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Montag, 29. Februar 2016

Neue Urwälder entstehen

Was ist aus der apokalyptischen Angst vor den schwindenden Regenwäldern geworden? Noch hat sie als Bild gewisse apokalyptische Kraft, doch auch hier drängen die Realitäten an die Oberfläche. Und eine davon ist so phantastisch, daß man sie gelesen haben muß, weil man auf diesen Zusammenhang vermutlich gar nicht kommt.

Denn der Zivilisationsprozeß, dem man den Regenwald-Tod zuschreibt, hat eine ganz bestimmte Auswirkung. Er bewirkt eine Verstädterung der Erde. Heute leben bereits 50 % aller Menschen weltweit in Städten. 

Damit aber ist etwas ganz bestimmtes verbunden: Das frühere Ackerland wird in riesigem Ausmaß aufgegeben. Die Folge? Es verwildet!

In Brasilien hat das bereits seit Jahren meßbar zu folgender Erscheinung geführt: Zwar stimmt, daß der vormals bekannte Regenwald immer kleiner wird. Gleichzeitig aber nimmt die Fläche des NEUEN URWALDS für jeden geschlagenen Hektar Regenwald um das Fünfzigfache (!) zu, weil neuer Urwald im Ausmaß von 50 Hektar pro altem Hektar auf den verödeten Landflächen nachwächst. Insgesamt hat damit in Südamerika der Urwald heute eine größere Ausdehnung, als noch vor 40 Jahren, als diese Panik aufkam.

So nebenbei: Die heute bekannten Regenwälder sind archäologisch so weit untersucht, daß man als gesichert annimmt, daß sie vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden dicht besiedeltes, hoch kultiviertes und von Plantagen geprägtes, fruchtbares Land waren, das mit den historischen Veränderungen der Kulturen verwilderte. Analog zu der ethnologisch längst bekannten Tatsache, daß die sogenannten "Wilden Völker" in den bekannten Urwäldern sämtlich Degenerativformen früherer höherer Kulturstufen sind.




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Der Einzelne ist ... gleichgültig (1)

Es hat etwas Schwieriges im Umgang mit dem Begriff "Vermassung". Und das liegt darin, daß jeder Mensch einer gar nicht eingrenzbaren Menge von Kollektiven, von Universalien zugehört. Nahezu alles, worin sich ein Mensch bestimmen läßt, ist nämlich die Teilhabe an einem für sich stehenden, ein eigenes Sein und vor allem Realität (in ihm nämlich!) habendes Allgemeines. Der Blonde gehört zur Allgemeinheit der Blonden, nicht weniger als der 2-Meter-Riese der der Großwüchsigen, der Wiener zur Österreicher-heit, der Bremer zur Sachsenheit. Die Zubehörigkeiten sind nicht in ihrer Zahl eingrenzbar, und enden in der Bestimmung als Mensch überhaupt.

Der Wille, diese Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen, ist deshalb jedem Menschen gleich, und er ist elementar und er ist Teil seines Menschseins überhaupt. Es sind nämlich dieses Universalien die Bezugspunkte, die ideae, auf die hin sich ein Mensch transzendieren muß, will er überhaupt Mensch sein. In diesem Akt der Selbstüberschreitung, des Sterbens (wo hinein?) also, liegt sogar das eigentliche Geburtsmoment seines Selbst als Gestalt des unbestimmbaren Ich, das jedem Mensch als Person bzw. in seinem Personsein zugrundeliegt. Es ist der eigentliche Gründungspunkt, als Dynamik eines "zur Welt kommens" - das in der Selbsthingabe (als Paradox also) passiert.

Die Vermassung steht hiemit auch unter einem Paradox. Weil sie in dem Moment passiert, in dem genau diese Zubehörigkeit zu einem Allgemeinen, zu einer Gemeinschaft also, NICHT in der Selbstüberschreitung "einfach ist", "sich" wirklicht, sondern wo sich die Selbstüberschreitung ausspart bzw. auf einen bestimmten Aspekt reduziert, der die Gesamthaltung der Überschreitung (die ein offen-sein-für ist) beschränkt. Hier liegt auch der Geburtspunkt der Ideologien, die immer Einschränkungen sind.

Was noch nicht einmal etwas darüber sagt, ob sie nicht temporär, in Momenten der Verwundung eines Allgemeinen, der verletzten oder gefährdeten Zubehörigkeit zu einem Allgemeinen, ihre Berechtigung hat. Die hat sie nämlich tatsächlich. Temporär, wie gesagt, nicht als letzthinniges humanes Konzept. 

Denn diese Zugehörigkeiten in all ihren unfaßbar vielen Ebenen und Ausprägungen und Ideenbezügen, ohne die es gar kein Individualsein gäbe (!), die es rundum bestimmen, die den Einzelnen vorwerfen, noch ehe er sich dem Mutterleib entwunden hat,  haben eine seltsame Eigenschaft: Sie sind, wenn sie gesund sind, wenn sie bestehen, wenn also der Einzelne sich in der Selbsthingabe am vollkommensten selbst wirklicht, gar nicht ... bewußt. Und sie können auch gar nicht in allen ihren Präluminarien bewußt werden. Sie werden erst dort bewußt, wo sie gefährdet sind. Und das sind sie immer - konkret. Konkret in einem bestimmten Punkt. Dann tritt dieser Punkt als etwas Bestimmtes auf, gegen das sich der Einzelne auch bewußt wernden kann, das ihm also (auch am Eigensein, an den Bestimmtheiten seines So- und Selbstseins) bewußt wird.

Das heißt aber auch, daß der Einzelne eine Bedrohtheit seiner Identität sehr wohl ZUERST fühlt, zuerst spürt, ohne sie noch konkretisieren zu können - und erst allmählich, im Diskurs, im Streit, ja im Kampf gar, zu einem bestimmten Aspekt formt. Das Vereinzelte (und damit immer Konkretere, also eigentlich sogar: die Welt) kommt aus einem Allgemeinen. Immer.

Deshalb muß gesagt werden, daß man vielen Ängsten "in der Bevölkerung" zutiefst Unrecht tut, indem man sie marginalisiert oder zu bloßen ontisch nicht verankerten Psychoiden erklärt. Denn selbstverständlich äußert sich eine durch die Sinne, durch die Teilhabe an den Gestalten der Welt über die Sinne, zuallererst über ... ein Gefühl. Und dieses Gefühl wird durch "Bewußtwerdung" keineswegs eliminiert, und sollte es auch gar nicht. Es ist existentieller als fast jede Rationalisierung zu erfassen vermag, es ist elementar, es ist von größter Bedeutung für die Gesundheit des Einzelnen. Denn das Ontische ist, wenn es real sein soll, wenn es also real IST, sehr wohl Gegenstand der Wahrnehmung, wenn auch nicht direkt, wenn auch nur über die Auswirkungen dieser Entitäten, dieser Seinsheiten, dieses Seienden als Gestalt.

Wenn man also nun behauptet, daß das Gefühl der Bedrohung, das heute so viele Menschen (und an bestimmten Seinsheiten Teilhabende im Besonderen, na etwa so wie Frauen in ihrem Alltagsbewegen bei Dämmerung in dunkelen Gässlein) haben, keine Berechtigung weil Realität hätte, der irrt, im günstigsten Fall, der will aber vor allem lügen, im häufigsten Fall. (Denn es wird heute allgemein derartig viel und allgemein gelogen, daß es einen regelrecht umhaut, wenn man davon erst einmal eine Ahnung bekommt.) Vielmehr sind solche Gefühle gerade dort sogar am berechtigtesten, wo Gemeinschaften (wie gesagt: auf allen Ebenen und in allen Separiertheiten und Aufteilungen) noch intakt sind, aber aus dieser Zugehörigkeit auch teilhaben an ontologischen Gefärdetheiten - das heißt: Etwa an politischen, gesellschaftlichen Veränderungen, die die Beziehung von solchen Seinseinheiten zueinander verschiebt, verändert, oder gar ganz reale Bedrohungen abzeichnen, die noch lange Wege zurückzulegen haben, um eines Tages vielleicht (und dann immer nur in Teilen) "bewußt" und Gegenstand der Debatte zu werden.


Morgen Teil 2) Hände die streicheln sind nicht immer nett




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Unbrauchbarkeiten



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Sonntag, 28. Februar 2016

Ein Beitrag zum Fastensonntag

Daß der Papst in Mexiko "die Probleme angesprochen" hätte, können nur Europäer denken, die sich sowieso für nichts mehr interessieren als für sich selbst (und das nicht einmal mehr erkennen). Amerikaner denken hier völlig anders. Nein, nicht "rechter", sondern sie wundern sich über die regelrecht dumme Naivität, mit der sie auch beim Besuch Franziskus' konfrontiert waren. Der redete von irgendetwas, nur nicht von den wirkklichen Problemen. Ähnlich, wie es wohl hiesigen Menschen mit noch etwas Verstand und vor allem Herz haben (genau das wird ja jedem, der den Unsinn, denn die Kirche oft schon vertritt, fast in exkommunizierender Geste abgesprochen, von den Saufquatschern aber für ich in Anspruch genommen wird) geht, betrachten sie die Reaktionen der offiziösen Kirche angesichts der Invasion, die sie erleben, als absurd wirklichkeitsfern. Einen guten Artikel dazu findet man auf OnePeterFive.

Von jemandem, der die Realitäten in Mexiko sehr gut kennt. Eine offene, durchlässige Grenze USA-Mexiko dient nämlich nur einem (neben naturrechtlichen Absurditäten, denn seit wann ist es kirchliche Soziallehre, den Staat - und damit Grenzen - zu ignorieren? Aber Vernunft ist seit Franziskus abgemeldet, ja diskriminiert): Dem Verbrechen. Weil den Drogenkartellen, die über den Papst in Jubelschreie ausgebrochen sein müssen (genau das meinen wohl so manche, und der VdZ meint es wörtlich, leider nicht nur ironisch, die erzählen, dieser Papst hätte so viel Sympathie in kirchenfernen Kreisen errungen! sie jubeln auf, weil die Kirche das Falsche endlich stützt!) und einen abscheulichen Handel mit Menschen.

Die Grenze Mexiko-USA weiter zu öffnen würde einer Überschwemmung mit Drogen endgültig Tür und Tor öffnen (die die illegale Migration ohnehin bereits ausgiebig nützen), und es würde den Menschenhandel (Sklaven, Frauen, Babys, Organe) eskalieren lassen. Denn Mexiko ist in einem unglaublichen Zustand. Übrigens: Auch einem unglaublichen Zustand der Verfolgung der Kirche. In den letzten 10 Jahren sind über 400 Fälle von direkten Repressionen gegen Priester bekannt, mindestens 38 Priester sind entweder getötet worden oder verschwunden. Und das ist nicht einfach nur "das Drogenkartell". Der Staat spielt da mit. Und Kirchen-/Katholikenverfolgung hat in Mexiko eine recht lebendige Geschichte.

Als auf einen (auch sehr europäischen) Punkt gebracht empfand der VdZ aber letztendlich ein Posting einer Amerikanerin. Es soll ohne weiteren Kommentar hier gebracht werden.

[Andere haben die Lage ja gut analysiert, aber ich bleibe persönlich ...] but I reiterate the feeling here of being left orphaned by Benedict's resignation and replacement with this abusive stepfather. He has a one track mind - obsessed with base and materialistic political matters and even taking the most childish SJW-style lefty take on them. It's as if the papacy is held by someone with the mind of a 14 year old girl who gets all her news from Buzzfeed.
Meanwhile, the Catholics are left without any leadership at all.





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Aus einem Brief an X (3)

Teil 3) Der bei Briefen des VdZ übliche Nachtrag - 
Unausbleiblichkeiten, und daraus folgend die wahrscheinlichen, 
aber wenig erfreulichen Perspektiven als Deutungshorizonte der Gegenwart





(Nachtrag) Wenn die Abschottung und Abwehr [Europas; Anm.] nicht von einer Reform/Regeneration in dem Sinn, wie ich ausgeführt habe, begleitet ist, kommt es zu einer Ideologisierung dessen, was vermeintlich - zum Ding werdend - den Bestand des eigenen bewirkt. Das passiert derzeit, wenn über geschlossene Grenzen, Polizeiverstärkung, Überwachungsintensivierung etc. etc. gesprochen wird. Was aber sollen die schützen? Den status quo der Kulturleere? Zäune und Mauern baut man nur, um Weltordnugn gegen Chaos abzugrenzen. Wo aber ist nun was?
Also wird Europa als nächstes, im dialektischen Prozeß, diese Leere bewußt werden. Ihr wird eine Rückwendung zu "Werten" folgen. Das wird sehr stark von den jungen Menschen ausgehen, die ja begreifen, daß sie ein institutionelles Gerüst brauchen, weil sie überhaupt keinen Halt mehr finden. Denn das sogenannte "Rechte" (in aller Definitionsschwierigkeit, denn das Wort ist mittlerweile ein symbolisches bzw. zum Symbol aufgeladenes Totschlagwort für alles und jeden geworden) ist eine dialektische Reaktion auf die Macht der in jedem Fall zerstörerischen weil anti-substantiellen Linken. Deshalb der oft "fliegende Wechsel" von Linken auf rechts.

Lustigerweise und dabei typischerweise wird also ein solcherart in der Notwendigkeit feststeckendes, nicht wirklich erneuertes Europa dann dem Islam GENAU DASSELBE entgegenstellen, was ihm im Islam als Bestandsbedrohung entgegentritt. (Houillebecq hat das übrigens auch recht richtig beschrieben.) Über weite Teile wird es sich sogar inhaltlich absolut gleichen: Kollektivismus, Familienfetischisierung, Religion bzw. Kult als Rationalisierung und Psychogenisierung ... Spätestens dann, also nach einer gewissen Zeit, werden diese beiden Richtungen (die sich natürlich nur mehrheitlich in Europa bilden werden, nicht bei allen gleichermaßen) ineinanderfallen.
Und dann? Dann wird es vermutlich zu einer wirklichen Katholikenverfolgung kommen, so wenige Katholiken es dann noch geben wird. Es kann nie zu wenige geben. Denn es geh um die Kirche. Sie wird immer das eigentliche feindliche Ziel der Weltimmanenz sein. Denn der Katholizismus als Gestaltpräsenz des Wahren, als Gestaltreligion, ist der Ideologie, dem Selbstvoluntarismus tödlich. (Er wäre das, was der Islam genauso macht: Eine Selbstkritik ist per se schon bestandsgefährdend; also muß sie strikt verboten werden.) Weltimmanenz aber kann sich nur in Ideologie manifestieren weil zur "Gestalt" abschließen.





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Wie der Mensch lebt

Am Sonntag Nachmittag


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Samstag, 27. Februar 2016

Die nächsten Menschheitskatastrophen nahen (2)

Teil 3) Die dritte Katastrophe - Der Mensch denkt nach Grundbildern, 
Grundbilder suchen ihr Denken





Wobei sich noch eine dritte Katastrophe bereits abzeichnet, die mit der zweiten evtl. auch in Zusammenhang steht: Der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre. Er schwankt nämlich. Längst gibt es aber erste Studien, die vor einem gefährlichen Rückgang des Sauerstoffgehalts der Atmosphäre sprechen. Die Zeit ist meßbar, in der erste (natürlich: streng wissenschaftliche) Hochrechnungen auftauchen, in denen prognostiziert wird - einer nihilistischen Wissenschaft fehlt das Sein, das das Nichts überbrückte, also versucht sie das Nichts in Apokalypsen zu bannen, was zwangsläufig zu Vorgriffen in die Zukunft führt - daß der Sauerstoffgehalt der Erdatmosphäre unter diesen und jenen Bedingungen für die Menschheit lebensbedrohlich werden wird, WENN nicht ... Zusammenhänge mit Verbrennungsprozessen sind rasch hergestellt, und so einleuchtend. Denn darauf konzentriert sich ja alles, seit der Ölkrise in den 1970ern. Leben und Verbrennung als Ablösung von Energie (bis hin zur Katharsis) - zwei Seiten derselben Medaille. Wer das Sein zum Feind hat, muß das reinigende Feuer auf allen Ebenen ablehnen. Selbst die Sonne wird bedrohlich.

Das Letztere vor allem überzeugt auch den VdZ. Es überzeugt ihn, weil damit die jeden Klimawandel (der allmählich doch an Zugkraft verloren hat und - der Leser wird es erleben - in allernächste Zukunft wie vorherige Szenarien fast ganz verschwinden wird) noch um Dimensionen und Gefährlichkeit übersteigende Katastrophe auftaucht, die er vorhergesagt, an die er aber nicht gedacht hat. Denn nach dem Klimawandel muß natürlich eine Steigerung kommen, das psychische Schema fordert es, es wird zwangsläufig schlaffer, kraftloser. Die Angst vor "allem" muß also größer, die Bedrohung noch umfassender und elementarer werden - in Nahrung, in Sauerstoff. Die Geschichte der Apokalypsen seit 40 Jahren zeigt es eindrücklich.

Im Ganzen ähnelt dieses Bild ja nicht zufällig der beobachtbaren Individualentwicklung, wie sie in den Krankheitsängsten, vor allem in den Allergie-Ängsten bereits weitflächig auftritt. Wo Allergie sich von äußersten, den Menschen umlagernden Schichten, immer näher zur Haut und zum eigentlichen Selbst vorgearbeitet hat. Bis zu einer erstaunlich großen Bevölkerungsschichte, die an Auto-Allergien leidet, also gegen sich selbst allergisch ist, zu Menschen, die überhaupt nichts mehr vertragen, weil buchstäblich GEGEN ALLES allergisch sind.*

Aber diese beiden, sich am Horizont bereits abzeichnenden neuen Katastrophen könnten es tatsächlich sein, die die Angst vor dem Klimawandel ablösen wird. Der einer jedem Wahn eigenen Eigendynamik zum Opfer fällt: Mit dem Durchbruch von Paris 2015 (eine reine PR-Inszenierung, eine reine Wortwolke) zerstiebt das, was den Klimawahn überhaupt aufrechthielt und initiierte: Die Scheinwirklichkeit, die Pseudologie braucht ein CONTRA, sie lebt mangels Substanz nur aus dem Widerpart. Den sie mehr und mehr provozieren muß, weil ein Assimilierungs- und Homogenisierungsprozeß stattfindet. Bis zu dem Punkt, wo die Wahnidee scheinbar siegt, was sie sogar selbst behaupten und inszenieren muß, weil sie um ihr Eigenleben aufrechtzuhalten den Glauben an sie nur durch Siege aufrechthalten kann, bis eben zum Endsieg. Ab diesem Zeitpunkt fehlt ihr jede aufbauende, aufrechthaltende Kraft. Ihre Eigendynamik verurteilt sie zum Erlöschen. Wobei sie in diesem Prozeß natürlich enormen realen Schaden anrichtet.

Zumal: Für die Menschheit wirkt dieses Scheintheater³ (das man als Symptom des eigentlichen Problems der Gegenwart, des Seinsverlusts, begreifen muß) wie die berühmte paradoxe Intention. Der in Neurosen und Wahnbildern Gefangene tut gut daran, das, wovor er sich fürchtet, als gegeben und real anzunehmen. Dann nämlich treten unterbewußte Ausgleichsregelungen in Kraft (wir bedienen uns hier sehr technischer Beschreibung, es ist natürlich nur eine versuchte Verbildlichung), die sich aus der umfassenden Wirklichkeitserfahrung selbst nähren. 

Denn in der passiert ja nichts, ja passiert das Gegenteil: Die Wirklichkeit stellt sich als sehr normal und anders heraus. Sie beginnt also in dem Moment immer lauter zu sprechen, als der Mensch sich ganz dem Wahn verschreibt. (Die Implikationen für den Umgagn mit Wahnsinn sind weitreichend, und sie sollten weiter durchgedacht werden. Viele, sehr viele Geisteskrankheiten sind sehr wahrscheinlich Produkte eines komplexen Kampfes eines Menschen UM AUFRECHTHALTUNG eines Wahnzustands in einem elementareren Kampf GEGEN den Wahn, den der Patient aber niederringen will. Für die pathologische Schizophrenie trifft das auf jeden Fall zu.) Und so ... dringen diese tiefen, diese eigentlichen Wissens- und Glaubensschichten an die Oberfläche und ins Bewußtsein. Und sie tun es natürlich indirekt! Sie werden still und heimlich mächtig, und die Hysterie des Leidenden löst sich förmlich und ebenfalls still und heimlich auf.**

Es spricht viel dafür, und es entspräche derselben Psychodynamik: Die neuen Apokalypsen sind bereits geboren, und sie sind bereits dabei, sich zu nächsten Phantomen zu erheben.





²Unnötig darauf hinzuweisen, daß alle - wirklich: alle! - diese Bilder von einem mechanistischen Menschenbild ausgehen. Der Evolutionismus des 19. Jhds. (Symptom wie so vieles, das in diesem Jhd. zu Bruch ging) schlägt mit seinen Implikationen nunmehr kaltblütig, umfassend und restlos zu, und zerstört längst auch den "Wissens-"Gedanken. Damit (!) liefert er die Menschen definitiv dem Wahn aus. Und Wahn ist die erschütterndste Welterscheinung geworden, der sich in den apokalyptischen Bildern (als Contra zum Sein) ein Fundament zusammenbetteln will. 

³Ein köstlicher Artikel aus der Feder von Andrew Revko von der NYT  (New York Times) findet sich im Netz. Er nimmt vorweg, was 2019 passieren wird. Wenn der überwiegende Teil der Klimawissenschaftler natürlich behaupten wird, niemals von einer Gefährlichkeit von CO2 gesprochen zu haben. Genau so, geneigter Leser, wird kommen. Es wird sogar sehr bald schon chique werden, Klimaskeptiker zu sein.

*Der VdZ hat so jemanden vor Jahren bei einem Kuraufenthalt kennengelernt. Da begann sich die Haut regelrecht abzulösen, mit der resignierten Reaktion, daß der "Patient" aufhörte, überhaupt noch auf etwas zu achten, weil es ohnehin gleichgültig war - es gab nichts mehr, was er noch vertrug.

**Das ist übrigens auch ein längst bekanntes Problem der Schwulen- und Lesbenbewegungen.




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Aus einem Brief an X (2)

Teil 2) Europas Kultur wurde zu einer Laien-Kirche - 
Die heillose Entstehungs- und Wirklogik einer Laien-Kirche



Abgesehen davon, daß man Menschen nicht "machen" kann, das liegt, wie Du selber schreibst, letztlich nicht in unserer Hand. Aber wir können oder müssen sogar "offen" sein. Der Leib IST nicht Geist, aber er ist Bedingung für Geist. Genau so ist es für die Psyche, das Selbst des Menschen. Wo wir uns nicht öffnen, und das tun wir nur in der Selbstvergessenheit, in der Selbstübersteigung in die von uns nie gewußte Dunkelheit der "insecuritas" hinein, dem "bittenvollen Andockpunkt" an Gott, verfehlen wir uns auf jeden Fall selbst.
Dieses Abschließen aber, dieses Rückbeziehen auf sich selbst (wo aber "nichts ist", als nichts, das erkennbar wäre, weil es eben noch genau kein Bild ist, das ist ja erst im Leib wirklich), das notwendig die Selbstüberhöhung (heute haben alle "Sonderbegabungen", sind "Genies", etc.) bringt, hat die weitere notwendige Folge, daß eine Kulturgemeinschaft nach und nach stehenbleibt, und sich dann "gnadenlos" rückentwickelt. Goethe schreibt dem entgegen einmal sogar, daß der entscheidende Punkt für ihn war zu erkennen, daß er ein ganz normaler Mensch war.

Genau deshalb kann man heute feststellen. Wir sind viel viel blöder als vor 50 Jahren (und glauben das Gegenteil so sehr, daß wir nicht einmal hören wollen, was die Väter sagten, nicht mehr sehen wollen, wie die Mütter, die Eltern lebten; das 4. Gebot sagt deshalb so weise, daß die Eltern-Achtung Fundament für irdisches Wohlergehen ist). Und wenn ich mir naturwissenschaftliche Erkenntnisse" anschaue, wie sie heute kolportiert werden, habe ich überhaupt den Eindruck "im falschen Film" zu sein: Sehen die nicht, daß die Wissenschaft etwa vor 100 Jahren schon weiter war? Daß sie nur noch fast wertlosen Abklatsch einstiger vollkräftiger Erkenntnisse produzieren, die sie nicht einmal mehr verstehen - denen gegenüber aber sie sich so überlegen vorkommen. So beginnt eine Kultur erst zum Stillstand zu kommen, um dann rückschrittlich zu werden. Diese Zeiten waren historisch deshalb immer jene Zeiten, in denen vitalere Völker in einen entleerten Kulturraum einströmten.
Auch die Reaktion ist immer dieselbe: Erst wird versucht, dieses Phänomen abzuwehren. In dem die eigenen Gespenster als Menetekel auftauchen. Aber eine Regeneration, die eine Abschließung wenigstens für eine gewisse Zeit rechtfertigte, passiert nicht. Und hier geht es um den einzigen Andockpunkt, aus dem regenerative Kraft folgen könnte: um die Frage nach Gott und der Wahrheit der Religion. Es ist die Frage nach der Inkarnation Gottes.
Wenn, dann könnte deshalb nur eine irgendwie noch christ-katholische Kultur diese Wende schaffen. Konkretisierbar sogar - in der Liturgie, im Kult. Dem Ort des Himmel und Erde vereinenden Tanzes der Schöpfung und ihrer Grundkräfte, der Musik, der Dichtung, in denen diese Urbilder wirkmächtig und real (also nicht als psychogene Folgen, wie es im Protestantismus z. B., aber auch z. B. im Islam geschieht, beide sind einander in vielem ähnlich) in die Geschichte eintreten. Diese Frage nach der geschichtlichen Realität ist die Kernfrage nach "Religion". Und das ist mit dem Verstand zu unterscheiden, weil im psychischen Geschehen sehr wohl zu differenzieren.
Ich sehe immer deutlicher, daß sich seit der Renaissance - als starker Kulturstrang aus ihr heraus (sie selbst ist ja auch vielschichtig) - diese Regeneration mehr und mehr in die Weltimmanenz und ins Psychogenische verschoben hat: Die Kirche wurde verdrängt, auch durch vielfaches Versagen ihrer Gestaltträger, und die Laien haben ihr die Instrumente aus der Hand genommen und eine eigene Kirche gegründet. (Political correctness ist eine ihrer Früchte.) Genau deshalb hat sich uch der Begriff von "Geist" verflüchtigt, der sich bildhaftem (weltimmanentem) Begreifen nämlich entzieht.

Die Folgen sind deutlich erkennbar: In sich kreisend, hat unsere Kultur sich zur Gesellschaft einer Laien-Kirche verwandelt, mit allen kirchlichen Elementen (bis hin zu Solidaritäts- und Haftungsfragen - jeder fühlt sich für alles verantwortlich, etc. etc.) der das Anbindeelement an Gott aber fehlt. Sie ist dadurch impotent geworden, und hat ihre Ordnung (kein Organismus kann ohne Ordnung leben) verloren, die nur in Gott, dem Wissen Gottes (das heute zum funktionalistischen Informationsbegriff wurde) sein kann. [...]
[In der Wachau] konnte man aber immer diese Ganzheit einer Kultur noch zumindest erahnen. Unvergeßliche Momente habe ich dort erlebt, darunter jenen Sonntag im Juli 2000, ich weiß es noch als wäre es heute, wo ich vom Parkplatz kommend zum Stift Melk ging, und vorher doch zum "Paradiesesgarten" abbog, als der mir diese Gartenanlage (sie befindet sich seitlich, rechts, steht man vor dem Kloster) rasch erschien. (Heißt sie nicht auch so?) Denn es war als rührte mich dort Gottes Vorsehung (und Wissen) selber an, als ich in diese Schönheit und Harmonie eintrat. Als wäre der sanfte Wind, der die Bäume bewegte, Anhauch des persönlichen Heiligen Geistes. Menschen, die das zu gestalten in der Lage sind, müssen schon sehr viel "Fenster", ja "Tür" sein.


Morgen Teil 3) Der bei Briefen des VdZ übliche Nachtrag - 
Unausbleiblichkeiten, und daraus folgend die wahrscheinlichen, 
aber wenig erfreulichen Perspektiven als Deutungshorizonte der Gegenwart




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Gespenstisch

Eine nächste verblüffende Rede Adolf Hitlers aus dem Jahre 1940, bei der man phasenweise nicht unterscheiden kann, ob sie nicht heute geschrieben wurde. Denn sie deckt sich mit sehr vielem, was landauf landab mehr oder weniger vorhandenem analytischem Geschick entspringt. Wenn man sich also mit Hitler auseinandersetzen will, so muß man zuerst einmal eine Position dazu finden, daß verbal zumindest so manches nicht ganz falschen Sichtweisen entsprungen ist. 

Gelingt hier keine Unterscheidung zum "bösen Diktator", gelingt nicht durch offene Auseinandersetzung endlich eine wirklichkeitsoffene Herangehensweise in der Kritik des Nationalsozialismus vor dem Hintergrund sehr fundierter (meist dann: konservativen Strömungen entsprungener) Kritik, wird der Hitlerismus über kurz oder lang fröhliche Auferstehung feiern, soviel ist sicher. Großgezüchtet von einem blinden Dogmatismus einer sogenannten "Antifa", die - ei warum nur? - den vorgeblichen Todfeind selbst großzieht.

Weil man ihm anhaftet, was zwar in derselben Zeitbewegung war und ist, aber nicht dem eigentlichen Hitlerismus (der nämlich eine Erscheinung der Moderne ist, zu der auch gehört, übrigens, eklektisch zu sammeln, was ihm nützt; auch ein Nazismus mußte Bratwürstel gleich zubereiten, wie es heute geschieht) zuzurechnen ist. Sondern eine geopolitische Situation betrifft, die Hitler genau so vorfand, wie sie jeder andere Politiker vorgefunden hätte. In der das politische Agieren der Naziregierung von sachlichen Erwägungen geprägt war, die immer so zu sehen gewesen wären. Es hilft niemandem weiterhin so zu tun, als wären sogar die Brausetüten jener Zeit des Teufels gewesen. 

Genau das aber wurde nach 1945 systematisch durch Umerziehung eines ganzen Volkes auszutreiben versucht. Unter dem Postulat, daß der Hitlerismus untrennbar einer seelischen Allgemeinlage zuzuschreiben wäre. Sodaß also das Deutschsein selbst der Schuldige wurde. Aber es ist und war wie bei jeder Lüge und Propaganda: Sie könnte sich nie durchsetzen, wenn sie sich nicht wahrer Details bediente. Eine wirkliche, realitätsnahe Auseinandersetzung mit dem Hitlerismus 1933-45 ist aber unterbunden worden, indem ein Dogma implementiert wurde, unter dem sich ein nunmehr "neutralisiertes", seiner selbst entmächtetes, bestenfalls als Wirtschaftsfaktor geduldetes Land neu erfinden sollte weil mußte.

Die strategische Lage Deutschlands in Europa, die politischen Bestrebungen seiner Länder, die Strategie der USA war keine Einbildung Hitlers. Sie war schon im frühen 19. Jhd. Gegenstand der strategischen Planung deutscher Politik, Wirtschafts- und Verteidigungsüberlegungen und ist nach und nach aufstehenden Realitäten entsprungen, die alleine ein Blick auf die Landkarte erkennen läßt. Folgerichtigerweise hat dieses solcherart kastrierte, als politischer Wirkfaktor vermeint ausgeschaltete Land Europa in den letzten Jahrzehnten so sehr bestimmt und unter seine Politik und Wirtschaftsmacht gezwungen, wie es sich Hitler nur erträumen konnte. Macht, Wirkkraft eines landes hat eben mit mehr zu tun als mit nominellen politischen Programmen. Es ist die Strahlkraft seines Selbstseins. Denn jedes Ding ist nur durch seine Beziehungen und in seinen Beziehungen. Die zu ignorieren geht gar nicht. Es kann sie nur bewußt aufgreifen - oder es wird von ihnen unbewußt gezogen. Oder man kann dieses Ding, dem man offenbar den wohlwollenden Respekt verweigert, den jedes Ding bräuchte und verdient ... vernichten.

Der Fehler begann eben ... 1806. Wo die Kräfte für ein voluntaristisches, künstliches Deutsches Reich aufgeweckt wurden. Das heute in einer Aporie steht, eine reale Machtposition zu haben, die gar nicht genug "erstickt" und verheimlicht werden kann, um das europäische, ja geostrategische Gefüge nicht ins Wanken zu bringen. Wenn es das nicht offen, durch mutige, männliche Aktivpolitik kann, tut so ein Organismus es eben auf weibliche Art: Durch Hintertreibung des Selbstseins, durch Verweigerung der väterlichen Idee.* Denn wer nicht positiv gestalten kann, beweist seine Kraft und Potenz durch ... Zerstörung. Auf daß im Fehlenden, im Machtloch, die eigentliche Macht erfaßt werden kann. Wenn Du mich nicht liebst und anerkennst, sagt dieser, anerkenne mich durch das Leiden meines Wegseins.






*Und hier kommt tatsächlich das vielerorts bereits zitierte, wenn auch meist falsch interpretierte Wort von der "Pastorentochter Merkel" zum Tragen. Denn das Merkmal von Kindern aus solchen Pastorenehen ist nicht, wie manchmal gemeint wird, Treue zum väterlichen Wort, sondern im Gegenteil: dem protestantischen Pastor wird sein Beruf im familiären Kräftespiel zum Verhängnis. Er wird ontologisch (nicht im voluntaristischen Bild! da scheint es sogar genau und nicht ohne Grund wie das Gegenteil: als übergroße Strenge und harter Moralismus - warum wohl?) schwach, die Mutter als Beziehungs- und Identifikationskomponente aber stark, bei Jungen und Mädchen je natürlich anders. 

Die Pastorentochter versucht nunmehr (um es kurz und natürlich ungenügend anzureißen), dem Vater nicht "zu gehorchen", sondern ihn (und nicht die Mutter als Frau) zu imitieren, während die Söhne sich mit dem Vater, also ihrem Selbstsein als Mann, nicht identifizieren können, sondern ihm gehorchen, ein Identifikationspunkt (Mutter) fehlt ihnen aber (sofern sie nicht homosexuell werden). Nach außen gerichtetes Selbstsein ist nunmehr männlich, während die Frau ihr Selbstsein als Form vom Mann empfängt und nur darin stark im Selbstsein sein kann. Deshalb hab diese Elternkonstellation auf Jungen und Mädchen je andere Wirkungen. Weitere Folgerungen seien aber dem Kombinationsvermögen des geschätzten Lesers überlassen. 

(Man beachte zum Weiterdenken vielleicht die erstaunlich zahlreichen Arbeiten zum Thema "Sturm und Drang als Erscheinung protestantischer Pastorenkinder". Die Arbeiten von Mattenklott etwa, oder generell die zur Reflexivität und Melancholie des Sturm und Drang als Pastorensöhnemerkmal, etc.)




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Freitag, 26. Februar 2016

Die nächsten Menschheitskatastrophen nahen (1)

Welche Symptome die (in tief ontologischen Fundamenten lagernde) Pathologie des Gegenwartsmenschen (die eigentlich eine Pathologie der zerfallenden Gesellschaftsordnungen ist) als nächstes aufweisen könnte? An dieser Stelle waren bereits Vermutungen darüber zu finden: Es könnte etwas mit der Sonne zu tun haben. (Längst schon sind die ersten Hollywood-Filme, in dieser Hinsicht erstaunlich feinfühlig, in den Kinos zu sehen, in denen an der Sonne herumoperiert wird, um die Erde zu retten.) 

Einen möglicherweise brauchbareren Hinweis liefert ein Artikel in WattsUpWithThat. Denn dort wird darauf hingewiesen, daß die PR-Maschinerie des apokalyptischen Öko-Alarmismus seit Jahren bereits zwei neue Richtungen eingeschlagen hat. 

Die eine ist: Plastik. Es ist dem VdZ schon seit Monaten aufgefallen, daß sich die Berichterstattung in den Medien scheinbar "zufällig" verdichtete, in der von den katastrophalen Auswirkungen der Umweltverschmutzung durch Plastik berichtet wird. Die ersten EU-Richtlinien sind außerdem längst verabschiedet und aktiv, die "Müll aus Plastik" verhindern sollen. 

Klammheimlich, wie hochkriechende Spukhände, hat sich eine nächste Apokalypse mit der Notwendigkeit zur Weltrettung aufbereitet und nimmt allmählich Fahrt auf. Plastik deshalb, so wird argumentiert, weil es in kleinste, aber nicht mehr weiter aufgelöste Bestandteile zerlegt wird und zerfällt. Diese kleinen Teile aber durchdringen alles auf Erden, was da lebt (so das gemalte Horrorbild). Von Pflanzen bis zu Tieren und natürlich den Menschen.² Und sind so ein allumfassende Ursache für Katastrophenszenarien, die man längst dabei ist auszumalen. Weil alles ungenießbar wird, weil alles krank oder tot wird.

Das zweite Bild war dem VdZ neu. Auch diese neue apokalyptische Gefährdung wird bereits seit Jahren (nachweisbar auf UN-Ebene seit 2009) vorbereitet. Und sie heißt: N2O, das Lachgas. Es sei nämlich als Klimagas weit gefährlicher als das CO2, und es zersetzt wahrscheinlich das Ozon in der Atmosphäre. Der IPCC spricht bereits davon, daß das Lachgas 300mal klimaschädlicher ist als das CO2. N2O wird nicht nur bei Verbrennungsprozessen frei, sondern nun geht es ans Eingemachte: Es ist ein Reaktionsprodukt des Stickstoffs, womit die intensive Landwictschaft direkt betroffen sein würde. So nebenbei: Man geht auch davon aus, daß es ein Produkt der in Autos eingebauten Katalysatoren ist, man weiß nur nicht genau in welchem Ausmaß. Was natürlich der nächste Treppenwitz des Öko-Wahns wäre. Der VdZ hat auch darauf längst schon hingewiesen: daß es in der Wesenslogik der Welt liegt, daß diese Öko-Maßnahmen wie alle solche Maßnahmen mehr Schaden angerichtet als behoben haben, nur kennt man diese noch nicht, weil das vorgebliche "Beheben" immer nur ein "Verschieben" in dunkle Unbekannte ist.

Die Menschheit hat sich nie geändert, und kann sich gar nicht ändern: Sie hat immer ihre "Gräben", Orte des Chaos, Müllhalden, und sie hat immer nur ihren Müll - Restprodukte ihrer zivilisatorischen Teil-Ordnung, der Mensch ist eben nicht Gott - über die Stadtmauern geworfen und dem Chaos rücküberantwortet. Die Öko-Bewegung IST wesensgemäß eine Bewegung, die Kultur abbauen und ins Chaos werfen will. Sie ist im Wesen nihilistisch.



Morgen Teil 3) Die dritte Katastrophe - Der Mensch denkt nach Grundbildern, 
Grundbilder suchen ihr Denken





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Aus einem Brief an X (1)

[...] was den Pessimismus regelrecht gefährlich macht ist, daß er als Grundstimmung jene Bilder formt, nach denen wir handeln, ob wir das bewußt machen oder nicht. Die Grundmatrix unseres Handelns wird von uns bestimmt. Sehen wir Dinge pessimistisch, so formen wir ihr Ende vor. Damit kann es passieren, daß wir Dingen ihr Gut absprechen, das sie immer noch hätten, und aus dem sie sich sogar wieder - in der Polarität Bild/Idee und Materia (Mann-Frau) -  zur Schönheit als Gestalt erheben könnten.
Die apokalyptischen Bilder, die uns seit Jahrzehnten mehr und mehr beherrschen, bringen deshalb auch ein schlechtes Ende mit sich. Ich meine, das im Blog immer wieder behandelt zu haben. Sie stammen auch nicht aus ehrlicher Sorge, sondern aus dem Willen zum Ende - aus Flucht vor der Lebensmühe, also aus der Acedia (als Grundhaltung) entstammend. Das drückt sich auch in der Zwangsläufigkeit aus, die uns zu vermitteln versucht wird. Schöpfungsimpotente Muttersöhnchen (um das in einem Pauschalbild irgenwie zu umreißen) agieren eben so.
[...] Der Humor (als Heiterkeit, nicht als Zynismus oder Spott; meist tritt er heute nämlich in dieser Bitterlichkeit auf) spielt eine wichtige Rolle, denn in ihm distanzieren wir uns, spielen mit den Dingen.
[... ] Auch ich hatte zur Wachau, noch mehr aber zum Nibelungengau, immer eine sehr enge Beziehung, und ich war früher sehr oft dort. Sie atmet für mich so etwas wie die Grundlagen von Österreich als Hochkulturland. An der Wachau also könnte sogar Österreich genesen. [...] Da muß halt jeder seine "Töne" finden, in denen er schwingt, um es so zu sagen.
[...] Mit "Normalität" meine ich die Notwendigkeit, kein "Sonderlingstum" zu züchten. Viele junge Menschen heute sind genau deshalb so verstört, ja krank, weil man sie überall bewußt zu Besonderheiten hochquetscht. Wer sich aber für etwas Besonderes hält, als übergeschobenes Selbstbild, ist erkenntnis- weil wirklichkeitsunfähig.
Die "Ausgesondertheit" ist hingegen etwas, das man gar nicht machen kann. Weil sie sich ihr Recht und ihr Gewicht von selber sucht und auch ontisch begründet und entstanden ist, nicht bewußt-willentlich (dann ist sie schon Krankheit, wenn sie zum direkten Ziel wird). Ich kenne auch niemanden, den ich als Ausgesonderten bezeichnen könnte, der nicht darunter im Grunde leidet und sich erst nach langem Sterbens- und Leidensweg zu dieser Form der Einsamkeit (mehr resigniert als gerne) Die als ein letztes Fazit eben dann zu ziehen ist. Ja, die meisten kämpfen lange damit, dieses Leiden zu akzeptieren, dem sie aber doch nicht auskommen. Zur Identität kann sie erst nach langen Jahren und Jahrzehnten werden, wenn überhaupt. A. P. v. Gütersloh hat dazu viel Richtiges geschrieben.
Aber diese wirkliche Ausgesondertheit ist ganz sicher sehr selten, und sie ist immer in Bezug auf die Normalität (ob die nun gesund oder krank ist) der übrigen Gesellschaft geworfen. Auch der Eremit ist "Eremit FÜR" die anderen. Kein Mensch lebt für sich. Deshalb kennt auch ihre Stellung in den Augen der Gesellschaft nur die beiden Pole "Ablehnung total" und "ikonenhafte Verehrung". Der Mensch ist immer Teil einer Grunddynamik (von eidetischen, bildhaften, definierenden Beziehungen), die sich niemand selbst ausgesucht hat, die ihm vorausgeht und in der der Grund seiner Existenz liegt. Er ist immer Fenster des Ewigen in eine gewisse Zeit hinein. 
Der Grund für den Geburtenrückgang ab den späten 1960ern liegt nicht "in der Pille", die war nur Ausdruck, sondern in der Verweigerung, Fenster zu sein. Diese Haltung nahm damals enorm an Fahrt auf, ja sie war sogar Kern der 68er-Revolte. Nicht zufällig war eines der Hauptthemata der 1970er Jahre, wie ich sie als Jugendlicher dann erlebt habe, "Selbstverwirklichung". Alle sprachen nur noch davon. Sie haben das nunmehr Verfehlte geahnt ... 


Morgen Teil 2) Europas Kultur wurde zu einer Laien-Kirche - 
Die heillose Entstehungs- und Wirklogik einer Laien-Kirche




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Jugenderinnerung

Tim Buckley
Sweet Surrender







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Donnerstag, 25. Februar 2016

Von der Glorie zur Schande (2)

Teil 2) Wer aber heute unter dem Krummstab gut lebt? - 
Verrat an den Menschen!




"Unter dem Krummstab ist gut leben" galt noch bis in den Barock überall als Devise: Kirchenpachten waren gesucht, denn nur dort herrschte Verständnis auch bei den häufigen Jahren schlechter Ernte (und Abgaben, der "Zehent", waren Naturalabgaben; der VdZ hat selbst Einblick in Jahrhunderte klösterlicher Zehentbücher halten können), nur dort wurde auch einmal eine Pacht erlassen, und gar nicht selten, nur dort wurde auf persönliche Schwierigkeiten und familiäre Notstände Rücksicht genommen. Und umso lieber gab man, wenn es darum ging, einen Dom zu bauen, dem Herrgott eine Antwort in Kunstgegenständen zu geben. Es war nicht Ausnützung oder Mißbrauch, es war ehrliches Wollen der Menschen. Anders wären diese Schätze, die die Kirche hat, niemals zustandegekommen.

Es ist eine wahre Schande, daß die ganz wenigen Beispiele, wo auch Kirchenfürsten ihre Untergebenen auspreßten, das Gesamtbild so trüben konnten. Die Wirklichkeit sah anders aus. Der Kirche und ihren Aufrufen verdankt Europa die doch noch gefundene Fähigkeit zum Widerstand gegen den anbrandenden Islam, über die Kreuzzüge über Lepanto bis zu Wien 1683. 

Und das blieb bis in die Neuzeit so. Selbst da noch war die Kirche die letzte Bastion gegen den Absolutismus, der siegreichen Stufe einer alles abstrahierenden Zentralmacht gegen die Verortung, das Prinzip der Erlösung. Der Papst reiste sogar extra nach Wien, um Kaiser Josef II. in die Schranken zu weisen.

Was ihm aber schon nicht mehr gelang, zu schwach war die örtliche Kirche bereits - gekauft, gekauft um dreißig dreckige Silberlinge, so ist es, so war es, gekauft um das Versprechen der Verbeamtung, der Schmerbäuche und iPads und Twitter- und Internetverbindung für eine virtuelle Kastratenblogozese. Die einzigen, die sich unter Josefs "Reformen" noch ihr Scherflein retten konnten, waren ... die Bischöfe, die ihre Tafelgüter und damit ihre üppigen Tafeln behielten. Josef schuf deren sogar mehr, denn er wußte schon, was er tat. Leider. 

Hitler hat nur noch vollendet, was ihm Josef bereits am Tablett aufbereitet hatte. Über dieses Stadium ist die Kirche nämlich nicht mehr hinausgekommen.

Das eine war aber damals. Als Europa schon einmal von Invasionswellen aus Niedrigstkulturen überschwemmt wurde. 

Und heute? Die historischen Bedingungen sind nahezu ident. Was sich aber völlig gedreht hat ist das Verhalten des Klerus. Die Kirche, repräsentiert durch den Klerus und "Kirchenlaien", kriecht der Macht in den Allerwertesten wo sie sie nur findet, glücklich irgendwo im Konzert der Pseudowichtigkeiten mitquaken zu können. Nirgendwo gilt technizistische Funktionalität so viel, ist jede in den ideae Gottes verankerte Gestaltenordnung ausgehebelt, ja die Kirche ist längst Vorbild für Zerfall, Ungerechtigkeit und Niedertracht, für den Wolf im Schafspelz. Sie ist eine Kirche der Emporkömmlinge geworden. 

Schon diese Einsicht erhellt enorm viel - sie verhält sich auch so.

Und sie läßt deshalb die Menschen völlig im Stich. Ja, sie lädt ihnen Lasten und Moralia auf, die sie nicht tragen können, um sich ihre Pfründe zu sichern, so ist es in Wahrheit. (Denn wenn auch nur ein Bischof behauptet, er würde Moral bzw. Ethik in jedem Fall über formale Kirchenexistenz stellen, dann wird ihm der VdZ Gegenbeispiele liefern, daß jenem die Ohren wackeln, zumindest am Tag des Jüngsten Gerichts. Und es sind gerade oft die sogenannten Frommen, ja gar die sogenannten Konservativesten, denen hier jede Hose ausgezogen gehörte.) 

Um sich dabei selbst ins Licht einer abstrahierten "Humanität" stellen zu können, die niemand mehr versteht, weil sie an der Menschlichkeit genau dort vorbeigeht, wo sie aber beginnen müßte: In der Liebe zu den Hiesigen, in der Liebe zur Heimat, in der Stärkung der Verortung, in der Hingabe für die hiesige Kultur. Denn DORT ist der Platz der Liebe. Nicht in der abstrakten Fernstenliebe zu Menschen, von denen jeder Blinde mit Krückstock weiß, daß es ihnen nicht um Not und Verzweiflung geht, sondern um einen Weg, ein um sein Überleben immer noch kämpfendes Volk auszunützen.

Wer möchte mitraten, in welchem Stand der Glaubwürdigkeit die Kirche hierzulande in zwanzig Jahren dastehen wird? Die das ihr anvertraute, ja ihr ehelich zugeschriebene Volk so schmählich im Stich läßt, nein: verrät, und zwar vor Gott?

Die Geschichte wiederholt sich, Spengler oder Nietzsche hatten nur Unrecht weil sie meinten, es könne nicht anders sein. Es könnte. Immer. Doch diesmal scheitert die Kirche grandios. Die Geschichte läuft in dieselbe Schleife, in der sie bereits war. Und wir sitzen erste Reihe fußfrei, sofern wir noch Füße haben, denn es ist die Kirche, die sie uns abschlägt. Doch diesmal wird sie genau anders ausgehen. Man kann sich Europa in fünfzig Jahren bereits vorstellen.

Es ist eine Schande. 

Es ist eine Schande vor Gott. Deren Zeche wieder die einfachen Menschen zahlen. Jene, die in der Sühne dem Heiland verbunden leben.





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Eine Lawine beginnt sich zu lösen

Der Bayernkurier berichtet, daß die Zahl der nach Deutschlang Zuwanderung begehrenden und die Grenze überschreitenden Menschen im Jänner 2016 das 20fache der Zahlen von 2015 betrage. Täglich, und das bei diesen winterlichen Verhältnissen, kommen 1500 bis 2100 Zuwanderer ins Land, von denen die deutsche Polizei mangels Kapazität kaum 10 % überhaupt registrieren kann. Berichte, wonach täglich bis zu 200 Zuwanderer an der deutschen Grenze abgewiesen und zurückgeschickt werden wirken da wenig vielversprechend. So, wie Berichte häufiger werden, daß Gemeinden an die Grenze ihrer Leistungskraft in der bloßen Aufnahme und Versorgung von Zuwanderern gelangt sind, und Zeitungsmeldungen immer alltäglicher werden, daß Behörden Häuser konfiszieren.

Aber sobald die Witterungsverhältnisse wärmer werden, steht eine noch bedeutend größere Lawine ins Haus. Derzeit stauen sich schon hunderttausende Menschen in Griechenland und Mazedonien bzw. auf der Balkanroute. Alleine im November haben noch 150.000 Menschen die Türkei nach Griechland hin verlassen, die zusammen mit weiteren Hunderttausenden nun auf ihre Weiterreise bei besserer Witterung warten.

Was aber am meisten zu befürchten ist ist, daß sich Millionen Wirtschaftsflüchtlinge von Afrika bis Pakistan bereits auf den Weg gemacht haben oder bald machen, die nur die Jahreszeit noch etwas zurückgehalten hat. Denn seit letztem Sommer sind in allen diesen Ländern die Bilder von der Willkommenskultur in Deutschland über die Fernsehschirme geflackert und haben gar nicht abschätzbare Menschenmengen ermuntert, den Vorbildern zu folgen. Denn man sah mit Staunen: Es gibt in Europa keine Schranken, keine Grenzen, und keine Einwanderungshürden.* Im Gegenteil, die Zuwanderer werden sogar noch ... chauffiert. (Jemand nannte das Spektakel deshalb "Zuwanderungstourismus".) Außerdem winkt ihnen hier Rundumversorgung zumindest für die absehbar langen Monate und Jahre der Behandlung ihrer Asylanträge.

Nicht zuletzt hat sich viel Know How angesammelt, sodaß die nächsten Wellen immer besser auf den Marsch nach Europa vorbereitet sein werden. (Auch in der PR, davon kann man ausgehen. Die nächsten erschütternden Bilder von ertrunkenen Fünfjährigen, die am Strand liegen, sind vorprogrammiert.) Von französischen Beobachtern wird vermeldet, daß sich etwa im Sudan große Mengen an Auswanderungswilligen vorbereiten, und Griechenland berichtet über eine starke Zunahme von Afghanen und Nordafrikanern bei den Grenzübertritten im Jänner.


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Leser J sandte dem VdZ dieses 4min. Video. Es nimmt die seltsamen Erzählungen ins Visier, daß der "reiche Norden" dem "armen Süden" durch Zuwanderung oder Umverteilung die Last der Armut abnehmen könne. Das ist schon aus den reinen Mengenverhältnissen heraus eine pure Illusion, wie Roy Beck anschaulich demonstriert. Der Wohlstand, der die Armut besiegt, muß in diesen Ländern (und deren Menschen) selbst produziert werden, anders geht es nicht.





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*Man weiß außerdem längst, daß selbst noch so vollmundige Beteuerungen, Abschiebungen durch Rückverbringungen in die Herkunfstländer vorzunehmen nicht nur an den technischen Möglichkeiten scheitern müssen, sondern daß die Herkunftsländer die Migranten, die häufig gar keine Papiere (mehr) haben weil diese entsorgten, gar nicht mehr zurücknehmen. Dabei wird die Quote an wirklich Asylberechtigten nach hiesigen Gesetzen und Normen auf vielleicht 20-30 % geschätzt, der Rest hat überhaupt keine Chance, weil sein Herkunftsland als sicher gilt. Was man mit diesen Millionen macht, weiß derzeit offenbar noch niemand.



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Erwartung


Gesehen auf everyday_i_show





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Mittwoch, 24. Februar 2016

Unbarmherzigkeit der Kirche (2)

Teil 2) Anmerkungen zu Zusammenhängen zwischen Subalternen und Moralismen, 
zu Barmherzigkeit und Wirklichkeiten




*Wobei es ein längst bekanntes psycho-soziales Phänomen ist, daß gar nicht so sehr die Eliten, sondern jene, die in engem Verbund mit ihnen leben, indem sie von diesen ihre eigene Identität ableiten, es am schlimmsten darin treiben, die elitären Grundsätze zu behaupten. Denn darin bekunden diese Schichten am eindringlichsten, daß sie der Elite zugehören. Der VdZ hat es selbst genau so erlebt - in Gestalt seiner Mutter, die ein Jahr als Hausmädchen in einem adeligen Haushalt mehr als nur in ihren Gewohnheiten geprägt hat: Fortan war sie selbst "von Adel".

Ein Geschehen, das an sich nicht ungewöhnlich sondern Wesensmerkmal gesellschaftlichen Aufbaus ist, das im Fall ideologisierter Eliten zum Fanatismus der Subalternen führt. Die auch gerne "etwas wären", was ihnen der Lebensweg aber ihrer Selbsteinschätzung nach vorenthält. (Man beachte dabei die Rolle der Mütter! Es sind die Mütter, die die Kinder in den Ehrgeiz treiben! vorenthält. Feminismus, "Gleichberechtigungs-Geschwafel" und die derzeitige Zuwanderungsdebatte sind Zwillinge.)

**Der VdZ kennt persönlich zahlreiche Beispiele, wo diese verheißene "grenzenlose Barmherzigkeit" als Sanktifizierung ihres status quo mißdeutet wird. Sodaß diese Menschen den Anspruch erheben, daß sie sehr wohl in ihrem Irrtum und in ihrer Fehlhaltung verbleiben können, ja daß diese sogar nunmehr anerkannt ist.

***Es ist umgekehrt eine völlige Verdrehung von Barmherzigkeit, Menschen - Zuwanderungswilligen - einfach alles zuzugestehen, was ihnen gerade einfällt. Barmherzig ist, einem Wunsch nachsichtig zu begegnen, der bloßem Traum entspringt, aber unerfüllbar ist. Und den zu erfüllen auch keineswegs dem Gebot der Klugheit entspricht. Denn mit kaum etwas kann man einen Menschen mehr in seiner Sittlichkeit zerstören als ihm schrankenlos alles zu geben, was dieser gerade begehrt. Im Gegenteil. In einem Zerreißen der direkten Zusammenhänge von Lebensstellung und verfügbaren Gütern (das ist ja das Grundübel des Sozialstaates, wie wir ihn mittlerweile haben) wird jedes Wertempfinden der Welt gegenüber zerstört. Welt wird zum bloßen voluntaristischen Anspruch, ihre Güter Angelegenheit rascherer Usurpation.

Deshalb ist es eine Verhöhnung der Realitäten so zu tun, als wäre der Umstand westlichen Wohlstandes (wenn man es so sehen will, denn seine Schattenseiten und Perversionen sind enorm), unverdientes Produkt der zufälligen Geburt. Oder Raubgut.  Er beruht auf einem immer zwar dynamischen, heute schon sehr verschobenen, aber seinem Wesen nach im Kern gerechten Zueinanderstellung von Gütern und Sittlichkeit. Darauf beruht nicht nur der Zusammenhang von Wirtschaft und Freiheit, sondern der eigentliche Eckpfeiler menschlich sittlichen Lebens: Als Dialog mit der Wirklichkeit in und aus Gott! Interessanter-, aber auch logischerweise, haben sich bislang nur afrikanische Bischöfe in dieser Richtung geäußert, die ihre Auswanderungswilligen aufriefen, zuhause zu bleiben, um ihr Land (eben: unter Mühen) so aufzubauen, wie sie es eben wollten.

Anders kann nur jemand sprechen, der den Menschen nicht kennt, weil er diese Zusammenhänge nie erfahren hat. Denn das Sprichwort "Unrecht Gut tut selten gut" hat einen tiefen Kern der Wahrheit. Es zeigt, daß jemand, der mehr hat als seiner Sittlichkeit entspricht, dieses Gut gar nicht halten kann. Ein Überhang von Macht gegenüber der Fähigkeit zur Verantwortung, der Fähigkeit zur hohen Kultur also, zerstört den Machtinhaber. Macht, die solcherart nicht fundiert ist, kann nur über Gewalt gestreckt werden, aber das nur über eine kurze Spanne. Die europäische Geschichte alleine ist voll von Beispielen dafür.




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Von der Glorie zur Schande (1)

Man schätzt oft die Zeit der Völkerwanderung falsch ein. Es waren nicht die kraftvollen Völker, die manche Geschichtsschreibung daraus gemacht hat, die Europa überschwemmten. Es waren praktisch ausnahmslos Völker im Niedergang, die ihre Heimat verließen, jawohl: die Germanen waren im Niedrigstand. Und es waren einfache Völker der Steppe, die sie aus ihren angestammten Wohnsitzen vertrieben. Alles Rätseln um Ursachen - klimatische Veränderungen, weiß der Deibel was noch - ist Unsinn. Zahlreiche Geschichtsschreiber bestätigen diese These des VdZ, und nicht zuletzt Henri Pirenne bestätigt sie in seiner außerordentlich schlüssigen Deutung der Völkerwanderungszeit, der zeit des frühen bis zum hohen Mittelalter: Es war eine Zeit des kulturellen Niedrigstandes

Sie hat sich bei der angestammten Bevölkerung als Dekadenz und Technizismus geäußert,. Samt der daraus erwachsenden Magie, samt den magischen Kulten wie dem der Mithra gewidmeten, der sich überall ausbreitete wie ein Gerücht. Der übrigens aus dem Orient stammt, auf deren Überbleibsel - die oft genug alle alte, gesunde Kultur überdeckte wie der Efeu Berlin - heutige Naivität oft genug blickt, als stünden sie Hochständen der Antike gegenüber. Nur, weil sie nichts mehr weiß, deshalb nichts mehr zu scheiden weiß und alles, was alt ist, verklärt. 

Das mögen gewiß viele nicht gerne hören, aber schon die Kampfesweise der Germanen unter Arminius im Detmolder oder Teutoburger oder Paderborner Wald (wo immer die berühmte Varus-Schlacht im Jahre 9 eben stattfand) war nicht mehr die mannesmutige Kampfesweise, die sogar noch die Kimbern und Teutonen an den Tag gelegt hatten, aus welcher Begegnung rund 100 Jahre zuvor die Römer den Mythos des "Furor Teutonicus" zimmerten, um sich selbst zu rechtfertigen. Die sich noch mutig der offenen Schlacht gestellt hatten, während die Germanen des von bereits dekadenten Römern geschulten Arminius aus Hinterhalten, also in Terrortaktik, angriffen. Da ging es nicht mehr um Ehre, da ging es um Effekt. Die Germanen waren verwichlicht, fast zum Matriarchat herabgesunken. (Auch das Matriarchat ist ein Endstadium eines Kulturverfalls.) Aber lassen wir das an dieser Stelle.

Was bei Henri Pirenne aber so gut nachvollziehbar wird (und deshalb ist er hier angeführt) ist, daß er begreifbar macht, warum die Kirche in dieser Zeit bei der Bevölkerung so großes Ansehen aufbauen konnte. So großes Ansehen, daß bereits dem ersten Karolinger, Pippin, im Jahre 753 nichts übrig blieb als den Papst um seinen Segen, ja um seine Entscheidung in der Königswürde zu bitten. Weg von den absurd-unwürdig gewordenen, völlig dekadenten und in Folge realpoltisch machtlosen Merowingern, so sehr ihren endgültigen Niedergang die Sarazenen bewirkt hatten, die einen ganzen Kulturraum, das Mittelmeer, binnen weniger Jahre niederrissen; Doderer beschreibt es so herrlich in seinem Roman "Die Merowinger oder: die totale Familie". 

Weil die Kirche bereits so große Macht gewonnen hatte, daß der von ihr gesalbte König auch uralte mythische Verankerungen überwinden konnte. Denn die Merowinger waren mythisch verankert, so fest, daß kaum jemand glauben konnte, daß ihr Gottesgnadentum jemals enden könnte. Und worin gründete diese Macht? Im Ansehen bei den Menschen! Die Menschen glaubten dem Klerus, sie glaubten den Mönchen, sie glaubten der Kirche!

Dieses Ansehen ist sehr leicht nachzuvollziehen: Während die meisten Patrizier, der Großteil der Elite, die im wesentlichen sogar noch den Adel der ersten Völkerwanderungsjahrhunderte stellten (und mancher sogenannte deutsche, europäische Adel geht sogar auf sie zurück), während der Europa eigentlich noch nach römischen Mustern organisiert blieb, davonliefen, um zu retten was für sie zu retten schien, und dabei die alten (im wesentlichen patriarchal gebliebenen) Organisationsstrukturen einfach aufgaben, war nur eine Schichte geblieben: Und das war ... der Klerus. 

Der Klerus war es, die Bischöfe, Priester, die letzte Bastion antiker Bildung noch dazu, der bei den Menschen blieb. Der Sklaven freikaufte indem er sein letztes Hemd hergab, und der vor allem eines tat: Sich auf die Seite der einfachen Bevölkerung zu stellen, vor allem der Bauern, wenn die beutegierigen Zuwanderer anbrandeten. Selbst diesen - die Geschichte zwischen Benedict und Attila ist mehrfach bezeugt - rang der Todesmut des christlichen Klerus alle Achtung ab. Sie retteten entweder selbst, was an Kulturgut zu retten war (den Klöstern verdankt überhaupt Europa seinen Wiederaufstieg im hohen Mittelalter, dem dort gespeicherten kulturellen Wissen, der dort vorhandenen Bildung; "clerc" kommt von "Klerus" - den einzigen Gebildeten!), oder stellten sich vor die Bevölkerung, um sie zu schützen. Organisierten, bargen, halfen. Der einheimischen Bevölkerung. Den ihnen anvertrauten Seelen. Sie traten den Heiden mit Monstranzen entgegen, ließen sich foltern und ermorden, gaben ihr Leben, um heimische Frauen vor der Schändung zu bewahren, verhinderten Brandschatzung und Plünderung, verhandelten, um für ihre Lämmer tragbare Kompromisse zu erstreiten, sodaß diese weiter leben und existieren konnten, selbst wenn sich Neuansiedler neben ihnen breitmachten.

Wie sonst, meinte wohl der Leser, wäre s möglich gewesen, daß sich Europa im 8. Jhd. so rasch wieder rechristianisieren hätte lassen? Wie sonst wären die neuen Reichsstrukturen eines Karl überhaupt möglich gewesen, und damit die gesamte spätere Reichsentwicklung, und das ist ident mit der Entwicklung Europas? Weil sich eine geistige Struktur gebildet hatte, die trug, die alles durchstand, und die die Menschen stützte, zu der sie Vertrauen hatte. So sehr, daß noch bis ins 12,, 13. Jhd. die Kirche Synonym für den Kampf sogar gegen eigenen Fürstenwahn galt. Die Kirche stand für die Verbrüderung mit den einfachen Menschen, im Kampf gegen Despotenwillkür und Ausbeutung. Im Kampf gegen Zentralismus und existenzgefährdende Begierden der Herrscher, die ihre Völker und Landschaften oft auspreßten, wo es nur möglich war.



Morgen Teil 2) Wer aber heute unter dem Krummstab gut lebt? - 
Verrat an den Menschen!





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Was denn also das Denken nicht ist (2)

2. Teil) Denken gibt es nur aus dem Zueinander gewußter Gestalten



Man müßte sich doch eigentlich gefrotzelt fühlen (so wie jeder Mensch mit einem Rest Verstand sich heute sowieso gefrotzelt fühlen muß), wenn nun ein Psychologe daherkommt, der uns erklärt, daß psycho-soziale Experimente zeigen, daß es so etwas wie objektive Denkvorgänge im Menschen und aus ihm heraus gar nicht gibt. Diesselbe Aufgabe zwei Probandengruppen gesetellt - und man hat zwei unterschiedliche Lösungen, auf die die Farbe des Stifts, mit dem die Fragebögen ausgefüllt werden, mehr Einfluß hat als irgendwelche "rationalen" Überlegungen. Daß jeder Denk- und Auswahl- und Entscheidungsprozeß in ein je neues, je individuelles, je ortsgebundenes, je weil im Dialog mit dem Jetzt und Hier unabgrenzbar und unvorhersagbar ganzheitliches Urteilsgeschehen eingebettet ist, sodaß nur die allerwenigsten Experimente auf diesem Gebiet mehr sind als pure heiße Luft.

Uns braucht er das nicht zu, erzählen. Wie haben es seit je behauptet. Und wir waren es sogar, die sich von ihm (bzw. seinesgleichen) lange genug beschimpfen und als unwissenschaftlich (wenn nicht gar blöde) abqualifizieren lassen mußten, weil wir genau das gesagt haben. Sollen wir jetzt den Kotau machen, weil es nun endlich von einigen einstmaligen Empiristen und Pragmatisten eingesehen wird?

Das Konzept eines menschlichen Verstandes (zum Geist noch dazu überhöht) als Informationsverarbeitung á la Computer (der also einer Vorstellung, einer Gestalt gemäß gebaut ist, wie man sich eben Geist, Verstand vorstellte), des Gedächtnisses als Bibliothek, zu deren langen Regalen abgelegter Denkmomente man Zugang habe (oder nicht),  ist von der abendländischen Denktradition immer abgelehnt worden. Sie sah den Menschen immer als personale Ganzheit, und sah seinen Geist nicht als rational summative Computermaschine, wie sie sich die Aufklärung vorstellte, sondern eben als jenes Bett, in dem Sprachgestalt - als Gestalt - erfaßt werden kann, wenn man es denn will und zuläßt.

Die aber Ergebnis eines Gestalterfassungs-, Übernahme- und Nachleidensvorgangs ist, dessen Elemente wiederum aus den Ideen, den Bildern, den ideas des reinen Geistes stammen. Denken gibt es also nur unter Bezug auf bereits ... Gewußtes! Weil es in der Wirklichkeit direkt zu verankern ist, von dort her über die Sinne auf uns gestalthaft zukommt. und als tertio comparationis, als Bezugspunkt immer da ist, und sei es als Erinnertes. Kein Inhalt ohne Form, kein Seiendes (als zu Denkendes) ohne logos, ohne Sinn, ohne uns gar nicht verfügbare, nur findbare idea, ohne Liebe, die diese idea in die Realität drängt. Kein Seiendes ohne Geist, in dem alles ist, den wir bestenfalls beschreiben und erahnen können, aber nicht wirklich gedanklich begreifen. Das Gewußte geht dem Gedachten voraus. Und hier kann man dann auch von "Unbewußtem" sprechen, als eigentliche Gedankenquelle. Erst hier trifft sich die Anthropologie wieder mit den Schlüssen heutiger Psychologen.

Denken ist damit immer ein ganzpersonaler Vorgang der Übernahme von Gestalt, in und im "Geist", in dem alleine überhaupt etwas ist. Es ist nicht einfach ein Bewußtheitszustand, einen mathematische Gleichung, die ein irgendwo herumspukender rationaler Verstand lösen kann, oder nicht. Der logos ist etwas anderes als bloße Informationstextur. Der Geist ist das, was es zu atmen gilt. Die Ratio der Aufklärung war nie mehr als ein simplifizierter Mythos, zu dem man aus ganz bestimmten sittlichen Motiven griff - Eritis sicut Deus! Dem notwendig eine Reduktion der Schöpfung auf einige technische und weltimmanente Einzelvorgänge folgen mußte. Materialismus also.

Dieses Bett hat auch diese Psychologie nie verlassen. Im Gegenteil, sie bleibt bewußt darin, versucht halt nun einen anderen radikalen Weg, die andere Seite derselben Fahnenstange, unter denselben rationalistisch-objektivistischen Vorausetzungen. Sie muß nun nur anerkennen, daß sie mit bisherigen Konzepten den Gegenstand nicht zu fassen bekam. Sie wechselt nur die Werkzeuge, mit denen in der Wüste Wasser geschöpft werden soll.

Wohin diese "bahnbrechende Entdeckung der Psychologie" führt (die bezeichnenderweise ja alle paar Jahrzehnte bzw. je nach "Schule" ihren wissenschaftlichen Gegenstand ändert; nehmen Sie 100 Psychologen, und sie haben 486 Theorien über "Psyche", 712 esoterische Thesen über "Seele", und 2.756 Therapiemethoden) kann deshalb schon jetzt gesagt werden: sie wird den nächsten Schritt eines blanken Biologismus bedeuten. Und in irgendeiner Weise an die evolutionäre Erkenntnistheorie anknüpfen - Verstand als pures Epiphänomen, als andere Sichtweise bloß mechanistischer Elektronengewitter. Aber eigentlich - gibt es ihn gar nicht. Eine Theorie, deren unauflösbare Widersprüche aber allseits und schon lange bekannt sind. Sie wird also in einigen Jahrzehnten wieder mit leeren Händen dastehen.

Kein Wunder, denn auch diesmal geht es nur darum: Geist zu leugnen. Rationalistisch ist der nicth zu fassen, das stimmt. Nun wird er halt noch mehr zum Epiphänomen relativistisch undefinierbarer weil stets aktualistisch-veränderter menschlicher Zellen, in der der Mensch im nächsten Extrem verschwindet. Das, übrigens, NICHT in der Logik gründet, sondern ... in einer ganzheitlich-sittlichen, ontologisch erst zu erkennenden Entscheidung. Aber wie soll ein geistloser Mensch Ontologie denken? Nur von dorther aber kann es ein Begreifen einer Geistseele kommen, deren Welt-Gesicht Fleisch, Leib heißt.

Aber die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden wir mit nächsten Manipulationsmethoden geplagt werden. Das ist auch sicher. Weil plötzlich alle glauben, sie hätten den Schlüssel zur Weisheit neu erfunden. Dabei hinken sie der eigenen Kultur in ihrem Abstiegsprozeß schon um 500 Jahre hinterher.




*Geist ist dabei in etwa vorstellbar wie eine innere Qualität eines lebendigen Gestalt-Formierungsprozesses, und das zuzulassen ist es, was der Mensch in sittlicher Verantwortung zum Selbstsein zu tun hat und tun kann.





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Das Ende der Eliten

Wer glaubt, daß diese Politiker auch  nur annähernd in der Lage seien, Probleme zu lösen, ja auch nur zu sehen, hat ein ernstes Problem. Denn man höre diese Debatte im Nordrhein-Westfälischen Parlament an. Wenn die Politik nicht mehr in der Lage ist zu sehen, was jeder Blinde mit Krückstock sieht, wenn die Politik meint, die Ereignisse von Köln (ff.) seien "überraschend" gewesen, unvorhersehbar, dann ist die Politikerelite fehl am Platz. Ganz einfach. Dann kann man zu keinem anderen Schluß kommen, als daß die Elite nicht mehr in der Lage ist, realitätsgemäß zu reagieren angesichts von Realitäten, die sie selbst aber schafft. Welches Volk kann das auf Dauer ertragen?

Von welchen Realitäten aber ist die Rede? Jenen, die die Ebene der Politik zu regeln hat. In ihrer Funktion, den Interessensausgleich der Gemeinschaften in den Spannungen zum Gesellschaftlichen im Sinne des Gemeinwohls zu schaffen, in diesem Zusammenfluß von Individuen und Öffentlichkeit.

Das Ende der Eliten ist nahe. Verursacht durch die unvermeidlichen Einbrüche der Realität, die sie mangels Fähigkeit objektive Beziehungsstrukturen zu sehen und zu beurteilen wie Lottoziehungen erleben. Politik hat deshalb die Verantwortung zu tragen, daß durch ihre Regelungen diese Ebenen auf abstrakter Interessensebene nach dem Prinzip des minimalen Schadens harmonisiert werden. Daß abstrakte, alles Konkrete umfassende Regelungen auch das Individuelle, gesellschaftliche Mechanismen die gemeinschaftlichen Strukturen befriedigen. Das ist nicht mehr gewährleistet, und das gilt für alle Ebenen. Und darauf baut die Unzufriedenheit der Menschen auf, die ihr Vertrauen verloren haben. Mit Recht.

Denn Politik wird längst zum System persönlicher Willkür, mit Mechanismen der Entschlagung von Verantwortung unter Berufung auf subjektive Befindlichkeiten. Die Eliten der Gegenwart sind nicht mehr in der Lage, Masken zu tragen. Je höher eine Aufgabe der Führung ist, desto mehr muß aber die Führungsperson selbst hinter der Maske verschwinden. Der Bezugspunkt ihres Gewissens ist die Verantwortung für die Aufgabe, die Stelle, die sie innehat, nicht irgendein invidivualistisches Fühlen oder Wollen. Wer diese Spannung nicht mehr ertragen kann, muß augenblicklich zurücktreten.

Die Debatte ist lang, gewiß. Aber sie zeigt sehr gut direkte Verantwortlichkeiten, öffnet den Blick auf politische Mechanismen. Auf die die Verantwortlichen aber nicht einmal ignorant reagieren sondern tun, als wäre das Gekommene auch für sie überraschend. Die Ebene der Bühne, das Spiel der Masken ist ihnen bereits unbekannt.

"Betroffenheit (und schon gar nicht Betroffenheitsgefühle; Anm.)  ersetzt keine Verantwortung."








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Dienstag, 23. Februar 2016

Unbarmherzigkeit der Kirche (1)

Es ist auffällig, daß ausgerechnet im "Jahr der Barmherzigkeit" die Kirche in unseren Ländern von einer gnadenlosen Unbarmherzigkeit getrieben wird, mit der sie den Menschen auferlegt, auf ihr Recht auf Vertrautheit der Umgegung, der Heimat, der befriedeten Umgebung zu verzichten. Nämlich nicht, um anderen in Not zu helfen. Niemand differenziert so wenig zwischen solchen, die in der bittenden Haltung um Schonung an unsere Türen klopfen, und jenen, die genau diese Vertrautheit nur plündern und von ihr beinhart profitieren wollen, wie die Kirche. 

Die mit einer sehenswerten Brutalität - sogar mit dem Mittel ansonstiger Heilsaberkennung - verlangt, richtiges Verhalten in abstrakte, universalistische Wortspiele abzuspalten, die die Aufgabe jeder Vernunft zugunsten absoluter Moralschemata verlangt. Und dazu das Zwangsschema "Flüchtlinge" ganz bewußt in doppelter Zunge als Inquisition benützt. Beharrlich weigert sie sich, Not von Gier zu unterscheiden. Denn die meisten der Zuwandernden sind von Gier und Neid getrieben. Sie sahen in den Medien, wie der Westen lebt, und machten sich auf den Weg - so wollen sie auch leben. Nicht so, wie es in ihren Herkunftsländern üblich war und ist, und schon gar nicht mit Schwierigkeiten, die sehr wohl auch mit ihnen zu tun haben. Denn es gibt keine Politik, die sich einfach über ein Volk schichtet. Das glauben nur Kleriker, das glauben nur weite Teile hiesiger Eliten*, allesamt selbst wurzellos und von Neid getrieben.

Angesichts dieser Realität erhält das per höchster Bindegewalt verkündete Versprechen diffus grenzenloser Barmherzigkeit einen ganz anderen Zug um seinen Mund. Denn der Katholik wußte sehr wohl schon bisher um diese Barmherzigkeit, ja darauf baute sein Leben. Aber nun verkündet man Straffreiheit für einen Schritt der Selbstentfremdung (der ja noch dazu nur die Heimischen betrifft, denn den Zuwanderern ist es aufgrund anderer Religion völlig gleichgültig), Ein- oder Rückeingliederung ohne Bekehrung.** Auch hier entreißt man den bislang noch "treuen" Menschen, die das Leben der Kirche bislang trugen, jene Vertrautheitssphäre, die aber der Mensch braucht. Und gibt jede Menge jenen Menschen Raum, die direkt darauf abzielen, diese Vertrautheit zu vernichten.

Es wirkt also auch hier als Teil einer Strategie der Entmündigung, als Belohnung für die Umbildung des Gewissens in jeder Konkretheit des Lebensvollzugs entfernter abstrakter Schemata. Wirkt wie die rituelle Gründungsmaßnahme einer neuen Religion, der fortan jeder zugehört, der diesen neuen Moralien zustimmt. 

Noch dazu, wo sich keiner der Zugewanderten dem in unseren Ländern angestammten Moralcodex zugehörig fühlt, hier also sogar mit anderem Maß gemessen wird. Verkennt ganz bewußt (und als Kirche: schuldhaft, auch da, wo ihre Vertreter selbst davon nichts mehr wissen) den Wert der Kultur, die nur angestammte, traditionale Kultur sein kann, für die Sittlichung der Menschen und installiert eine neue Moraldiktatur.

Es sind aber genau die angestammten, noch immer und egal wie lose bereits verwurzelten Menschen, die die Last der Zuwanderung tragen, denn um eine solche handelt es sich. Eine Last, die ihnen als schwerer Balken über den Rücken gedroschen wird: Los, trag! Es ist nicht der Klerus. Der ist der Macht ins Bett nachgekrochen, um beizutragen, eine neue Bevölkerung und eine neue Kultur zu installieren, die jeweils vorhandene aber leichtsinnig und ohne jeden Anlaß aufs Spiel zu setzen nach dem Motto: Schaun mer mal, was rauskommt.

Das ist kein Gestalten. Das ist kein Führen. Das ist pure Willkür. Bis in die höchsten kirchlichen Ebenen hinein wirken klerikale Gestalten wie Privatpersonen, die gesellschaftliche Agenden von ihren privaten nicht mehr auseinanderhalten können und dabei auch noch von ihrer eigenen privaten moralischen Überlegenheit maßlos überzeugt sind und diese Selbsteinschätzung (die sie natürlich jederzeit und medienwirksam kokett relativieren) zur Legitimation heranziehen, die Ihnen zur Sorge Gegebenen zu belasten. Wenn sie das nicht können - selber schuld. Wären sie halt auch so heilig wie die, die ihnen die Lasten auflegen.

Der Aufruhr der Menschen ist deshalb ein Schrei nach Barmherzigkeit, ein Schrei nach Rückkehr der Vernunft, die als Handlungsmaxime von der Führung selbst zu desavouieren versucht wird indem mit Moralbegriffen operiert wird anstatt mit sachzentrierten, problemorientierten Kategorien. Genau so muß man diesen Aufruhr sehen.

Genau die wahre Barmherzigkeit wird den Menschen also vorenthalten.*** Und zwar im Gleichschritt damit, als sie die Rede ihrer Behauptung ist. Aber sie hat denselben widerlichen Beigeschmack des Zynismus, der die Kirche seit Jahrzehnten bereits so durchbittert. Als sie begann, die Masken und Riten und damit die gesellschaftlichen Mechanismen abzuschaffen und durch subjektive Befindlichkeitspflege zu ersetzen. Als sie das Kreuz als reales, konkretes Geheimnis des Lebens - das erst im Kreuz zum schöpferischen Ereignis wird - abschaffte.





Teil 2) Anmerkungen zu Zusammenhängen zwischen Subalternen und Moralismen, 
zu Barmherzigkeit und Wirklichkeiten





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Zwischenbemerkung

Es ist bemerkenswert, daß in der Diskussion um die Abschaffung des Bargelds recht exakt dieselben Kreise, die noch bis vor einem halben Jahr behauptet hatten, daß es sich beim Bargeld ohnehin nur um wertlose bedruckte Scheine handele, eine Abschaffung eben dieser bedruckten Scheine als Freiheitsverlust kritisieren.

Wobei es seine Richtigkeit hat, Geld als Spielgeld zu bezeichnen. Nur würde das in keinem Fall anders, auch nicht bei Goldmünzen, auch nicht bei völliger Digitalisierung. Denn der Geldverkehr als Zahlungsverkehr ist tatsächlich ein Ritus, und unterliegt deshalb den Regeln als Spiel. Dessen Bezüge (weil Werte) immer schwanken, dessen kultische Regeln aber streng sind. Das Medium selbst ist gleichgültig. Lediglich seine Begleiterscheinungen sind anders.

Je ausdifferenzierter die Regeln eines Spieles aber sind, je weniger Spielraum sie aber lassen, desto verborgener und damit desto folgenreicher (wenn auch vielleicht seltener) werden die Möglichkeiten einer unredlichen Manipulation.

Im übrigen bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen es auf das Kaufverhalten der Menschen wirklich hätte, auf reines Digitalgeld umzusteigen. Denn nichts ist langweiliger als ein Spiel, das keine fließenden Ränder hat. Auch wenn wir es fast schon vergessen haben - der Zahlungsverkehr hat seinen lebendigen Reiz. Und er zeigt sich manchmal, wie beim Geben von Trinkgeld. Je mehr man das Bezahlen selbst (in seinen Anknüpfungen hier Preis, dort im Hergeben von Geld) mit Ernst erdrückt, desto lebloser und reizloser wird der Vorgang.




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Was denn also das Denken nicht ist (1)

Erst kam die Aufklärung daher und erzählte uns, daß der Mensch sein Bewußtsein sei, und riß Leib und Bewußtsein (mit den nie klaren Überschneidungen zum alten Seelenbegriff) auseinadner. Sie erfand den "objektiven Denkprozeß" als Mechnaik der Logik, den der mensch zu leisten in der Lage sei. Und nun kommt die Wissenschaft aus demselben Stall daher und erklärt uns, daß alles nicht wahr sei, daß kein Denkprozeß vorstellbar sei, ohne daß er leiblich - und zwar: NUR leiblich - gedacht würde, daß der Mensch also so etwas wie abstrakte Vernunft gar nicht habe. Diese "neue, biologisch-wissenschaftliche Tatsache", daß es so etwas wie einen menschlichen abstrakt-logischen Denkvorgang nicht gibt, deren Vertreter dabei ignorieren weil vermutlich gar nicht wisssen, daß genau das den eigentlichen Gegenstand der Philosophie speziell seit gut 200 Jahren, und im besonderen der letzten 100 Jahre ausmacht, wird sogar als eine der bahnbrechendsten und revolutionierendsten Entdeckungen der nächsten Jahrzehnte dargestellt.

Die allerallerwenigsten psychologischen Studien und Experimente zum Denken sind reproduzierbar, damit eigentlich auch nicht wissenschaftlich nach empiristischem Verstehen. Die allerallermeisten sind lediglich redundante Anbindungen an Thesen, ohne jeden wissenschaftlichen Wert. In der Art und Weise also, wie über das Denken zu denken ist, steht uns eine Revolution bevor. Plötzlich stellt sich heraus, daß es die Art und Weise der Motivation und Stimulation ist, wie jemand denkt, und daß wie man gedanklich urteilt und entscheidet von Selbstverortungen und Erwartungen abhängt, und daß Lernprozesse wiederum unlösbar mit sozialen Beziehungen - und vor allem: mit Identität - zu tun haben. (Wurde das nicht hier seit Jahr und Tag in Zusammenhang mit Schule und Pädagogik gepredigt?)

Was bitte schön wird also revolutioniert? Denn das nun meritenschwanger zu Widerlegende hat ja die abendländische philosophia perennis gar nie behauptet. Im Gegenteil war bis zu Descartes klar, daß Verstand und Leib nicht zwei getrennt zu denkende Einheiten sind, sondern zwei Wirkmomente ein und desselben, einen Menschen. Der Mythos, den dann die Aufklärung zur lichten Höhe führte, daß der Mensch einen quasi objektiven Verstand habe und haben könne, kam etwa um die Renaissance auf. Zusammen mit der latenten, in Hegel dann endgültig ausgearbeiteten Metaphysik des Verstandes ALS Geist.

Die pure und inhaltliche rationalistisch kostümierte Denkarbeit ist aber nicht das, was der Mensch zu leisten habe oder wozu er gar in der Lage sei. So ist es bis zu Thomas von Aquin (etc.) nachzulesen, so hat sich die Philosophie vor allem des 20. Jhds. mühsam aus den Verwüstungen des Rationalismus wieder zum Geist erheben versucht. Vielmehr kommt es in seiner Geistigkeit darauf an, in welchem GEIST er diese Welt-Formprozesse als Bezugsdynamik - und das ist Logik: Beziehung in Seiendem - asssembliert, zusammenstellt oder trennt.

Mens sana in corpore sano. Sage mir, welche Gestalt du hast, und ich sage dir, wie du denkst! Sage mir, wie du dich bewegst, und ich sage dir, wie du denkst! Sage mir, wie du handelst, wie du liebst, und ich sage dir, ob du die Wahrheit ergreifen kannst (weil von ihr ergriffen bist). Sage mir wie gehorsam du bist, und ich sage dir ob du überhaupt denken kannst. Sage mir ob du dich selbst überschreitest und zu sterben bereit bist, und ich sage dir, ob in dir die Gestalt der Wahrheit zum Wort aufsteigen kann.

Deshalb ist ja Sittlichkeit und Denkleistung, Tugend und Wahrheit, aber auch Sinnlichkeit und Gehorsam nicht zu trennen. Nur der sittlich hochstehende Mensch, als Ganzheit, kann "denken", das heißt: kann in seinem Geist bestimmen, was ihm die inneren Vorstellungsbilder und -gestalten vorstellen, weil sie ihn bewegen. In seiner eigentlichen Arbeit: dem Angleichen an die Wahrheit selbst, die gleichfalls nicht einfach ein textual-rationaler Prozeß ist, sondern ein Dialog mit Vorgefundenem. Zu dem eben erst die Sittlichkeit Zugang gibt weil Gestalt annimmt. Und so, aus dieser Gestalt, wahr redet. Also - denkt. Subjektiv, immer subjektiv - aber als Träger objektiver, welttragender, weltbegründender und -erhaltender Gestalt aus der Dynamik von Idee, Bild, logos, Sinn. Die uns wiederum gegeben werden muß, eröffnet werden muß, über Gestalt, weil nur in ihr, weil nur in diesem logos denken im eigentlichen Sinn überhaupt möglich ist. Denken ohne Gott ist deshalb gar nicht möglich. Das ist kein frommes Gesetzchen überspitzter Bigotterie, sondern philosophisches Fazit, als über die Welt möglich zu Sagendes, nach radikaler Prüfung der eigenen Lauterkeit. Nur in der kann man denken.




Morgen 2. Teil) Denken gibt es nur aus dem Zueinander gewußter Gestalten





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Jugenderinnerung

The Doors
The End







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Montag, 22. Februar 2016

Gewiß eine Einzelerscheinung

Manchmal beschleicht einen ob der gutmenschlichen Äußerngen blanker Hohn. Na dann höre man mal, was dieser Flüchtling auf die Frage zu sagen hat, was er angesichts der Empfangeheit in Eropa denke oder empfinde. "Zweimal hinterander das gleiche Essen - ist das menschenwürdig?" Ach ja, gewiß eine Einzelerscheinung.








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Europa hat dem Islam nichts zu verdanken

"Europa hat dem Islam gar nichts zu verdanken." Wo das passiert, passiert es aus Unkenntnis der Geschichte. Und wo man dem Islam Toleranz und Menschenfreundlichkeit nachsagt, war es die Toleranz und Menschdnfreundlichkeit einzelner pragmatischer Herrscher. Wo immer aber der Islam zur Sharia gedieht, wurde die Kultur binnen kurzer Zeit abgewürgt. 

Dieses über eineinalbstündige Gespräch mit Hamed Abdel-Samad aus 2014 ist empfehlenswert. Zumal sich die Ansichten des bekannten Islamkenners und -kritiker über weite (aber nicht alle) Strecken mit denen des VdZ decken, und wie er sie hier bereits dargelegt hat. Es wird neuerlich klar, daß das Problem der Islam selbst ist. Aber Europa redet einfach zu sehr um den heißen Brei herum, wagt den Kern des Problems nicht anzurühren. Ja, so Abdel-Samad, es gibt nicht "die Muslime". Es gibt enorm viele Prägungen und Strömungen. Viele Muslime sind friedlich nicht WEIL sie Muslime sind, sondern obwohl. Aber "den Islam" gibt es sehr wohl. Die Unterschiede innerhalb des Islam sind in Wirklichkeit marginal. Und alle Strömungen des Islam haben ein verbindendes Gemeinsames: Und das ist der Islamismus, der Mainstream-Islam. Der Islam hat selber nichts gegen köpfen und Hände abhacken, nur einzelne Muslime.

Wobei Abdel-Samad auch Folgendes sagt: "Weder Islam noch Judentum noch Christentum sind demokratiefähig." Die Frage ist, ob sie lernen, mit der Demokratie zu leben. Und das haben Judentum und Christentum in Europa geschafft. Naja, er ist halt Kind der Aufklärung. "Wir brauchen einen neuen Josef II.," sagt er deshalb. Ob er geborene Ägypter da wirklich ausreichende Geschichtskenntnisse hat? Denn der Absolutismus (und natürlich dann auch der des Josef II.) war ein laisierter, zentralisierter und autoritaristischer Religionsstaat. Denn die Aufklärung ist eine der Kirche entwundene, laisierte Religion. Der aufklärerische Theismus (wenn nicht Agnostizismus), wie ihn auch Abdrel Hamed vertritt, ist außerdem langweilig und ein Irrtum, der nur ins nächste Niemandsland führt. Nicht "die Religion", nicht "das Christentum" ist das Problem. Im Gegenteil. Die sogenannte "staatliche Neutralität und Äquidistanz" ist ein Unsinn. Das Christentum ist das Fundament Europas. Aber "der Islam" ist das Problem des christlichen, ehedem kirchlichen wie nunmehr Laien-verkirchlichten Abendlandes.

Dennoch ist das Video sehenswert, man sollte die Argumente gehört haben. Denn sie spielen nicht zuletzt in jene Richtung, die mit der Feststellung umrissen werden kann, daß der heutige Islam eine ideologisierte Fortführung einer ehemaligen Religion ist, die im 12. Jhd. endgültig stehenblieb. Samt allen damaligen (historischen!) Werten und Urteilen. Man denke nur an das Zinsverbot, das ein Relikt der Entstehung der Handels- und Geldwirtschaft im Europa des frühen Hochmittelalters ist. Wo Handel und Geld zweifellos Wucher und unchristliche Ausnützung der Notlage anderer bedeutete, in einer Zeit, wo überhaupt wieder Geld nach Europa strebte, das im frühen Mittelalter verschwand, weil der internationale Handel (durch die Araber, übrigens, die den Wirtschaftsraum Mittelmeer zerstörten) verschwand.

Aber das trifft heute auf diese Weise einfach nicht mehr zu. Und als sich das änderte, normalisierte, und seine positiven Möglichkeiten entwickelte, hat deshalb z. B. die Kirche das Zinsverbot wieder aufgehoben. "Die Anforderungen des buchstäblich aufgefaßten Islam stammen aus dem 7. Jhd., und sie treffen heute einfach nicht mehr zu," sagt Abdel Hamad genau deshalb.

Die nüchterne Sicht des Islam und seiner Geschichte, die Abdel-Hamed vertritt, kann nicht einmal das linkspenetrante, gewohnt ungenügend informierte Schwafelmäulchen Peter Huemer schiefreden, der natürlich den üblichen SErmon von den kreuzzügen absetzt. "Das," so Abdel-Hamed, "hat zwar eine gewisse Rolle gespielt, aber nciht die entscheidende. Die ging vom Islam selbst aus." Der Islam ist sich selbst das Problem. Deshalb sollte man auch "Muslimfeindlichkeit" ablehnen, wenn sie denn auftritt, aber nicht "Islamfeindlichkeit." Denn es ist mehr als legitim, gewissen Aussagen des Islam feindlich gegenüberzustehen. Denen im übrigen auch Muslime zum Opfer fallen.

Die, die den Islam in Europa gutreden, kennen ihn meistens überhaupt nicht, und schließen sich oberflächlichen Redeweisen an, die meist aus einer naiven euro- und christozentrischen Sicht urteilen. Das Bekenntnis von Muslimen zu Demokratie und europäischen Werten ist reiner Pragmatismus. Als Weg der Kompromisse, den man so lange einhält, bis man - auf demokratischem Wege - die Mehrheit hat.*

Das bestätigt sich auf ähnliche Weise in einem Interview im Standard vom 24. Jänner d. J. mit dem Wiener Religionswissenschaftler und Islamexperten Ednan Aslan. Sein Institut ander Wiener Universität hat im Vorjahr großes Aufsehen erregt, als es in seiner Untersuchung 150 islamisch geführter Kindergärten in Österreich die für viele erschreckend Tatsache ans Tageslicht brachte, daß der überwiegende Teil dieser Kindergarten nicht nur islamistisch wirkt, sondern - vom Staat Österreich gefördert - klar auf die Bildung einer Parallelgesellschaft abzielt. Bemerkenswerterweise hat dies die österreichische Politik sogar noch zu entwerten versucht. Aslan aber stellt klar: Nein, da ist nichts zu beschönigen. Es ist, wie die Untersuchung es darlegte: Knallhart. Die Forderung v. a. Wiener Verantwortlicher, man hätte doch eher die pädagogischen Qualitäten untersuchen sollen, hält er für seltsam verfehlt. Wie soll man in einem religiös geführten Kindergarten Pädagogik NICHT von der Religion her betrachten? Zumal sich bei jeder normalen islamischen Gebetsveranstaltung erfahrungsgemäß alle anwesenden Muslime ohne Wenn und Aber zur Sehnsucht nach einem islamischen Staat bekennen.

Das Problem ist übrigens schon seit 2008 bekannt, wo erstmals eine Studie ergab, daß 22 % der in Österreich tätigen Islamlehrer offen antidemokratische, islamische Ideologien vertreten und verbreiten. Und Österreich bezahlt nach wie vor deren Gehälter. Denn schon damals ist nichts passiert.






*Das war übrigens auch die erklärte Strategie der Kommunisten in Deutschland nach 1918. Deshalb kam es zur Bildung sozialdemokratischer Parteien, die nämlich dieses Ziel einer bloß vorübergehenden, nur nützlichen Demokratie nicht verfolgen wollten. Diese Parallele mit dem Islam ist deshalb erwähnt, weil sich in der Tatsache einer wesentlich (!) sozialen Bewegung im islamischen Raum - von Anbeginn an! - eine auffallende Gemeinsamkeit findet.





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