diese Geschäftsgebahrung zehrte vom Vorhandenen. Und sie zehrte von einer Restwirtschaft, einem Branchenethos, den sie selbst unterhöhlte. Karl Wlaschek, der vor zwanzig Jahren mit einem Geniestreich seinen Billa- und dm-Läden um einen Milliardenpreis an den Rewe-Konzern abschlagen konnte (der dasselbe Konzept verfolgte), meinte selbst einmal: Heute wäre das alles nicht mehr möglich, er habe gerade zum richtigen Zeitpunkt verkauft, heute wäre sein Laden nicht mehr überlebensfähig. Und die Liste der Namen, die heute noch im Gesellschaftsleben Österreichs und Deutschlands eine scheinbar so mythische, große Stellung einnehmen - man denke nur an "Hendlvater Jahn", an ... ach, endlos - ist nicht enden wollend. Legenden, heute noch so gehalten, und noch mehr von den Prominenten-Nachrichten der Medien, und den Börseabteilungen der Banken.

Aber es ist ein Fehler.  Ein schwerer, weil grundsätzlicher Fehler, ein Systemfehler sozusagen, der sich auch bei Baumax zeigt. Niemals hätte diese Firma, diese Art des Unternehmertums so hochgeschätzt und hochgespielt werden dürfen. Die Folgekosten dieser absolut verkehrten Art zu wirtschaften, die nur ein "Geldproduzieren" war, ja sogar ein "Geldschaffen" im nationalbanklichsten Sinn, haben wir heute zu tragen. Gemeinwirtschaftlich! 

Niemals haben diese Unternehmen auch nur je einen einzigen Schilling an realen Steuergeldern produziert, der das rechtfertigen würde. Auch wenn es sich nominell, auf mathematischen Papierlisten, anderes darstellt.

Aber wir können gar nicht anders, wollen wir dieses System erhalten, und dazu haben wir uns entschieden. Denn in Wahrheit wissen wir alle, was wir in den letzten fünfundzwanzig Jahren getrieben haben, wir wissen, wie wir die Wahrheit und Wirklichkeit bestohlen haben ... Wir müssen deshalb diese Schulden - die vom ersten Moment des Bestands der Unternehmen an bestanden und weiter aufgebaut wurden - in harter Realarbeit abzahlen. Wir nehmen sie gerade in einer nicht mehr übersehbaren Menge auf diese unsere Schultern. Indem wir so tun, als wären Unternehmenszusammenbrüche die Baumax "Schicksal", oder "durch unglückliche Entwicklungen entstanden". Nein. Sie sind nicht "entstanden". Sie waren darauf angelegt. Und zur Ehrenrettung der Unternehmerpersönlichkeiten soll gesagt werden: Sie sind nur ein Bruchteil einer ganzen Bewegung der Zeit. 

Realarbeit, die diese Unternehmen niemals geleistet haben, müssen wir aber nun gegen diese Illusionen halten, die ach Gott wie finanzmathematisch begründet und substantiiert waren. Ihre "Mühe", ihre "Sorge", die keinesfalls abgesprochen werden soll, war nie eine Sorge um Reales - wobei: ja, genau das war sie: Reales, das nie vorhanden war! - sondern ihr Rennen rund um die Uhr war das Mühen um das Aufrechthalten eines virtuellen Gebäudes.

Bis heute wird nicht erkannt, was vor zwanzig Jahren ein alteingesessener Wirt - oh, sie sind die wahren Kenner der Dinge des Lebens, sie sehen alle Hintergründe! - so formulierte: Wann immer er ein Unternehmen scheinbar rastlos und unermüdlich ausweitend tätig erlebt habe, habe es nach einigen Jahren einen katastrophalen Zusammenbruch gegeben. Deshalb Hände weg von wachsenden Unternehmen, schon gar schnell wachsenden! Und alle Ehre jenen, die auf demselben Niveau, oder gar auch mal schrumpfend, ihre Existenz beweisen.

Nur sie verdienen sich wirklich. Nur die haben den Faden gefunden, der über alle Zeitzufälligkeiten besteht, und auf den alle angewiesen sind. Sich vermeintlich "sich ändernden Bedürfnissen" anzupassen, so der Wirt, haben nur die notwendig, die nie die Substanz ihres Betriebes erreicht haben. Ihnen sollte man nicht vertrauen. Wer auf diesen Pfad geführt wird, hat schon verloren. Sieht man von denen ab, die das wissen, und sich bewußt darauf spezialisieren, und damit auch wissen, daß es ihr Unternehmen gar nicht länger als ein paar Jahre geben KANN, und ihre Schulden darauf ausrichten.

Spätestens, als sich Baumax über halb Europa auszubreiten begann, hätten sich die Banken und Regierungen ihren Kopf zerbrechen müssen, hätten erkennen müssen - wenn sie von der Branche schon nichts verstanden) daß das Grundkonzept nicht funktionierte, weil es ständig Erweiterung, Zukunft brauchte! 

Aber dort sind keine Lebenskenner, wie Wirte es sind. Dort sind verbildete Doofbürokraten. Ausnahmslos. Dei noch nie einen Realschilling erwirtschaftet haben, selbst wenn sie Bosse von Wirtschaftsunternehmen sind, ja Konzernchefs und "Milliardäre", oder Minister und Kanzler. Dort sind selbst die Ursachen für das Unbezahlbare, das wir längst auf unseren Schultern lasten, nein, aufgenommen haben, weil wir selbst einen Moment vielleicht nur an diese Luftschlösser glaubten weil glauben wollten. Diese Herrschaften aber glauben nach wie vor daran. Für die ist die Wirlichkeit nach wie vor ein abstruses Konglomerat von Schicksal. "Blöd gelaufen", sozusagen.

Dabei kann man das Steuer- und Gesetzes- und Politikwesen der ganzen Welt ändern - es wird nur deshalb etwas bringen, wenn es "Probleme" scheinbar behebt, weil man diese Steuern und Abgabengesetze und politischen Bedingungen so lange um diese Scheinfrüchte herum dreht und anpaßt, bis eben nichts mehr zu vertuschen ist und alles zusammenfällt.

Dann war es aber sicher etwas anderes.




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Montag, 14. Juli 2014

Fehlende Raumordnung

Jede Verständigung über Recht oder Unrecht eines Staates im internationalen Handeln heute bleibt ein vages, ja lächerliches, auf jeden Fall willkürliches Herumschlagen, ein Freibeuterfeld für egoistische Interessen, wenn sich Europa nicht endlich jener Aufgabe annimmt, die sie im späten 19. Jhd. nach und nach zu verdrängen begann - Europa braucht die Einigung auf einen (neuen) Nomos (siehe die Definition bei Carl Schmitt) des Kontinents, und noch mehr: die Welt braucht die Einigung auf einen Nomos der Welt.

Erst vor dem Hintergrund einer allgemein akzeptierten Raumordnung kann man über Recht oder Unrecht entscheiden. Nur wenn man sieht, daß dieses Raumbewußtsein verloren ging, kann man verstehen, was sich 1914 entlud. Denn auf diesem zerfallenden Bewußtsein, das sich seither (wie so wie alles) von der Ortung entfernte und in abstrakte, vor allem - irgendwie! denn nicht einmal darüber herrscht ja Übereinkunft, was auch gar nicht möglich ist ohne zuvorige Ortung (=Ordnung) - moralische Kategorien aufgelöst hat, die aber ihr Versagen in sich tragen. Das beweist sich ja laufend.

Aber erst darauf läßt sich das so weittragende Problem lösen, daß das Völkerrecht sich auf reine Verfahrensregeln zurückgezogen hat, deren Inhalte aber fehlen.

Aber was macht Rußlands Verhalten verurteilenswert weil zu Unrecht? Was konfiguriert das Verhalten der EU im Fall Ukraine? Was in den Fragen des Balkan? Was der USA im Nahen Osten? Was Chinas im Gelben Meer gegenüber Japan? Wir sind, wenn wir diese Fragen nicht raschestmöglich klären, in derselben Lage wie 1914. Die Kategorien, die sich seit 1918, noch mehr aber nach 1945 etabliert haben, und wesentlich aus bestimmten konkreten Zielsetzungen - "gegen" ... - resultierten, sind unzureichend und widersprüchlich. Darauf läßt sich nichts und niemand befrieden. Dieser chaotische Zustand macht auch Völkerrecht zu einer willkürlich einsetzbaren Waffe jeweiliger Politik, weil jedem Recht der Bezugsrahmen fehlt, auf dem sich Unrecht überhaupt erst erkennen läßt.




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Sonntag, 13. Juli 2014

Von Gott als Gegenüber

Es wird gar nicht wenig von Gott geredet, in diesen Zeiten, die auch gerne davon spricht, daß es Spiritualität brauche. Menschen, die oft auch meinen, spirituell zu sein, Umfragen bringen immer wieder erstaunliche Ausagen zutage. Die Frage aber ist, was so viele damit überhaupt meinen.

Denn wenn man in Gesprächen diesem Gottesbegriff auf die Spur geht, stellt man einige Seltsamkeiten fest. Wenn es etwa darum geht, was und wer dieser Gott denn sei. Denn in Etwas kann nur sein, was mir gegenübersteht, dem ich begegne.

Und da kommen dann interessante Dinge ans Tageslicht. Denn mit gut 50 % lauten die Erhebungen bezeichnen Menschen Gott heute als "Energie". Nun wollen wir gar nicht darauf herumreiten, daß es physikalisch keine Energie ohne einen Träger gibt, Energie weist ja nur auf die Wirkung eines irgendwie Tätigen hin. Weit eher geht es darum, daß sich hinter diesem "irgendwas-Begriff", als der er wohl fungiert, nichts als mangelnde Klärung verbirgt. Fehlende gedankliche Klarheit, die wie alle fehlende gedankliche Klarheit gerne auf einer Weigerung beruht, sich diese Klarheit zu beschaffen, und sei es, sich zumindest diese Unklarheit einzugestehen.

Worauf es uns hier aber ankommt ist, daß sich hinter einem solchen Gottesbegriff, wie er sich heute so häufig findet, etwas anderes versteckt. Etwas sehr Verstehbares, etwas Logisches gar. Denn was etwas ist, zeigt sich ja darin, wie man sich ihm gegenüber verhält. Man kennt es ja vom Schauspiel, auch wenn es so oft vergessen wird: "Ich bin der König - Ihr müßt mich spielen." Denn was ein König ist zeigt sich darin, wie sich die Umgebung zu ihm verhält, nicht sein "Selbstsein". Da bliebe er seltsam einfacher Mensch, wiewohl es Menschsein, das ist ja das Spezifische daran, ohne Beziehung und damit Umgebung, "die einen spielt", gar nicht gibt.

Also zeigt sich, was sich hinter diesem irrationalen Gottesbegriff verbirgt, vor allem darin, wie die Menschen mit dem damit Gemeinten umgehen. Wie sie sich diesem "Gott" gegenüber verhalten. Und da stellt man etwas Interessantes fest.

Denn sie behandeln ihn so, wie sie die Welt erfahren haben. Wie sie das erfahren haben, von dem sie existentiell abhängen. Und weil die Menschen heute, von Kindheit an, das Leben und die Welt als "zur Verfügung bereit gestellt" erfahren, sodaß sie sich nur daran bedienen müssen, ja, daß sie nur fordern müssen, schon springt es, so ist ihr bewußtes Gottesbild auch davon geprägt. Der Gott der "Energie" ist einer Steckdose vergleichbar, in der er jederzeit der persönlichen Verfügung dient. Es liegt nur an mir. Er ist "Gestell", im Heideggerschen Sinn, er ist eine disponible Ware.

Wenn aber etwas disponibel ist, so macht es keinen Sinn, von "Gott" zu sprechen. Denn dann unterliegt es nicht einmal der Freiheit, dann unterliegt es meiner eigenen Willkür, dann ist es "unter" mir. Dann gibt es gar keinen Gott mehr, denn dann ist jeder Begriff davon unsinnig.

Es steckt also hinter diesem Begriff - Nihilismus. Bestenfalls die Kuriosita eines esoterischen "huch!-nicht-Sichtbaren", bei dem einen derselbe Schauer über den Rücken läuft, den man empfindet, wenn man sich etwa einen Horrorfilm ansieht. Der genau von derselben psychischen Sensation lebt, die aber nie in die tiefste Existentialität reicht. Denn es bleibt beim im Grunde Handhabbaren, oder in dieser Handhabbarmachung Erlernbaren. Es zeigt sich darin, daß es keinen Kult mehr gibt, sondern "Prozedere", Ablaufrichtlinien, Methoden, an die man sich zu halten hat, um sich seiner zu versichern. 

(In diesem Punkt zeigt sich also, daß die Technik die Lieblingsschwester der Magie ist, die keineswegs am Anfang, sondern am Ende einer Kultur und damit einer Religion steht. Denn Kultur erwächst NUR aus der Religion, aus dem Kult, der die Grundbewegung und -haltung dem Sein gegenüber zur Wurzel alles "profanen" Tuns macht. Aus sonst nichts.)

Dieser Gottesbegriff s. o. ist also ein Ausfluß einer Weltsicht, die sich keinem Gott gegenüber mehr verantwortlich sieht, weil es ihn gar nicht als Bezugspunkt gibt.

Wozu auch, wo er doch meiner Verfügung unterliegt? Die alles, worum es im Leben geht, der eigenen Verfügbarkeit unterstellt. 




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