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Montag, 31. August 2015

Ersticken der Vitalität

Zu einer interessanten Aussage kommt eine Studie über die Gebiete der ehemaligen DDR, dem heutigen "Ostdeutschland". Die Welt bringt ihre Ergebnisse, die darauf hinauslaufen, daß es einen recht deutlichen Zusammenhang zwischen der Dichte der Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst (Stasi) und der Vitalität eines Gebietes geben dürfte. Sie wirken bis heute nach. Zumindest ist das eine plausible Erklärung, denn die statistischen Zusammenhänge sind relativ leicht konstruierbar, und könnten als Beleg einer solchen Aussage interpretiert werden.

Waren in der gesamten DDR zunehmend und zuletzt gar bis zu 1 % der Bevölkerung (einer von hundert!) direkt (als Angestellte) oder indirekt (Informelle Mitarbeiter) im Dienste der Überwachung des Nächsten tätig, so ist auffällig, daß jene Gebiete, in denen es damals zu besonders dichter Bespitzelung gekommen war, auch heute die notleidendsten sind. Durch Abwanderung und mittlerweile muß man ja schon sagen: Entvölkerung, niedrige Geburtenrate, oder durch ungewöhnlich niedrige Selbständigenrate. Auch die Erfindungen (gemessen an Patenten) liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Das Vertrauen der Menschen zueinander und in die umgebende Wirklichkeit ist in diesen Gebieten ausgehöhlt,  und das wirkt sich zumindest unterbewußt offenbar selbst 25 Jahre nach der "Wende" als Mangel an freier Lebensäußerung aus.

Interessant dabei ist aber noch etwas anderes: Denn das Wissen der Menschen, ja deren Hoffen in einen Gott, der alles weiß, der aber die Wahrheit ist und die Macht für eine ausgleichende Gerechtigkeit hat, ist zu allen Zeiten für die Menschen befreiend gewesen. Offenbar bestehen die o. a. Zusammenhänge also nicht einfach in der Tatsache des Wissens, daß jemand "alles" weiß, sondern darin, daß diese Instanz die Wahrheit IST oder nicht. Nur davon nämlich hängt der Freiheitsgrad ab. Unfrei ist nur der, der gegen die Wahrheit verstößt, in die alles Irdische eingebettet ist, auf das sich alles Irdische bezieht. (Im persönlichen Gewissensleben und Urteilen läßt sich diese Gleichsetzung von Wahrheit, Freiheit und Allgemeinheit übrigens erkennen: der Rang einer Gewißheit hängt von ihrer Stellung als Allgemeines ab.

Aber es kann keine irdische Institution diese Wahrheit selbst SEIN. Selbst die Katholische Kirche tut dies nur, wo und soweit sie sich auf diesen Gott selbst beruft, und ihre identitäre Wahrheit ausschließlich auf die Sakramentalität bezieht. Die Aufgabe und Stellung der Kirche ist deshalb nicht, ein irdisch-gelungenes Leben zu bewerkstelligen, sondern diese Anbindung an die Wahrheit selbst für jeden Einzelnen herzustellen, zu fördern und zu schützen. Das ist ihr größter Befreiungsauftrag, das ist ihr Auftrag als Instrument in der Welt. Ohne Freiheit des Einzelnen ist ihr Auftrag nicht denkbar. Das gilt selbst dann, wenn der Einzelne seine Freiheit freiwillig aufgeben, jemandem anderen übertragen möchte. Auch im Ordensleben etwa kann es deshalb zwar zur freiwilligen Einschränkung der äußeren Lebensbetätigungen kommen, und das ist ja ihr Sinn sogar, aber nur, um dadurch die eigene, individuelle Freiheit (von irdischen Gebundenheiten) in ihr Maximum zu führen. Das bedeutet aber gleichzeitig, das individuelle Versagen des Einzelnen jederzeit zu riskieren und sogar: zu ermöglichen. Erst dann ist es ja Freiheit. Ohne freilich, daß eine Gemeinschaft (auf jeder Stufe) es dann auch akzeptieren muß. Freiheit hebelt also etwa nicht Strafe aus, sogar ganz im Gegenteil: Freiheit ohne Strafe und Sühne beim Verstoß ist gar nicht vorhanden. Wer einen Übeltäter nicht bestraft, ignoriert seine Freiheit als Akt gegen die Wahrheit.

Einen ganz anderen Anspruch stellt eine Diktatur, ja daran erkennt man sie. Sie zielt nämlich auf die innere Freiheit des Einzelnen. Indem sie sich anmaßt, von außen her diese Freiheit auch verordnend gestalten, vervollkommnen zu können, um so einen neuen, erlösten Menschen zu MACHEN - in seinem Inneren. Deshalb die Gewissens- und Gedankenpolizei. Eine Diktatur kann mit der Möglichkeit, zu versagen, zu opponieren, nicht leben; es wäre ein Selbstwiderspruch ihres Anspruchs. Deshalb bestraft eine Diktatur eigentlich gar nicht die Straftat, sondern die moralische Disposition dazu.

Während ein Staat von Freien die innere Disposition unangetastet läßt, aber auf die äußere Tat achtet, wenn sie real und sichtbar das Gemeinwesen schädigt. Erst dort ist das persönliche Leben auch von öffentlich-rechtlichem Interesse, und dort setzt das Recht eines Staates an.

Besonders heikel wird die Frage freilich dort, wo geistige Bedingungen existieren, die eine Zersetzung des Gemeinwesens intendieren. Bestehen solche Spaltungen eines Gemeinwesens auf Dauer, sind sie nicht isolierbar (man denke an die Ausweisung der Protestanten bzw. Katholiken aus ihren Ländern im 17. Jhd.) oder durch geistige Klärungsprozesse, die die Einzheit eines Gemeinwesens wieder herstellen, überwindbar, kann das nur in der Auflösung des Gemeinwesens enden. Weil die differierenden Zielsetzungen - eine davon muß ja gegen die Wahrheit sein, beide können nicht wahr sein - des realen Lebens zu einer Paralyse des Staates führen. Die Frage einer Diktatur ist also keineswegs einfach mit "Ablehnung in jedem Fall"* zu beantworten, und auch nicht von der einer Diktatur immanenten Logik aus zu lösen, weil von der Wahrheitsfrage nicht zu trennen.





*Das hat nicht zuletzt der "Arabische Frühling" gelehrt, der in der Beseitigung der jeweiligen Diktaturen, die ein gewisses Zusammenleben (mit Abstrichen auf allen Seiten) ermöglicht hatten, zum Auseinanderbrechen zahlreicher Staaten und einem aus dem Staatsverfall resultierenden Machtvakuum folgenden Chaos geführt hat, in dem die einzelnen Gesellschaftsgruppen nun um ihren Platz offen kämpfen müssen.




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Verstoß ins Chaos (1)

Einen lesenswerten Kommentar zur Rechtschreibreform, mit der man vor nunmehr schon 20 Jahren demonstrierte was passiert, wenn sich der Staat und pseudowissenschaftlich verbrämte, geistlose Bürokraten anmaßen, in die Sprache willkürlich und aus Zwecküberlegungen einzugreifen. Heike Schmoll weist dabei völlig richtig auf das hin, was bereits mehrmals an dieser Stelle als Folge des verbrecherischen Genderings aufgezeigt wurde: Sprache und Denken stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Eine willkürliche Veränderung des Sprechens, des Schreibens als Medium des Denkens erstickt die wahren Denkvorgänge, die tief unter jeder Grammatik und Orthographie liegen. Grammatik und Orthographie können deshalb niemals "von oben her" bestimmt werden, sondern Korrekturen sind nur dann zulässig, wenn sie als Wahrheit, als noch weitere, bessere Differenzieung nach außen drängen. 

Was Schmid natürlich nicht sagt ist, daß damit Sprache von Wahrheit nicht zu trennen ist. Die Auseinandersetzung um Sprachkorrekturen sind deshalb zutiefst politisch einerseits, metaphysisch anderseits. Zwar aber kann mit einer willkürlich, ideologisch veränderten Sprache die Metaphysik der Menschen beeinflußt und manipuliert werden, aber sie nimmt damit  in dem Maß, als die Sprache von der Wahrheit abweicht, der Sprache die befreiende, weltgestalterische Dimension. Denn jedes ideologische, willkürliche Werkzeug (und auch Vorgehensweisen oder Methoden sind Werkzeuge), vermag nicht eine "andere" Welt zu schaffen, sondern sie nimmt der Welt von ihrer Fülle, drückt sie ins Chthonische zurück - und das ist ein kultureller Rückschritt, ja im Fall der Entfesselung der Rechtschreibung ein Rückfall in die Barbarei, wie die FAZ auch schreibt. 

Vor allem hat sich der Schritt, die Sprache der Verfügbarkeit der Kinder und Jugendlichen zu unterwerfen - "schreiben, wie man spricht, wie es dem eigenen Formgefühl entspringt - als Öffnen der Büchse der Pandora entpuppt. Auch das hat der VdZ schon vor fünfundzwanzig Jahren zum Ausdruck gebracht. Das entscheidende dabei ist der prinzipielle Schritt, das prinzipielle Signal der seelisch-geistigen Bewegung der Kinder, die nicht mehr begreifen, daß man sich nach Sprache ausstrecken muß, daß es sogar durchaus mühsam ist, sie zu erwerben. Sprache muß aber übernommen werden. Sie hat historisch gewachsen und immer weiter ausgeformt, bildet damit den Boden, auf dem selbst jene stehen, die sie willkürlich verändern zu können meinten. 

Sie hat damit nur in der Tradierung, in respektvoller Übernahme und ebensolcher Weitergabe, die notwendige Autorität der Welterhellung und ist erst dadurch Gemeinschaftsstiftung. Wo jeder seine eigene sprache zusammenschustert, zerfällt eine Gemeinschaft in jedem Fall, und die Kommunikabilität dünnt sich erst aus, um sich schließlich ganz zu verlieren. Verweigert die Autorität - das ist in erster Linie die Mutter - diese Weitergabe, oder die volle Weitergabe, stößt man die Kinder ins gemeinschafts- und haltlose Chaos, hält ihnen das Instrument der Weltbewältigung in der Vernunft vor. Denn der Mensch hat NIE Sprache "er-funden". Er hat sie nur "ge-funden". Aber es findet nur, wer danach sucht, und bereit ist, aufzunehmen, was er findet.

Daß die Menschen über diese Zusammenhänge, über die entscheidende, weltbildende Rolle der Sprache wissen, auch wenn dieses Wissen nicht mehr bewußt oder sogar moralistisch verpönt ist, zeigt die alltägliche Erfahrung. In der die Reaktion der Menschen auf solche, die in der Lage sind, sich präzise auszudrücken, der Reaktion auf jene entspricht, die als "Mächtigere", Weltwirklichere erkannt werden.

Die Mär, daß wir heute halt in einer Gesellschaft dramatischer Umbrüche lebten, in der sich die Lebensweise durch Internet und social media radikal zu einer neuen und globalen Kultur umgestalte ist natürlich blanker Unsinn. Kultur setzt wesentlich tiefer und hautnäher an. Die Durchsetzung der Sprache mit Internet-Anglizismen etc. hat keine neue Kultur gebracht, sondern ist das undifferenzierten Gelalle einer zum Lebensgefühlsrausch entarteten Nicht- und Flucht-Kultur, die den eigentlichen Boden der Menschen gar nicht mehr umfaßt und ganz andere, nämlich chaotische, zufällige Paradigmen aktualistischer, nicht  mehr in der Vernunft verankerter Zweckhaftigkeit im Dienste der Ungestörtheit und Hermetik der tiefsten seelischen Schichten hat. Das Sprechen des Seins wird heute als (politically incorrecte) Störung bekämpft. Und da wird die Sprache als lästig empfunden, ihr Wert und ihr Wesen pervertiert.




Morgen Teil 2) Indoktriniert nicht auch die Mutter?






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Sonntag, 30. August 2015

Aufruf zum Kreuzzug

Vermutlich ist das der einzige richtige Weg, den der österreichische Klubsprecher des Team Stronach nun öffentlich gefordert hat: Indem er meinte, man solle 1000 österreichische Soldaten nach Syrien senden, die dort (und natürlich mit anderen Staaten zusammen) den Schutz bedrohter Bevölkerungsgruppen übernehmen sollten. Die Standardantwort der übrigen Politiker, daß dadurch der Konflikt mit den arabischen Staaten befeuert werde, zeigt hingegen die wirkliche Schwäche Europas.  Die die Nicht-Lösung der Konflikte, wie sie durch das Machtvakuum dieses geographischen Raumes - der Islam (als genuin politische Bewegung) verdankt ja sogar seinen Aufstieg eben solchem Machtvakuum, aus dem Rückzug des Römischen Reiches bzw. von Byzanz; die Geschichte wiederholt sich heute also - entstanden sind, der etwas wie IS regelrecht provozierte, dadurch verschleiern, indem sie einfach Europas Bevölkerung zur "Mitmenschlichkeit der Flüchtlingsaufnahme" vergewaltigen. Dadurch ihre Unfähigkeit, politisch zu handeln, wieder einmal auf die Bevölkerung abschieben.

Ja, das christliche Abendland hat die Pflicht, seinen Christenbrüdern beizustehen. Aber sie hat diese Pflicht nicht dadurch erfüllt, daß sie sie zynisch auffordert, ihre Heimat zu verlassen, und sich in Europa niederzulassen. Sie hat sie dadurch zu erfüllen, indem sie den Brüdern im Orient sehr real beisteht - mit Soldaten, mit Militär, durch Schutz. Daß die arabischen Staaten nicht in der Lage und wohl schon gar nicht willens sind, einen solchen Schutz zu gewährleisten, haben sie ja hinlänglich bewiesen. Und die Türkei, auf die manche als neue-alte Ordnungsmacht gesetzt hatten, hat sich längst offen aus dieser Hoffnung verabschiedet. Alle diese Staaten, einschließlich Persien, angezogen vom Machtvakuum, sehen mit der IS zumindest gewisse Eigeninteressen verbunden. Vernunft ist eben abhängig von der Wahrheit, und sie ist es deshalb analog oder zumindest psychologisch auch von dem, was jemand als Wahrheitsquelle definiert.²

Eine politisch-pragmatische Lösung (die auf eine ausdefinierte Vernunft verzichtet) hat man durch das katastrophal realitätsferne Agieren im "arabischen Frühling" vertan, wo praktisch alle gefallenen oder ins Chaos gestürzte Länder in Wahrheit ... pragmatische Verbündete Europas waren. In allen davon betroffenen Ländern - Irak, Syrien, Ägypten, Tunesien, ja sogar in Libyen, hätte es dort welche gegeben - haben Christen so gut wie unbehelligt ihr Leben leben können. Damit ist es heute vorbei, für eine wirkliche Befriedung ist die Situation aber viel zu komplex und widersprüchlich. Es muß deshalb ein Dämon gewesen sein, der Europa zu einer derartig verrückten Politik trieb, die Beseitigung ihrer Verbündeten zu fördern, und damit seine wirklichen Interessen - die Gemeinschaft mit den Christen dieses Raumes - aufzugeben.

Die Kreuzzüge, die man seinerzeit sehr richtig als Bruderpflicht verstanden hat, sind keineswegs beendet. Die Unterdrückung der Christen bzw. Nicht-Muslime im Islam, ihre Reihung als Bürger zweiter Klasse, ist keine Erfindung, sie ist selbst heute obligat. Und wir haben längst genug Mittel und institutionelle Wege, um Partialinteressen (deretwegen man die Kreuzzüge des Mittelalters ja verurteilt; ihnen sind allfällige Eskalationen zu verdanken, nicht dem Kreuzzügen an sich) zu beherrschen. Schon gar, wenn es sich um offizielle Interventionen durch Staaten handelt.

Kein Konflikt, schon gar, wenn er wie dort so grundsätzlich angelegt ist (die IS hat sogar offiziell die Vernichtung des Westens zum Ziel erklärt - worauf wartet man also?), wird durch Beschwichtigung und Wegsehen gelöst. Die Grundauseinandersetzung mit dem arabischen Raum (der sich erst später den Mantel des Islam umgehängt hat), die im Mittelalter anhub und in der Neuzeit lediglich mit dem Einrichten eines Sperriegels an Europas Grenzen "bewältigt" wurde, also das Problem schlicht ignorieren zu können meinte, ist noch lange nicht ausgestanden. Und sie wird es schon gar nicht, indem man so tut, als könnte man sie vermeiden. 

Denn das sehen nur die Europäer so, und keineswegs aus "edlen Motiven", sondern aus Schwäche. Während die Zeichen zunehmen, daß sich starke Kräfte aus diesem Raum bilden, die den Konflikt offen sogar nach Europa tragen wollen. Hier wird durch Beschwichtigungstaktik als kein Krieg dauerhaft vermieden, sondern so lange hinausgeschoben und ignoriert, bis er nicht mehr eingrenzbar ist und als zwölfköpfige Hydra aus dem Dunkel plötzlich im Tageslicht ersteht. Vermutlich ist sogar der Konflikt um Israel nie anders zu lösen - als durch militärisches Eingreifen Europas, das die Aufrechterhaltung von Grenzen und Vereinbarungen garantiert.*

Man könnte dabei durchaus die unlösbare Lage im Orient wieder einmal als Folge von Partialinteressen sehen, wie speziell bei den späten Kreuzzügen, die eine solche Gesamtreaktion Europas verhindern. Denn wenn dieser Raum heute auch von China als höchst sensibler Raum gesehen werden muß, dann, weil vor allem die USA dort ihr globales Machtsüppchen - als Partialinteresse - auskochen möchten. Aber statt die Allianz mit Rußland und ein einiges Europa zu suchen, flüchtet sich Europa lieber ein einen Stellvertreter-Konflikt mit seinem östlichen Lungenflügel. Weil es die Augen davor schließen möchte, daß es auch hier um einen tief religiös-ontologischen Konflikt geht: um das Schicksal der Welt als Ort des Kampfes gegen den inkarnierten Gott. 

In Wahrheit sprechen wir hier also nicht von einer Möglichkeit, sondern - von einer Pflicht. Wer aber sein Schicksal nicht freiwillig wählt, wird nicht nur von ihm gezogen, sondern beherrscht, anstatt es zu gestalten.





²Einzig die Monarchie Jordanien scheint eine gewisse Ausnahme zu bilden. Geschützt von einer starken Polizei, die eine Medienberichten zufolge bestehende Atmosphäre der Duldung zwischen Volksgruppen und Religionen überwacht, fällt das Land durch die enorme Menge an Flüchtlingen auf, die es aufgenommen hat, und die es auch assimilieren wird müssen. Denn von den 1,5 Mio Flüchtlinge bei 6 Mio Einwohnern werden nur noch wenige in ihre Herkunftsländer zurückkehren, das scheint klar, die Zerstörung der gesellschaftlichen Ordnung in Syrien und dem Irak ist nachhaltig. Freilich, um als Ordnungsmacht einzugreifen ist das Land nicht stark genug. Daraus aber Folgerungen und moralische Forderungen für Europa zu erheben, wie es die FAZ in dem Artikel macht, ist aber lächerlich.

*Daß Österreich vor Jahren ausgerechnet die Beteiligung daran stornierte und seine Soldaten vom Golan zurückzog, um sie wieder zu Filzpatschen und Kakaodeputat am heimeligen Kaminfeuer in den Alpen zurückzuziehen, "weil es brenzlig werden konnte", enthebt das Land sowieso des Rechts auf eine moralische Stimme. Umso hochmoralischer belasten die Politiker heute die Bevölkerung mit Flüchtlingsfürsorge, denn Wohlstand, Lebensstabilität ist das, was Politiker eben nicht generieren müssen. Von dem sie aber umso eifriger nehmen können, weil die immer noch vorhandenen schöpferischen Menschen des Landes zäh genug sind, sich wieder und wieder neu aufzustellen.






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Italien nach dem Krieg




Gesehen auf everyday_i_show





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Samstag, 29. August 2015

Wie man es gerade braucht (2)

Teil 2) Auslieferung ans Chaos - Die Apokalypse als Lebenswirklichkeit




Gestatte der Leser aber nun ein Wort zu dem so oft anzutreffenden Wort der "Stereotypen". Mit dem nämlich sehr gezielt verleumdet wird, auf der einen Seite, mit dem auf der anderen eine Verkleinbürgerlichisierung der Ehe und Familie gerechtfertigt wird, anderseits. Beides ist falsch. Denn es ist zwar richtig, daß das "Richtige" - das Hereinwehen der ideas in Gott, aus Gott, aus seinem ordo - nicht einfach in einem Bild erstarrt vergegenständlicht werden darf. Anderseits aber ist die Wirklichkeit von Mann und Frau, aus der dann auch die Familie hervorgeht, in die umgekehrt sie eingebettet ist, als "Haus", als "Dach", die die Beziehung der Teilglieder definiert, in ihrem Wesen sehr wohl definiert, unterliegt also nicht dem historisch Relativen. 

So wie jede Gegenwart, ist also auch die Realität von Ehe und Familie (aber auch der Geschlechter in ihrem Zueinander) nur aus diesem Wesensverständnis heraus begreifbar. Sie sucht sich also in einer Zeit zwar ein gewisses je nur relatives Kleid, aber dieses Kleid umhüllt, sozusagen, immer dasselbe Grundgerüst der Eigenschaftlichkeiten. 

Mann, Frau, Ehe, Familie sind also keine "Stereotypen", deren Gestaltung einer aktuellen Meinung unterläge. Sie wären es bestenfalls, wenn die Frau heute noch Reifröcke suchte, und der Mann den Vatermörder trüge. Das waren jeweils historisch relative Ausdrücke. Aber die Grundwahrheit und -wirklichkeit dahinter ist auch heute völlig unverändert - dieselbe. Diese ist kein Stereotyp, sie ist ein Wesensgesetz der Menschen und der Kultur, das keine historische Gegenwart jemals auch nur ein wenig verändern könnte. 

Verändert werden kann bestenfalls die Wahrnehmbarkeit dieser Wesenswirklichkeiten. Die "Meinung" darüber. Die damit aber zur Aussage über das eigene Verhältnis zum Sein gerinnt.

Die Politik, und schon gar eine "Familienpolitik", kann nicht von einem historisch-relativen Meinungsbild ausgehen. Sie muß von einer klaren Anthropologie ausgehen. Die Frage nach der Wahrheit nicht irrelevant oder Ergebnis aktueller "Meinungen". Denn sie ist entscheidend für das Gellingen von Lebensentwürfen. Und im Falle der Familie lebenswichtig für einen Staat. Denn wenn die Familie nicht gelingt, nimmt die gesamte Schaffenskraft eines Staates Schaden. Das beginnt vor allem bei der Identitätsbildung, und geht bis hin zu praktischen Fragen der Generationenfürsorge und Regenerationsfähigkeit von Leistungskraft.

Es wird zwar zu allen möglichen "wilden" Formen und Lösungsversuchen des Zusammenlebens der Geschlechter kommen, diesen Wildwuchs haben wir ja bereits heute. Aber es wird zu keinen gelungeneren Leben kommen. Vielmehr wirft ein Staat, der die prinzipielle Ordnung der Familien und ihre Stellung in der Gesellschaft den Beliebigkeiten und Versuchen der Menschen überläßt, seien Bürger grundsätzlich in ein Chaos. Und verbraucht seine gesamte Lebenskraft schon darin, daß sich die Menschen ihren Platz und "das Richtige" mühsam und meist schon über ihre gesamte Lebensspanne erstreiten müssen. 

Dinge, die eine gesunde Staatsordnung schon dem Menschen zum Ende der Pubertät zu treuen Händen übergibt, sodaß er mit gesichertem Boden in die eigentliche Lebensgestaltung hinaustreten kann,  werden stattdessen zum lebenslangen, kräfte- und substanzraubenden Kampf aus "try and error", mit der Schwierigkeit, daß sich keine Lebensentscheidung wirklich wiederholen läßt, weil aus jedem Fehler auch Folgen entstehen, die die nächste Stufe der Entscheidung bereits schwer belastet.

Mit Umfragen wie der erwähnten holt sich eine Politik lediglich die Legitimation, durch ideologische Zielsetzungen eine Politik der Zersetzung weiterzuführen. Sie liefert ihre Zukunft dem Chaos aus, und raubt einem Volk seine Lebenskraft.





*Wie sie Apokalypsen sind, die eine ganz simple Realität des Menschseins selbst darstellen. Weil sie ja in Wahrheit eine ontologische Grundverfaßtheit des Menschen anzeigen: das Wissen um ein Ende der Welt, das wiederum hier aus dem der je eigenen Erfahrung entsprungenen Wissen um ihre menschenbedingte Gefährdung und Endlichkeit, dort aber aus der Erfahrung, daß die Welt ihr Sein einem personalen Du verdankt, dem gegenüber das eigene Leben ein Verhalten ist, entstammt. Weil aber der Mensch IMMER dem aktuellen Anruf gegenüber in Nachzug ist, ist er immer in einem Sündeverhältnis diesem Sein gegenüber - der Mensch ist also immer in einer Situation drohender Strafe. 

Die Frage die es zu lösen gilt ist also lediglich, wie er sich dieser Strafbewußtheit, dieser objektiven Schuld dem Sein gegenüber verhält. Eine Zeit wie die unsere, in der ein sich zum Autonomismus amputierter Mensch wiederfindet, die deshalb ein so schwer gestörtes und in diesem Autonomismus gar nicht lösbares Verhältnis zu Schuld und Geschuldetheit hat, muß also zwangsläufig eine Apokalypse fürchten. 

Und sucht dabei hauptsächlich zwei Auswege aus dieser sehr realen, ontologisch begründeten Verzweiflung, die sich in Grundströmungen wiederfinden, die sich teilweise gegenseitig unterfassen: Der eine hat mit dem Irrationalismus zu tun, der oben erwähnt wurde. Gott und Welt haben nichts miteinander zu tun. Hier steht neben ideologischen Heilskonstrukten genauso der Islam am Ende dieses Weges als "Leuchtmarke", wie es die zahllosen esoterischen Gebäude sind, samt deren Abgüsse in Strömungen  des Neuheidentums. 

Eine andere Strömung darin ist die Wendung zum Subjektivismus, der "Selbstbestimmung der Heiligkeit", um es salopp zu formulieren. Hier sind vor allem die zahllosen protestantischen Bewegungen (die längst auch die katholische Kirche erfaßt haben, ausgehend von der praktischen Liturgiereform 1970ff bis zu den Erneuerungsbewegungen, und nun - nach dem ersten Ankünder, Johannes Paul II., nun endgültig im Papst selbst) zu nennen, denn der Protestantismus IST seinem Wesen nach diese Invertierung, diese Reflexivität. 






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Ohne Viehzucht kein Ackerbau

Zum Abschluß dieser Reihe mit Udo Pollmer ein letzter Höhepunkt: Wird mit dem Vegetarismus die Welt gerettet? Denn auf diese Formel läuft es ja längst hinaus. Vegetarismus ist ein Teil der Weltrettungsreligion, und war es auch immer, die historischen Beispiele von Vegetariern sind mit Adolf Hitler noch lange nicht erschöpft. Und die Parallelen sind größer, als die Weltretter hören wollten.

Einfaches Fazit: Ohne Tierhaltung würde auch der Pflanzenanbau praktisch zusammenbrechen. Beides braucht einander. Eine Umstellung auf Vegetarismus würde weltweit die substantiellen Ernährungsprobleme dramatisch erhöhen, denn ohne den von Tieren gelieferten Dünger würden sich die Pflanzen ungenügend entwickeln, und der Ertrag würde zurückgehen, würde man nicht zu chemischen Düngern greifen. 

Biologischer Landbau und Vegetarismus schließen sich deshalb aus. Nur im Kreislauf Ackerbau - Viehzucht ist nachhaltige Landwirtschaft möglich. 







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Freitag, 28. August 2015

Wie man es gerade braucht (1)

Der Wert von Studien, die Meinungen oder Stimmungen in der Bevölkerung erheben, ist prinzipiell von größer Fragwürdigkeit. Studien über Studien haben ergeben, daß ein und dieselbe Fragestellung innerhalb kürzester Zeit bei derselben Zielgruppe sogar gegensätzliche Aussagen erbringt. 

In der jüngst vom Familienminsterium in Auftrag gegebenen und in der Presse veröffentlichen Studie etwa wird den jungen Menschen in Österreich attestiert, zwar noch zu 29 Prozent einem höchst traditionellen Familienbild nachzuhängen, gleichzeitig wird die Aufweichung der "Rollenstereotypen" von Mann und Frau von recht hoher Zustimmung begleitet. 

Nun soll gar nicht darauf eingegangen werden, daß schon alleine die (fast jährlich stattfindenden) Jugend-Werte-Erhebungen Ergebnisse erbrachte, die diesen Aussagen widersprechen. Denen gemäß nämlich (seit vielen vielen Jahren völlig unverändert) mehr als 90 % der Jugendlichen mehr oder weniger das traditionelle Familienbild als Lebensideal sehen, 50 % sogar mit der Frau in Heim und Herd. Eine jüngst in einer österreichischen Links-Zeitung veröffentlichte Erhebung brachte überhaupt eine Sensation ans Tageslicht: Praktisch sämtliche jungen Frauen wünschen sich einen "leicht überlegenen" Mann, praktisch sämtliche jungen Männer eine "leicht unterlegene" Frau als Wunschpartner.  Auch das also können Studien produzieren, wenn sie es wollen.

Allesamt aber sind das sowieso Befindlichkeiten und Werte, die tatsächlich höchst direkt auf metaphysische Aussagen verweisen, wie sie die Politik seit Jahrzehnten in bemerkenswerter Konstanz brutal ignoriert.

Weshalb sich auch niemand darüber Gedanken macht, warum es vergleichsweise nur so wenigen gelingt, ihre Wünsche zu realisieren. Die Single-Quote unter den 30-40jährigen ist mittlerweile beachtlich und geht gegen 50 %. Ein volkswirtschaftlicher Irrsinn, übrigens, denn er führt neben der Einbuße an Lebensqualität (und daß das die Menschen auch so erleben, zeigt alleine der Boom der Partnerbörsen), neben der Überwälzung zwischenmenschlicher Selbstverständlichkeiten auf öffentliche Einrichtungen, eine Ineffizienz der Infrastruktur mit sich, die sich kein Staat leisten kann. Von den Scheidungsquoten gar nicht zu reden, die ebenfalls schon nur aus volkswirtschaftlichen Gründen für einen Staat eine Katastrophe darstellen, denn auch die Scheidung, das Zerbrechen von Lebenswürfen, raubt einer großen Bevölkerungsschichte Lebenskraft, Wohlfahrts- und Schaffenspotential. (Das wird durch soziale Ersatzengagements für Klimawandel-NGOs und Walrettungsfahrten zum Nordpol nicht besser, im Gegenteil: effizienter und dauerhafter kann man menschliches Potential gar nicht vernichten.)

Solche Gegebenheiten sind es aber, die die Kraft eines Volkes schon alleine dafür aufbrauchen, sich irgendwie wenigstens in ihrer höchstpersönlichen Situation zurechtzufinden - anstatt ein Lebenswerk aufbauen zu können. Berufe, Identitäten werden schon deshalb zu Jobs, zu temporären Geldversorgungstätigkeiten. Wie sich auf diesem Weg je eine berufliche Tätigkeit zu seiner höchsten Kompetenz, dem Übergehen zu einer Kunst, erheben soll, bleibt damit gleichfalls ein Rätsel. Berufliche Engagements, die mehr sind als bloße technizistische Ablaufbewältigungen, werden schon deshalb immer seltener - wir können gar nicht mehr mehr als exakt abgezirkelte Fließbandzureichungen. Und zwar auch in den sogenannten "geistigen" Berufen, man sehe doch alleine die Entwicklung des Rechts an.

Das einzige, was diese (und ähnliche) Studien produzieren sind deshalb Beweise, daß Manipulation und Täuschung durch die Politik und die Propaganda funktioniert. Daß sich Politik - Gnade der Demokratie, die ja nur je 4 Jahre bestehen muß, dann beginnt ohnehin das Spiel von neuem - auch durch Ignoranz der wirklichen Wirklichkeiten, durch Sturmlauf gegen das Sein, irgendwie am Leben halten kann. Zumindest eine gewisse Zeit. Zumindete solange es gelingt, die Menschen mehr und mehr von ihrer substantiellen Wahrnehmung in Pseudologiken abzudrängen, bis ihr Denken so wirklichkeitsleer wird, daß die Welt überhaupt nicht mehr denkbar scheint, also kann man sie gleich als irrational klassifizieren und Politik durch umgebogene große Gefühle bestimmen lassen.*

Denn Meinungen sind meist kaum mehr als Aussagen über das, was jemand meint, als Sicht der Welt sagen zu sollen. Aufbauend auf einem Wissen, das immer ein Glaube an das ist, was als "gewußt", also als gesicherte Aussage über die Welt, angenommen wird. Schon das läßt erahnen, wie leicht solche Meinungen beeinflußbar sind, wie sehr momentbezogen deren Erhebung ist, und wie wenig sie über einen Gegenstand überhaupt aussagen können.

Denn die Herangehensweise an die Ehe und Familie ist keine der Meinung. Sie ist eine der Philosophie, genauer: der Ontologie. Denn Ehe und Familie sind keineswegs kulturellen Beliebigkeiten unterworfen, auch wenn das praktisch so behandelt wird. Aber so zu tun, als sei Familie und Ehe beliebig gestaltbar, zeigt bereits eine philosophische Vorentscheidung, zeigt die Zustimmung zu einer Metaphysik, die sehr wohl Gegenstand von Denkbemühungen sein muß und kann. Sie als beliebig der Zeit unterworfen anzusehen ruht nämlich bereits auf einem materialistischen und relativistischen Weltbild auf. Da nützt es wenig, wenn Freiheit dann hineingeredet wird, indem die Familienministerin Karmasin* großmundig verkündet, sie wolle niemandes Lebensgestaltung vorgeben, es brauche jeder die Freiheit, das Lebensbild zu verwirklichen, von dem er überzeugt sei. Das sind nicht nur leere Wort, es sind sogar Lügen.



Morgen Teil 2) Auslieferung ans Chaos - Die Apokalypse als Lebenswirklichkeit




*Gestatte der Leser ein Wort zu Sophie Karmasin, an der nämlich tatsächlich etwas für Politiker heutigen Zuschnitts Typisches auftritt (das auch über die Grünen oder manche Bürgerbewegungen schon vor geraumer Zeit hier gesagt wurde). Der sich ja nicht mehr als Stand begreift, sondern seinen "Job" erledigt, bis er genug davon hat, oder abgewählt wird. Entsprechend hoch ist die Quote an Quer- und Neueinsteigern geworden. Sie zeigen allesamt ein Charakteristikum: Sie treten ein Amt an, das sie im günstigsten Fall nur so lange bekleiden, bis sie wenigstens etwas Kompetenz in dem entprechenden Sachgebiet errungen haben. 

Es wird schon zur üblichen Praxis, daß wir es mit Politikern in Ämtern zu tun haben, die zwar gleich mit voller Kraft - überhaupt, weil immer mehr "Kraft zur Erneuerung" zum Kriterium wird - mit dem "Wirken" loslegen, aber dies in einer Unbedarftheit und Ahnungslosigkeit tun, die jede Grenze des Gemeingefährlichen überschreitet. Man muß - nicht nur bei Karmasin - den Eindruck gewinnen, daß es oft Jahre und zahllose Fehlentscheidungen sowie irreparable Zertrümmerungen braucht, bis ein Amtsträger allmählich die Dimensionen seines Wirkens zu reflektieren und zu begreifen beginnt. Ganz offensichtlich entsprechen die Mechanismen, die zur Wahl führen, nicht jenen Kriterien, die bei Erlangen des Amtes gebraucht würden. 

Bis zu einem gewissen Grad ist ein Lernen in einem Amt natürlich notwendig und tolerabel, weshalb jeder Politiker bei Amtsantritt gut beraten wäre, möglichst vorsichtig ans Werk zu gehen. Wir haben es aber offenkundig zunehmend mit "Lehrlingen" zu tun, die nicht im Übungskasten, sondern bei voller Registratur "üben". Und die Politik offensichtlich auch als Übungsplatz betrachten! Das zeigt sich nicht zuletzt darin, daß immer mehr Politiker NACH ihrer (immer kürzeren) Politkarriere "in der Wirtschaft" erst so richtig einen Aufgabenbereich finden.





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News from a settled science




Bild: Science Sceptical






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Donnerstag, 27. August 2015

Alles andere ist kiki

Wer etwas werden will, der muß möglichst viele Ausbildungen, Zeugnisse, und vor allem namhafte Ausbildungsinstitute auf seiner Vita habe. Der muß ein Jahr im Ausland gewesen sein, muß wissen, wieviel er verdienen wolle, und sich tüchtig verkaufen, etwa auf Jobmessen präsentieren. So hört man es zwar oft, und zwar vor allem bei Bewerbern, die das als Plan realisiert haben. 

Aber die Realitiät sagt etwas anderes: Wie eine Untersuchung von 36.000 Bewerbern und Anbietern bei Jobbörse zeigte, klaffen nämlich die Vorstellungen von Bewerbern und Anbietern deutlich auseinander, was als Kriterium zählt. Denn alle diese Dinge mögen nett und amüsant sein, aber sie sie geben nicht den Ausschlag, und erzählen oft etwas ganz anderes, als der Bewerber meint und weiß.

Eher sogar im Gegenteil, so sieht es auch der Verfasser dieser Zeilen (VdZ). Diese Auffassung von "Tauglichkeitserweis" mag zwar für Institutionen gelten, die geprägt von Wirklichkeitsferne sind, wie politische Ämter und Verwaltungsbehörden (und immerhin sehen 50 % aller Studenten ihre Zukunft in solchen geschützten Bereichen). Aber in der Arbeitswirklichkeit zählen ganz andere Faktoren - zählt nach wie vor eines: Wie interessant ist ein Bewerber wirklich. Aus einem gar nicht wirklich eingrenzbaren persönlichen Eindruck, seiner wirklichen Wirklichkeit. 

Das ist nicht meßbar, das ist nicht vortäuschbar (bzw. nicht auf Dauer), und das ist auch nicht erzwingbar durch Zertifikate. Alle diese Instrumentarien sind in Wahrheit weit fraglicher, als sich viele träumen lassen. Schon gar, wenn Menschen glauben, daraus einen Anspruch auf Vertrauen durch einen Arbeitgeber abgeleitet sehen zu müssen. Und wenn jemand gar noch mit "objektiven Qualifizierungskriterien" daherkommt, sollten endgültig alle Alarmglocken läuten. (Was für bestimmte Anforderungen natürlich auch gelten muß - ein Stelle als Chemiker anzustreben, ohne die Chemie anforderungsgemäß zu kennen, ist damit nicht gerade gemeint.)

Wer viele Zeugnisse hat und vor sich herschiebt, hat aber oft nicht mehr bewiesen, als daß er viel zu viel Sitzfleisch hat, um Weisheiten und vorgetragene Meinungen einfach zu übernehmen und sich und sein Denken speziellen schulischen Anforderungen gleichzumachen. Zeigt, daß er viel zu sehr Angst vor den Realitäten hat, auf die er sich nicht, wie es oft heißt, "vorbereitet", sondern denen gegenüber er sich abzusichern trachtet. Wer als junger Mensch viel im Ausland war zeigt, daß er finanziell gut ausgestattete Eltern hat, oder weiß, wie man Förderinstrumentarien mobilisiert - aber mehr Lebenserfahrung läßt sich keineswegs daraus ablesen, denn gerade hier zählt Qualität, nicht Quantität. Wer als dummer Mensch ins Ausland fährt, wie noch dümmer zurückkommen, zumindest weil er nun gar glaubt, überlegen zu sein. Stellenanbieter wissen außerdem oft viel zu gut, daß solche Auslandsaufenthalte häufig bessere Urlaubsverlängerungen sind. Vielleicht, weil sie es von sich selber wissen.

In jedem Fall versagen alle Patentrezepte, die laudauf landab verkündet werden, so viel ist sicher. Wer sich erfolgreich bewerben möchte, wer etwas im Leben erreichen möchte, sollte deshalb vor allem eines beweisen: Daß er den offenen, wachen Blick für den Kairos, die Anforderung des Augenblicks hat, in dem er sich an eine Sache hinzugeben bereit ist. Weshalb er noch genug Potential hat, sich an einer Tätigkeit selbst formen, sich ganz konkret auf sie hin prägen zu lassen. Denn das ist der eigentliche Sinn jeder menschlichen Tätigkeit.




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Längst die Meister im Film

Hollywood macht die größten Filme? Das war einmal. Schon seit Jahren beobachtet der VdZ, daß China großartige Filme produziert. Leise, laute, große, kleine. Aber die Komptetenz für Spannung und Poesie liegt längst in Peking. Das sagt viel, und mehr als Börsenkurse. Hollywood ist doch nur noch eine müde Selbstimitation.

Einer der großartigen Filme aus China der letzten Jahre - auch wenn einmal bombastisch (auch das kann China längst besser als das eingesüffte Hollywood) - hier. THE ADMIRAL - ROARING CURRENTS. Dramaturgieverständnis pur, ohne je in widerlichen Spielberg-Schwulstdreck überzukippen, und dennoch artifiziell,. und sogar erkenntniserweiternd, ohne Zeigefinger. Auch nicht "natürlich", wie österreichische Ahnungslosigkeit und verborgene Destruktivität im Film postuliert weil sie das Ende der Spannungsbahn der Menschlichkeit überhaupt anzielt. Wo völlige, rousseauversiffte Ahnungslosigkeit über Natur selbst herrscht. Natur aber ist, wo sich der Mensch gestaltet. Nicht, wo man ihn beim Wichsen erwischt.

Sie haben die besseren Drehbücher, die besseren Regisseure, die besseren Schauspieler. Das sollte - über China - nachdenklich machen.

Denn in diesem Film weht die Ilias herüber, und man ahnt, was die Griechen bei Salamis bewegte, die in einer ähnlichen hoffnungslosen Unterlegenheitssituation das Abendland gegen die Vermassungs-Mentalität der Kleinasier gerettet haben. Der durchschnittliche Europäer freilich kann das gar nicht mehr begreifen. Hatten die keine Pensionsberechtigung? Waren schön blöd.

Umso mehr wird der durchgefickte Leerläufer - der heutige Europäer - sich für solche Filme begeistern. Eine Prognose.







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Mittwoch, 26. August 2015

Verrat an der eigenen Natur

Auch diese Erzählung ist eine haltlose, vom ideologisierten Sollensdenken geprägte Legende: Frauen in Führungspositionen brächten mehr Empathie und Menschlichkeit ins Geschäftsleben. Das ist nicht der Fall. (Und es ist auch gar nicht wünschenwert.) Ja, nicht nur unterscheiden sie sich in ihrem Verhalten nicht von männlichen Kollegen, sondern sind tendentiell sogar noch härter, manipulativer und durchsetzungsbewußter. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Heilbronner German Graduate School of Management and Law, in denen 500 deutschen Führungskräfte, darunter 200 Frauen, untersucht wurden. 

Das Geschäftsleben selbst ist es, das männliches Verhalten fordert. Und keine Quote und kein Mythos von mehr "Weiblichkeit als Bereicherung in Führungsebenen" wird das je ändern. Aber mehr noch, denn es geht eben gar nicht um bloßes Verhalten. Es  darauf herunterzubrechen verkennt das wahre Wesen der Führungsaufgabe, die nur "auch" von besonderem Sachlichkeitsgebot und der Integritätsforderung dem Amt, der Figur gegenüber geprägt ist.

Wo eine Frau sich nicht vermännlicht, hat sie im Geschäftsleben rein sachlich schon keine Chance. Auf Führungsebene kommt sie nur, wenn sie genauso brutal, machtbewußt und narzißtisch ist, wie die Männer. - So könnte man also zwar sagen, aber auch das stimmt nicht. Wer "Führung" aber so denkt, hat eigentlich seine Aufgabe bereits verfehlt, denn er bricht Führen und Position auf Ablauf und Funktion um. Das ist aber nur ihre eine Seite. Die andere ist die pure Stellvertretung des Ganzen, des Unternehmens. Und dort hat subjektives Gehabe - und als solches wird Fraulichkeit gerne definiert - erst recht keinen Platz, je höher - desto weniger.*

Wer aber in so einer Position meint, er müsse sich ständig "durchsetzen" und beweisen, hat sie gar nie inne, ist nur illegitimer Anwärter darauf, um sie irgendwann endlich mit Gewalt an sich zu reißen, und dann ohne Unterbrechung verteidigen zu müssen. Autorität kann aber nur das Amt selbst geben. Sein Träger muß sie lediglich erfüllen, tragen. Sie ist eine identitäre Frage. Und in dieser ist eine Frau prinzipiell fehl am Platz, deren Aufgabe nicht das Aufgehen in Formalerfordernisse ist, sondern das genaue Gegenteil: Garten, Chaos zu sein, in dem sich diese Anforderung je neu belebt.

Wer hat aber je anderes gesagt? Ist es nun sinnvoll, über die Brutalität des Geschäftslebens zu lamentieren, dessen Weichspülung zu verlangen? Ganz gewiß nicht, diese Alternative besteht gar nicht, und schon gar nicht kann sie verordnet werden. Und wo läge auch ihr Sinn? 

Das öffentliche Leben selbst, ob in Politik oder Wirtschaft, ist seiner Natur nach männlich. Nicht in seinen Funktionen, das nur immanent, sondern in seinem Wesen. Es kann auf Dauer nur aufrechterhalten bleiben und funktionieren, wenn dieses Wesen nicht als naturfremd betrachtet werden muß, wie es bei Frauen der Fall ist. Denen nur fragmentierte Funktionalität, soweit man sie halt überblickt, als Verhaltensordre zur Verfügung steht.  Damit zerfällt aber eine Führungsposition, verliert ihr Ganzes.

Das war noch nie anders, und das wird nie anders sein. Oder es wird gar nicht mehr sein. Und das ist der Grund, warum das öffentliche Leben, die Aufrechthaltung und Bestimmung von Ordnung, weitgehend und zu allen Zeiten und an allen Orten von Männern bestimmt wurde. Wo das nicht der Fall ist, zerfällt Autorität und Ordnung.

Männer, die das aber NUR können, wenn sie einen Gegenpol haben: Den des Weiblichen, des anderen, des Nährenden, Hegenden, Regenerierenden, das nicht auf Außenwirkung und Figurendiktat achten muß, geschützt von den Mauern, mit denen die Gärten der Lebensquellen umgeben sind. Aus denen die Männer die Kraft schöpfen, sich in der Sachlichkeit des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens nicht zu bloßen Burnout-Opfern umzuprägen, sondern dieses rein sachliche, männliche Leben je neu mit Menschlichkeit zu durchwirken, ohne die eigene Natur unterdrücken oder verraten zu müssen.

Wo das nicht der Fall ist, zerfällt nämlich auch das Führungspotential der Männer. Weshalb in Zeiten, wo das öffentliche Leben frauendominiert ist, auch Männer führungsimpotent, Leitung und Führung als sachliche, kulturelle, verbindliche Matrix aufgelöst werden. Sodaß auch Männern nur noch Funktionaltät und letztlich diktatorische Totalitarität bleibt. Das sicherste Zeichen, daß eine Ordnung nicht mehr ordnet, hält, sondern bereits zerfällt oder schon zerfallen ist.




*Es ist deshalb ein Zeichen fehlender Unternehmenskultur und -stärke, wenn Führungspositionen ständig volatil gehalten, zur Beute des aktuell je "Besseren" erklärt werden. Unternehmen, die so denken, berauben sich ganz sicher ihrer innovativen Kraft, weil ihnen jenen Gelassenheit an der Spitze fehlt, die aus dem Abstand des "Nicht-pausenlos-Müssens" wirklich neu denken, das persönliche Potential eines Amtsträgers nützen kann.





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Chimäre der Weltformel

Der VdZ  hat den Leser ja vorgewarnt - er hat sich v. a. früher sehr für Statistik interessiert, weil sie ein hervorragend geeignetes Phänomen ist, um zu verstehen, was heute passiert. Über seine Affinität zu Zahlen hat er ohnehin nie ein Hehl gemacht. Nun hat er sich also doch wieder etwas damit auseinandergesetzt, und dazu einen ausgezeichneten, interessanten Text eines Forschers des Max Planck-Instituts für Humanwissenschaften, Gerd Gigerenzer,  gefunden. Das einleitende Wort ("The Abstract") soll dem Leser nicht vorenthalten bleiben.

The application of statistics to science is not a neutral act. Statistical tools have shaped and were also shaped by its objects. In the social sciences, statistical methods fundamentally changed research practice, making statistical inference its centerpiece. At the same time, textbook writers in the social sciences have transformed rivaling statistical systems into an apparently monolithic method that could be used mechanically. 
The idol of a universal method for scientific inference has been worshipped since the “inference revolution” of the 1950s. Because no such method has ever been found, surrogates have been created, most notably the quest for significant p values (Wahrscheinlichkeitswerte bzw. Signifikanzen; Anm.).  
This form of surrogate science fosters delusions and borderline cheating and has done much harm, creating, for one, a flood of irreproducible results. Proponents of the “Bayesian revolution” should be wary of chasing yet another chimera: an apparently universal inference procedure. 
A better path would be to promote both an understanding of the various devices in the “statistical toolbox” and informed judgment to select among these.

Fazit: Die Statistik ist nicht wertlos, aber sie ist ein Problem dann, wenn sie als universale, objektive Methode der Findung absoluter Wahrheiten mißdeutet wird. Sie ist nämlich eine schöpferische Methode. Kein Herunterbrechen der Welt auf absolute Zahlen und Verhältnisse. Sie so zu verstehen passiert aber heute weitgehend. Damit nimmt die Konzentration auf Wahrscheinlichkeiten und Signifikanz der Wissenschaft aber ihr eigentliches Proprium: Den Mut zu Innovationen, den Mut zu Inspirationen, den Mut zum Risiko.

Aber noch mehr: In der Konzentration von Wissenschaft auf nachgewiesene Wahrscheinlichkeiten wirkt die Statistik wie eine Einladung zum Betrug (und Selbstbetrug) durch Manipulation von Forschungsdaten. Ja, Studien haben ergeben, daß viele Wissenschaftler erst NACH der methodischen Sicherung der Signifikanz mit der Erhebung wesentlicher Daten begonnen haben. Vielfach werden Korrelationen nachträglich durch selektive Datenwahl herbeikonstruiert. Das ist nicht einmal einfach als bewußter Betrug zu klassifizieren, es passiert eher unbewußt. Damit werden jede Menge Forschungsergebnisse produziert und publiziert, die zwar statistisch signifikant - aber unwiederholbar sind. Der wahre Schuldige aber, so Gigerenzer, ist der Glaube, daß die Welt in Statistik methodisch objektiv bzw. absolut darstellbar und damit prognostizierbar wäre.




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Dienstag, 25. August 2015

Ende der Legende

Die 17jährige Baroness Mary Vetsera
Ein kleines Geheimnis der Geschichte ist gelüftet. Der Tod des einzigen Sohnes des Kaisers Franz Josef I., Kronprinz Rudolf , am 28. Jänner 1889 im Jagdschloß Mayerling (heute ein Nonnenkloster, das u. a. den geistigen Auftrag hat, für die Seele des Prinzen zu beten), war ja von manchen als politisches, ja vom Ausland in Auftrag gegebenes Attentat verklärt worden, um die angeblichen Pläne des verzärtelten (als Vater meint der VdZ: mütterlich verzogenen) Thronerben zum Umbau (und der Rettung) der Monarchie zu vereiteln. Die einen Sturz seines Vaters unumgänglich sein ließen. 

Geschichten, die nicht zuletzt die letzte Kaiserin, Zita, Gemahlin des seligen Kaiser Karl I., aufrechterhalten hatte, die davon sprach, sie hätte gar Beweise, daß Rudolf eine französisch-freimaurerische Verschwörung zum Sturz von Kaiser Franz Josef, der er erst zugestimmt, schließlich doch aufdecken habe wollen, weshalb man ihn und die zufällig anwesende Baronesse beseitigt habe.

Sein Selbstmord, sowie der der neben ihm gleichfalls entleibt gefundenen Mary Vetsera, seine Geliebte, waren aber (mehr oder weniger) genau das: Selbstmord. Das beweisen die nun völlig überraschend in einem Bankdepot in Wien aufgefundenen Abschiedsbriefe dieses Mädchens. Es gab zwar schon die Mär, daß solche Briefe existierten, doch waren sie nicht auffindbar, weshalb man sie im günstigsten Fall für von der Familie Vetsera selbst vernichtet hielt. 

Bild: Die Presse
Sie wolle mit ihrem Geliebten im Tode vereint sein, schreibt sie aber hier, wenige Tage vor dem Ereignis. In Übereinstimmung mit ihm, DENN darin sei sie glücklicher als im Leben. Man solle sie neben ihm am Friedhofe von Alland (jene Gemeinde, wo sich Schloß Mayerling befindet) begraben. 

Das hat man ihr nicht ganz erfüllt - sie wurde im nahen Heiligenkreuz bestattet. Nach abenteuerlichen Grabraubgeschichten (und der Verweigerung von DNA-Proben durch die Familie) ist heute nicht gesichert, ob in dem entsprechend bezeichneten Grab auch tatsächlich das Mädchen liegt, oder eine gleichaltrige Frauensperson, die auch in denselben Geschäften ihre Kleider gekauft hatte, wie die Baroness.

Kronprinz Rudolf mit Gattin, der Prinzessin Stefanie von Belgien
Rudolf aber liegt in der habsburgischen Kapuzinergruft in Wien. 

Man geht davon aus, daß der 31jährige Kronprinz, der (neben seinen Affairen) für seine manisch - depressiven Stimmungsschwankungen bekannt war, in denen er immerhin seiner Mutter, der Kaiserin Elisabeth, der bildschönen "Sissy" recht glich, erst das noch nicht einmal 18 Jahre alte Mädchen, und dann sich erschoß. Ähnliche Pläne hatte er wenige Tage zuvor sogar schon mit einer anderen Geliebten gewälzt, doch hatte Mizzi Kaspar, die diskret und zurückgezogen ihr weiteres Leben verbrachte, sich widersetzt, aber die Polizei über seine Selbstmordpläne informiert. 

Die Schußeintrittswunde links an der Schläfe von Mary, mit dem Austritt hinter dem rechten Ohr, macht es höchst unwahrscheinlich, daß die Rechtshänderin Mary sie sich selbst so beibegracht haben kann. Genau wird man es nie wissen. Allfälllige Zeugen hatten entweder ihr Leben lang geschwiegen, oder widersprüchliche Angaben gemacht. Dennoch war die politische Signalwirkung des Selbstmordes des Thronfolgers verheerend. Entsprechend bemüht waren die Vertuschungsversuche. Geglaubt hat sie freilich niemand. Die Volkslegende hat schon das Richtige erzählt.

Ein  kirchliches Begräbnis war dem Prinzen (bzw. der kaiserlichen Familie) zumindest aber deshalb zugestanden worden, weil die Ärzte (die auch die Tötung der Baroness durch den Prinzen angenommen hatten) "geistige Verwirrung" attestiert hatten. Was man irgendwie ja wohl fast jedem Selbstmörder zugestehen kann. Damit war zumindest offiziell und aus Staatsraison - jedes Herrscherhaus bezieht seine Legitimation ja aus Gott, und NUR aus Gott - Selbstmord wie Mord wegen eingeschränkter Willensfähigkeit kein bewußt-sündhafter Akt. Ein solcher würde ja ein ganzes Volk in Ungnade ziehen. 

Tja ... wie sollte man die Ereignisse 1918, und ihre Folgen für Österreich, aber eigentlich interpretieren? Das macht durchaus die Bedenklichkeit einer auf Verklärung ausgerichteten Monarchie-Nostalgie deutlich, die wirkliche Seinszusammenhänge - und damit Freiheit für die nachfolgenden Generationen - durchaus verschleiern kann. Auch Adel ist in seinen Personen nicht sakrosankt! Nur der Adel an sich muß in seinem Wert im ordo Gottes gesehen werden. Für Einzelpersonen, für die mit ihnen zusammenhängenden Familien aber ist er verlierbar. Das war nie anders. Bis er zum politischen Totschlaginstrument wurde. Und genau dem fiel er dann zum Opfer, hat ihn bis heute desavouiert, und in jene widerliche Kleinbürgerlegende von Kastraten gerissen, aus der er sich nie mehr erholen wird.

Die Tatwaffe hat sich übrigens bis zuletzt im Privatbesitz von Otto von Habsburg befunden. Der sie aber nie herausgegeben hat.



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Reiner Nonsens

Als regelrecht systematische Irreführung der Politik weltweit bezeichnet der in den USA sehr prominente, renommierte NASA-Wissenschaftler Leslie Woodcock die "Klimaerwärmung". Es sei wissenschaftlich lächerlich, ja reiner Nonsens. Seine Stellungnahmen können nachgelesen werden.




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Montag, 24. August 2015

Im Seinswiderstand ist jede Mehrheit Minderheit

Es ist nichts Ungewöhnliches daran, daß sich heutiger Mainstream nach wie vor als Minderheit begreift. Das würde sich nicht ändern, auch wenn 99,99 Prozent aller Menschen gleich dächten und gleich handelten. Das würde sich deshalb und dann nicht ändern, weil ihr Denken und Streben gegen die Natur der Dinge geht.

Dann stehen nämlich - egal wie viele Menschen sich auch in solche Sichtweisen eingliedern - diese Menschen tatsächlich dem Sein gegenüber, das alles umfaßt, was es gibt: der Natur der Dinge, die in ihnen selbst Widerstand leistet, solange sie überhaupt noch sind. Weil das Sein selbst nicht genichtet werden kann.

Bestimmte Gruppierungen, bestimmte Forderungen nach Lebensweisen, bestimmte Anti-Diskriminierungs- und  Emanzipationsbewegungen werden deshalb immer einen fundamentalen Widerstand erfahren, und der ist ihnen auch bewußt. Keine zählbare Mehrheit der Welt vermag das zu ändern. Wären gar alle Menschen der Erde der gewünschten Ansichten - sie fühlten sich zurecht in der Minderheit, und würden ruhelos die Erde durchstreifen, um jene zu identifizieren, die ihrem totalen Sieg entgegenstehen. Und wenn es sie nicht (mehr) gibt - so werden sie sie erfinden.

Deshalb werden viele Bewegungen der Gegenwart, weil sie sich gegen die Natur, gegen das Sein stellen, nie zu einem Ruhepunkt kommen. Sondern sogar in dem Maß grenzenloser werden, als sie einem scheinbaren Erfolg totaler Herrschaft nahekommen.




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Blick in die Zukunft

Zuvor noch nie gehört - es gibt sogenannte "Salachristen". Absurd? Na dann warten Sie, geneigter Leser, mal ab, wo wir in dreißig oder fünfzig Jahren stehen werden. Der vielfältige Verstoß gegen die Natur des Menschen, in den wir getaumelt sind, wird sich im pseudologischen Positivismus zum Gegenschlag erheben. Denn die einzige Alternative - satt vom "Sein" - wird es dann nicht mehr geben. Sondern nur noch den Wunsch danach. Ohne das geistige Werkzeug zu haben, es zu erreichen, aber politisch-gesellschaftspolitisch getragen von geistiger Bruderschaft mit dem dann mehrheitlichen, expliziten oder impliziten Islam, dem im Arianismus als sich abzeichnender Kontur des Christentums in Europa alle Türen geöffnet werden.








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Sonntag, 23. August 2015

Lob aus den Dingen

Das Bewegende dieser Musik, einer Aufnahme eines Konzerts des Leicester University Chamber Choir im Jahre 2015 in der Kirche St. Afra des Instituts Philipp Neri in Berlin, liegt in der Hingabe an die Musik selber. Sie ist es, die diese Musik hervorbringt bzw. erklingen läßt. Denn das Lob Gottes, im Sein der Dinge, liegt eben in deren Selbstsein. Der Tischler lobt Gott durch den perfekten Stuhl, der Maler durch den perfekten Strich, der Kohlenschipper durch den perfekten Wurf. Der Sänger durch die perfekte Intonation, den Gehorsam dem Rhythmus und dem Leitmaß des Dirigenten gegenüber.

So macht er den bloßen Ton offen, transparent für den Grund, auf den er abzielt, aus dem er entstand. Grund, den der Komponist erfaßt weil gesehen hat, und in eine reproduzierbare Gestalt (Notenschrift) brachte, die gemeinsam mit der Tradition, die die Weise der Aufführung mitteilte (denn Schrift kann nur Gedächtnisstütze sein) in sich selbst dieses Lob in objektiver Form bedeutet - wenn man ihr als Materiallogik folgt. So werden  tatsächlich die Werke des Menschen zum paradiesischen Werk. Die Heiligkeit der Musiker, der Sänger, liegt nicht in ihrem sonstigen Lebenswandel. Dieses Moment liegt in der Hingabe an die Logik und Eigengesetzlichkeit des Werkes, der Musik, die als Besitz des Vortragenden ein diesem selbst gar nicht erfahrbares Individuelles erhält - die Interpretation.

Das Lob liegt in den Dingen selbst. Aber es zum Ertönen zu bringen verlangt die Grundhaltung der Heiligkeit: Die Hingabe, den Gehorsam deren Eigenwesen gegenüber.  Dann wird diese Individualität aller Weltendinge, die die klare Grenze jedes Eigenseins braucht, zum Tor für das Unendliche. Der Rang in der Ordnung des Lobes Gottes ergibt sich dann aus dem Zueinander aus der Stellung des Materials im ordo der Ideenkomposition Gottes. Der Mensch hat seinen Rang nach dem Gehalt dessen, was er wirkt, als Antwort, erfüllt an seinem Ort.

Die Musik macht etwas gegenständlich, das allen Dingen eingeschrieben ist. Der Himmel wird gertragen von Musik - erfüllt freilich im Wort, im logos, der Melodie in der Musik, als Zueinander, als Beziehung - als logos, als Sinn.

Das unterscheidet die Kunst von der Profanität des Alltags. Sie ist Weltwerdung des Unsichtbaren Universalen, und deshalb Eingliederung des hörend gehorsamen Menschen in das Universum.









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Italien nach dem Krieg


Gesehen auf everyday_i_show




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Samstag, 22. August 2015

Und kämpft gegen sich selbst

Die heutige Generation wehrt sich zuerst gegen den Vater, und sieht sich als Teil einer Masse des Allgemeinen Volkes, der Generation. Aber dort findest sie keine Identität, keine Individualität. Der Weg muß umgekehrt sein: Im Vater hat sich das eigene Erbgut bereits individualisiert, und muß erworben werden, damit es dann individuelle Gestalt annimmt. Als und mit Identität. Johannes, der Angst hat, vor mir nicht "er selbst bleiben zu können", muß sich nicht gegen mich wehren. Nicht ich aber bin sein Feind, der Feind seiner Individualität. Sondern die Masse draußen. So aber wenden sie sich zuerst gegen sich selbst.

Das hat auch mit der Umkehrung der Hierarchien in den Familien zu tun. Denn die Frau wird immer zur Auflösung in der Masse tendieren, wenn sie selbst die Individualisierung durch den Mann nicht aufgenommen hat. Oder den Mann instrumentalisiert, um ihr eigenes Süppchen in der Öffentlichkeit zu kochen. Meist vermischen sich ja diese Sachen. Auch der tragischeste Fall der verlassenen Frau moduliert ja seine Identität im Außen aus dem Bezug zum Mann. Als das, was ihr der Mann angetan, zugefügt hat.

Sie versuchen heute aber, zuerst den Vater kleinzuschlagen. Mit der Hilfe und Unterstützung der Mütter, der Masse. Denn das heißt ja in erster Linie Feminismus: Die Ablehnung der Individualisierung, deren Imitation durch Scheinindividualisierung, aus der Ablehnung dessen, was Identität wäre, die nur übernommen werden kann, die jeder Mensch verdankt. 

Mutternähe heißt: Unindividualisierte Eingebettetheit. Indvidualität ist dann nur noch zum Schein - im Notgriff - über vergegenständlichte Eigenheiten, in der Selbstvergewisserung und bewußten Selbstkonstruktion möglich. Also muß der Mann Vater und Mutter verlassen, um selbst Identitätsstifter - als Modus und Historizität einer übernommenen Identität - zu sein.

Denn der Mensch ist nur die Individualisierung eines Allgemeinen, des Menschseins überhaupt, zuerst, in seiner ersten Konkretisierung, der Familie. Das macht sein Personsein aus. In dem der Vater die Individualisierung der in einer Familie angelegten, immer vorhandenen Geschichte, eines Erbes ist.* Identität, Individualität wird als zuerst über den Vater angenommen, und dann in einer immer eigenen Art - anderer Zeit, anderer Ort, denn jeder Tag ist anders als der vorangegangene - interpretiert. Das muß gar nicht gemacht und bewußt intendiert werden, das passiert selbstverständlich. Und zwar in dem Maß, als ein Mensch sich  nach und nach, im Prozeß des Erwachsenwerdens, in seiner Vernünftigkeit mit dem übernommenen, vorhandenen Material (und den Aufgaben) auf sich selbst zu stellen vermag. 

Denn Persönlichkeit heißt immer, sich selbst eigenverantwortlich setzen zu können. Heißt aber nicht, sich selbst neu erfinden zu müssen. Man IST bereits erfunden. Als eigener und durchaus - in je unterschiedener Weise, im Außen, im Rahmen der Familie selbst, überall dort sind es ja zuerst die Beziehungen, die zu erfüllen sind - zu behauptender eigener Modus eines Vorhandenen. Was natürlich jeder Gesellschafts- und Staatsordnung eine gewisse Statik gibt, eine Langsamkeit der Veränderung im Modus der jeweiligen Individuen.

Hierein fügt sich die schon öfter erwähnte Merkwürdigkeit, daß es "keine Talente gibt". Denn es gibt nur einen Ort, als Schnittpunkt von Bezügen und Beziehungen, in seiner Eigenart festgelegt durch den Mann. Und dieser Ort ist es, der Individualität bedeutet, und zwar als Position einer Aufgabe gegenüber. Denn das Familienproprium ist das einer Aufgabe in der Welt, durch den Platz, durch den Ort der Familie. Talent, Veranlagung ist dann nur die immanente Art und Weise, meinetwegen: Fähigkeit, mit einer Aufgabe umzugehen. Aber jede Fähigkeit ist selbst wiederum durchtränkt mit diesen Bezügen aus der Verortung (als Grundlage wie Vorgabe zu jeder Individualisierung) - mit Identität.

Deshalb wird der Mensch auch nie aufhören, den Vater zu suchen, gerade wenn er ihn nie erlebt hat, weil er ihm unbekannt oder fern (im Sinne einer nicht vorhandenen Erzählung) war. Denn er trägt die wesentliche Aussage zu eines Selbst, zu eines Individualität: aus ihm geht der eigene Ort hervor. Das Zerschlagen der Väter führt also nicht zu mehr Individualität, im Gegenteil, es ist ein Kampf gegen die eigene Individualität, die sich anders als über ihn gar nicht finden läßt. Denn wenn das Kind noch engstens mit dem Leiblichen der Mutter verbunden ist, ist es schon im Mutterleib seine Stimme, die als "das andere" zum Auftrag ruft. Den der Heranwachsende mehr und mehr erfaßt.




*Wie verrückt so vieles heute ist, zeigt ein Artikel im Wiener Standard. Der es in typischer linker Gehirnverschmalzung als beklagenswert anprangert, daß Vermögen, Eigentum, "sozialer Aufstieg" in Österreich immer noch so eng mit Erbe verbunden ist. Das sei eine Ungerechtigkeit, lautet die Botschaft. Ganz so, als wäre das einzige gerechtfertigte Vermögen das durch Eigeneinkommen erzielte. Nur - das ist es nicht, aus seinem Wesen heraus, war es nie, und wird es nie sein. Wenn derselbe Artikel deshalb als Gegenbeispiel die Slowakei anführt, so beweist das nur das hier Gesagte. Denn die Hauptstoßrichtung des Kommunismus war die Individualisierung von Eigentum, das nur in der Familie und im Generationenzusammenhang möglich ist. Anders kann Eigentum, Kapital, gar nicht redlich entstehen, würde sich auf den Erfolg a-moralischer Cleverness reduzieren. Der VdZ erlebt es ja auch in Ungarn, wo es keine Mittelschichte mehr gibt, und damit auch kein Erbe. Und damit auch kein Kapital. Bestenfalls Schulden. Das wird sich nur ganz langsam wieder ändern.

Das ist keine Ungerechtigkeit, sondern der einzige Wesensbezug, den Eigentum überhaupt haben kann: Als Teil der Persönlichkeit, und DAMIT der Familie und Herkunft als wesentliche Basis der Persönlichkeit, die sich nur in der Selbsttranszendenz bilden kann. (Man wird zu sich selbst erst im Hinausschreiten auf das Du, im Vergessen des Ich -  man empfängt sich also immer!) Wer kein Erbe hat (oder: hätte, denn es ist nur bis zu einem gewissen Grad möglich, KEIN Erbe zu haben; man kann es bestenfalls vergessen, nicht kennen, was übrigens die Tragik der Zeit ist), dem fehlt die Persönlichkeit, die (größeres) Eigentum rechtfertigen könnte. Solche Nachrichen sind deshalb pure Auswüchse des Neids. Und der Neid ist die Sünde der Ortslosigkeit, sei es eines nie erhaltenen Ortes, sei es eines von einem selbst verweigerten Ortes.

Das ist ja das Wesensmerkmal des "Linksseins". Das aus seinem Wesen heraus eine Problematik des Ortes ist. Und deshalb (!) findet sich auch die Linke in ganz bemerkenswerter Homologie (mit allen möglichen Selbstwidersprüchen, in denen die Linke durch die Ergebnisse ihres Wirkens das Gegenteil von dem bewirkt, was zu erreichen sie vorgibt) mit ... dem Islam, der als Bewegung, in seinem Ursprung, diesen Untergrund hat: Des gewaltsamen Ergreifens eines höheren Status, als ihn die Väter vorgeben, durch Niederreißen jener, die diesen tatsächlich haben oder hätten. Das Schwache macht das Starke schwach, damit seine Schwäche Stärke wird.




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Nie genutzt - aber oft geschadet

Gesunde Ernährung hat niemals genutzt, aber in vielen Fällen geschadet. Dieses Fazit zieht Udo Pollmer in einem hörenswerten Interview mit dem österreichischen Rundfunk. Jeder Mensch ist anders, hat einen anderen Stoffwechsel, eine andere Charakteristik und Struktur. Jeder Mensch ist anders - deshalb gibt es keine gesunde Ernährung. Das ist ein Betrugskonzept! Jeder soll doch nur darauf achten, was ihm bekommt - das bemerkt er selber. Es fällt auf, sagt Pollmer, daß vor allem das, was gerne gegessen wird, auf kurz oder lang regelmäßig als "ungesund" verteufelt wird. Dahinter steckt aber pure Machtbesessenheit - ein zerstörerisches, religiöses Konzept, das nicht der Gesundheit dient, sondern der Erlangung von Autorität weil Deutungshoheit. Denn wenn man anderen vorschreiben kann, was er tun und lassen, und gar was er essen muß, habe ich ihn in der Hand.

Was also tun beim Einkauf? Am besten vorher keine Zeitungen lesen, und nicht fernsehen, und dann den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Dann kann man jedes Produkt genießen, das sorgfältig hergestellt wurde. Was meiden? Jene Produkte, die den Leuten besonders ans Herz gelegt werden, weil sie so wahnsinnig gesund seien. Dort sind auch die negativsten Ergebnisse festzustellen.

Speziell bei Ernährungsberaterinnen, sagt Pollmer, habe er den Eindruck, daß der Wunsch, den anderen zu beherrschen, das eigentliche Honorar ist. (Und das kann der VdZ nach zahlreichen Kuren und "Ernäherungsberatungen", denen man sich dort zwangsweise und permanent unterwerfen muß, vollauf bestätigen. Die sich das Recht herausnehmen, selbst intimste Lebensführungsbereiche regeln zu wollen, ja davon sogar Krankenversicherungsleistungen abhängig machen.) Aber für solcherart destabilisierte Menschen hat sich mittlerweile ein regelrechter Markt gebildet, der von diesen hörig gewordenen Menschen lebt.

Es ist sogar ein Spiel mit dem Feuer: Viele Jahre hat man den Menschen zum Beispiel eingeredet, man müsse Kalzium - etwa in kalziumangereicherter Nahrung - zu sich nehmen. Angeblich weil es die Knochen stärke. Medizinisch ein völliger Unsinn! Aber es wurde verbreitet. Mittlerweile weiß man, daß solcher zusätzlicher Kalziumgenuß zu vermehrten Verkalkungserscheinungen und zu deutlich höherem Herzinfarktrisiko führt. Von Knochenstärkung (etwa im Klimakterium) natürlich keine Spur.

Die Verblödung auf diesem Sektor ist einfach schon enorm fortgeschritten. Hören Sie sich das an!







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Freitag, 21. August 2015

Dem soll nichts genommen werden

Einen wirklich hervorragenden Artikel von Michael Klonovsky in seinen acta diurna wagt der VdZ hier blank zku übernehmen. Nicht, um dem Autor irgendetwas von seinem Ruhm zu nehmen, sondern im Gegenteil: Um ihm NICHTS zu nehmen. Denn das passierte mit bloßem Linkverweis. (Sollte Klonovsky damit nicht einverstanden sein, wird der VdZ den Blogeintrag natürlich sofort löschen.) Aber der Artikel ist derartig präzise, bleibt dabei aber ungemein verhalten, selbstironisch und erzählerisch, und stellt damit eine brisante Problematik der Zuwanderung in Deutschland so umfassend dar, daß ihm in diesen Hinsichten nichts hinzuzufügen wäre, und jede Kurzbeschreibung müder Abklatsch bliebe.

Klonovsky gehört zu jenen Autoren, die der VdZ mit beobachtet. Warum tut er das? Weil Sprache und damit Denken keineswegs eine individuelle Erfindung ist, sondern immer nur in Bezug auf einen Sprachraum als geistigen Raum zu sehen ist. Sprache (lingua) ist insofern also ein Medium, das sich entwickelt, vor oder zurück. Und wer sich fragt, warum man so oder so denkt, sollte vor allem schauen, was "wird gedacht", das "wird gesagt". Nicht, um hündisch nachzuhecheln, sondern weil in dieser Hinsicht Sprache tatsächlich ein gemeinschaftlicher Raum ist, von dem zu entfernen eigentlich unmöglich, in jedem Fall gefährlich ist.

Der VdZ sieht sich ja keineswegs - ein Vorwurf, der ihm bereits gemacht wurde - als archäologistischer Nachläufer, sondern er beobachtet sehr wohl und sehr genau, was ganz aktuell "gedacht weil gesagt und erzählt wird". So manche, die ihm "mangelnde Aktualität" vorwerfen, sind außerdem selbst erstaunlich uninformiert über den Stand des Denkens, über den Stand des geistigen Rames eines Sprach- und damit Denkraumes. Das heißt nicht, daß jede Einzelstimme immer in allem Recht hat. Das heißt aber, daß alle, die sich um wahre Sprache, um wahres Denken mühen, beitragen, die Teilhabe eines Sprachraumes und damit die Entwicklungsstufe einer Kultur an Wahrheit, Schönheit und Gutheit, zu ermöglichen.

Niemand schreibt oder denkt (oder west) im luftleeren, autonomen Raum. Sondern er steht immer an einem Ort, und sein Dasein ist ein Wechselwirken mit dem Umgebenden. Dem er verdankt, dem er nimmt, dem er aber auch gibt, und zwar genau dann, wenn er versucht, aus seinem Ich heraus zu handeln und zu denken, denn denken, sprechen ist ein Handeln. Es gibt deshalb keinen "guten" Schriftsteller, Künstler, der sich nicht "zu einer Umgebung" verhält. Ja, das ist ja seine Aufgabe.

Also hier, mit verdientem Orchester-Tusch: Michael Klonovsky mit seinem Eintrag vom 25. Juli 2015, wo er schreibt:

(cit/...) Die DDR-Aspiranten von Spiegel online bringen es fertig, ein vertrauliches Papier des Duisburger Polizeipräsidiums über die Entstehung rechtsfreier Räume in Ballungszentren zu zitieren, ohne mit einer Silbe zu erwähnen, wer in diesen lauschigen restdeutschen Krähwinkeln der Staatsmacht die Kontrolle streitig macht. Es ist lediglich die Rede von "Banden", die ganze Straßenzüge für sich reklamierten. Anwohner und Geschäftsleute würden eingeschüchtert und schwiegen aus Angst, heißt es in dem zitierten Bericht; für viele Menschen (i.e. Nichtbandenmitglieder) verwandelten sich öffentliche Verkehrsmittel nach Einbruch der Dunkelheit in "Angsträume"; Polizisten und vor allem weibliche Beamte sähen sich einer "hohen Aggressivität und Respektlosigkeit" ausgesetzt. Die Kommentarfunktion zu dieser Meldung war von vornherein deaktiviert worden, das heißt, es handelt sich um einen jener Fälle, für welche in routinierten Leserkreisen der natürlich viel zu harte, wenngleich durchaus den Kern treffende Begriff Lügenpresse seine hiermit von mir abgesegnete und also vollrohr legititimierte Anwendung findet, insofern das Verschweigen entscheidender Informationen das Schmähwort eben rechtfertigt.

Auf Focus online erfährt man dann, dass der nordrhein-westfälische Polizeigewerkschafts-Chef zur Situation "in Städten wie Essen, Dortmund, Duisburg oder Köln" folgende für zumindest temporäre Lügenpressevertreter einstweilen noch irrelevante Einschätzung kund und zu wissen tat: "Dort kämpfen mehrere rivalisierende Rockergruppen sowie libanesische, türkische, rumänische und bulgarische Clans um die Vorherrschaft auf der Straße. Die definieren für sich: Hier hat die Polizei nichts mehr zu sagen." Immerhin vermeldet Spiegel online, in dem Papier werde prognostiziert, dass sich "mittelfristig" an der traurigen Lage nichts ändern werde. "Dem stünden unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, die Perspektivlosigkeit von Zuwanderern ohne Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt und ethnische Spannungen unter den Migranten entgegen."

Gleich neben der Meldung und unter dem Motto "Fremdenhass vergiftet Deutschland" bewirbt Spiegel online die aktuelle Ausgabe des Mutterschiffs. Naturgemäß geht es in der Titelgeschichte des Magazins nicht um einen Fremdenhass seitens gewisser hier ansässiger Nichtganz- oder Keineswegsdeutscher, der sich unter anderem gegen Einheimische richtet, denn einen solchen Hass gibt es nämlich gar nicht. Warum sollten diese Typen ein Land hassen, das sie willkommenskulturbeflissen beherbergt, getreulich alimentiert, jede ihrer rustikalen Eigenarten als Folklore duldet, sie sogar in ihrem kriminellen Treiben gewähren und überdies von Medienclowns zu gestandenen Mitbürgern mit sozialen Problemen zurechtpudern lässt? (.../cit)





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Was wissenschaftlich eindeutig ist

Dieses Video ist wirklich interessant, und es gehört zum Besten, das der VdZ zum Thema Klimawandel bislang gesehen hat. Zumal es nicht von einem "Klimaskeptiker" handelt, sondern hier wird ein "ganz normaler Wissenschaftler" interviewt: John Christy, der an der University of Alabama in Huntsville vor allem für die Daten aus Satellitenerhebungen zuständig ist. Und eine wissenschaftliche Seriosität - auch wenn Fragen auftauchen, hört man seine Aussagen - an den Tag legt. Christy ist kein "Klimaskeptiker", er versucht aber seine Aussagen auf wissenschaftliche Evidenzen zu gründen. So hält er es zwar für möglich, daß das menschenverursachte CO2 einen Einfluß auf das Klima hat, aber die wissenschaftliche Evidenz bestätigt das NICHT.

Das Ergebnis der Satellitendaten ist eigentlich sogar sensationell, oder müßte für Klima-Erwärmungskatastrophen-Propheten erschütternd wirken. (Anm.: Die ja noch dazu und in der überwiegenden  Mehrzahl von den wissenschaftlichen Grundlagen der Klimatologie überhaupt keine Ahnung haben. Der VdZ kennt solche, die sogar mit Publikationen und Meinungsbildung über Vorträge etc. kräftig im Meinungsbrei herumrühren, sich dabei aber auf die fragwürdigsten "wissenschaftlichen Ergebnisse" berufen, die oft sogar wie Grimm's Märchen wirken.)

Die außerdem im wesentlichen eine statistische Projektion und keineswegs ein "empirischer Befund" sind. Die auf einer derartigen Unmenge von Annahmen aufruht, daß sich der Systemlogiker Nassim Taleb in einer neuen Publikation nur damit befaßt. Und aus mathematisch-logischen Überlegungen zum Schluß kommt, daß solche Statistiken prinzipiell versagen MÜSSEN. Denn in dieser Aufeinanderstockung statistischer Verfahren durch weitere statistische Verfahren bewirken schon kleinste Veränderungen in den Grunddaten, bis sie nach "oben" kommen, völlig andere (und sogar kontroverse) Aussagen. (Häberlin weist übrigens aus logischen Überlegungen heraus darauf hin, daß sogar die vielbeschworene naturwissenschaftliche "Wiederholbarkeit" als Kriterium gar nicht möglich ist, weil wir es immer und ausnahmslos mit unwiederholbaren Situationen zu tun haben.)

John Christy sagt Ähnliches, bzw. läßt sich das aus seinen Aussagen ableiten. Nicht nur, daß man aus dem Video vielleicht etwas besser begreift, auf welch unglaublich dürren, wackeligen Beinen jede "wissenschaftliche Aussage" zu einer vorgeblichen Klimaerwärmung prinzipiell steht, die erst dick und fett wird, wenn sie weiter oben - bei den "Plädoyers ihrer Anwälte" - anlangt. (Wer liest oder weiß etwa, was diverse kolportierte Zahlen und Aussagen bedeuten, zu denen die selbst vom IPPC manchmal (!) angegebenen "probabilities" oft sogar extrem niedrig sind, aber wie Gewißheiten verkündet werden.)

Christy weist sogar darauf hin, daß sämtliche Klimamodelle mit den durch Satelliten real gemessenen Daten NICHT ÜBEREINSTIMMEN. Die von der NASA bzw. per Satellit ermittelten Daten zu Temperaturen in der Atmosphäre verhalten sich völlig anders, ja kontrovers zu sämtlichen Klimamodellen. Vor allem stimmt die Grundaussage der Klimamodelle nicht: Daß sich die Atmosphäre rascher erwärmt als die Erdoberfläche. Das Gegenteil ist der Fall, dem widersprechen die real gemessenen Satellitendaten (auch wenn diese keineswegs modellhaft-perfekt sind, sondern gleichermaßen Faktoren unterliegen, die jede Messung relativieren. So wie die Höhenschwankungen, die Satelliten unterliegen, so wie die Eigenstrahlung der Meßinstrumente.) Hitze akkumuliert sich NICHT in der Atmosphäre, im Gegenteil, es sind sogar abkühlende Wechselwirkungen mit der Erdoberfläche festzustellen. Das wird von den Klimamodellen aber völlig ignoriert. 

Die Ergebnisse der Wissenschaft sagen eindeutig, daß das menschenverursachte CO2 in der Atmosphäre einen äußerst kleinen Effekt auf die Atmosphärentemperatur haben. Das ist wissenschaftlich evident! Das ist nicht das Ergebnis von "Glauben" oder Projektionen von Klimamodellen. Hier geht es um empirische Daten, die auch keine einzige der Vorhersagen der Klimamodelle bestätigen. Weder Fluten, oder Häufungen von Extremwetterereignissen, NICHTS, KEIN KLIMAWANDEL ist empirisch festzustellen. VIELMEHR IST ALLES WIE ES IMMER WAR, ja die USA erleben seit langen Jahren sogar die längste, jemals festgestellte Zeit OHNE solche Extremereignisse.

Übrigens verweist Christy auf eine interessante weitere Aussage: Das CO2 selber (das eine gewisse Energie speichern kann) wäre sowieso nicht das Problem. Dazu ist ihr Anteil einfach zu gering (400 Teile pro Million Teile der Luft), sondern bestenfalls die Effekte, die eine Erhöhung des CO2 in der Atmosphäre auf das Verhalten anderer Gase haben könnten.

Klimamodelle sind nicht in der Lage, natürliche Variabilitäten zu verarbeiten, das ist ein weiteres ihrer Grundübel (und das hat mit den statistischen Verfahren zu tun; Anm.), wobei es auch damit zu tun hat, sagt Christy, daß diese rein natürliche Variabilität von vielen Kimaforschern glatt verschwiegen wird.  Alleine für die seit 18 Jahren feststellbare Konstanz in den Temperaturen gibt es keine bzw. gut 60 verschiedene Erklärungen - man WEISZ ES EINFACH NICHT. Man weiß nicht einmal, ob nicht das CO2 eine Erscheinung ist, die eine Erderwärmung AUSBALANCIERT, also verhindert.

Normalerweise muß man ja sagen, daß ein wissenschaftliches Modell nur dann stichhaltig ist, wenn man ein System verstanden hat. Dann kann man auch Vorhersagen treffen. Aber wie will man Vorhersagen treffen, wenn ein System NICHT VERSTANDEN wird (und prinzipiell - wissenschaftlich-mathematisch ist das eine 100 % sichere Aussage! - gar nicht zu verstehen ist, das ist ja der eigentliche Punkt; s. u. a. Nassim Taleb; Anm.)? Das muß zu dem Schluß führen, daß man diesen Klimamodellen nicht vertrauen DARF, und macht noch grotesker, daß man darauf POLITIK aufbaut: Weil die Klimamodelle sagen, es KÖNNTE passiere, obwohl die realen Daten sagen: NEIN, es PASSIERT NICHT.

Denn solch eine Politik hat enorme Auswirkungen, und das macht auch das Argument obsolet, daß man eben vorbeugend agieren müßte, es KÖNNTE ja passieren. Es sind immer reale Menschen, Schicksale, die betroffen sind! Menschen, die arbeitslos werden, weil man den Energieverbrauch reguliert, der Wirtschaft Kosten auflädt, die sie ja erarbeiten muß, oder anderen den Zugang zu Energie erschwert oder unmöglich macht. Christy hat selbstin Afrika gelebt, und er hat immer gesehen, daß eine Verbesserung der Lebensumstände mit dem leichten Zugang zu Energie zu tun hat. Diesen Zugang zu ermöglichen - DAS müßte Priorität der Politik sein, NICHT den Planeten zu erwärmen oder nicht (was, wie gesagt, durch keine Empirie gedeckt, reine "Möglichkeit" ist.) 

Sämtliche Verbesserungen des Lebens hängen von einer zuverlässigen Versorgung mit billiger Energie ab, einer Versorgung BEI BEDARF. Dies wird aber durch die sogenannten nachhaltigen Energien NICHT GEWÄHRLEISTET, und es zeichnet sich derzeit auch keine technische Lösung ab. Die einzige Energieform, die dies zu leisten vermag, ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe! Und das steht auch allen Menschen auf der ganzen Welt zur Verfügung. Ja, im gesamten gesehen, so der Wissenschaftler der Alabama University, ist es die Atomkraft, die nicht nur als die bei weitem sicherste Technologie der Energieproduktion gesehen werden kann, sondern die diese Versorgung (und damit die Verbesserung der Lebensumstände) am leichtesten bewerkstelligen kann. Was immer auch "environmentalists" auch sagen - die Tatsachen sprechen ohnehin für sich: der CO2-Ausstoß aller entwickelten Länder steigt nach wie vor. Daran sieht man die wirklichen Richtungen, die zählen. Diese Länder (Japan, China, Deutschland etc.) können sich eine Minderversorgung mit Energie einfach nicht leisten, und wissen das. Würde die USA den Verbrauch SÄMTLICHER FOSSILER BRENNSTOFFE (Autos, Heizungen, Strom etc.) PER SOFORT einstellen, würde sich die Temperatur des Globus bis zum Ende des Jahrhunderts um maximal EIN ZEHNTELGRAD reduzieren lassen.

Übrigens erzählt Christy auch, daß er aus den seit 36 Jahren vorliegenden Satellitendaten KEINE Hinweise auf Veränderungen durch Sonneneinstrahlung feststellen konnte. Entweder sind die Sonnenzyklen weit länger, oder sie haben keinen Einfluß, der als solcher aus den Daten identifizierbar wäre.

Die neuen Medien sieht Christy zwiespältig. Zum einen sind die Menschen mit einer enormen Menge falscher und unzureichender Information konfrontiert. Zum anderen freilich ist hier ein kritisches Auge entstanden, meint der Amerikaner. Es waren sogar gerade diese "bürgerlichen Wissenschaftler", die große und signifikante Fehler in den Klimadaten und deren Auswertungen gefunden haben. Und das ist doch eine erstaunliche Aussage.

Der Christy noch eins draufsetzt: Die fachwissenschaftliche Meinung ist NICHT OBJEKTIV, sondern unterliegt selbstreflexiven Selektionsprozessen. Der IPPC beweist das: Dessen Proponenten und Mitglieder aufgrund ihrer Ansichten ausgewählt werden, nicht aufgrund ihrer wissenschaftlichen Qualifikation. Sie sind gegen Argumente nahezu immun, arbeiten aber gezielt an der Zerstörung der Glaubwürdigkeit jener, die wissenschaftlich begründete Gegenargumente vorbringen. Dafür werden jene - und nur jene - mit Geldflüssen ausgestattet, die durch selektive Faktenauswahl etwas machen, das den Alarmismus fördert. Diese Gruppen tun aufgrund ihrer finanzhiellen Abhängigkeit alles, um sich durch immer extremere Aussagen zu rechtfertigen, und ihre materielle Grundlage zu sichern. Man muß hier von Kommunikationsverweigerung sprechen, mit der alle jene belegt werden, die anderer Auffassungen sind.

Gerade aber für Studien über natürliche Schwankungen und periodische Prozesse fließen heute keine Gelder mehr. Dabei ist das ganz sicher der entscheidende Faktor in dem Spiel. Christy meint, daß er nicht frustriert sei, daß dies so sei, sondern wie selten verbreitete Information auf wissenschaftliche Befunde zurückgeführt werden kann. In dieser Hinsicht ist der Klimawandel tatsächlich ein Medienphänomen.

In dem zahlreiche Interessen mitspielen. Da sind zum einen handfeste wirtschaftliche Interessen BEIDER Gruppen, Alarmisten wie "Klimaskeptiker", da sind zum anderen aber auch handfeste religiöse Überzeugungen. Viele glauben heute wirklich, daß der Mensch so etwas wie ein Virus ist, der die Erde befallen hat, und was immer er tut, ist schlecht. Ein Virus, den manche sogar ausrotten wollen.

Interessant sind nicht zuletzt Äußerungen, die Christy ab dem letzten Drittel dieses Gesprächs macht. Wo er sich, gefragt, als gläubigen Menschen bezeichnet. Gefragt, ob Wissenschaft mit Glauben denn vereinbar sei, meint er, daß sie sich sogar brauchen. Denn Wissenschaft braucht religiöse Grundhaltungen wie Wahrhaftigkeit, braucht die Bereitschaft, Fehler zuzugeben, und sie muß die Konsequenzen ihres Tuns mit einbeziehen, den Rang und die Kostbarkeit des Menschen berücksichtigen. Die Wissenschaft kann die Frage nach dem Warum nicht beantworten, dazu braucht es die Religion. Der Mensch ist der ultimative Wert auf dieser Erde, und daran muß sich auch bemessen, was als Liebe zur Schöpfung bezeichnet werden kann.

Und daran knüpft ein wirklich schweres Problem an. Denn es ist mittlerweile für Klimaforscher sehr schwer, zuzugeben, daß sie sich geirrt haben (und es keine Klimakatastrophe gibt). Dieses Problem bräuchte regelrecht eine christliche Grundhaltung, um überwunden werden zu können. Als Grundhaltung der Bereitschaft, trotz so fundamentaler materieller Abhängigkeiten bereit zu sein zuzugeben, daß der andere Recht haben könnte; zuzugeben, daß man eigentlich nichts über das Klima wisse, denn man ist ja nicht einmal in der Lage, das Wetter des nächsten Monats vorherzusagen.

Es stellt sich die eminent religiöse Frage, was dazu führt, daß man sich so in eine Ansicht verbissen hat, die JEDER WISSENSCHAFTLICHEN EVIDENZ WIDERSPRICHT. Wegen des Klimawandels? Veränderungen des Klimas hat es immer gegeben, die Erde ist ein System das sich grundsätzlich in Destabilität befindet. Aber WARUM das so ist weiß niemand, warum sich Änderungen ergeben, weiß man nicht. Dazu versteht man die Erde viel zu wenig. Man kann in der Klimatologie so gut wie nichts beweisen. Selbst in der amerikanischen meteorologischen Wissenschaft sind deshalb nur 52 % der Wissenschaftler der Meinung, daß der Klimawandel etwas mit dem Menschen zu tun hat. Dennoch ist ein regelrechter Kampf um die öffentliche Meinung zu beobachten, die Menschen - so oder so - zu "überzeugen". Die Politik spielt hier eine entscheidende Rolle, auch in der Stellung, die sie Wissenschaftlern zu- oder aberkennt.

Die Wissenschaftler selbst verhalten sich gemäß einer alten Predigerweisheit: Je schwächer die Argumente sind, desto lauter werden sie verkündet.









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