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Freitag, 10. Juni 2016

Was so alles gewußt wird

Und überhaupt, alles sei in der Hand von Monsanto, und die knüppeln die Landwirtschaft nieder und pressen die Bauern aus, machen sie abhängig. Mit nicht geringer Verachtung im Ton seiner Belehrer mußte sich der VdZ vor Monaten den Kopf waschen lassen, weil er so ahnungslos über die wahren Verhältnisse in der Welt sei. Monsanto, und wir sind deren Knechte. Ja überhaupt, die gesamte Weltproblematik hängt daran. Der VdZ zog es vor, zu schweigen. Hätte er widersprochen, wäre sein Dreh vielleicht nicht so angenehm verlaufen. Wer so viel Durchblick genießt wie diese Gesprächspartner, dem kann ein Argument aus der schöden Wirklichkeit nichts an Wirklichkeitsurteil zuliefern, dem ist ein Skeptiker bestenfalls Auswurf an Naivität und Ahnungslosigkeit, was soll so einer noch für relevante, zeitorientierte Stücke oder Bücher schreiben? Lächerlich. Der Checker der Gegenwart weiß, wovon er spricht. Er kennt die Zusammenhänge. Der VdZ gehört nicht zu ihnen. er ist nicht einmal proklamierter Orban-Hasser. Wer, bitte schön, läßt sich heute schon in Ungarn nieder, dem Land der Nicht-Guten, der Flüchtlingshasser und Faschisten. Wer gut ist, der weiß auch um Monsantos Macht.

85 % des deutschen Samenhandels spielt sich mit Produkten aus etwa 50 deutschen Klein- und Mittelbetrieben ab, etwa 6000 deutsche Beschäftigte sind insgesamt mit dem Problem befaßt, sagt Udo Pollmer in seiner regelmäßigen Sendung im Deutschlandradio, krisen-, wetterfeste und ertragreiche Getreidesorten zu züchten. Die uns heute ermöglichen, auf einem Bruchteil der Ackerbaufläche ein Vielfaches an Ertrag zu erwirtschaften, als noch bis vor hundert Jahren, wo Hungersnöte und Mißernten an der Tagesordnung standen. Und damit jene Flächen freizumachen, die mit Straßen und Siedlungen vollgepflastert werden konnten. Sie beschäftigen sich mit insgesamt 3000 Getreidesorten, die sich  auf deutsch-österreichischen Feldern, danach in deutsch-österrechischen Mühlen und danach in den Regalen der Läden wiederfinden. Darunter alleine 30 Weizensorten für viele verschiedene Lagen und Bedingungen. Nur 15 % des in unseren Ländern angebauten Getreides fallen noch an eine Handvoll globaler Konzerne, darunter der Deibel selbst - Monsanto. Offenbar aber der Grund, warum Greenpeace eine Bewegung unterstützt, daß Bauern für Nachgenerationen aus dem Getreide keine Urheberrechtsgebühren mehr zahlen wollen. Was Greenpeace als Kampf gegen die Saatgutmafia wohlklingend unterstützt - das muß doch gut sein? Robin Hood kämpft doch immer gegen die Großen, und von denen geht alles Ungerechte der Welt aus, war doch immer so.

Schwierig, sich heute adäquates Problembewußtsein aufzubauen, ohne das Etikett "ahnungslos" umgehängt zu bekommen, weil man die wirklichen Feinde nicht kennt, um die so viele doch genau Bescheid wissen, weil sie sich im Internet kompetent informieren. Da hat man schon zu tun. Realitätsverweigerung als Daseinsstrategie sicherer Weltorientierung wartet eben an jeder Ecke. Darin besteht zumindest erstaunliche Übereinstimmung.




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