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Dienstag, 30. September 2014

Immer noch möglich

Das wäre in Österreich unmöglich,. einem Land, in dem sämtliche (!) Medien größerer Verbreitung Parteien oder Interssensgruppen gehören, die ihre eigenen Kriege führen. Na gut, dafür haben wir hier nur "Gute", die die richtige Meinung formieren. Dafür kassieren wir mehr Filmpreise.

"Die Anstalt" in Deutschland. Die Aufgabe von Kabarett.







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Wurzeln

Wie mancher Leser bereits wissen dürfte, gehört der Verfasser dieser Zeilen der Nachfahrengeneration von 1945 geflohenen bzw. 1946 vertriebenen Oberschlesiern (Glatz, heute: Klotzko) Sat1 hat eine sehr informative und ausgewogene Dokumentation zu den Geschehnissen nach der Zerschlagung Deutschlands 1945 produziert.


"Oberschlesien - Als die Deutschen weg waren"







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Europa muß sich schaffen (1)

Man muß nicht lange suchen, um die eigentliche Ursache der Probleme, die die Ukraine als "Staat" hat, in der Zerschlagung der Habsburger-Monarchie im zentraleuropäischen Raum zu sehen. Es zeigt sich gerade heute, und wie oft eigentlich schon, der realpolitische Wert, den dieser den anderen europäischen Mächten gleichrangige Staat hatte. Und den er heute hätte. Es wäre zu einer derart zugeschärften Krise mit Rußland gar nie gekommen. Die Ukraine wird dabei nicht nur in zwei, es wird in mehr Teile zerfallen, das wagt der VdZ heute, am 30. August 2014, wo er diese Zeilen schreibt, zu prognostizieren, bzw. werden sich die Linien West-Ost anders ziehen, als man heute meint. Teile, die allesamt eines brauchen: Anschluß an größere Räume und Machtgebilde in Europa, weil sie ihre eigene Souveränität so gar nicht behaupten können, von Staat zu sprechen damit aber zur höflichen Farce wird.

In einer Art Zwischenstufe aber - der dann nur noch, wenn man schon will, eine EU übergeordnet wäre, die als Reichsidee aufgefaßt werden müßte, deshalb auch Rußland einbinden müßte - stünden sich in den EU-Gremien etwa gleichrangige Positionen gegenüber. Selbst eine Willensbildung wäre vereinfacht, an der eine in derartig viele Kleinstaaten aufgespaltene EU nicht nur krankt, sondern an der sie eigentlich zerschellt. Denn die EU vermag den eigentlichen europäischen Gedanken, als wiederum gleichstarker Player im globalen Konzert, nicht zu verwirklichen, ja tendiert genau deshalb dazu, sich auf die Seite der USA zu schlagen, was im Klartext heißt: dorthinein aufzugehen. (In der NATO ist das ja längst der Fall.)

Für diesen Teil Europas würde sich dann neben einer Donauraummonarchie (oder, meinetwegen, -republik) ein Raum Baltikum-Skandinavien-Polen, oder - immerhin ist Polen auf dem besten Weg zu einer europäischen Mittelmacht - nur Baltikum-Skandinavien, neben Polen. Vielleicht wäre das sogar ein Ausweg für Weißrußland, das sich in seiner Angewiesenheit an Rußland, folgt man den Einschätzungen von Peter Scholl-Latour, so gar nicht wohlfühlt. Aber dann stünde Rußland auch nicht mehr die NATO an der Grenze gegenüber, sondern ein etwa gleichrangiger Partner, den man nicht fürchten müßte, weil er sich nicht fürchtet, sodaß ein Neben- und Miteinander in ruhiger Vernunft möglich wird.

Hier wäre die Aufgabe der Außenpolitik der betroffenen "Nachfolgeländer", und das heißt: ganz Mitteleuropas, auf Jahre intensiv beschäftigt. Ein Prozeß würde in Gang kommen, der Herzen und Gehirne der Bevölkerungen ganz neu inspirieren und ihren Willen zur Lebensgestaltung neu entfachen würde. Und sei es durch Überzeugungsarbeit. Denn die meisten dieser Nachfolgestaaten haben genau das getan, was ihnen mit der Monarchie, die viele - kurzsichtig und falsch - selbst nicht mehr wollten: Sie mußten sich sofort einen Anschlußpartner suchen, einen größeren politischen Raum, in den sie eingehen konnten, weil ihr außenpolitisches Gewicht viel zu gering war. Ihre Souveränität - Hauptmerkmal eines Staates - also nicht gegeben bzw. zumindest permanent gefährdet war. Über deren Sinnhaftigkeit man sehr berechtigt streiten kann. Wenn etwa die Tschechen und Polen die USA suchten, oder die Ungarn die EU (was es wohl vielfach bereits bereut). Manche würden gewiß nach wie vor Abneigungen zeigen. Aber so erst entsteht ein Argumente- und Sinngebäude, an dem gearbeitet werden kann.

Darf man träumen? Darf man sich vorstellen, wie alle diese kleinen Länder ihre Spezialisierungen, die auch mit ihren begrenzten und spezifischen geographischen Räumen zu tun hat, in einem größeren Organismus - als Organe - nicht nur beibehalten, sondern zur wahren Stärke entwickeln könnten? Dann muß Ungarn nicht zwanghaft versuchen, ausländische Industrie ins Land zu holen, die Tschechei Lebensmittelachsen aufbauen, Österreich könnte endlich das einzige was es kann, verwalten, müßte nicht seine kleinstrukturierte Wirtschaft ersatzlos auflösen, Slowenien und Kroatien könnten die Seeanbindung bedeuten, die Westukraine (die eine Nähe zu Polen bzw. einem baltisch-polnisch-ukrainischen Gebilde aus historischen Gründen nicht akzeptieren wird) die Kornkammer sein, usw. usf. In einem Dreieck Alpen - Karpaten - Balkan.

Das hat auch die EU versprochen? Ja, aber es ist nicht eingetreten. Denn es gibt Adäquanzen auch und nicht zuletzt in der Größe. Das ist in der freien Natur nicht anders. Es ist auch ein Gesetz menschlicher Kultur, die sich im Staat ihre größte politische Gestalt gefunden hat, die freilich im überstaatlichen Rahmen der Reichsidee bedarf. (Was ist eine UN denn anderes als ein Reichstag?)

Man nehme nur Österreich, das mit dem EU-Beitritt alles, was seine Stärken waren, mit dem man auch die Menschen bei der Abstimmung lockte, ins Nichts aufgelöst bekam. Heute ist das Land so sehr wie noch nie ein lächerlicher Appendix deutscher Politik, und seine Souveränität ist bis zur Unerträglichkeit aufgelöst.




Morgen Teil 2) Wer keine Visionen hat, stirbt




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Montag, 29. September 2014

Terror statt Staat

Es hat schon etwas Seltsames, wenn ausgerechnet jene, die sich auf Völkerrecht berufen, nun umso lauter nach Maßnahmen schreien, die eine Verletzung eben dieses Völkerrechts bedeuten - gemeint sind die amerikanisch-arabischen Bombardements der IS-Stellungen, was immer darunter verstanden wird. Für die nicht einmal ein UN-Beschluß vorliegt. Für die auch kein Krieg erklärt wurde. Die einfach nützlich sein sollen. Wem? Wofür?

Denn die militärische Effizienz solcher Aktionen in "asymmetrischen Kriegen" ist ja bekannt: Kollateralschäden überwiegen bei weitem jeden militärischen Nutzen, Leidtragende sind die Zivilpersonen. Darüber sollten in Umlauf gebrachte Videoaufnahmen, die höchste Präzision und "Sauberkeit" amerikanischer Waffensysteme vorgaukeln sollen, in Wahrheit aber blanke Propaganda sind, nicht hinwegtäuschen. Das Leben von Soldaten wollen aber nicht einmal die arabischen Staaten eingehen, die sich gerne am Computerbildschirm an Kämpfen beteiligen, aber keine Menschenleben riskieren wollen.

Das Opfer dieser konzertierten Völkerrechtsverletzungen ist klar: Syrien. Immerhin (noch) ein Staat. Damit das Rechtssubjekt des Völkerrechts, das sich nur auf Staaten bezieht. Aber dieser - doch nächstliegende? - Gedanke ist hiesigen Medien nicht einmal in einem Pollenflüglein erahnbar.

Denn wir wissen ja: Wenn es um die gute Sache geht, ist jedes Mittel recht. Völkerrecht ist nur ein Totschlaginstrument, wenn es dieser guten Sache gerade einmal dient. Oder nicht dient, je nachdem, dann beziehen wir uns darauf. Und was eine gute Sache ist, wissen wir ja alle. Die Amerikaner haben sich außerdem ohnehin noch nie einen Deut um Völkerrecht geschert. Nicht zuletzt der hochgepriesene Wilson hat es bewiesen, der für seine humanen Ideen, die Europa ins Chaos stürzten, weil sie die Begriffe Staat und Volk mal so, mal so verwendeten, ein paar Jahre jedes Recht aussetzen wollte.

Im direkten Handeln ist diese Haltung der USA historisch also ziemlich augenscheinlich. Vermutlich, weil sich die USA selber nie als Staat verstanden haben, sondern eher als religiöse Bewegung. Zu mehr reichte die Kultur des Abschaums, der aus Europa ins Niemandsland der unbegrenzten Möglichkeiten überschwappte, wohl nie.*

Denn für sendungsbewußte Amerikaner, die ja nur Religionskriege führen, sind Gegner immer Feinde der Religion, und damit ... keine Menschen. Bestenfalls Terroristen. Und Terrorist ist jeder, der die amerikanische Haltung nicht nur nicht teilt, sondern nicht unterstützt. Das haben sie brav von den Engländern übernommen, die im 17. Jhd. mit den Franzosen gemeinsam eine solche Linie im Atlantik definierten, jenseits deren kein abendländisches Recht mehr galt. Wer jenseits stand, was sich jenseits befand, war vogelfreies Kapergut.**

Daß die USA damit die ganze Welt zum Feind erklärt, ist also nur logisch. Und daß die Engländer, die ihre eigene Fahrerflucht- und Kapermentalität in den 1920er Jahren von sich gewiesen und Amerika dieses Machtvakuum gerne übernahm, damit dieser heidnischen Spur folgen, ist sowieso eine eigene Geschichte.




*Eine Übertreibung? Mitnichten, sondern sehr konkret wahr. Stets haben die Neusiedler Nordamerikas händeringend zum Zwecke der Zuwanderung alles aufgesogen und angelockt, was in Europa aus dem gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmen fiel. Osteuropa, Italien (Sizilien) waren deshalb besonders beliebte Werbeziele. Die Mafia war also eine logische Folge. Werbeobjekte waren immer sehr gezielt Rechtsbrecher. Nur so konnte der Arbeitskräftebedarf speziell im 19. Jhd. gedeckt werden, als sich der Technizismus in Industrialismus umzusetzen begann. Nur solche Menschen waren bereit, sinnlos weil ortslos einfach des Geldes, des faktischen Wohlstands, der im wahrsten Sinn "unbegrenzten Möglichkeiten" wegen Europa zu verlassen. Gezielt angelte man in ganz Europa nach Personen und Gruppen, wo diese Perspektive auf fruchtbaren Boden fallen konnte.

Schon zuvor war für die Engländer - nach 1776 kam Australien - der neue Kontinent beliebter Entsorgungsort für Kriminelle und Unerwünschte, Wurzellose. Und diese haben dann ja auch den Westen erobert. Ein Land formiert, indem man historisch rücksichtslos alles an sich riß, was Einzelinteressen nutzte, und das mit jenem Erwähltheitswahn rechtfertigte, der Puritaner und Charismatiker eben kennzeichnet. Amerika hat sich immer als "god's own country", als wirklichgewordenes, als fleischgewordenes Paradies verstanden. Groß geworden, weil Europa immer noch auf kulturellen Fundamenten stand, die solche Vorgehensweisen nicht vorsah.

**Denn was immer man Spanien vorwerfen mag, das ja den neuen Kontinent zuerst zu vereinnahmen begann und damit die Begierlichkeiten der übrigen Staaten weckte - meist waren diese ja "revolutionär" reformiert - so waren die Untaten dort Taten von SpanieRN, die angesichts der Entfernungen von der Schwierigkeit der Rechtsdurchsetzung profitierten, sehr rasch aber keine offizielle Rechtsdeckung mehr fanden. Es war das katholische Spanien, das das Völkerrecht zuerst zu formieren begann. (Siehe dazu u. a. die Untersuchung von C. Schmitt, "Nomos der Erde").




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Ein Volk, ein Reich, ein König

Der König hat sich also immer als ein "primus inter pares" entwickelt. Aus der obersten Führungsschichte eines Volkes, Stammes heraus, mit direkt personalem Bezug deshalb, wurde er gewählt bzw. ausgewählt. Dabei spielte seine Tüchtigkeit die entscheidende Rolle: er mußte ja sowohl dem Recht wie auch der Einigung im Kriegsfall zur durchsetzung verhelfen könne. Er brauchte also einerseits Ansehen, anderseits reale Macht. Was ist ein Rechtssystem wert, dem niemand zum Durchbruch verhelfen kann? 

Das haben gerade die deutschen Könige und Fürsten immer eingesehen, selbst wenn sie aus verschiedenen Entwicklungen heraus im späteren Mittelalter die Rechte des deutschen Königs (bzw. Kaisers) so stark zurückgedrängt hatten, daß dieser letztlich gar kein Volk mehr hatte. Aber die oberste Rechtsgewalt, die wollten sogar alle. Denn gerade ein Rechtsbrecher, der in einem Streit also Unrecht hat oder sogar bewußt das Recht bricht, braucht eben garantierte Gewalt, mit der sich das Recht zugunsten des sonst Geschädigten durchsetzen kann. Königtum war ein Amt, eine übergeordnete Funktion, und diese Abstraktion in das höchste Recht, in die höchste Gerechtigkeit - die Gottes - war entscheidend. Seine persönliche Legitimation war also eine schwere Bürde, weil sich damit damit persönliches Leben weitgehend ausschloß. Er war, um ein Wort von Kantorowicz zu verwenden, ein "Gott in Uniform".

Aus dieser persönlichen Anhänglichkeit aber wird oft fälschlich eine Art "Rassereinheit" der dem König zugeordneten bzw. sich ihm anschließenden (!) Völker geschlossen. Niemand hat diesem Begriff aber je Bedeutung beigemessen, er war gar nicht existent. Wenn sich quasi "rassische" Zubestimmungen zeigen, so war dies quasi zufällig. Jeder, auch jeder deutsche Stamm, ja gerade diese, waren immer ein Konglomerat unterschiedlichster "Rassen". Die eben alle durch das Königtum, an dem alle gleichermaßen festhielten, geeint waren. Daß es lokal, manchmal landstrichweise zu gewissen Konzentrationen gleicher äußerer Merkmale kam, muß man fast zufällig nennen. Und hat mit Lebensart, Religion, Rechtsgefühl, mit ganz einfachen menschlichen Empfindungen und Sympathien zu tun, aber ganz sicher nicht mit "Rasse".

Jede auch demokratische Regierung heute, die sich auf einen Staat bezieht, hat gleichermaßen nur eine Chance, überhaupt als Regierung akzeptiert zu werden: Wenn sie diese integrative Kraft hat, wenn ihr zuzutrauen ist, daß sie einen einigen Volkswillen repräsentieren, oder eine Einheit schaffen zu können. Von ihr geht nämlich die Einheit eines Staates, eines Bereichs einer Rechtsgeltung, damit souveräner Macht und Gewalt als Durchsetzungswillen eines Organismus im Streben  nach Selbststand - Staat - aus. Sich ihr anzuschließen, sie als Voraussetzung für einen Staat zu akzeptieren, ist niemals in "Rasse" oder völkischer Eigenart selbst, ja nicht einmal in der Sprache begründet, diese Koinzidenzien sind schlicht zufällig. In dem Sinn, daß natürlich das in der Gestalt Nähere auch das ist, was "ich bin", das also meine Identität enthält weil mir verleiht. Das hat nichts Ideologisches, und darf schon gar nicht zur Ideologie gemacht werden, das ist schlicht und ergreifend im menschlichen Wesen begründet, so veränderbar es in der historischen Veränderung auch sein mag.




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Sonntag, 28. September 2014

Er war höchst beliebt

S. M. König Friedrich August III. von Sachsen (1865 - 1832)

"Dann mocht Öuch Öuren Dregg aläne," soll er gesagt haben, als ihn das "Volk" vor seinem Schloß demonstrierend zur Abdankung bewegen wollte. Er hat da nicht viel Widerstand geleistet. 

Das Volk? Sie hatten halt jenen wenigen geglaubt, die ihm erzählt hatten, daß alles, was schlecht im Leben gewesen war, nun besser würde. Als die Vorwürfe konkret, persönlich wurden, wurde ihnen plötzlich bewußt, daß sie SO gar nicht dachten, über den, den sie da hinauswerfen sollten.

Als den letzten König der Sachsen 1920 im Bahnhof (Dresden-)Neustadt, in welchem Ortsteil er fünfzig Jahre zuvor das Gymnasium besucht hatte, eine jubelnde Menschenmenge empfing, soll er milde lächelnd dafür gesagt haben: "No ia säid mia jo scheene Demogrodn." 

Die wenigsten Leute hatten je gewußt, was sie da forderten, was es bewirken würde, als sie 1918 vor sein Schloß gezogen waren. Die wenigsten hätten schon gar je gewollt, was dann herausgekommen war. Mit Ehrfurcht hatten sie ihn schon 1918 besucht. Als wäre ihnen eine Demokratie zwar recht weil ach so modern, aber ohne König doch völlig undenkbar gewesen.


Der letzte König von Sachsen, Friedrich August III.





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Fehlbildung der Zeit: Narzißmus (3)

 Teil 3) Wo das Menschsein erst beginnt
(auch wenn es nie genommen werden kann)





So ist auch der Konformismus erklärbar, der heute so auffällt - während jeder völlig überzeugt ist, er sei individuell, weil sich die Gedankenwege und Erlebnisse möglicherweise unterscheiden. Denn aus besagten Gründen ist das sogenannte "kritische Bewußtsein" nichts als der aus dem Narzißmus heraus erklärbare Versuch, sich "erkennbar" zu unterscheiden, während er in Wirklichkeit den entscheidenden individualisierenden Schritt, der erst bei der Objektivierung seines Ich beginnt, das er vom Erlebten zu trennen vermag, sich erspart, nie gemacht hat und in der Selbsttäuschung gar nicht setzt. Der Mensch bleibt auf dem Stadium des Kindes stehen (und bei entsprechenden Theorien in seinem "Bewußtseins-/Sprachfundus" wird auch das damit "eingebaut". Bleibt "kindisch" (statt "kindlich". Weil ja Kindlichkeit im positiven Sinn etwas völlig anderes, das diskriminierte Ich bereits mit umfassende, ja vom Ich ausgehende, gewissermaßen in der Wahrheit real harmonisierte Selbst bedeutet.)

Die Dinge werden also nicht mehr abstrahiert, nach ihrem solcherart in der Wahrheit objektiven Sein gesehen, sondern bleiben in der Erlebniskomponente stecken. Damit steigt natürlich auch die Chance, daß mit dem Erlebten auch die "Anschauungen" des Menschen wechseln, in jedem Fall bleiben sie inkonsistent, trotz größten Bemühens, weil sie nie in einem einzigen Punkt - dem eigentlichen Ich - verankerbar sind und solcherart "von dort" ausgehen. Was immer diesen Menschen "wahr" erscheint, erscheint ihnen ja auch "als sie selbst". So erfahren sie es ja.

Damit fällt auch die Fähigkeit weg, sich von Details zu lösen, um sie in einen großen Rahmen einzuordnen, und das heißt: zum Einen zu führen. Zu diesem unbestimmbar kleinen Punkt - des "Ich". Selbst die Überspezialisierung, die Meinung, man könnte in Methodik und Logik von Fachbereichen eingekapselt bleiben, erklärt sich so. Samt der (natürlich nur verbal bedeutsamen) Meinung, die eigene Meinung von "Wissenschaftsergebnissen" abhängig zu machen, in der der Mensch nicht einmal begreifen will, wie relativ fachwissenschaftliches "Wissen" ist, das somit zum Fundament dieses narzißtischen Selbst erstarrt, zum existentiellen Dogma wird.

Weil dogmatisiertes "Wissen" - und hier ist nicht nur die Rolle der Wissenschaft selbst gemeint, sondern die Art des realen Umgangs mit dem Papst, mit religiösen Autoritäten, leidet sehr leicht unter demselben, oft recht komplex werdenden Problem, weil Wahrheit zur Äquivokation wird, die Lüge ja nur mit der Wahrheit arbeiten kann um zu funktionieren - zum einzigen Ort der Gewißheit wird, auf der sich ja erst diese Scheinbildung von Persönlichkeit aufrichten ließe.

Erst an dieser Schwelle aber beginnt das, was den Menschen über das Tier hinaushebt. Und das tut es auch dort, wo es nicht erfüllt ist, der Mensch - in diesem Fall - im Narzißmus gefangenbleibt. Weil der Anspruch immer bleibt, und zwar in jedem; ja vieles am Narzißmus läßt sich überhaupt erst aus diesem nie verstummenden, bestenfalls durch Teillähmung, (vielleicht sogar: methodische) Lähmung zum "Verschwinden" zu bringenden Anspruch erklären - der Mensch ist dem Tier entweder überlegen, oder er sinkt unter es herab. Dort, an dieser Schwelle des Ich, das sich dem Erfahrenen gegenübersieht, beginnt der Sinn, die Vernunft, beginnt die Geistigkeit und die Persönlichkeit, beginnt die Wahrnehmung und jedes schöpferische Handeln. Beginnt das, was als "menschliche Leistung" und Verdienstlichkeit bezeichnet wird.

Wie sollte so eine Zeit anders urteilen - als fast zwangsläufig falsch? Es gilt als eines der sichersten Kriterien für ein forgeschrittenes Zerfallsstadium einer Kultur, wenn seine Urteilsfähigkeit verloren geht. Die Gründe (in enger Verquickung mit einer Fülle von Faktoren) sind evident. Denn zwar können die Menschen "logische" Gebilde hervorbringen - und technische Fähigkeit als Fähigkeit, Abläufe zu optimieren, begleitet ebenfalls ein solches Stadium (das noch dazu wegen seines offensichtlichen "Erfolges" die Täuschung über die Welt selbst perfektioniert). Sie können sie aber nicht einsetzen, um die historisch aktuelle Weltbegegnung zu beurteilen. Gleichzeitig steigen die gnostischen Bewegungen, die alles Heil in das Bewußtsein legen - und auf dieses oben darzustellen versuchte Bewußte Methoden anwenden. Um sich den entscheidenden Schritt zu ersparen. Der natürlich je älter ein Mensch wird, je länger er in diesem "Vor-Ich-"Existenzhabitus verbleibt, immer schwieriger zu überwinden wird.




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Samstag, 27. September 2014

Sture Ausführungsagenten (2)

Teil 2) Aus einer Fußnote entwickelter Diskurs: Die Revolution der Mittelschichte



*Wobei interessant ist, daß es Fehlerlosigkeit auch dann nicht gibt. Sämtliche ISO-Systeme gehen deshalb "normiert" von einer Reklamationsquote von 1-2 % aus. Ab da steigen die direkten Qualitätskosten progressiv, werden schließlich wirtschaftlich sinnlos, ohne dennoch je 100 %ige Fehlerlosigkeit erreichen zu können. Es gibt KEIN technisches Prozedere, das selbst bei größtmöglicher Optimierung mehr als etwa 99 % Sicherheit gewährleisten kann, selbst wenn man den Faktor Mensch völlig ausschaltet. Denn kein Ding, weder ein Naturding noch ein von Menschen gemachtes Ding, ist jemals zu 100% auch sein selektiver Zweck. Selbst bei anorganischen Dingen, selbst bei den sogenannten "Elementen" - reinen Abstraktionen - ist real immer alles nur "ungefähr" das, wozu es als es selbst definiert wird. 

Weil die Welt als extrem komplexes, letztlich geheimnisvolles Mosaik eines Zueinander immer in Bewegung, nie mathematisch-abstrakt gleich ist. Selbst die besten QS-Systeme können also immer nur dieses "Ungefähr" anzielen. Fehlt nun der Faktor Mensch, der einzig diese Eventualitäten ausgleichen kann, wird ein Fehler zum kalkulierten Fall, und damit zu einem neuen ethischen Problem. 

Gleichzeitig, übrigens, erhöht sich dadurch der Druck auf die mittleren (!) Führungsebenen, weil der somit eintretende Reklamationsfall nur noch von ihnen in einem wahren Spagat "geglättet" werden kann. Begleitet von einer seltsam steigenden Bereitschaft der Kunden, technische Ablaufprobleme als einer Art "schicksalshaften Grund" anzuerkennen. Während sich die obersten Führungsebenen genau darauf bezogen exkulpieren. Wenn etwas nicht funktioniert hat, dann kann ja nur die mittlere Führungsebene, die die Abläufe im Detail zu gestalten wie zu überwachen hat, verantwortlich sein. Und sei es, daß sie es nicht geschafft haben, die obersten Ebenen von etwas zu "überzeugen". 

Die nächste Aporie. Denn Überzeugung hat mit Autorität zu tun, die mittlere Ebenen nach oben aber gar nicht haben. Deshalb ist auch die Position des Qualitäts-Sicherheits-Managers (der VdZ greift auf eigene Erfahrung zurück) organisationstechnisch ein unlösbares Problem, weil ihm die Linienkompetenz genau für das fehlt, wofür er verantwortlich gemacht wird. Umgekehrt kann aber die oberste Leitung ihre Autorität gar nicht abgeben, das Unternehmen also vom Qualitätsmanagement leiten lassen. Sodaß der Fall eintritt, daß die einzige Chance des Mittelmanagements ist, "Hilfe von außen" einzusetzen, durch formale Bindung des Unternehmens (als oberste Entscheidung) an die Priorität solcher Prozesse, die wiederum von außen zertifiziert werden.

Im selben Atemzug bewirkt diese alles durchdringende Haltung eine scheinbare Dreiteilung der Beschäftigten, die aber nur eine Zweiteilung ist: Es degradiert die untersten Schichten zu rein Ausführenden ohne Spielraum zur Willkür, und am anderen Ende eine oberste Schichte, die den Kontakt zur Realität verloren hat, und auf ihre Weise ebenfalls nur noch Abläufe vollzieht, die sich eben aus der mathematischen Logik ergeben, in Wahrheit also der untersten Schichte völlig gleich, bis auf die Möglichkeit zur Willkür. Diese Logik hinwiederum ist der eigentliche Zielpunkt der mittleren Ebene. Sie hat keine andere Chance, sich zu behaupten, dazu braucht es noch gar keinen Aufstiegswillen. Und DAS ist der Grund, weshalb diese mittleren Schichten sich so auf "Ausbildungen" und vor allem Zertifikate konzentrieren, und die reale Bedeutung der - IHRER - Wissenschaften so betonen. (Es ist nicht schwer, daraus auch Ableitungen etwa zum Klimawahn zu finden: Bedrohungsszenarien sind ein probates Mittel, um für sich Autoritätsdruck zu erzielen.) Denn es ist die Mittelschicht - Unternehmer wie Intellektuelle wie Beamte - immer gewesen, die die intellektuelle Bildungsschichte eines Volkes revolutioniert hat.

Was die Amerikaner mit diesen Systemen umgesetzt und in die Welt getragen haben, ist also völlig in einer Linie mit dem Charakter des Landes selbst, und findet sich bis in die letzten Winkel des Alltags wieder. In dem sie sämtliche Ebenen des Menschlichen einebenen, Gestalt auflösen, und den Menschen zur Funktion definieren, dominiert von einer intellektuellen Mittelschichte. Hier zeigt sich die Wurzel des Amerikanismus - als revolutionäre Gleichschaltung, als Sozialismus, mit dem entsprechenden Fehlverständnis von Demokratie, das der Mittelschichte entsprungen ist. Denn jede Revolution ist historisch nachweisbar von dieser Mittelschichte aufbereitet, eingeleitet und getragen. 




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Wie wir wirklich leben

Er ist köstlich, er ist treffend - Urban Priol in einem freiblickenden Rundumschlag zum Sommer 2014.







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Freitag, 26. September 2014

Humor auf ukrainisch

Es ist einfach köstlich, was dem VdZ da in die Mail-Box geschwemmt wurde. Und zwar handelt es sich um Originaldokumente sowie deren Übersetzung. (Vergrößern durch anklicken). Jeder Kabarettautor wäre dafür dankbar.

Erst handelt es sich um eine Korrespondenz zwischen dem ukrainischen Vize-Premierminister Vitalij Varema, und einem Mitarbeiter des US-amerikanischen Kongresses, David Meale, in der es um Geldzuwendungen in Höhe von 18 Mio Dollar geht. Der Kongress möchte wissen, ob die Gelder "widmungsgemäß" (für Rüstungskäufe) verwendet wurden. Was in der ukrainischen Regierung Panik auslöst.

David Meale an Vitalij Jarema

Sehr geehrter Herr Jarema,
wie Sie wissen, sind die USA bereit, Ihrem Land militärische Hilfe im Wert von 18 Millionen US-Dollar zu leisten. Vizeverteidigungsminister Derek Chollet hat dies am 3. Juni angekündigt. Wir sind jedoch sehr besorgt darüber, wie Sie davon Verwendung machen werden. Die zuständigen Beamten in unserem Außenministerium haben Informationen erhalten, dass unsere früheren Zuwendungen nicht für den beabsichtigten Zweck verwendet wurden. Infolgedessen verlangt das für Mittelzuteilungen zuständige Kommittee des Abgeordnetenhauses, dass Sie uns genaue Abrechnungen für den ersten Teil unserer Hilfe und einen detaillierten Verwendungsplan für den zweiten Teil vorlegen. Außerdem plant der US-Kongress eine spezielle Aufsichtskommission in die Ukraine zu entsenden, deren spezifische Aufgabe es ist zu überwachen, wie Sie die zur Verfügung gestellte Hilfe verwenden. Je schneller Sie alle erforderlichen Unterlagen bereitstellen, desto schneller können wir die Frage der Auszahlung der Hilfe ansprechen, vorausgesetzt natürlich, dass Ihre Berichte die Mitglieder des Abgeordnetenhauses zufriedenstellen.
Hochachtungsvoll,
Berater für wirtschaftliche Angelegenheiten
David Meale

Antwort von Vitalij Jarema an David Meale:

Sehr geehrter Herr Meale,
ich werde Premierminister Jazenjuk in Kürze kontaktieren und ihm von den Forderungen des Komitees für Mittelzuweisungen berichten. Ich hoffe, wir werden dieses bedauerliche Missverständnis bereinigen. Seien Sie versichert, dass alle Gerüchte über zweckwidrige Nutzung der von den USA bereitgestellten Hilfe absolut unbegründet sind,
Hochachtungsvoll,
Erster Vize-Premierminister der Ukraine
Witali Jarema

Daraufhin wendet sich Jarema an den Premier Arsenij Jazenjuk, und es kommt zu folgendem Chat (Protokoll in Faksimilie):
Vize-Premier Jarema und Premier Jazenjuk: „Wie sollen wir mit dem restlichen Geld auf den Konten verbleiben?“
Vize-Premier Jarema und Premier Jazenjuk
Witali Jarema: Das Komitee für Mittelzuweisungen ist unzufrieden. Arseni Jazenjuk: Seid ihr völlig durchgedreht? Verdammt, wollt ihr, dass man uns die Finanzierung stoppt? Witali Jarema: Wir haben nicht gedacht, dass sie detaillierte Berichte für die Ausgaben fordern würden. Arseni Jazenjuk: Ich habe dir doch persönlich gesagt, dass du Kowal sagen sollst, dass man bis zur Ankunft die Kontrakte und Kostenvoranschläge fertigmachen muss, die man zum Finanzbericht für den Kauf von Rüstungstechnik im Rahmen der Armeereform beilegen kann. Witali Jarema: Ich habe es ihm gesagt. Arseni Jazenjuk: Mir ist es scheißegal, wer sich von euch als erster in die Hose gemacht hat. Windet euch heraus, wie ihr wollt, aber alle Dokumente müssen bis Ende der Woche fertig zum Abschicken an das Komitee sein. Witali Jarema: Mit unseren Unternehmen haben wir die Sache durchgearbeitet, aber mit den ausländischen noch nicht. Arseni Jazenjuk: Verdammt, muss ich dir beibringen, wie man arbeitet? Kontaktiere Richard und frag ihn nach Hilfe wegen den Dokumenten für den Kauf von Ocilla. Witali Jarema: Was ist das?
Arseni Jazenjuk: BBM „Dosor-B“ (ein gepanzertes Fahrzeug), für den haben die Polen gut gezahlt. Sag Kapusta, dass er uns was schuldet.
Witali Jarema: Verstanden. Und wie sollen wir mit dem restlichen Geld auf den Konten verbleiben? Die sind praktisch leer. Arseni Jazenjuk: Die müssen wir auffüllen. Von einem anderen Konto überweisen. Wir nehmen das Geld für die Begleichung der Gasschulden. Miller (Gazprom-Chef) muss sich gedulden. Das nehme ich auf mich.




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Sture Ausführungsagenten (1)

Einen weiteren interessanten Artikel aus der Feder des Hamburger Professors für Volkswirtschaftslehre und Direktors des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) Thomas Straubhaar findet man in der Welt dieser Tage. Straubhaar zeichnet darin das Bild des typischen amerikanischen Arbeitsnehmers als jemanden, der darauf gedrillt ist, Abläufe zu vollziehen, der aber bis in mittlere Führungsebenen hinaus nicht gewohnt und auch nicht ermächtigt ist, eigene Entscheidungen zu treffen. 

"Das für die USA Typische ist das strikte Durchziehen eines standardisierten Verfahrens, das unbesehen von Amt und Würde, Rang und Namen der Person für alle gleichermaßen automatisiert von A bis Z abgespult wird. Es gibt keinen Pragmatismus, keine Ausnahmen, keine Barmherzigkeit – bestenfalls Mitgefühl, aber keine Toleranz."

Anders als in Deutschland, baut die amerikanische Wirtschaft auf die strenge Befolgung von Prozeduren, von denen es kein Abweichen gibt. Das gibt speziell den deutschen mittelständischen Unternehmen ihre hohe Innovationskraft. Amerikanische Führungskräfte haben hingegen kein Vertrauen in die Qualität ihrer Mitarbeiter. Eine Spirale setzt sich in Gang: Mitarbeiter, die nur noch ausführen dürfen, verlieren ihr schöpferisches Potential, und werden umgekehrt tatsächlich unfähig, notwendige abweichende adhoc-Entscheidungen zu treffen. Diese bleiben dem eigentlichen Führungssektor, den high potentials vorbehalten.

"Es kommt dann zu einer Führung per Handbuch und Checkliste. Vorgänge werden so weit wie möglich standardisiert, damit an alle Eventualitäten gedacht wird und nichts vergessen bleibt. Das schafft Verhaltenssicherheit für die Ausführenden und sorgt für Rechtssicherheit bei den Betroffenen: alles und alle werden gleich – nämlich nach Schema X behandelt. Ermessensspielräume oder gar pragmatische Abweichungen haben da keinen Platz."

Das hat der VdZ seinerzeit hautnah miterlebt, als er als Quality Assurance Manager an der Implementierung eines für internationalen Wirtchaftsverkehr immer mehr obligatorischen ISO-2000-Qualitätssicherheitssystems (QSS) in einem Industriebetrieb arbeitete. Eine Bewegung, die von den USA ausging, wo solche Zertifizierungen für Lieferanten-Kunden-Beziehungen fast, bei offiziellen Aufträgen überhaupt unumgänglich wurden. Jeder Lieferant muß somit  nachweisen, daß auch die von ihm verarbeiteten, von Sublieferanten zugelieferten Produkte diesen Qualitätssicherheitsnormen unterliegen. Passieren dennoch Fehler, soll somit jedes Produkt rückverfolgbar sein, um Fehlerfaktoren auszumerzen. 

Gleichzeitig wird Verantwortung vom Einzelnen genommen, Fehler werden zu Systemproblemen. Solche Systeme gehen immanent oder gar explizit aber davon aus, daß die größte Fehlerquelle der Mensch ist. Also muß er weitgehend ausgeschaltet, und alles auf Abläufe, auf technisch jederzeit reproduzierbare Funktionen reduziert werden. Im Umkehreffekt wird die Leistung der Mitarbeiter immer mehr zu bloßen Kostenfaktoren, und - der Einzelne weniger wert weil jederzeit ersetzbar. Die Steigerung der technischen Qualität der Produkte auf diese Art bringt also zwangsläufig eine neue Gewichtung bei den Löhne und bei den erwarteten Leistungen mit sich, in der der schöpferischere, freiere Mensch zugunsten des barbarischen "Robomaten" unterliegt. 

So kann sich eine ganze Volkswirtschaft zu einem System von funktionieren müssenden Rädchen umgestalten, das nur noch von Zahlen regiert wird. Was in Fällen wie google - neuerlich der Hinweis auf das Buch "Der Circle", als Zustandsbericht immerhin sehr gültig - sogar so weit geht, das Innerste der Menschen aufzubrechen und der Qualitätskontrolle zu unterwerfen, auch dieses dem Systemzweck unterzuordnen. Wohinter natürlich eine mechanistische, materialistische Anthropologie steckt, die den Menschen als Person nicht mehr anerkennt.

Man versteht nach diesem Artikel besser, warum das für die USA als notwendig erachtet wurde, und warum sie in den 1980ern begannen, es auch von ihren weltweiten Lieferanten zu verlangen. Denn solche Systeme zielen genau auf die amerikanischen Verhältnisse ab: Unternehmensprozesse sollen aus der Verantwortung der Mitarbeiter (denen man erst aus Erfahrung, bald aus Prinzip nicht traut, oder umgekehrt) herausgelöst und nach exakt nachvollziehbaren "objektivierten" Abläufen neu geregelt werden. Die Steuerung dieser Systeme passiert dann nach rechnerischen Erfolgs-Kriterien, nach zu findenden Kennzahlen, auf die sämtliche Prozesse heruntergebrochen werden. 

Das kollidiert sehr rasch mit dem in unseren Landen weit höheren Verantwortungs- und vor allem FREIHEITSwillen der Mitarbeiter. Sodaß die Schwierigkeit solcher Systeme darin bestand und besteht, diese individuelle Problemlösungskraft einzubeziehen, um durch starre Abläufe diese schöpferische Kraft nicht abzutöten. Eine Aporie, weil solche Systeme über kurz oder lang die Innovationskraft - weil die Freiheit als Braut des Schöpferischen - zwangsläufig schwächen.





Morgen Teil 2) Aus einer Fußnote entwickelter Diskurs: Die Revolution der Mittelschichte



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Kultur


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Donnerstag, 25. September 2014

Bombenaussage

Dieses Video MUSZ der VdZ bringen, auch wenn er unter Verdacht geriete, diesem Thema zu viel Aufmerksamkeit zu widmen. Wenngleich es eine Reihe von Indizien für die Annahme gibt, daß derzeit die Klimaalarmisten (ein neues Wort ...) aus Frustration "weil sich die Welt nicht ändert" zu Schlägen auf neuem Aggressionsniveau ausholen.

Aber im Mai 2010 hielt der Direktor des Moskauer Instituts für Ökonomische Analytik (also ganz gewiß ein Mathematiker) einen Vortrag in Kanada, wo er die Natur sämtlicher russischer Temperaturdaten, wie sie zur "Beleg" für Klimaerwärmung zugrunde liegen, eindrucksvoll sachlich darlegte. Und seine Ergebnisse sind umwerfend. Nur hat sie nie jemand beachtet. Hier aber findet sich dieses Video, weil sich damit EXAKT das bestätigt, was der VdZ an dieser Stelle schon vor geraumer Zeit dargelegt hat, und das aus rein abstrakten Schlüssen vielfacher Art (geerdet durch reale Erfahrung, auch was den real erlebten und selbst praktizierten Umgang mit Daten anbelangt), die damit vor allem die Problematik wissenschaftlicher Messung und statistischer Berechnung einschließt, abzuleiten war.

Wir machen es kurz, der Vortrag enthält natürlich viel mehr und verlangt aufmerksamstes Mitdenken. Andrej Illiaronow zeigt, daß die Methodik der Datenauswertung, die den weltweiten Temperaturansagen zugrundeliegt, im Falle Rußlands jedenfalls nur eines mißt: Sie mißt die lokale Steigerung der Temperatur in Ballungszentren, mißt also nur den sogenannten Urban Heat Island (UHI) Effekt. Mißt mit ihrer "Steigerung der Temperatur" den Zivilisationseffekt bei dichter Besiedelung bzw. Zunahme der Besiedelungsdichte, mit allen zusätzlichen Wärmequellen durch ständig steigenden - lokalen - Energieverbrauch, wie er natürlich ohne jeden Zweifel gegeben ist. Und wie ihn jeder Rumpelstätter oder Dortmunder am Balkonthermometer feststellen kann, wenn eines schönen Tages die Wiese gegenüber in einen Parkplatz umgewandelt wird.

Der Russe zeigt dabei auf, wie zu erklären ist, daß die Reduktion der in die Weltklima-Datenbanken einbezogenen Temperaturmeßstationen von ursprünglich 476 auf 4 (vier!) und ihre scheinbar ausreichende Repräsentanz für ganz Rußland (wir vereinfachen hier dramatisch) einen ganz simplen Grund hat: Es sind schlicht jene Stationen, die am längsten (d. h. seit über 200 Jahren) bestehen. Und alle 4 befinden sich in dicht besiedelten Gebieten. Er erklärt, warum es so gleichgültig war, die einbezogenen Meßstationen nach und nach so zu reduzieren, daß scheinbar auch nur noch diese vier Meßorte zu genügen schienen, weil die Ergebnisse immer dieselben blieben. Und das hat mit der Auswertungsmethode zu tun, die die Daten nach bestimmten Kriterien gewichtet, ergänzt und bearbeitet. (Wer sich näher informieren möchte, kann dies auf den Seiten von Eike tun.)

Es geht dabei, kurz und ungenügend angerissen, um die Bewertung von Anomalien. Weil diese Methode aber weltweit angewendet wird, ist fast sicher davon auszugehen, daß WELTWEIT nur ... der UHI-Effekt gemessen wird. Zur Überprüfung dieser Aussage müßte man allerdings die Auswertungsmethode völlig auf "zu Fuß" umstellen, wie sie Prof. Ewert anwendet. Und er kommt wenig erstaunlich zu demselben Ergebnis: Es bleibt absolut kein Platz für einen CO2-Temperaturtreiber. Die reinen UHI-Werte sind nämlich über die letzten 100 Jahre absolut deckungsgleich. Alles erklärt sich also aus diesem je lokalen UHI-Effekt.

Illiaronow bleibt beeindruckend sachlich, und er weist überhaupt niemandem auch nur irgendwelches Versagen zu. Er zeigt nur auf. Und stellt am Schluß die ganz schlichte Frage: Wenn also das in Rußland der Fall ist, mit 11 % der Landfläche weltweit, dessen Daten natürlich mit entsprechender Gewichtung in die Berechnungen des "Weltklimas" einfließen, sollte man sich doch die Frage stellen, WAS überhaupt weltweit gemessen wird.

Nichts anderes hat der VdZ auf diesen Seiten seit je behauptet und - gewiß dilettantisch, ungenügend, denn er ist gewiß in allem Dilettant, aber ... offenbar im Kern völlig richtig gesehen - zu begründen versucht.








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Oder, anders formuliert

... heißt Erwachsenheit, das Eidos, die Idee, das Ideen- und Urbild des Begegnenden als Anspielpunkt zu bewahren, und nicht von Zufälligkeiten - und damit: Fehlern - das Verhalten beeinträchtigen zu lassen.

Also nach ontologischen Beziehungen zu handeln und zu reagieren. Dann ist der Kaiser nicht nicht mehr deshalb Kaiser, weil er beim Essen nicht schlürft und die kaiserliche Beuge perfekt beherrscht, sondern WEIL ER KAISER ist, und DAS bestimmt seine Position mir gegenüber, meine ihm gegenüber. Auch wenn er beim Winken furzt.

Und dann sind, wie in der Entwicklung eben als erste, die Eltern Vater und Mutter, auch wenn ich nach und nach Fehler und Katastrophen bei ihnen entdecke. Dann ist jedes und jeder Andere was es wirklich ist, nicht als was es mir faktisch begegnet.

Warum? Aus Eleganz und Ästhetizismus, oder aus Moral? Nein. Sondern weil JEDES Ding nur ein mehr oder weniger mit sich selbst, also seinem Urbild entsprechend selbstident ist. Weil aber alles, was ich an diesem Ding (bzw. Menschen) wahrnehme nur unter einem Eidos wahrnehmbar IST. Dem Begegnenden sein Faktisches zum Verhängnis werden lassen heißt nicht, es in seiner quasi abstrakten Nützlichkeit und Funktionstauglichkeit in die Schranken zu weisen, sondern heißt, ihm sein Eidos abzusprechen. 

Der Neid zielt genau auf diesen Eidos. Er zieht die Untauglichkeiten nur zur Scheinbegründung herbei.

Die Faktizität der Tauglichkeiten des Begegnenden sind dann das, was ich an ihnen zu ertragen habe. Dadurch erst überwinde ich sie. Und dadurch erst erweisen sie sich als in der Wahrheit und Vorsehung gegründet. Weil auch alles Schlechte - dem Guten dienen muß, nur auf eine andere, von jenem nicht intendierte Weise.

Die Ordnung der Welt liegt in der Idee Gottes begründet. Nicht in ihren Zufälligkeiten. Und jedes Verhalten bemißt seinen Wert aus seiner Beziehung zu dieser Ordnung.

Was in gewisser Hinsicht auch für "rein" menschliches Planen und Ordnen gilt, auch wenn sich letztlich jeder menschliche Plan als Ausfaltung göttlicher Idee beziehen muß, sonst ist er "nicht gut" und damit für sich gesehen sinnlos.




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Mittwoch, 24. September 2014

So sieht Weltrettung aus

So sehen Windräder aus, wenn sie 27 Jahre stehen, und immer weniger gewartet werden, weil sich die Wartung nicht rechnet, bis sie stillgelegt werden. Denn die Wartungskosten wurden, wie sich mehr und mehr herausstellt, völlig unterschätzt. Beispielsweise ist die Materialbeanspruchung der Kugellager so hoch, daß sie nicht nur regelmäßig ausgewechselt werden müssen, was enorm teuer ist, sondern auch Brände in den Turbinen keine Seltenheit sind: Techniker des Imperial College London und der University of Edinburgh berichten von derzeit jährlich 120 Bränden in Windrädern. In den Turbinen entsteht große Hitze, dort befinden sich aber leicht brennbare Stoffe, wie Hydrauliköle oder Kunststoffe.


Stillgelegte Windräder auf Hawaii; Photo: Mail online

Brand einer Windturbine in Ardrossan, North Ayrshire,2011, wegen strenger Winde



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Abrechnung mit Hindukusch-Abwehrschlachten

Das hat der VdZ immer an den deutschen Brüdern gemocht - ihre Bereitschaft, sich Realitäten zu stellen, sich nicht in den Sack zu lügen. Und das macht Gregor Gysi recht gut in dieser Bundestagsrede, wo er die völlige Sinnlosigkeit des deutschen Afghanistan-"Friedenseinsatzes" der Bundeswehr offenlegt. Nicht eines der Ziele, die zum Anlaß wurden, "Deutschland am Hindukusch zu verteidigen", ist erreicht wordne, ja im Gegenteil, sämtliche Parameter zeigen das Gegenteil. Also ist es auch leicht, dieses Scheitern aufzuzeigen. Was Gysi freilich daraus macht? Mehr als das siebenseidene Schlagwort vom Pazifismus hat er nicht. Und ist das, was Deutschland dort macht, ein Krieg? 

Es ist eben "die Linke". 

Das weist auf ein Grundproblem, dessen sich viele Menschen nicht bewußt sind. Nicht dort ist die Gemeinsamkeit, die "Richtigkeit", wo Versagen aufgezeigt oder angeprangert wird. Auch Realitäten brauchen eine Selektion. Gemeinsamtkeit, Gemeinschaft kann es nur geben, wo der große weite Gesamthorizont der Deutung übereinstimmt. Aber immer ist entscheidend, Realitäten sehen zu wollen. Wenn auch zum Wesen der Lüge gehört, nur MIT Realitäten die Wahrheit verdrehen zu KÖNNEN.








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Dienstag, 23. September 2014

Aber es ist doch gemessen worden?

Eines der Zauberwörter der Gegenwart in Zusammenhang mit dem Glauben der Menschen, daß  Wissenschaft untrügliches Wissen zu erarbeiten imstande wäre, ist das Wort "messen". Was für den Normalbürger (und leider auch für so manche Forscher) aber nicht ins Bewußtsein dringt ist, daß sich Meßvorgänge nur vor dem Hintergrund eines Gesamthorizonts abspielen können, den der Mensch zu setzen hat. Damit spielt bei Meßvorgängen eine Vorinterpretation des (so meinen aber viele: als Ergebnis der Messung erst erkennbar sein sollenden) Gesamtgeschehens, das gemessen wird, bereits die entscheidende Rolle. 

Nur so können - und das ist messen - die einen Vorgänge mit anderen verglichen werden. Selbst die Uhrzeit ist ja nur eine vergleichende Bezugnahme auf die Dauer eines realen physikalischen Vorgangs, und sei es die Schwingung bestimmter Atome unter bestimmten Bedingungen. (Etwas das so mancher bei gemütlichen Gesprächen über die Einstein'sche Relativitätstheorie gerne vergißt, weil zwischen "Zeit" und "gemessener Zeit" ein kategorialer Unterscheid besteht.) Der Kalender zeigt es am deutlichsten: er nimmt Bezug auf Sonnenumläufe und Planetenbewegungen. Erste Grundlage ist also immer die menschliche Beobachtung, das menschliche Erleben, und das menschliche Interpretieren. Was von weit größerer Bedeutung für die "Meßergebnisse" ist, als viele meinen. Und es wäre mehr als wichtig den weit verbreiteten Irrtum aufzulichten, daß "Messen" mit einer Art "objektiver, untrüglicher Wirklichkeit" einhergehe. Sie ist eine theoretische Wirklichkeit, und zwar in jedem Fall, und hat mehr mit Erkenntnistheorie zu tun, als mit physikalisch-mechanischer Exaktheit.

Was in Zusammenhang mit "Klimaerwärmung" gleichermaßen von entscheidender Bedeutung ist ist dies zu wissen. Ist zu wissen, daß die Erde kein neutralisierter und isolierter Körper unter Versuchsbedingungen ist, dem man ein untrügliches Thermometer in den Arsch schieben könnte. Da hilft es auch nichts, einem nicht zuletzt durch Propaganda, durch Spielfilme, durch Videospiele, was auch immer so beliebten Mythos nachzuhängen, der den Eindruck vermittelt, als wäre etwa Computertechnik ein völlig untrügliches und untäuschbares, völlig "objektives" Mittel der Weltvermessung. JEDER Meßvorgang gründet in einer menschlichen Einschätzung! Nur ein Beispiel: Wenn etwa die Flächenausdehnung und Dicke der polaren Eisschilder vom Satelliten gemessen werden, was von manchen als Durchbruch zu dieser Objektivität gesehen wird, schwanken derzeit die Meßergebnisse um den Faktor 100! Und wer die Hintergründe von Meeresspiegelmessungen nur oberflächlich anschaut sieht, daß hier jede Menge an Annahmen zugrundeliegen, über die in jedem Einzelfall sehr wohl diskutiert werden könnte. Satellitendaten liefern also gleichermaßen nur verlängerte menschliche Annahmen.

Wer also fest daran glaubt, daß sich die Erde konstant erwärmt, wird also auch die entsprechenden Daten so interpretieren, daß sie das auch aussagen. Aber, hört man aus der fünften Reihe des Auditoriums einen Zwischenruf, Thermometer etc. sind doch untrüglich, und immer dieselben? Mitnichten. Verwendte Gläser, Lagen der Meßstellen, Bedingungen zu diesem und jenem Zeitpunkt, menschliche Handhabe, etc. etc. liefern immer nur bedingte Werte. Und dann  kommt natürlich noch die Auswertung durch Statistik. Auch hier, noch einmal, bedingen menschliche Vorannahmen das, was das statistische Ergebnis auch zu liefern vermag. Es ist also auch hier nicht die Statistik, die die Realität abbildet, sondern die Annahmen über die Realität geben vor, welche Realität die Statistik und die Meßergebnisse liefern. Und das Thema ist hier nur angerissen, es ist in Wahrheit hochkomplex.

Für Langzeittemperaturkurven hat dies aber eine entscheidende Bedeutung. Denn es gibt schon alleine aus den ständig sich verändernden historischen Bedingungen keine durchgängige Meßreihe, von der man einfach sagen könnte, daß 1870 dasselbe gemessen wurde wie 2014. Daten müssen also immer "homogenisiert" werden, wie Klimaforscher das nennen. Das impliziert aber nicht nur, daß vorhandene Daten rauf- oder runtergesetzt und -gewichtet werden, sondern auch (und das sehr häufig) ergänzt. Fehlende Meßzeiträume etwa werden schlicht und ergreifend durch Annahmen ergänzt. Denn in den meisten Fällen wären aus heutigen Meßstationen, selbst wenn es sie an diesem Standort schon lange gibt, überhaupt keine (absoluten) Aussagen zu treffen. Häufig sind sie auch viel zu kurz in Betrieb, und die Meßbedingungen und -methoden sind noch dazu häufigen Veränderung begriffen, schon alleine, um sie "zu verbessern", also "objektiver" zu machen. Von noch größerer Bedeutung haben diesbezüglich die statistsichen Annahmen, die Behandlung von Anomalien (Ausreißerdaten also), und die Einschätzung ihrer Bedeutung für den Langzeitverlauf.

Freilich greifen die Medien gerne Dinge auf, die sie in ihrem Sinn - und kein Medium hat keine Absicht, das muß dem geneigten Leser klar sein: es kann also nicht um die Absicht gehen, sondern darum, WORAUF etwas abzielt, erst hier entscheidet sich Wahrheit oder Lüge - verwenden kann. Und weil der Mainstream der Medien vor allem den dramaturgischen Part der Klimaalarmisten vertritt, Redakteure im Normalfall (und schon gar bei heutigen Entwicklungen der Medien, die die journalistische Qualität durch ökonomischen und politischen Druck zwangsläufig nach unten drückt) außerdem viel zu wenig Fachkenntnisse und Bildung haben, wird dem Medienkonsumenten gerne das Bild vermittelt, daß die Aussagen der Redaktion "absolut" richtig sind. Wenn also Bild oder die Kronen Zeitung von einem "Deutscher Hitzerekord in Wunsiedel an der Aller" berichtet, so lächelt jeder seriöse Meteorologe nur milde darüber.

Leider aber schreien sie viel zu wenig laut auf, wenn daraus Belege für Klimaerwärmung gemacht werden. Nicht, weil das nicht sein kann. Wäre es so, dann wäre es eben so, und auch der VdZ wäre nicht Narr genug, dies zu leugnen. Aber gerade Medien (und sogenannten Klimaforscher, die so gerne hätten, daß sie sich in ihrer Einschätzung doch nicht irrten) nützen gerne die Unmöglichkeit, Dinge wie "Hitze" (oder Kälte) in der Erinnerung zu bewahren. Weil nämlich das Empfinden von Temperaturen (außerhalb aller Quecksilgerthermometerproblematik am Balkon) von einer "Normallinie" abhängt, die sich ohne daß man es als solche erlebt verändern kann, und verändert. 

Simples Beispiel: Würden bei uns die Temperaturen tatsächlich um 2 Grad durchschnittlich steigen, würden wir das Wetter nach gewisser Zeit nicht als "wärmer" empfinden, als heute. Und jemand, der nach Somalia auswandert, empfindet die dortige Hitze nach einigen Jahren der Anpassung als "normal", und keineswegs als brütende Hitze, wie der Tourist sie bei seinem Badeurlaub sieht. Wir wollen dabei nicht über objektive Anpassungen reden, wie Wasserbedarf für Pflanzen, was auch immer. ('Aber selbst hier ist eine sogar recht flexible Anpassung allen Organischen an ein "Normales" augenfällig. Sogar die Yukkas des VdZ, die er in wahrer Zucht so herrlich grün hält, haben sich in ihrem Verhalten bis in die Eigenschaften der Erde hinein an die Gießbedingungen angepaßt, die er eingeführt hat.) Der Bewohner der Sahara würde umgekehrt einen raschen Abfall der Temperaturen als kalt empfinden, ihn würde sogar frieren, wo der Tourist immer noch Schweißausbrüche hätte. Ein komplexes Thema, im übrigen. Das alles aber nur zur ungefähren Illustration - es geht in einer Erzählung um das Symbolbild, das dahintersteht, nicht um die Exaktheit der erzählten Daten. (Moment, aber ist denn nicht ALLES Erzählung, der es um ein solches transzendentes Bild "dahinter" geht? Ist denn Erkenntnis je etwas anderes als ein subjektiver, nur mehr oder weniger schöpferischer Akt, aber immer ein solcher? Ach ja, sagt die Zeitung, sagt die öffentliche Meinung, bei den Menschen, NICHT ABER bei der Wissenschaft. Die ist "absolut". Wirklich, fragt aber nun der VdZ?)

Kurz: Der VdZ hat für seine Kindheit in den 1960iger Jahren sehr heiße Sommer, und sehr kalte und schneereiche Winter in Erinnerung. Aber die damals erlebten Temperaturen könnte er niemals (als physikalisch-meßtechnische Aussage) mit heutigen Sommer- und Wintererlebnissen vergleichen. Wenn er etwas vergleichen könnte, dann wäre das in höchstem Maß in Interpretationsrahmen eingebettet, die eine gar nicht abgrenzbare Fülle von Lebenserfahrung und Beobachtungen einbeziehen würde.

Weil sich eine "wissenschaftliche Aussage" wie Klimaerwärmung also nur im Langzeitmaßstab (mit immer gleichbleibenden Paradigmen einzelner Datenerhebungen) also überhaupt "feststellen" ließe, arbeitet die Klimaforschung mit einer enormen Menge solcher Datenhomogenisierungen und -ergänzungen. Die allesamt natürlich sehr subjektiven Interpretationen unterliegen, oft sogar so beträchtlich, daß Datensätze überhaupt nur mehr Annahmen - und keinesfalls "Meßergebnisse", nicht einmal relativ gesehen - sind. 

Wie weit das reichen kann, und wie entscheidend dabei diese Annahmen sind,  historische Daten den gegenwärtigen Voraussetzungen anzugleichen, und wie sehr dies diskutabel ist, zeigt ein erst jüngst auf Eike publiziertes Beispiel. Es betrifft das Australische Büro für Meteorologie (BOM). 

Dem nämlich nun vorgeworfen wird, die historischen Daten so lange und unzulässig "homogenisiert" zu haben, bis sie in das gewünschte Bild einer Klimaerwärmung paßten. Solche Vorwürfe könnten, übrigens, fast weltweit erhoben werden, das nur nebenbei. Und das passiert auch, mehr als der Öffentlichkeit bewußt ist. Denn man hört kaum etwas davon, und dem gemeinen Bürger sind diese Diskussionen auch gewiß zu kompliziert. Aber hier hat es natürlich entscheidende Folgen: Denn aus einer ABKÜHLUNGSKURVE, wie sie die Rohdaten ergäben, wurde damit eine ERWÄRMUNGSKURVE, wie sie die homogenisierten Daten zeigen. Nicht also, weil sie je "gemessen" wurden, sondern weil die Daten verändert - "homogenisiert" wurden. 

Soviel also zur Möglichkeit einer "objektiven physikalischen Messung" einer Klimaerwärmung. Der geneigte Leser möge sich selbst seinen Reim darauf machen. Er sollte aber in Zukunft durchaus ein wenig milde lächeln, wenn ihm jemand daherkommt, daß doch die Klimaerwärmung zu "leugnen" ein Witz sei, wo sie doch ... GEMESSEN werde. Und diesem dann ein warmes Bier servieren. Mit dem Hinweis, daß bei dieser irren Klimaerwärmung auch die Kühlung des Eisschranks nicht mehr funktioniere. Er wird, sei er dessen gewiß, dankbare Augen und Stoßseufzer der Erleichterung ernten. Vielleicht aber wird er verstehen, daß der VdZ Nachrichten zum Klimawandel zunehmend nur noch unter dem Label "Merkwürdigkeiten" einzuordnen vermag, in denen manches Verrückte dieser Zeit gesammelt wird.








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Mehr vom Gleichen

Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research bestätigt in einer aktuellen Erhebung, was auf diesen Seiten schon vor Jahren gesagt wurde: Das Netz, die social media, haben keineswegs die erhoffte Steigerung der Meinungspluralität gebracht. Der VdZ geht ja noch weiter: Vielmehr ist das Gegenteil eingetroffen.

Man sucht im Netz Bestärkung der eigenen Meinung, und diese wird zudem immer enger eingeschränkt, wobei sich die Algorythmen als Fluch erweisen, die ja auch den Suchenden mit genau dem versorgen, was er ohnehin bereits hat. Oder was andere ihm aufdrängen wollen. Und hier haben wir es mit einer weiteren Problematik zu tun: denn so wird das Netz zum Instrument von Propaganda, zum einen, und zum reinen Mainstreamproduzenten, zum anderen. 

Wer aber "anderer" Meinung ist, hört bald auf, so wieder die Studie, seine Meinung zu äußern. Wozu gewiß die Tatsache beiträgt, daß "Verstehen" sich im Netz/social media-Strom auf Fähigkeit, Willen und Bereitschaft bezieht, sich so auszudrücken, wie es im Leben auch ist: Daß das Gegenüber immer ein "Mehr" mitschwingen läßt, der sich verbal Äußernde nicht auf jenen verbalen Nettogehalt seiner Aussagen eingeschränkt wird, der selbst schon wieder Produkt der Phantasie und des Herzens des Rezipienten ist.

So findet das Pew Research Institute im Netz dieselbe Schweigespirale, wie sie im richtigen Leben auftritt, wenn jemand eine Meinung hat, die von der vorgefundenen, mit der Autorität des Mainstreams behaftete abweicht. Man schweigt, weil man keine eskalierte Auseinandersetzung will. Man schweigt, weil Diskussion anders, als so viele meinen, keineswegs schlicht DAS sinnvolle Instrument einer Kommunikation ist, sondern ein Kampf auf Biegen und Brechen. Denn viele andere Ausdrucksmittel als Text gibt es nicht. 

Dessen Form noch dazu meist völlig vorgegeben ist, wenn er nicht ohnehin von Moderatoren ausgeblendet wird. Da zählen sogar Schriftart und -größe, einige der notdürftigen Parameter des katastrophal engen Ausdrucksspektrums der Bildschirmerscheinungen, die alles, was sich im Netz äußert, bereits auf eine bestimmte Art des Ausdrucks (Flüchtigkeit, Veränderbarkeit, Nicht-Ernsthaftigkeit etc.) apriori festlegt.

Aber die Hoffnung, daß sich Meinungen allgemein differenzieren, hat sich recht eindeutig nicht erfüllt. Dafür geraten Schattenmeinungen, Meinungen Einzelner, noch weiter aus dem Blickfeld. Das ist deshalb besonders folgenreich, weil die Veränderungen von Organismen, von komplexen Systemen, immer ... von den Rändern erst getragen, und dann durch und in Polarität ausgelöst werden.

Das Internet - und auch das wurde an dieser Stelle schon vor Jahren behauptet - bewirkt also eine Verfestigung, weitere Erstarrung des öffentlichen Klimas. Während ihr schöpferisches Potential erstirbt.

Übrigens: Es wird ja gerne behauptet, daß es zwischen der heutigen Situation und der vor 1914 große Parallelen gebe. NUR, so hat der VdZ unlängst gehört, sei die Kriegsbegeisterung, die den Krieg gewollt und ausgelöst habe, mit heute nicht vergleichbar, was beruhige. Nun, diese Kriegsbegeisterung hat sich damals verschiedentlich geäußert, ja. Aber erstens war sie keineswegs allgemein, und zweitens Mainstream, sodaß man es wagte, sie zu artikulieren. Und DAS unterscheidet heute von 1914! Denn niemand wagt heute noch zuzugeben, daß er Krieg wolle, ja nicht einmal sich selbst wagt er es einzugestehen. Die Kriegssehnsucht von vor 1914 aber war, so der VdZ, um nichts kleiner als heute, eher im Gegenteil. Denn ihre eigentlichen Parameter liegen im Leiden an der Starrheit der ungeliebten Gegenwart, die mit herkömmlichen Mitteln egal welcher Art unveränderbar scheint, und im Willen, sie - irrational! - zu zertrümmern. Was 1914 so folgerichtig machte war nicht, daß man gerne mal von einem notwendigen Krieg sprache. Vielmehr herrschte schon Jahrzehnte ein weitgehend aber noch unterdrückter Wille alles, und wirklich alles zu zerschlagen. Man betrachte alleine die Kunst in allen Bereichen, den Seismographen jeder Kultur. Auch 1914 nahm man sie nicht wirklich ernst, so wie man es heute tut.

Wer aber heute offenen Auges durch die Straßen wandert sieht genau dasselbe: Wo immer die Menschen, und vor allem die jungen Menschen, irgendwo bemerken, daß sie in einer Konvention festlegbar sind, beginnen sie diese zu brüskieren, meinen sie als Unfreiheit zu erfahren. Oder wer meint, daß eine Erscheinung wie die irrationalen Piratenparteien, als Afterprodukt der Grünenbewegungen (und diese als Proponenten des entstaltenden Willens zum Barbarentum), NICHT genau diese Sehnsucht nach Zertrümmerung bedeutet? Wer meint, daß die Forderung nach "Transparenz", die zu einem der neuen Zauberworte - eine pure black box - wurde, nicht dasselbe an Zertrümmerungswillen und Vertrauensverlust bedeutet? Wer mit ein wenig Verstand hat je gemeint, daß die Frühlingswinde, zu denen irrationale Rebellion allenthalten verklärt wird, je anderes waren als genau dieser irratonale Wille, alles aufzulösen? 

Es sind Ersatzwege für den Willen zum Krieg. Der nur deshalb expressis verbis meist abgelehnt wird, weil die Angst vor Gestalt noch über allem zu reihen ist. DESHALB wird auch heute nirgendwo mehr Krieg erklärt. Man schlittert nur noch in alles hinein. Und das verweist erst recht auf ... 1914. Wo die Angst vor den Dingen und Gestalten allerdings noch nicht so ausgeprägt war. Wo man noch wußte, aus historischer Erfahrung, daß es bei einer bestimmten und unauflösbaren Komplexität der Lebenssituation nur noch mit radikalen Mitteln, mit Krieg nämlich, Neuanfänge geben kann. Zu dem man noch Mut fand, weil er immer noch als kultivierbar, begrenzbar gewußt wurde. Bis er durch die Technik und technisches Denken ab 1914 die letzten Reste von Kultur abstreifte, und zum Völkervernichtungsdesaster wurde.

Aber die heutigen gesellschaftlichen Strömungen sind nur ein verborgener, verschleppter, verschleierter Weg genau dieser Kultur- und Selbstvernichtung. Wenn bereits mehrere tausend Europäer - darunter ca. 130 Österreicher - an der Seite der IS in der Levante kämpfen, so ist das als die Spitze eines Eisbergs anzunehmen, dem bestenfalls bestimmte Migrantengruppen, die hier in eine große und enttäuschende Leere fallen, am schnellsten entsprechen und entfliehen. Die aber Teil einer Gesamtsymptomatik sind, und nicht Einzelfälle lediglich bestimmter isolierbarer Richtungen.

Wenn die allgemeine, öffentlich sanktionierte (und etwa aus Gründen von Moralvorstellungen geforderte) Sprechweise als nicht mit seinem Fühlen, seinem Selbst übereinstimmend erfährt, wer die Gegenwart nicht mehr denken und verstehen kann und will (warum auch immer), hat eben nur zwei Wege: Ersatzorte (und -theorien) für seine unartikulierbaren und verbotenen oder feige verheimlichten Zertrümmerungswünsche zu suchen, oder vorerst zumindest zu schweigen und zu lügen. Und eine Situation zu provozieren, in der Krieg und Zerstörung einem "zustößt".




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Montag, 22. September 2014

Seltsame Zahlen

Seltsame Zahlen bringt das Klimainstitut Eike auf seinen Seiten. Sie werfen ein bruchstückartiges Schlaglicht auf Gefahren, die mit der Nutzung von Technik einhergehen. Lassen wir dabei aber einmal die etwa 670.000 Todesoper beiseite, die der Straßenverkehr nur in Deutschland seit 1950 verursacht hat. Lassen wir schon gar die in die viele Millionen gehenden Opfer, die das Feuer in der Menschheitsgeschichte gekostet hat. Denn keine Stadt, die nicht eine oder mehrere Brandkatastrophen in ihre Geschichte eingebrannt hat.

Impostant wirkt aber die Zahl der Todesopfer durch die Gewinnung von Energie oder Elektrizität. Man muß davon ausgehen, daß alleine seit 1975 die Zahl der Toten direkt durch das Brechen von Staudämmen an die 100.000 beträgt, vorsichtig geschätzt. Denen gegenüber sind die Toten durch Kohlekraftwerke lächerlich vernachlässigbar.

Als Zahl nicht so imposant, aber kaum öffentlich wahrgenommen, sind Unfälle mit Windkraftanlagen. Während alleine in Großbritannien die Zahl der Zwischenfälle - wie Unfälle mit Bränden oder dem Abstürzen von Rotorblättern - nur in den letzten fünf Jahren 1500 beträgt, aus China mit sehr hoher Windnutzungsquote aber etwa keine Zahlen vorliegen, ist die Zahl schwer einzuschätzen. Man muß aber von 300 bis 600 Toten seit 1975 rechnen. 

Dagegen  mutet die Zahl der Toten durch den Betrieb von Atomkraftwerken seltsam an. Sie ist nämlich ... Null. Tschernobyl kann mit seinen 60 Toten dabei nicht gezählt werden, weil das Kraftwerk durch das russische Militär zweckentfremdet wurde, und dabei die Sicherheitsmechanismen außer kraft gesetzt wurden. Aber auch beim Fall Fukushima, ausgelöst durch einen Tsunami, sind eigentlich gar keine direkten Toten zu beklagen. Daß das Kraftwerk gegen den Fall eines derartigen Tsunami ungernügend abgesichert war, steht dabei außer Zweifel.

Die Berechnungen über indirekte Folgeschäden sind aber, so Eike, problematisch, weil auf alle anderen technischen Dinge angewendet, würde alleine der Strahlentod durch Flugzeuge in die tausende Opfer gehen. Die Furcht vor Langzeitschäden, über Jahrtausende verseuchte Landschaften, dürfte aber auch im technischen Sinn unbegründet sein. Und eine genaue Betrachtugn selbst solcher Katastrophen wie Hiroshima und Nagasaki ergibt ein diese Aussagen stützendes Bild. Die Angst vor der "Atombome", damit auch vor der Atomkraft, zu schüren war ganz gewiß in strategischen bzw. militärischen Absichten verwurzelt.

Argumente FÜR die Nutzung der Technik sind Tote freilich in keinem Fall. Nicht, WEIL es Tote gibt, und in welchem Zusammenhang gibt es sie nicht, sondern weil sich die Gutheit menschlichen Handelns nicht so simpel ermessen läßt. Aber auch nicht umgekehrt. Dabei ist es auch kein Argument, Fortschritt zu propagieren, weil sowieso alles irgendwie und irgendwann Tote kostet, man also solche immer und überall "einkalkulieren" muß. Ähnlich, wie man es ja bei Schutzimpfungen sagen muß, die direkt Opfer einkalkulieren (wie sie jede Schutzimpfung bedeuten), um unberechenbare, vermeintlich höhere Opferzahlen zu vermeiden.

Ja, die manchen Betrachtungsweisen folgend, mehr Schäden verursachen, als sie zu beheben vorgeben. Hier aber sind sie zufällige Zugestoßenheiten, deren unbeeinflußbare Kausalität vielfach bloße Zweckbehauptung ist, dort mit Gewißheit verursachte Todesfälle. Es ist moralisch ein Unterschied, 100 Tote bewußt und gezielt zu verursachen, um 10.000 Tote zu verhindern (die noch dazu im Einzelfall nicht gewiß, sondern bloße Statistik mit gesetzten Annahmen sind), oder vielleicht (!) mehr Tote durch das zu verhindern getrachtete Übel zu verhindern. Krankheit ist nämlich gleichfalls kein objektives Ursache-Wirkungs-Geschehen, sondern hat immer, ja ausschließlich eine individuelle Position im Lebenslauf eines Menschen.

Kriterium muß sein, das Gute und Richtige zu tun, ohne die Folgen anzusehen. Physischer Tod, schon gar statistische Todesraten, ist dabei nicht einfach die "schlimmste Folge" für den Menschen. Nebenbei: Immerhin muß ja jeder sterben. Aber trotzdem gibt es den Mord, die direkte zweckhafte Tötung nicht direkt Bedrohender als "Nicht-Gutes", auch für den Fall, um "größere Schäden" abzuwenden. Das Wesen der Notwehr, dem einzigen Fall, wo Tötung gerecht sein kann, liegt ja ganz anders begründet. Und selbst in der Bedrohung, ist nicht jede Tötung automatisch Notwehr. Ein im Kriegsfall kaum mehr praktisch zu lösendes Problem. Und auch, wenn es im Einzelfall sehr schwierig zu beurteilen sein mag. Man kann etwa aber gewiß nicht Millionen Tote riskieren, wenn man einige "wahrscheinlich gewisse" Attentäter - in Notwehr - auslöschen möchte.

Aber gehört die Energiegewinnung auch zu den Notwehren, mit denen man Kollateralsschäden ohne Ende riskieren muß? Die Aufstellung der Kollateralschäden für die Art, wie wir heute - um welcher Vorteile willen? - im sogenannten friedlichen Europa leben, liest sich nämlich wie ein Horrorbericht. Nicht nur bei den Todesopfern bei der Stromerzeugung. Man denke alleine an den "Vorteil" der Geschwindigkeit.




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Grafschaft Glatz

In einem sich selbst "liberal" nennenden Blog las der VdZ vor einiger Zeit Kommentare, in denen Leser Unverständnis äußerten, daß die Palästinenser sich noch nach 40 Jahren nicht mit der veränderten politischen Lage abgefunden hätten. Und 1947 besetzte Gebiete immer noch als die ihren betrachteten, in die sie zurück wollten. Vermutlich haben die Autoren deshalb keine Ahnung von diesem Thema, weil sie gar keine Heimat kennen.

Die Mutter des VdZ, Gott hab sie selig, verstorben 2009, geboren in Eisersdorf bzw. Glatz (heute: poln. Klotzko), Schlesien, hat sich, obwohl sie 1945 (der beiden bereits geborenen Kinder wegen) nach Österreich geflohen war, nie damit abgefunden, nicht mehr Schlesierin sein zu sollen. Bis zu ihrem Tod hat sie sich geweigert, sich als Österreicherin zu begreifen, und diese Ambivalenz hat sie natürlich auch an ihre 12 Kinder weitergegeben. Solcherart geprägt, hat auch der VdZ nie Wurzeln geschlagen, trotz allen Bemühens das aus der Sehnsucht nach "einer" Heimat befeuert wurde. Nicht Österreicher, nicht Deutscher, nicht Schlesier blieb er was er war - mit einer Gefühlswelt aus Rübezahl, "schlesischer Weihnacht" und Streuselkuchen nirgendwo zugehörig, bis heute. Bad Reinerz und die Heuscheuer haben ihm mehr gesagt als Bad Aussee, in dem er später so manchen Kuraufenthalt absolvieren sollte. Irdische Heimat gibt es ihm nur als Analogie. Aber deshalb vielleicht umso klarer.

Die Mutter des Verfassers blieb heimatlos. Sie hat nie eine andere Heimat gewollt oder angenommen, als ihre schlesische. Auch nicht nach 60 Jahren. Man kann sich die Heimat nicht aussuchen. Erst ihre mittlerweile 60, 70 Enkel und Urenkel wachsen mit einer anderen Heimat als der ihren auf. Für sie ist Schlesien, sofern sie überhaupt noch davon wissen, nur noch ein fernes Motiv, eine Kante in ihrem Charakter, eine Neigung oder eine unbewußte, mehr oder weniger starke Sympathiepräferenz zu diesem, zu jenem. Denn doch - auch in ihnen lebt das Schlesische, ob sie davon wissen wollen oder nicht. Heimat aber kommt von der Mutter. Nur das Vaterland, als notwendige Idee, die erst Heimat irdische Gestalt werden läßt - das ist des Vaters. Aber sie kann nur formen, was an Gemüt vorhanden ist, und was das Material aufzunehmen bereit ist. Materie kommt von mater, Mutter. Bleibt die Materie ablehnend, fehlt es an Gestalt, kann sich (schöpferische) Identität nicht bilden. Einem Land fehlen die Bürger.

Aber es gibt auch kein Zurück. Man kann Zeit nicht wiederholen. Die Mutter zeigte dieselbe Scheu, ja Ablehnung, wenigstens auf Besuch nach Glatz zurückzukehren, wie so viele Schlesier. Entwurzelte bleiben immer zwischen allen Stühlen. Und zwar gerade dann, wenn sie überhaupt noch menschliche Substanz haben.







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Sonntag, 21. September 2014

Fehlbildung der Zeit: Narzißmus (2)

Teil 2) Symptome der Verweigerung der Selbstwerdung - Ursachenbild der Zeit





Die narzißtische (Schein-)Persönlichkeit (als das Profil, das "der Welt begegnet" bzw. hier: ihr gezeigt werden soll) wird konstruiert (rationalistisch/pseudologisch), seine Fähigkeit Widersprüche zu verarbeiten hängt von der Elastizität der eingebauten Theorien selbst ab. Denn während die eigentliche Wahrnehmung ausfällt, ist dem Erlebensbewußtsein natürlich alles "wahr", denn dort ist selbstverständlich "wahr", was vorhanden ist.*

Das macht auch klar, warum Narzißmus als eine der grundlegenden Zeitkrankheiten zu betrachten ist. Das macht auch klar, warum heute so auffällig zu beobachten ist, daß Menschen "meinen", so und so zu sein, aber nicht bemerken, daß sie "ganz anders" SIND, als sie selbst von sich meinen. Sie "sehen" im wahrsten Sinn nicht, was sie wirklich tun, sehen auch nicht die Diskrepanz zwischen dem, was sie tun, und dem was sie meinen daß sie täten. Denn ihr bewußtes, ihnen bewußt werdendes Denken - als der eigentliche Ort ihres (reduzierten) "Ich" - IST ja dem Wunschbild entsprechend. Und sie tun auch alles, um mit größter Gier an der Perfektionierung dieses ihres Gedankenbildes zu arbeiten. Nichts bereitet ihnen mehr Unruhe als Widerspruch, denn er betrifft sie in den Fundamenten, auf denen "sie" stehen. Man erträgt Widerspruch nicht, er trifft sie an ihrer empfindlichsten Stelle, der verweigerten, versäumten Ablösung ihres Ich, in der sie ihr Verhalten etc. ja erst - objektiv werdend - beurteilen könnten. Um sehen zu können, was IST, was Sein bedeutet.

Speziell die jungen Menschen der Gegenwart also leben deshalb in einem einzigen "Strudel", einer einzigen Fortgerissenheit, ohne daß sie es noch sehen könnten. (Ja, sie können überhaupt nichts mehr sehen, weil es ihnen an der Fähigkeit zur Objektbildung fehlt; ihnen ist Objekt und Subjekt immer ident.) Einmal mehr zeigt sich die Bedeutung einer kulturell definierten "Identität", die der Gleichheitsswahn der Gegenwart im Nahen sogenannter Gerechtigkeit (als Fehlen von Vorbestimmtheiten) auslöschen möchte. Denn im Ergreifen einer erst einmal (beim jungen Menschen) vordefinierten Ich-Einheit (als Objekt in der Welt) erfährt der junge Mensch sich entscheidend als eben ein "einsames Ich", als diskriminiert, losgelöst von der Umwelt, und damit auch losgelöst vom Erlebten, das er auf die Werturteile hin, die sich mit der Identität verbinden, erst einmal zu bewerten, zu beurteilen lernt. So lernt er auch, sich seinem eigenen Verhalten gegenüber zu sehen, lernt sich zu objektivieren, als von seinem Erleben distanziert zu begreifen, zu dem er sich urteilend verhalten kann, ja muß.

Das häufig alleine als Narzißmus konstatierte "Selbstbetrachten", die (hier sogar fehlverstandene, also nur landläufig so bezeichnete) "Eitelkeit", zeigt ja dasselbe Schema: Die "kritische" Beurteilung des Aussehens nach allgemein für gut geheißenen Einzelkriterien. Weshalb "Gebrauchsfähigkeit" heute zum "Schönheitsideal" mutiert ist, während die Wahrheit, daß jeder, wirklich jeder seinen Weg zur Schönheit (als Glanz der Selbstidentität) hat und finden muß, praktisch verschwunden ist (oder, im Narzißmus, in eine simple, kriterienlose Selbstgefälligkeit entartet).**


Nächsten Sonntag Folge 3) Wo das Menschsein erst beginnt
(auch wenn es nie genommen werden kann)




*Hier spielt natürlich die Gefühlskomponente ihre oft verhängnisvolle Rolle, gerade wenn man die intensivsten Gefühle der sexuellen Lust betrachtet: Narzißmus hat hier sein größtes und verhängnisvollstes Territorium. Und die heutige Konzentration auf sexuelle Lust liegt in ihrer Rolle im Narzißmus begründet.

**Man beachte nur die enorme Zunahme der Eßstörungen. Worunter nicht nur Bulimie gemeint ist, sondern auch der Vegetarismus z. B. als moralisierende Lebensform. Übrigens wird kaum davon gesprochen, daß letzteres medizinisch auch eine Zunahme von Allergieanfälligkeit und gesundheitlicher Labilität im Allgemeinen bedeutet.





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Billiger geht's nicht (1)

Vielleicht sollte man den Gedanken mit etwas anderem Licht neu beleuchten. Und neu über die Ehe nachdenken. Dort nämlich, wo es um die Dauer solcher Lebensgemeinschaften geht. Ist doch eines der Argumente, die die Ehe als unnötigen Ballast darstellen - nach wie vor wird von Jahr zu Jahr noch weniger geheiratet (während die Zahl der Singles Jahr für Jahr steigt) - weil ihr Erfolg, das Zusammenbleiben, auch auf anderem Weg erreicht wird. Dem der puren Liebe, etwa, die leuchtet und strahlt und mit so manchen Ideen nur am Heizen gehalten werden muß.

Man hat vielleicht oft einen Fehler gemacht. Den Erfolg einer Ehe nämlich auf Dauer festzulegen. Zwar ist es richtig, daß sie sich auch in einer Dauer, im unbedingten Zusammenbleiben äußert, aber es heißt nicht, daß sie zwangsläufig darein münden muß. Sie bleibt ja, so sie gültig ist, selbst bei Trennung aufrecht, nur wird ihr praktischer Anspruch weniger konkret erfüllbar. Derselbe praktische Anspruch hat gar nicht selten zu Situationen geführt, wo das Zusammenbleiben mit aller Kraft aufrechtgehalten wurde, auch wenn die eigentliche Gestalt der Ehe gar nicht bestand. Denn um etwa die Verantwortung des Hauptes einer Familie, einer Ehe zu erfüllen, findet sich der Mann nicht selten in einer eigentlich unlösbaren Situation. Nicht weniger gilt vom Ehebruch zu sagen, der als Entgleisung eine Ehe keineswegs auflösen muß, wenn er sie gewiß auch mehr oder weniger schwer beschädigt.

Die Ehe aber auf ein "physisches Zusammenbleiben auf alle Fälle" zu reduzieren heißt, den Hund mit dem Schwanz wedeln zu machen, heißt vielfach sogar, die Ehe selbst ZUGUNSTEN des Bestehens des Zusammenseins aufzugeben. So seltsam das in mancher Augen klingen kann: Dauer kann zum Fetisch werden, der lieber die Erfüllung einer Ehe umgeht, um nur ihre Dauer nicht zu gefährden.

Denn das, was eine Ehe ausmacht, liegt zwar AUCH in ihrer Dauer, aber nicht nur. Sie ist vielmehr ein mutiger Abmarsch ohne Wiederkehr. Sie ist genau deshalb das ureigenste menschlich-schöpferische Projekt, das die jeweiligen Ehepartner zu einer Erfüllung ihres irdischen Lebens (und damit ihrer Seele) bringen kann, die sie ohne Ehe gar nie erreichen können.

(Weshalb auch andere, ja alle Lebensformen lediglich in einer anderen Form als "Ehe" aufzufassen sind; sind sie das nämlich nicht, sind sie regelrecht wertlos. Das reicht bis zur Bindung Unternehmer-Unternehmen, dem Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer, etc. etc. Die Ehe ist die Grundverfaßtheit der Welt überhaupt, die deshalb in der Krone der Schöpfung, im Menschen, ihre höchste Vollendung IM RAHMEN DER GESCHÖPFLICHKEIT DER WELT findet.)

Und zwar nur und gerade durch den Aspekt der Unauflöslichkeit, der die Leitlinien dieses Projekts vorgibt, und genau nicht heißt, daß beide unter allen, wirklich allen Umständen zusammenbleiben müssen. Denn nicht weniger unablösbare Wesensbestandteile sind Aspekte wie Offenheit für Empfängnis (weil ohne sie von einer Ganzbegegnung und -hingabe gar nicht geredet werden kann), ist vor allem ihre hierarchisch gestufte Verantwortung als Bereich dessen, was in dieses Projekt einzubringen ist. Denn nur dort, und nur dann kann von Ehe gesprochen werden, nur dort ist sie das, was sie überhaupt ist.

Die Ehe und ihr "Erfolg" kann aber nicht an Teilparametern abgemessen werdenn. Von der bloßen Dauer des trauten Zusammenseins kann sich dies etwa nur bedingt ableiten lassen. Und viele Ehen, die scheinbar so lange Jahre und Jahrzehnte bereits halten, "funktionieren" gar aus recht zweifelhaften Motiven - die Bequemlichkeit, die Angst vor einer radikalen Änderung der Lebenssituation sind dabei nicht die letzten. Nicht selten "funktionieren" Ehen nur deshalb, weil einer der Partner seine eigentliche Aufgabe und Stellung in ihr aufgibt. Denn sonst wäre auch dieses Zusammensein rasch an eine Grenze getrieben, wo sich "der Spaß aufhört", wie man so schön sagt.

Das alles ändert zwar nichts an der Notwendigkeit, um die prinzipielle Unauflöslichkeit der Ehe zu wissen. Aber sie ist nicht das Kriterium, das zu erreichen auch die lose Partnerschaft in der Lage wäre. Zusammenleben tun auch die Nachbarn in einem Mietshaus. Aber was die Ehe will und was sie kann und was sie soll, das ist qualitativ etwas völlig anderes, Höheres, als jede lose Partnerschaft je zu erreichen vermag. Sie ist das Projekt der Vervollkommnung des Menschen im Hineinwurf auf den je andersgeschlechtlichen Partner, auf daß beide zu einem Fleisch werden. 

Das kann auch kein regelmäßiges, per Handschlag vereinbartes Bettvergnügen auch nur annähernd erreichen. Denn eine Vereinbarung dieser Art heißt immer die Beschränkung auf Teilzwecke, und das Wesen einer solchen Zweckvereinbarung besagt, daß sie im letzten eigensüchtigen Zielen dient. Was immer sich solche Partner versprechen, und wie "ehrlich" immer sie es meinen mögen. Wer heiratet merkt, daß sich plötzlich etwas verändert hat, obwohl beide doch scheinbar das gleiche tun wie zuvor. Die diese Schritte aber nicht setzen, bleiben in einer "unteren Kategorie" stehen. Ihre Selbstüberschreitung unterscheidet sich in nichts von der, die ohnehin in jedem Alltag in liebender Bereitschaft, für den anderen sich aufzugeben, erfordert wird. Aber noch so viele scheinbare Früchte, noch so schöne Kinder oder großartige Heimstätten, die ein Außenbild ergeben "wie" es jedes Ehepaar auch (dabei oft sogar schlechter) bietet, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie um eine Dimension unter dem stehen, was jeder als Projekt beschließt, der heiratet. Bis zu dem Punkt, der in den allermeisten Fällen kommt, aber beide zwar in oft langer Gewöhnung aneinandergefügt, aber letztlich wieder alleine läßt. Durch nichts als Gewohnheit verbunden, die sich aber ändern kann.

Ehe, die aus ihrem Wesen heraus zum Sakrament drängt (das jede Religion wenigstens zu simulieren versucht, weil es nur in der Taufe dazu erfüllt wird), damit auch ohne Einbruch des Transzendenten unerfüllt bleibt, ist wesentlich etwas anderes. Und dieses Wesen ist auch nicht beschädigt, wenn im Bett eines Ehepaares kaum noch "was läuft". Oder vieles an der Ehe unterfüllt bleibt, was sie noch alles sein und werden könnte. Das man in der Eheschließung beginnt, und an dem man zeitlebens arbeitet. Sie ist von allem Anfang an weit mehr Belastungen ausgesetzt, die eben jede lose Partnerschaft elegant umschifft, die zwar alle positiven Früchte möchte, aber ... kostenlos. Denen aber genau diese Früchte in ihrer Tiefe - die oft gar nur wie Schmerz und Leid aussieht - vorenthalten bleiben, weil ihre ontologische Dimension unerfüllt bleibt.

Was sich mit Ehe und der in ihr fruchtbar werdenden Hingabe - bis zum Tod - erreichen läßt, kann durch eine lose Partnerschaft niemals erreicht werden. Wer heiratet, wer sich zu einer solchen Schicksalseinheit zusammenschweißt, greift damit weit über sie hinaus. Er versucht ein Schloß zu errichten, und selbst wenn es nicht allen gelingt, die Zinnen mit Gold auszubordieren, bleibt die Größe dieses Projekts unerreicht und großartig. Wer heiratet ist nicht mit der Reduktion der Partnerschaft auf eine Zweckgemeinschaft, wo man "ja auch alles hat, was ein Ehepaar hat", sogar Kinder, vergleichbar. Selbst wenn das praktische Zusammenleben an einen Punkt kam, wo es "nicht mehr geht."

Und selbst wenn die existentiellen Folgen für beide Hälften eines solchen in Gestalt unerfüllt bleibenden Ehe ruinös und katastrophal sind. So ist es gerade dieser Teil der Menschen, ja ist es gerade dieses Leiden an sich oder am anderen, auf den und auf das es ankommt. Damit sich Ehe doch noch, wenn auch anders, erfüllt. Ihren Sinn erfüllt.

Das sollten sich Ehepaare öfter vor Augen halten. Und gleich wieder vergessen. Um in jedem Fall an jene Grenze zu kommen, wo sie sich selbst überschreiten müssen, um überhaupt noch zu wachsen. Und das sollten sich auch viele vor Augen halten, die in einer Lebenssituation stehen, die sie kaum verstehen können, weil scheinbar alles in die Hose gegangen ist. Das mag für lose Partnerschaften zutreffen, für die nur solch eine Kosten-Nutzen-Rechnung bleibt. Aber es trifft nicht auf Ehepartner zu. Die ihre Ehe auch dann - wenn auch anders, wenn auch oft nur noch als Kreuz - leben und erfüllen können (und ... müssen), wenn sie getrennt leben. Nach wie vor sind SIE es, die diese Kultur (weil jede Kultur) halten. 

Auch wenn ihnen täglich neu jene Häme begegnen mag, die hier von jenen ausgeht, die dieses Projekt erst gar nicht begonnen haben oder dort von jenen, die zähneknirschend unter einer Situation leben, in der sie dem eigentlichen Wesen der Ehe und Liebe (die als schöpferisches Tun verlangt, dem anderen AUF SEINE WEISE zu begegnen, IN SEINER ART) ausgewichen sind, die sich also lieber dem anderen vorenthielten weil er sonst durchgedreht wäre, aber dafür ... nicht geschieden sind. Und vielleicht bei jeder Gelegenheit dem Enkerl direkt oder indirekt raten, nicht denselben Fehler wie sie zu machen. Denn das, was sie aus der Ehe ziehen, kann man auch billiger haben.



Nächster Sonntag Teil 2): Der Auftrag der Scheidung




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