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Sonntag, 31. Juli 2016

Wo bleiben aber die Entschuldigungen?

Jaaaa, wenn es darum geht sich für die Taten anderer zu entschuldigen, wenn es darum geht Ereignisse von vor 50, 80 oder 100 oder 1000 Jahren plötzlich "richtig" und damit das Vergangene und Andere als falsch zu bewerten ist man auch gleich bei der Hand mit der zur Reue schlagenden Hand auf der Brust. Wenn es aber um das Nächstliegende geht, um eine Korrektur eigenen Verhaltens, dann wird die Sache freilich anders.

Denn wenn jetzt so gut wie alle Staatslenker Europas, selbst manche Kardinäle und Bischöfe zur Ansicht kommen, daß die Migrationsfrage "doch etwas differenzierter" anzugehen sei, als man zuerst dachte (wie Kardinal Schönborn), dann ist das ja bei weitem nicht einmal die erste Hälfte, der zumindest noch die Taten fehlen. Aber was zu dieser Tag dazugehört ist noch etwas, und das begegnet einem heute so gut wie überhaupt nicht:

Denn wo bleibt die Entschuldigung bei den vielen vielen, die vom ersten Moment an etwa im aberwitzigen Zuwanderungs-Dammbruch des Jahres 2015 gesehen haben, was sich nun bewahrheitet, die man aber kollektiv und in einer regelrechten medialen Hetze, in der jedem Klarsichtigen das Wort im Mund umgedreht wurde, als rechtsradikal, geistig wie moralisch minderbemittelt und sowieso als Auswurf und Mob hingestellt hat? Wo bleibt die Korrektur des Keils, den das Establishment selbst in Freundeskreise und gar Familien getrieben hat, wo so manche von neuer Moraldoktrine verwirrten Kinder plötzlich mit öffentlicher Autorität gestärkt die Erfahrung, Vernunft und Klugheit der Eltern als Ausweis von deren Irrelevanz bespuckt haben?

Die Kanzler Ungarns und Österreichs im Juli 2016
Wo bleibt etwa seitens der SPÖ die Entschuldigung beim Österreicher, nachdem der jetzige Bundeskanzler endlich wieder Verstand genug hat, das Verhältnis mit den Ungarn, die man ja überhaupt als die Nazis der Welt brandmarkte, auf "normal und vernunftbereit" zu schalten? 

Wo Kern sogar tatsächlich die Äußerung tätigt, daß man Ungarn die vorläufige Beruhigung in der Migrationswelle verdanke, weshalb man es als selbstverständlich sehe, nun mit österreichischer Grenzexekutive an dessen Außengrenze zu helfen. Bei jenen Maßnahmen, deretwegen Ungarn noch vor einem halben Jahr als Aufdämmerung des Faschismus verleumdete.

Wo bleibt auch die Entschuldigung bei jenen, die vor der Unberechenbarkeit und Bauernschläue der Türkei und schon gar unter Erdogan gewarnt haben? Wo die, die sofort bei Auftreten der Griechenland-Krise genau das vorhergesagt haben, was nun eingetreten ist - ein Faß ohne Boden, das mit jeder Milliarde mehr, die man sinnlos hinterherschiebt, nur noch schwieriger zu lösen wird? Alleine in den letzten zehn Jahren haben sich die großen und gravierenden Fehlentscheidungen ins Dutzendfache gehäuft, und eine Blase nach der anderen platzt auf.

Oder wird das Unrecht und Leid, das man so vielen zugefügt hat, das Opfer der anderen, auf die altbekannte Art der Pharisäer zum "Korban" erklärt, zur Gottesgabe, verfügt von anderen, damit man selber keine Gutmachung zu leisten hat? Gleich einem heute so weit verbreiteten Verhalten, wo die Gabe des anderen weil "ohnehin seine (moralische) Pflicht" keinen Dank verdient, im Gegenteil, der Diebstahl gar zur unausweichlichen Notwendigkeit erklärt wird, provoziert vom güterbesitzenden Bestohlenen, das Opfer gar zum Täter wird, nach dem Motto "Ha, hättet ihr euch nicht möglicherweise bösen Bildern gemäß verhalten, hätten wir euch kein Unrecht zugefügt"?

Nein. Solange sie alle nicht in der Lage sind, sich auch zu entschuldigen, und das heißt: Um Entschuldigung zu bitten (denn "sich" kann man nicht entschuldigen, dazu braucht es beide Seiten), können sie den Menschen doch einfach nur gestohlen bleiben, sind sie raus aus dem Spiel, und nur lästiges, vernunftloses Übel, das es möglichst bald abzuschütteln gilt. Denn nichts stellt sicher, daß nicht demnächst wieder alles andrees als das Vernünftige gemacht und gesagt wird. Ein Wiedereintritt in eine Vertrauensposition, einer Zugehörigkeit ist nur auf der Grundlage der Sühne möglich. Barmherzigkeit und Vergebung ist kein Recht. 

Auch und gerade nicht eines des Establishments gegenüber hunderttausend-, ja millionenfach Verleumdeten. Die nur einen Fehler begangen hatten: Klarer zu sehen. Und einen nach dem anderen muß man da zitieren, diese Schuldfront geht quer durch unsere Völker. Es war ein Kollektivversagen des gesamten Establishments unserer Gesellschaften, bis hin zu den Medien, dem nur noch ein letztes Aufbäumen des Volkes wenigstens die Furcht in die Knochen getrieben hat, es könnte seine Pfründe verlieren. 

Weil seine Gedanken nicht nur nicht die der Menschen waren (und sind, machen wir uns doch nichts vor), die klarer sehen und auch noch alles auszubaden haben, sondern sogar die Realität völlig verkennen, ja - und das ist ja das schwerste Verbrechen, das 2015 wie im Kollektivrausch begangen wurde - völlig jede Vernunft ignorierten. Sogar die Vernunftlosigkeit als Maßstab des Guten und Wahren anpriesen, voll und direkt und bösartig willens, die Menschen in die Verwirrung zu führen, nur um die eigene Stellung zu sichern, ja die Autorität zu mißbrauchen, um sich darin durch Freiheitsverlust der Menschen zu sichern und weiter sein eigenes Süppchen zu kochen.*

Welch tiefe Gräben wurden da gegraben. Und alles sieht  danach aus, als würde man schlicht zur Tagesordnung zurückgehen, um nur ja nicht eingestehen zu müssen, daß man Unrecht tat, daß man so vielen Unrecht getan hat, die man sogar im Stich lassen wollte, hätte die Wirklichkeit nicht doch noch so klar durchgeschlagen.

Das wäre aber dann auch Kultur und eines christlichen Abendlandes würdig. So aber ist es brutal durchgesessene Unverfrorenheit, selbst wenn sie nun alles tun, um die Fehleinschätzungen möglichst zu korrigieren. So wirkt es nur als fahnenwenderische Notwendigkeit, um doch noch am Sessel bleiben zu können, auf dem man sich in der eigenen Furzschiete eingesuhlt hat.

Selbst, wenn Europa nun wirklich aufwacht, weil die Einschläge auch beim Establishment immer näher rücken - das ist noch lange nicht jener Neuanfang, der Europa so not täte. Er kann nur mit einer Entschuldigung beginnen. Als erstem Schritt, wieder Einheit und Vertrauensleihe einzuleiten.

Denn man irrt auch hier. Nichts hat mehr soziale Sprengkraft als ... die Schuld des Schuldigen. Man muß also Angst um jene haben, die sich NICHT ENTSCHULDIGEN. Denn sie sind es, die von dieser Schuld weil von der Selbstrechtfertigung getrieben werden. SIE sind es, die auch zukünftig die Vernunft als sittliche Offenheit zur Wahrheit ignorieren, ja aggressiv ignorieren werden.**




*Wie beim "Kampf gegen Rechts", der überhaupt bereits zum Sammelbecken und Fuchtelstab aller Hirnlosen wurde. Der VdZ hat jüngst (vom Blog Michael Klonowskys ausgehend) eine gedanklich recht klare Replik auf die Statistiken über "Gewalt von Äusländern und Rechtsradikalen" gelesen. Es war ja nicht anders zu erwarten ... geht man nämlich den Zahlen nach, die angeblich zeigen, daß die Gewalt von rechts zu so einer großen Gefahr wurde, während die Ausländerkriminalität kaum der Rede wert ist, dann kommt man sehr rasch drauf, daß das Datenmaterial durch verordnete Zuordnungskriterien auf absurde Weise verfälscht wurde. Da wird sogar der Deutsch-Iraner der letzten Wochenattentate zu München frank zum Deutschen, und seine Tat "rechtsradikal" motiviert. Während niemand zur Kenntnis nimmt (weil es die Statistik eben nicht "sagt"), daß die wirklichen Gewalttaten der letzten Jahre so gut wie ausschließlich auf den Extremismus von Links zurückgehen, und in der Anzahl auch noch außerordentlich steigen.

**Dieser Fehleinschätzung unterliegt man heute auch, wenn es darum geht, vom aufkeimenden Gewaltpotential der Migrantenströme "durch Enttäuschung" zu sprechen. Denn NICHT die wirklichen Opfer werden aufbegehren, die um letzte Hilfe suchend hierher kamen. Sondern die, die mit Unrechtsbewußtsein bereits die Grenzen überrannten - die meinten und meinen, daß christliches Europa und Sozialstaat hieße, legal stehlen zu können. Und das ist die größte Mehrheit der Zukömmlinge der letzten Jahre und Jahrzehnte.





*270716*

Von Kreuzesscheu und logos, also: von der Welt (3)

Teil 3)




In dieser Hinsicht gibt es keine aufgeweichten Ränder, hier gilt sehr wohl ein "entweder - oder" (kaholisches.info). Wenn der Papst, der wieder einmal glaubt, von etwas viel zu verstehen, ohne daß das der Fall ist, die Rigorosität (kath.net) anprangert, so weiß man wieder einmal nicht, was er überhaupt meint. Denn in den Ideen gibt es keine Abstriche. Abstriche gibt es zwar in der von der Klugheit gebotenen Härte der repräsentierten Forderung, gewiß, möglicherweise, aber diese Milde kann nie heißen, das Ideal aufzugeben und sich mit weniger zufrieden zu geben. Verantwortung kann immer nur heißen zu wissen, dem vollen Ideal verpflichtet zu sein, und in aller Klugheit und Gemäßheit die einem Gegebenen auf dieses Ideal hinzuleiten, weil nur im Ideal die volle Erfüllung ist und das einem Meistmögliche in dem Moment gar nicht mehr erreicht werden KANN, in dem das Ideal herabgesetzt wird. Was also genau nie erlahmen darf ist die Orientierung am Ganzen. Hier kann es gar keinen Realismus geben, der sagt: Gut, legen wir die Latte eben niedriger, geben wir die Spannung zum logos hin auf und kalkulieren wir mit dem "geringeren Übel".* Nur darin wird das Mögliche möglich.

Der Rest ist ohnehin immer in Gottes Gnade und Barmherzkigkeit geborgen.

Christsein, ja Menschsein wird erst möglich, wenn da Kreuz angenommen, diese Kreuzesannahme zur alltäglichsten, natürlichsten Haltung - zur Tugend also - wird.  Erst dann bleibt Wirklichkeitsoffenheit, Begegnungsoffenheit bestehen, selbst dann, wenn der andere zusticht. Erst so aber wird sogar Sachorientiertheit, klares Denken (in weltlichen wie geistigen Dingen) möglich. Die heutige so verbreitete Haltung, ihm auszuweichen, zeitigt eben die entsprechenden Folgen. Denkverweigerung, irrationale Gefühligkeiten als Basis eines Urteils, immer aggressivere Forderung nach Fernhalten von Kampf und Auseinandersetzung, nach Abglätten der Lebenstatsachen, nach Rundumversicherung gegen alles und jedes Leid im sogenannten Sozialstaat, als "Pazifismus" - wie oft überhaupt ist diese Kreuzesscheu in das Gewand moralischer Überlegenheit gefaßt! - oder "habt Euch alle lieb"-Verwirrung.

Und schon gar wie jene Christlichkeitssimulationen wie in den vielen Protestantismen und Freikirchen und Charismatiken, die gleichfalls ein Christentum ohne Kreuz verkünden, wo das Kreuz bestenfalls als Bewältigungsstrategie für einzelne Unbill herhalten muß, aber die sogar verkünden, daß Christentum eigentlich hieße, auch ohne Kreuz auskommen zu können, weil ja alles so froh und glücklich sein könnte. Welche ein Irrtum! Welch eine Vermessenheit. Welch eine Häresie.

Gestalten, Beziehungsformen werden vermieden, und sei es durch Unbestimmt-Halten (man denke nur an dieses allerorten bereits üblich gewordene "Hallo" - in dem man jede Beziehungsdistinktheit und dmait jede Forderung daraus vermeidet), verhüllt, alles wird getan um sie (und vor allem Beziehungs-Forderungen) zu annihilieren, denn sie benötigen eben jenes Hinausstrecken der Selbstaufgabe, wie sie das Kreuz bedeutet. 

Und eine neue Moral wird verankert, die alle diese Unbestimmtheiten, in die man die Welt (die so zu gar keiner Welt mehr wird) versinken läßt, um sich Mühe zu ersparen. Man denke nur an dieses widerliche Wort von "in einer Beziehung" sein, die aus genau diesen Gründen schon so weitgehend die Ehe ersetzt hat. Ja, der der Bestimmtheit verlangt, wird sogar zum Übeltäter erklärt. Während ein immer mächtigerer Apparat aufgebaut wird, der das eigene Glück VOM anderen, durch ihn garantieren soll, sonst kann er durchaus gleich mal gehen?

Es ist eben überall dasselbe: logos, Maske, Rolle, Amt (auf welcher Ebene immer man es betrachten möchte) wird ignoriert, jede Spannung dazu vermieden, denn das erforderte Sittlichkeit (was man durch singuläre "Moral" behübscht), und durch eine faktische Verirdischung eines diffusen "Persönlichen" (als Subjektivismus) ersetzt, das vor allem eines ist und garantiert: Spannungslosigkeit, Mühelosigkeit, Zufälligkeit ... und damit: Nicht-Gestalt, Nichtigkeit der Welt. Welt wird zum Traum, und der Traum soll nie mehr enden. Wehe denen aber, die ihn stören.
Aber es gibt eben, wie man so sagt, kein "ein bißchen schwanger". Es gibt keine Welt ohne Welt, die nur aus dem Kreuz wird. Es gibt keine Ding als und in Welt - ohne jene Haltung des Kreuztragens, das diese ständige Spannung auf den logos hin als Welt zur Welt in der Welt fruchtbar macht. Nur im Kreuz liegt jene Wachheit, die Welt und Geschichte macht.

Nachsicht mag angebracht sein, wo man davor zurückscheut, wo es die Erziehung nicht schaffte, diese Haltung des Hinausstreckens zu festigen, warum auch immer, gewiß. Aber dieses Zurückscheuen kann nicht Endzustand bleiben, sondern muß sich dem Möglichen des anderen zurichten, denn das muß der Liebende am anderen wollen: Sein Mögliches! Wie sollte man als Liebe bezeichnen können, wo man zufrieden damit ist, daß der andere sich verfehlt, sich nicht wirklicht? 

Was wäre das für eine Barmherzigkeit, wo man den anderen in dieser Verfehlung sogar noch bestärkt? Was wäre das für ein Gott, was wäre das für ein Sinn, der sich damit zufrieden gäbe, daß dort, wo eine leuchtende Stadt auf dem Berg geplant und gewollt war, für die Gott selbst sogar starb, um als Pharmakon für die Menschen um sich eben diese zur wahren Größe ihrer Sendung zu erheben, wieder und wieder, an dessen Talsohle aber ein zerfallenes Hüttendorf zerlumpter Bettler bleibt die ihm entgegenmurmeln: Na, mehr ging halt nicht, Weltwerden war zu mühsam?

Es ist eine Grundrichtung, die der Mensch einschlägt - oder nicht einschlägt. Es ist aber so grundlegend, daß es den GESAMTEN Lebensvollzug - und damit Wohl und Wehe unserer Kultur - entscheidend, ja einzig entscheidend bestimmt. Es ist das, was man mit Umkehr bezeichnet. Umkehr aber ist die generelle Offenheit fürs Kreuz, und ist damit erst die Hingespanntheit auf den logos. Wer diese Spannung verweigert reißt die Welt ins Nichts.





*Weil der VdZ gefragt wurde, was das denn heiße: "graduelle Gutheit", soll ein Beispiel illustrieren, was Kard. Schönborn bzw. die ensprechende Situationsethik meint: Ein Dieb hat einen Lamborghini Miura gestohlen, weil er ihn haben wollte. Schlechte Tat, keine Frage. Er rast davon, besinnt sich aber, und um keinen Unfall zu bauen (gute Tat) und den Motor zu schonen (gute Tat) fährt er rücksichtsvoll und nicht schneller als 100 (gute Tat), und fährt sogar am nächsten Tag seine Mutter zum Arzt (gute Tat; aber nicht deswegen hat er den Wagen gestohlen, aus Not sozusagen, denn er hat noch einen alten VW). Er setzt also gute Taten innerhalb einer objektiv aufrechten Schuldsituation - er zeigt "graduelle Gutheit". In diesem Fall dient diese graduell gute Tat sogar der Vertiefung der schlechten Tat, in der er verharrt - er fährt länger mit dem gestohlenen Auto. Kommt der Mann nun vor den Richter oder nicht? Die traditionelle Ethik (und Justiz) sagt: Ja, denn er verharrt im Diebstahl. Auch die guten Taten später verringern nicht die Schuld DIESER Tat. Erst wenn er den Wagen zurückgäbe (bereute, Sühne leistete, etc.), wäre er wieder in einer objektiv guten (schuldfreien) Situation, erst dann könne ihm verziehen werden. 

Oder, wie Adorno es sagt: Es gibt kein Gutes im Schlechten.




*100616*

Alles ist nur, weil es korrespondiert

Was also das Licht "leistet" ist Anruf an alles Dinghafte zu sein, diesem erfaßten Lichtquant zu antworten - und zwar: durch Anähnlichung. Erst in dieser Anähnlichung empfängt es jene Kraft,  an der es nunmehr durch seine Realität Anteil hat, in der es selbst sein kann.*

Dieses Selbstsein (zu dem das gewissermaßen physikalische, emanierte Licht als tragender Finger Gottes, des Seins überhaupt, anwegen will) ist aber kein autonomistisches Selbstsein, ein Dingseinkönnen, das für sich möglich wäre. Sondern es ist nur in der Realität und als Realität in einem unüberschaubaren (und in seinen Möglichkeiten unendlichen weil historischen, in der Zeit je auseinandergefalteten) Beziehungsgeflecht zu sehen. Jedes Ding ist also nur Ding weil und insofern es in einer Bezogenheit steht, udn das heißt auch: Abhäüngigkeit. 

Denn die Schöpfung - alles, was Sein im Seienden hat, als Übernahme einer Ähnlichkeit mit dem Licht - strebt in seiner Tendenz zu einem Erhalt in seiner Gesamtheit und als Gesamtheit, und teilt einander den jeweils adäquaten Aspekt des Lichtes (analog, das heißt ähnlich, aber in einer je anderen Form, so wie Sonnenstraholen sich im Prisma - dessen "Geheimnis" seine Form, seine Lenkung der einfallenden Lichtstrahlen ist! - brechen und in Farben aufspalten) mit.

So ist einerseits die reale Schöpfung tatsächlich quantitativ-summativ, aber als endliche Schöpfung nicht unendlich, und doch ohnendlich weil potentiell ohnendlich. Das heißt, daß eine je aktuelle Präsenz der Dinge (die aber immer nur ein Durchgang in Aktivität ist, aus Vergangenheit in ein unbestimmbares Zukünftiges) zwar nur endlich sein kann (und schon gar in der Vergangenheitsbetrachtung, denn was wir sehen ist auch immer Vergangenheit), aber als Aktives (ohne das es nicht wäre) genau nicht in dieser Endlichkeit fixiert ist.

Unendlichkeit als Gegenwärtigseiendes** ist nur im (zeitlosen) Geist möglich, den man wie einen Anschluß des Endlichen ans Unendliche sehen könnte. Es ist deshalb nur dem Menschen möglich, der sich AUF der Schöpfung zu dieser Ohnendlichkeit (in der das Leben nicht aufhört) aufschwingen muß bzw. kann bzw. dazu gerufen ist.

Antwort aber kann nur etwas geben, sagt Thomas v. Aquin (s.th. bzw. d.v.), wenn es zuvor verschieden war, also ein "Proprium" - etwas Eigenes - hatte. Nur dann kann es sich angleichen.  Im letzten ist dieses Verschiedene nur dem Menschen möglich, weil er im (freien) Urteil auch DAGEGEN urteilen kann. Dinge, Tiere, Pflanzen können sich nicht DAGEGEN entscheiden, ihre Aktivität ist ausschließlich erleidend, sie sind nicht frei. Dinge, Pflanzen, Tiere sind als Entitäten (Seiende), die ihr Seiendsein erleiden, die gewissermaßen "an sich selbst leiden", und NUR insofern können sie sein. Der Mensch kann auch nicht-sein (im Irrtum) oder nicht-sein-wollen (in der bösen Tat).

Der Mensch kann und muß (!) sich zum Licht verhalten, er kann gar nicht ohne Antwort bleiben. Sodaß es (immer) an ihm liegt, die Welt ins Sein und sogar in die Ohnendlichkeit zu führen (in Anähnlichung, NICHT aus eigener originärer Schaffenskraft!) - oder nicht. Und er kann es tun durch Suchen der Wahrheit, die also als dynamischer (personaler) Prozeß, als Aktivität verstanden werden muß. Sie IST nicht einfach eine "gedankliche Richtigkeit", auch wenn sie damit zu tun hat, sich darin ausdrückt.***

Zugleich wird deutlich, daß die Freiheitserfahrung wie -realisierung direkt an eine personale Begegnung mit der Welt (und deren Sein als gespiegeltes, schattenhaftes, unverfügbares Sein in ihr) gekoppelt ist.



*Man täuscht sich also sehr leicht, wenn man meint, daß die Sonnenstrahlen die Energie "für" den offenen Blumenkelch HABE, der sie auffange und DAVON zehre. In Wahrheit tanzt das Ding (die Blume in dem Fall) mit dem Sonnenstrahl den Tanz des Selbstseins, und hat in der Antwort die ihm aufnehmbare Kraft, weil es an ihrem Wirklichsein nun teilhaben kann, so lange der Sonnenstrahl das auch will. Wir dürfen uns die Welt und die Dinge also nicht einfach wie eine Billardkugel und einen Queue vorstellen, sondern als Aktivität und Zuneigung ZWEIER Seiten - korrespondierend! Und es korrespondiert NUR ALS GESTALT und IN GESTALT.

Simples (und gewiß mangelhaftes) Beispiel, um es ein wenig anschaulicher zu machen: Eien Maschine zerfällt, wenn sie nicht die ihr adäquate Antwort gibt. Zugleich ist sie ein Beispeil dafür, was dem Menschen möglich ist: denn er kann durchaus eine Art "zweiter Welt" schaffen. Aber er kann es nur, in dem er auf Dinge zurückgreift, die in ihrer primordialen Art auf die erste Wirklichkeit - Sonne, Licht - zurückgeht. Die Maschine ist auf eine Weise Menschenwerk, transzendierte Urdynamik sozusagen. Aber sie ist in allem von der ersten Wirklichkeit abhängig, in allen ihren Teilen. Ohne göttliches Wissen keine Idee, ohne primordiale Welt (der "Rohstoffe", sagen wir es so) keine Maschinenteile.

**Gegenwart ist ja ein Paradoxon: Denn genau das Gegenwärtigsein hat kein konkretes Seiendes, sondern IST Konkretion im Übergang von Vergangenem zum Zukünftigen. So ist zwar alles nur, weil es gegenwärtig ist, aber in diesem gegenwärtig sein ist es nie real - und doch nur darin real. Alles ist also nur in Aktivität (actu) real. Als käme es in gewisser Hinsicht nur auf diese Antwort an, um real zu sein, nicht auf ein manifestes reales Dingsein, das nie statisch gedacht werden kann. (Statisch ist nur das Tote, und nicht einmal das, denn es zerfällt, überläßt man es dem Selbstsein.)

***Vielleicht kann man es so ausdrücken: Es GIBT zwar (potentiell) "richtiges Denken", aber das gibt es nur in personaler Teiladäquation an eine Teilwahrheit. Für eine Gesamtwahrheit, die alle Dinge in rechte Ordnung stellen kann (wozu ein unendlicher Intellekt nötig wäre; wer Wahrheit "denken" will, rational denken will, wird auf Unendlichkeit bzw. Unerschöpflichkeit und Ungenügendheit stoßen; hier wäre nur noch die Poesie, die Kunst als Darstellungsmedium möglich), reicht es nicht aus. "Richtiges Denken" versagt also unmittelbar an ihren Rändern - in den Bezügen und Beziehungen der Dinge. Deshalb ist die Frage nach dem "richtigen Denken" (in der Wahrheit bzw. mit diesem Anspruch) eine ganz konkrete, je individuelle Frage der Gestaltung der Beziehung eines Menschen zu Gott (denn AUS dieser Beziehung austreten kann er sowieso nicht.) Aus diesem Grund findet sich in der Art, wie jemand denkt, was er spricht, sagt, welche "Richtigkeiten" in seinem Denken zu finden sind und wie er damit umgeht, auch ganz konkret eine Art lexikalischer Niederschrift und Matrix seiner Verhältnisgestaltung zu Gott und über sich selbst.




*090616*

Samstag, 30. Juli 2016

Von Kreuzesscheu und logos, also: von der Welt (2)

Teil 2)




Also wird auch das Zueinander der Menschen nicht aus ihrem faktischen irgendwie Da-Sein bestimmt, sondern von der Transzendierung der Menschen auf diesen logos hin - auf die allen realen Beziehungen zugrundeliegenden idealen Beziehungen. Ohne daß die in ihrer Konkretheit statisch gedacht werden können. Aber sie bewegen sich doch innerhalb einer gewissen Dynamik, die nicht einfach beliebig wechselt. Was sich aus dem Gesamtgefüge der Welt ALS logos, als Ordnung ergibt, wo wiederum jedes Ding für sich eine Art "Matrix" der Wesensdynamik des Schöpfers wiedergibt bzw. davon getragen und in seinem Aktivsein bestimmt wird. 

Nur, wo ein Ding (also alles, was die Welt "räumt", vom Granitfelsen über den Philodendron bis zum Tasso vor dem Tor und dem Bauern Huber in der Stube) in sich diese (trinitarische!) Dynamik realisiert, also real macht, kann es im Bestand bleiben. So, wie deshalb ein Mensch nur im Bestand bleiben kann und sich entwickelt, wenn er sich auf den Hervorgang des logos im Vater transzendiert, im Geist der Liebe, aber in der ständigen Polarität aus Sterben und Seiend-sein. Was also nicht immer und ständig stirbt, kann nicht leben und sein. Und es stirbt, indem es sich in die "Hände" des Hervorgangs des logos begibt, sich selbst aufgibt, auf diesen logos im Vater transzendiert.

Deshalb ist die logos-Spannung nicht verächtlich zu machender "Idealismus", sondern Bedingung des Menschseins überhaupt. Die Erlösung durch Jesus Christus war keine Sonderübung propter nos homines, sondern sie was im Menschen, auf den sie natürlich zuerst ausgerichtet war, auf die ganze Schöpfung ausgerichtet. Denn Jesus Christus hat die gesamte Schöpfung in den Vater hineingeholt. Im zeitlosen "Dauerkreuz". Es ist das eigentliche schöpferische Moment, auch und gerade in der Welt.

Viktor Frankl sagt einmal sehr richtig, daß Menschsein nicht einfach heißt zu sein, was man gerade ist, sondern vor allem das zu sein, was man sein kann. Und Ortega Y Gasset (der zeitlebens gegen den Idealismus anschrieb) schreibt von der "utopischen Verfaßtheit" des Menschen. Sich nur auf das Faktische zu setzen und es gewissermaßen dabei bewenden zu lassen ist nicht "barmherzig" oder "liebevoll", sondern es ist entwürdigend.

Deshalb findet sich diese Haltung vor allem im Milieu der Unsittlichkeit und des Elends, die zusammengehören. (Nicht: der Armut!) Es ist ebenso eine bzw. die Haltung des Asozialen. Es ist eine Haltung der Verweigerung des Kreuzes, welches bestenfalls singularisiert wird, auf Einzelereignisse interpretierend darübergestülpt. Anstatt als Grundhaltung begriffen zu werden, ohne die gar nichts sein kann.  Es ist die Haltung der Ablehnung des Kreuzes als Verfaßtheit der Welt und des Menschen. Denn nur in dieser Haltung - ausgespannt am Kreuz der "idea", des logos-Geistes - kann Welt sein, werden und sich entwickeln.

Daraus geht zwingend hervor, daß auch kulturelle Formen keineswegs beliebig je neu erfunden oder akzeptiert oder abgelehnt werden können. Der Mensch ist Kulturwesen, das heißt, daß sich aus seinem jeweiligen Selbstvollzug Kultur ergibt, entwickelt, oder - nicht. Eine dritte Wahl gibt es nicht. Und deshalb ist Kultur immer "verortet", ganz konkret mit Boden, Land, umgebenden Menschen etc. etc. verwachsen, untrennbar verwoben. Deshalb gründet Kultur eben im Kult. Deshalb ist das Gerede vom "Multikultigebilde" schlicht und ergreifend Schwachsinn. Kult bedeutet überhaupt den höchsten Moment der Hingespanntheit auf den weltformenden logos - in Gott selbst, der (in der Kommunion) in den Menschen eingeht und ihn von dort her über seine logos-Bereitschaft aufbaut, in die Welt zur Welt treibt.

Nun braucht es natürlich aber diese Polarität, von der gesprochen wurde. Und diese ist das sogenannten "Weibliche" der Welt, die eben in dieser Polarität "völlige Empfangsbereitschaft/Entspannung" und "logos-Spendung/Spannung (in gewisser Weise könnte man auch sagen: Informierung" besteht, die einander als Liebe zugehaucht werden. Ohne dieses Zurücksinken in die Nacht, in den Tod kann sich nichts aus dem logos heraus "formieren" weil "formieren lassen". 

Dort ist der Platz für die Milde der mütterlichen Geborgenheit. Die aber an ihren Pforten immer eines hat: Die auf den logos verweisende, die "zeigende Hand". ("Was er Euch sagt, das tut" steht wie ein Schlüssel am Beginn von Jesu öffentlichem Wirken.) Im übrigen exakt auch der Vorgang des Lernens, der Schule, das nur so nebenbei. Mütterlichkeit ist also niemals ein Endzustand, sondern es ist der nie erstarrte Gegenpol zum logos, das Hinausführen des Geborgenen in die Welt zur Welt - der Welt der Kultur weil des logos. Männlich. Väterlich. Der Welt der ideas. Diese Mütterlichkeit wird aber in dem Moment zur Pathologie (des Elends), in dem diese Zurückgesunkenheit zum Weltzustand erhoben werden soll. Wo also Weltsein auch heißen soll, sich die Spannung auf den logos hin - mithin das Kreuz als Weltschlüssel - zu ersparen.

Und das ist es auch, was wir heute als "Generalhaltung im Zeitgeist" erfahren. Der ein Geist der Kreuzes- und logos-Verweigerung ist. Der ein Ungeist des Elendigen ist. Der ein pathologisches Überdehnen des Mütterlich-Weiblichen ist, das auch als Welt schon genügen soll. ("Embryonalität der Gegenwartsmenschen" nannte der VdZ das früher immer.) Dann bleiben die Menschen in sich verkrümmt, auf sich gerichtet - statt hinaus, statt sich auszustrecken nach dem logos, statt im Selbsttod ständig für den logos aufnahmebereit und das heißt: diesem gehorsam zu sein. Somit muß sich auch in den Eltern je diese mütterliche hier, die väterliche Haltung als andauernde Spannung dort manifestieren. Beide haben ihren Ort, beide haben ihre notwendige Eigenheit, keines darf das andere entwerten, aber doch hat jeder der beiden Pole auch seinen Platz. Der der Mutter auf jeden Fall den der Intimität und "Höhle", der des Vaters den der Öffentlichkeit und des "Marktplatzes". 

Und beide sind je unersetzbar, etwa durch einen mütterlichen Vater, oder eine herrische (Semantik!) Mutter. Beide aber sind dabei auch zu gewisser Klugheit angehalten. Aber es ist auch nicht möglich, sie in ihrem Maß zu pauschalieren. Es gehört wesentlich dazu, daß beide ihre Art auf je individuelle Weise leben und wirklichen. Das kann nicht einfach hinterfragt werden, das ist eine Urtatsache des Lebens. Ist der Vater "rigoroser", ist er es eben. Ist die Mutter weicher, ist sie es eben. Denn in jedem Fall korrespondieren dazu die Kinder als ihr Fleisch, und korrespondieren alle Umfeldkreise wie Verwandte, Nachbarn etc. etc. Beide aber sind immer gebunden an ihre Maske, die sich aus dem Pol ergibt, den sie zu wirklichen haben. So gut sie es können, so gut sie es verstehen, aber immer in der Aufforderung, sich in der Selbstüberschreitung darauf hinzuspannen. Sich also - am Ideal zu orientieren.


Morgen Teil 3)






*100616*


Staatlich angeordneter Mißbrauch

Der VdZ hat immer schon die Ansicht vertreten, daß öffentlicher, schulischer "Aufklärungsunterricht" (und zwar im Grunde jeder Sexualaufklärungsunterricht, eine wie von manchen Stellen behauptete "schonende, kindgerechte" Sexualaufklärung - nicht einmal als für sich gestellte familiäre "Generalaufklärung"* - gibt es nicht, das macht ihre "Moralisierung" nicht einen Deut besser) staatlich angeordneter Kindesmißbrauch ist. Dieses Video zeigt, was in Deutschland - und analog in Österreich - schon lange am Laufen ist. Solche Sexualaufklärung läuft auch in Österreich bereits verpflichtend und flächendeckend. Unter anderem werden Jugendlichen im Rahmen des Schulunterrichts Filme wie www.sexwecan.at, vorgeführt. Worin nicht einmal nur "technische Aufklärung" passiert, sondern eine ganze "Normalitätsmoral" transportiert und den jungen Menschen weitergegeben wird.

Die Wirkungen sind das Gegenteil des behaupteten Effekts. Sie bewirken eine Herauslösung der Sexualität aus dem Insgesamt der Persönlichkeit. Sie wird damit zu einem Ding für sich, anstatt in einer übergeordneten Polarität immanenter Vollzug eines ehelichen Miteinander zu sein, und entwickelt sich vor allem - weil sie so grundlegend ist - in einer physischen Kraft, die einmal ausgebildet nur noch schwer in den geistigen Ich-Punkt eines reifen Selbst integrabel ist. Nur in diesem Rahmen ist Sexualität aber "natürlich". Denn die Natur des Menschen ist Ehelichkeit, und in ihrem Rahmen der wechselseitigen Hingabe ist Sexualität eine Form eines Gesamtausdrucks der Menschwerdung. Man kann also eine für sich stehende Sexualität nicht einmal durch Eheschließung "taufen".

Umgekehrt bildet sich nur im je sehr vielfältigen Zueinander einer konkreten Ehe auch eine konkrete Sexualität. Das geschieht von selbst und im Gleichschritt mit der jeweiligen Entwicklung, nicht auf der abstrakten Ebene einer "Technik", einer für sich stehenden "Sexualität". Es ist doch lächerlich und unsäglich verstiegen zu meinen, Jahrtausende der Menschheitsentwicklung wären fehlgegangen, in denen es nie so etwas wie Sexualaufklärung gab.

Geht man der Tatsache nach, warum schwere narzißtische Störungen heute so weit verbreitet sind, wird man sofort auf solcherart neurotisierte Sexualität stoßen. Will man eine Kultur zerstören, läßt sich mit keinem Mittel effizienter vorgehen - als durch Sexualisierung. Das braucht nicht einmal das Präfix "Über-".

Auf Kinder direkt erst noch weniger (denn in deren Leben kommt Sexualität nur in pathologischen Fällen vor; man interessiert sich stets nur für Dinge, die in eines Lebenshorizont liegen und damit auch entwicklungsstufenabhängig sind; umso erstaunlicher weil vielsagender ist deshalb zu sehen, daß Kinder "Ehe" - Vater/Mutter/Kind - spielen, ohne daß Sexualität vorkommt; denn Menschsein beginnt buchstäblich bei der Ehe), dafür umso schwerer in der Erfahrung von "Normalität", aber direkt dann auf Jugendliche wird eine Verblendungswirkung erzielt, die den gesamten Wirklichkeitzugang mehr oder weniger schwer beeinträchtigt und Reifung nachhaltig verhindert.

Die Ideologisierungsabsichten sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Denn hinter diesen Programmen steht eine Anthropologie, die ein schwerer Irrtum ist, der den Menschen an sich und seiner Erfüllung vorbeiführt. Entsprechend operiert diese Massenverdummung mit einem "Naturbegriff" vom Menschsein. Der öffentliche Sexualkundeunterricht ist aber die effizienteste Persönlichkeits- und Kulturzerstörungsmaßnahme, die wir erleben.

Schauen Sie, geneigter Leser, diesen Film an. "Es kann nicht sein, daß was im Alltag ein Fall für das Strafrecht ist, in der Schuld und in der KiTa normal ist!" Er zeigt vor allem, daß es in der heutigen schulischen Sexualaufklärung eindeutig um eine Weltanschauung geht, die aufgrund der anthropologischen Stellung und Kraft der Sexualität als Teil des Menschseins und vor allem -werdens den Menschen an der Wurzel trifft. Sie wird so zur Quelle umfassender Unfreiheit, weil sie diesen Bereich neurotisiert, und beeinträchtigt damit direkt die Fähigkeit zu schöpferischem Handeln und Denken. Sexualisierte Menschen sind politisch deshalb am leichtesten zu steuern. Wir werden darüber noch handeln.








*Daß im aktuellen Tagesgeschehen anlaßbezogen und anlaßbegrenzt darauf eingegangen wird ist bestenfalls und für jedes familiäre, persönliche Umfeld unterschiedlich im Rahmen elterlicher Verantwortung für die Reife ihres Schutzbefohlenen angebracht. Die Art und Weise hat auch viel mit dem realen Familienklima zu tun, und ist überhaupt nur in diesem Rahmen - wenn überhaupt - "personengerecht" möglich. Auch die sogenannten "Straßenaufklärung" (unter den Jugendlichen selbst) ist so zu sehen und keineswegs so abzulehnen, wie es oft geschieht. Als "Punkt, den es zu erledigen gilt" ist es prinzipiell auch in einer Familie ein Fehler. Denn gerade Sexulität ist nur im Rahmen der Gestalthaftigkeit des geistbegabten Menschen, der nur in der Ehe (meist im realen, in vielen Fällen metaphorischen, geistigen Sinn) zu sich selbst wird, begreifbar.




*080616*

Freitag, 29. Juli 2016

Von Kreuzesscheu und logos, also: von der Welt (1)

Man kann verschiedentlich beobachten, daß es wie eine Drohung mit der Rute wirkt, wenn man auf das Wesen des Kreuzes als Wesen des Christentums hinweist. Das doch immer noch in unserer Kultur an allen Ecken und Enden zu sehen ist. (Und selbst da schon in vielfachen "verwaschenen", "abgeschwächten" Formen vorkommt, als wollte man vermeiden, daß seine Wirklichkeit erkennbar wird - Leiden, Hinweggabe, Tod.) Noch. Ja, nachgerade wird oft so getan, als sei dies "abschreckend", nachgerade wird dabei die Erlösungstat - Gott selbst starb am Kreuz - auf eine Weise dargestellt die glauben machen könnte, daß es für den Menschen deshalb und seither auch "ohne Kreuz" gehe. Daß es für den Menschen gar nicht notwendig sei, immerhin habe ja Christus selbst "für viele" sein Leben gegeben.

Das Kreuz stellt sich heute oft schon in einem Verständnis dar, als "ginge es eigentlich auch ohne". Ja, da und dort tritt es noch in Singularität auf. Wenn der Nachbar gemein ist, die Tochter einen beleidigt, der Verbrecher einem das Haus abbrennt oder man einen vererbten Klumpfuß oder eine Krebserkrankung oder den plötzlichen Tod eines Geliebten zu bewältigen hat. DANN ja, dann, so meinen viele, dann wäre es auch heute noch Kreuz. Aber sonst? Wären also alle gut, würde das Leben immer mehr von Hindernissen freigeräumt, so müßte man daraus schließen, wäre eine Welt ohne Kreuz also durchaus möglich.

Welch ein Irrtum. Denn was solche Singularitäten - wo Leid aus einem gewissen Rahmen ausbricht, in einem (relativ schlimmen) Ereignis aus dem Alltäglichen heraustritt - kennzeichnet ist nicht mehr als daß es eine Grundhaltung herausfordert und übersteigt und erweitert. Aber das Kreuz ist kein Ereignis der Singularität, sondern es ist (notwendig zu erringende) menschliche Grundhaltung überhaupt! Ja, man kann es auf die Spitze treiben und mit gutem Recht sogar sagen: Ohne Kreuz gibt es überhaupt nichts. Nicht einmal die Welt. Denn Jesus hat das Kreuz nicht von den Menschen weggezaubert; er trägt es nicht einmal an ihrer Stelle, sondern wenn wir es aufnehmen, nimmt er seine Last - sein Joch. Aber er hat mit seinem Kreuz, das wir in unseren Stuben und auf den Feldwegen sehen, nur geoffenbart, was die Welt im Innersten zusammenhält! Er hat gezeigt, daß es die Grundhaltung des Kreuzes ist, das die Spannung auf jenen logos fruchtbar macht.

Auf den logos nämlich als Beziehungsfeld, das das Wesen der Dinge definiert bzw. ist. Dieses Wesen aber ist nicht einfach "da"!, sondern es ist nur "da", wenn es "actu" ist, also sich selbst vollzieht. Und das tut es in seiner Spannung auf das eigene Wesensbild hin, auf das hin es sich überschreiten muß - das ist das eigentliche Wesen der "Aktivität". Was ist ist eben nicht einfach, sondern ist nur, wenn es "isset", also aktiv ist. 

Deshalb ist das Kreuz Symbol des Wesens aller, buchstäblich aller Dinge der Welt, der Welt überhaupt, die die Welt eines Zueinadner (logos) der Dinge ist. Nicht also kann man sagen: Dinge sind IN der Welt, und können ihrem Raum hinzugefügt oder auch wieder herausgenommen werden können; Dinge SIND die Welt. Sind sie nicht aktiv, ist die Welt nicht. Welt ist also ein gigantisches, und wirklich (qualitativ; man darf es sich nicht summativ quantitativ vorstellen) unendliches System aus Beziehungen.

Welt ist also nur "von oben nach unten", vom logos her zu sehen. Sie ist nicht etwas, was "von unten nach oben" zufällig als Gefüge entsteht oder sich dann irgendwie "organisiert", wie der Materialismus (in allen Spielarten, vom extremen Liberalismus über den Evolutionismus, über Fehlschlüsse über für sich stehen sollende "Begabungen" bis zu diesen lächerlichen Organisationsentwicklungsprozessen in Firmen) in seinem Fehlschluß annimmt.

Der eigentliche Begriff "Idealismus" benennt demgegenüber eine nur aus Gedanken bestehende Welt, in der die Realia (die Dinge etc.) wie Anhängsel diese Ideen unberührt lassen und nur ihren Ausdruck bilden. Daß dies nicht so ist zeigt eine gedankliche Analyse, in der klar wird, daß diese Ideen eine in-sich-Dimension haben, also durchaus sehr real Träger dieser Ideen sind, wenn auch nicht einfach als "faktisches Ding". Doch haben diese Ideen - logos heißt: "auf zu", "Sinn" - in sich selbst und aus sich selbst eine Bezogenheit aufeinander, die wiederum in ein System eines gewissermaßen schichtenweise aufgebauten Gesamtlogos, Gesamtsinn der Welt überhaupt eingebettet sind. Die die eigentliche Wirklichkeit sind.

Dies vermag der Mensch in den Dingen zu erkennen, und in der sinnlichen Gleichförmigkeit und der Haltung der Antwortoffenheit (logos braucht eine Hingespanntheit im Erkennenden, sonst kann er gar nicht erkannt - also: im Verstand "adäquiert" - werden; wer also den Dingen nicht gehorsam sein möchte, weil ermeint, er könne sie selbst bestimmen, sie ergäben sich aus ihm sowieso, wer Erkenntnis also nicht als personal-sittlichen Akt auffaßt und betreibt, wird also nicht nur Welt nicht oder ungenügend erkennen, sondern er wird in Konflikt mit dem Weltgefüge kommen - er wird ihre Ordnung nicht erfassen können, er wird Chaos, Störung und Verfall bewirken)



Morgen Teil 2)





*100616*

Nur politisch zu lösen

Immer wieder wohltuend ist die klare, distanziert-objektive Sicht  des (em.) professoralen Sozialwissenschaftlers Gunnar Heinsohns. Er macht auch in diesem Gespräch einiges von dem greifbar, in welcher Situation wir uns derzeit befinden, und was uns erwartet.

So nebenbei: 2015 sind nach Deutschland nicht, wie kolportiert, 900.000 Asylwerbe nach Deutschland gekommen, sondern 2015 sind nach Deutschland insgesamt 2 Millionen Menschen ZUgewandert, und 500.000 AUSgewandert. Dazu kommen noch nicht einmal erfaßte (!) 500.000 Migranten, die ohnehin nur geschätzt werden können. Das ergibt aber nicht nur einen Nettosaldo von 1,5 Millionen, sondern das ergibt soziologisch eine weitere Tatsache: Denn nicht nur gilt, daß die Zuwanderer in erster Linie aus den relativ gesehen wohlhabenden und gebildeten Schichten der Herkunftsländer stammen, sondern es gilt genauso, daß aus Deutschland 2015 eine halbe Million Menschen ausgewandert sind, die HIER Steuerzahler und Leistungsträger waren. Während die Zuwanderer auch dann, wenn sie in ihren Ländern Mittelschichtsangehörige waren, hierzulande in die unterste soziale Kategorie fallen und "Zuwanderung in Sozialsystem" bedeuten, reduziert sich wechselseitig progressiv die Schichte jener, die die Kosten der Zuwanderung tragen müssen oder wollen müssen.

Sehr richtig sagt Heinsohn: "Das ist alles einfach so. Es liegt aber an uns, ob wir das wollen. Das ist eine politische Entscheidung.

Kleines Detail: Die wirtschaftliche Besserstellung Afrikas durch Entwicklung wird die Migrationsbewegung von Afrika nach Europa gewaltig ... VERSTÄRKEN. Denn auswandern können nur Menschen, die in ihren Gesellschaften eigentlich recht gut gestellt sind.








*090616*

Donnerstag, 28. Juli 2016

Erdogan zieht durch

Das Faszinierende am energischen Durchgreifen Erdogans ist das Faszinierende des Faschismus generelle. Und Erdogan ist Faschist, ohne jede Frage, und zwar im eigentlichsten Wortsinn. Also für die Linke Europas nicht einmal annähernd verstehbar, denn die haben von nicht, von buchstäblich nichts, das irgendwie mit Wirklichkeit zu tun hat, eine Ahnung. Ergodan zieht durch.

Und er tut es auf die exakte Weise, wie es eben der Faschismus tut: Als Äquivokation. Das heißt, daß das, was Erdogan macht, Produkt menschlicher Unsittlichkeit ist - Ungeduld im Gefolge. Der Türke wechselt sämtliche Eliten seines Landes aus. Und genau das müßte auch in Westeuropa passieren. Davor haben sie ja alle Angst. Sie wissen, daß ihre Lebensuhr tickt, denn sie sind sämtlich Usurpatoren, sie sind säümtlich Schmarotzer und Betrüger und Lügner, die die systemische Verlogenheit nützen. Das ist alles. Das ist das Geheimnis der heutigen Eliten.

NUR ... es ist falsch, es ist im wahrsten Sinn unmenschlich, diese Ausheelung der Eliten auf die Art Erdogans, also faschistisch, zu machen. Um so ein Idealbild der Gesellschaft zu erzwingen. Denn genau so läuft eine Gesellschaft nicht, genau so läuft das Leben nicht! Man kann das Leben in seiner "sanften" Gesetzlichkeit (die letztlich in der Hand Gottes liegt) nicht kurzzeit "qaussetzen", um es dann "laufen" zu lassen. Dies war und ist der Irrtum jedes Faschismus, ob dem der 1920er Jahre oder von heute. Man kann das Leben nicht gewinnen, indem man es kurzzeitig mal außer Kraft setzt.

Damit vereht man sich an der einzigen (!) wirklichen Grundhaltung des Lebens: Dem des Opfers, dem der Sühne, dem des Leidens, dem des Kreuzes. NUR in dieser Haltung fließt überhaupt Leben in die Welt, nur in dieser Haltung IST überhaupt Welt.

Man kann nicht einige Tage, Wochen, Monate das Leben prinzipiell aussetzen, DAMIT es dann begönne. Das ist der Grundirrtum des Faschismus, das ist der Grundirrtum Erdogans.  Er wird deshalb UNZWEIFELHAFT SCHEITERN. Er wird Opfer der von ihm selbst entfesselten Kräfte werden. 

Erdogan MACHT ALLES RICHTIG. Alles, was auch Europa "gebührte" macht er vor. Alles, was Auch Europa "retten" könnte, setzt er druch. Dafür muß man ihm einerseits großen Respekt zollen. ABER er lebt in einem grundsätzlichen Irrtum. Dem des Faschismus. Dem, daß man die Welt "schaffen" könne.

Aber ihr Sinn ist anthropozentiert. Menschenzentiert. Und ihr Sinn liegt nicht im Herbeiführen eines Idealzustands, den man sich eben vorstellen könnte. Er liegt in der FREIHEIT des Menschen. /Und die heitß auch: Freiheit zum Irrtu, Freiheit zur Sünde, Freiheit zur Schwäche. Nein, nicht, daß man all das einfach "tolerieren" (also: unbeeinträchtigt geschehen lassen) muß, das ist krankes Gehirnmaterial. Aber es heißt, daß kein Regierender mehr tun kann, als an die Freiheit seiner Bürger zu appellieren. 

Man kann keinen besseren Staat etablieren, als die Bürger in ihrem Seinszustand ermöglichen. Und was stellt sich Erdogan mit vermassten Bürgern vor? Hier endet eben das, was der Islam zu denken ermöglicht. Hier zeigen sich seine wirklichen Grenzen. 

Mehr als Faschismus hat er nicht zu bieten. Das ist nämlich sein Wesen. Immer gewesen. Die Folge? Ein barbarisches Volk, ein ausgelöschte Kultur. Beweis? Die kulturelle Unfruchtbarkeit (seit Jahrtausenden fast!) der gesamten muslimischen Welt. Einer Welt, die historisch weit über jeden Islam hinaus schon seit Jahrtausenden eine Kultur des gottähnlichen Zentralherrschers ist, wo die Menschen seit je alles - buchstäblich alles - vom Zentralherrscher erwarten. Die Situation der Türkei derzeit, so sie in den Medien sichtbar wird, bestätigt dies einmal mehr als Stufe der Türken selbst. DAS ist die eigentliche Unvereinbarkeit mit dem Abendland, das die Welt im Individuum sieht und sucht. Da sind wir noch lange nicht in der Fehlentwicklung zum Autonomismus der Aufklärung!

Schon Mustafa Kemal Atatürk war für Hitler und Mussolini nachweislich leuchtendes Vorbild, wie für so viele Europäer zuvor, als Zentralgott, der alles bestimmen muß, darf, und kann. Sie sind bei ihm buchstäblich in die Schule gegangen. Wer wird sich an Erdogan Maß nehmen? Oder nimmt es längst?*

Oh ja, der VdZ hat regelrecht Sehnsucht, die Eliten der Gegenwart, sämtlich Ausbund des Bösen, in den finstersten Verliesen zu sehen. Aber - er gestattet es nicht, ja, er würde sein Leben geben, um es zu verhindern. Denn er weiß: So würde nichts besser.

Denn Gott ist das Säuseln im Wind. Er ist nicht im Sturm, er ist nicht im Orkan, er ist nicht im Erdbeben. Er ist im gar nicht wahrnehmbaren Säuseln. Und in dieser Kleinheit liegt seine wahre Kraft. 

Diese Kleinheit der allmächtigen Kraft unterscheidet erst wirklcih das Christentum vom Islam, und zwar: entscheidend! Wenn der Papst also davon sprach, daß der missionarische Impetus des Christentums mit dem des Islam ja so ähnlich wäre, so muß man ihm eine aufs Maul schlagen. Er ist genau DAS NICHT. Ja, das ist der entscheidende, völlig konträre Unterschied: Die Kraft Gottes, und die Wege, auf denen sie in die Welt "geschleust" wird. Der Islam kennt nur den Faschismus. Das Christentum lehnt ihn genau deshalb vollständig ab. So verführerisch er sein mag.






*Ja glaubt denn jemand, daß Erdogan "aus dem Himmel geschneit" ist? Er ist Symptom der (Welt-)Zeit! Etwa eine Angela Merkel ist doch wie er das Inbild des Faschisten! Nach dem, was ein Faschist wirklich ist. Samt seiner Schleppe aus Liebdienern. Die Brutalität, mit der die Pastorentochter Merkel das Land, das zu regieren sie simuliert, in ein Desaster geführt (und dabei pausenlos gelogen) hat, ist historisch beispiellos. Das Urteil der Geschichte in 100 Jahren ist ohne Zweifel bereits jetzt gesprochen. Der Unterschied zu Hitler ist nur darin zu sehen, daß Merkel - eine Frau ist. Also gar nicht weiß, was sie tut, weil sie nicht kennt, was sie bestimmt. Entsprechend sind ALLE Faschisten der Geschichte (ja, das ist sein Wesensmerkmal) "weibisch". Muttersöhnchen. Heute wie früher. (Auch das Nicht-Frau-sein der Frau - Lesbentum etc., als Identifikation mit dem Vater, mangels dessen Männlichkeit die Distanz heißt, erst dann ist Geist möglich - ist "weibisch".)






*250716*

Wenn Unmenschlichkeit zur Menschlichkeit erhoben wird

NEIN. Es ist eben NICHT unmenschlich, sondern im Gegenteil, einen Menschen NICHT nach technisch abstrahierten "Qualifikationen" zu beurteilen. Menschlich ist, einen Menschen NACH GESTALT zu beurteilen. Die Diskussion verfehlt ihr Thema auf dramatische Weise. Und wird deshalb nur noch lächerlich und kann nichts, wirlich nichts lösen. Weil sich das Thema einfach nicht am Schopf kriegt. Die Diskussion verdummt auf diese Weise in erschreckendem Tempo.

Wenn eine Kultur nicht mehr in der Lage ist (aus welchen Gründen immer), die richtigen Fragen zu stellen, dann ist der Moment eingetreten, wo sie zu Ende IST. Nicht: geht. Ist, weil war. Wenn das also das im Video Gezeigte das geistige Niveau des Abendlandes ist, dann ist es damit längst schon zu Ende.

Und wie hier an dieser Stelle schon seit vielen Jahren darzulegen versucht: Macht hat der oder das, der oder das die Fragen definiert. Nicht die Antworten. Selbst heutige Oppositionen in Europa glauben aber, es gienge um Antworten.

Sie haben keine Chance. Allesamt. Die Entwicklung wird chaotisch. Diktatorisch. Unweigerlich.









*090616*

Wir sind keine Almosenempfänger

Deshalb sind solche Stimmen zu hören! Afrikaner, die selbst sagen: Hört auf, uns als "Problemkontinent" zu sehen! Seht, was wir für Möglichkeiten haben, seht wie wir sie nützen wollen seht was sich hier alles bewegt und schon bewegt hat! Ihr wollt Afrika helfen? Dann kommt, und macht Geschäfte mit uns. Ja, vieles von dem stimmt, was man über Afrika sagt. Korruption, Ausbeutung, Entwürdigung. Aber das sind Kinderkrankheiten, und die Afrikaner selbst sind nicht mehr länger bereit, das zu akzeptieren. Sie haben es auch satt, von der ganzen Welt als Objekt ihrer Wohltätigkeit angesehen zu werden. 

Und die afrikanischde Erneuerung kommt von der Besinnung der einfachen Leute, kommt von deren Begreifen, daß es an ihnen liegt. In einem Land wie Nigeria, das mit einem jährlichen Bruttosozialprodukt von unter 500 Dollar zu den ärmsten der Welt gehört hat, hat ein südafrikanischer Telephonkonzern ein Telekom-Netz aufgebaut, das ihm jährlich 600 Millionen Dollar Gewinn einbrachte. Heute gibt es in Nigeria fast 40 Millionen Telephonanschlüsse. Vor 50 Jahren waren es gerade 4000. Mit dem Angebot stieg die Eigeninitiative der Menschen, das Gewünschte auch zu erreichen - ein eigenes Handy. Heute gibt es eine ganze Anzahl von eigenen, nigerianischen Telephongesellschaften. Heute wächst die nigerianische Wirtschaft jährlich um über 6 Prozent. Und dieses Wachstum kommt nicht mehr vom Ölsektor, von dem Nigeria lange aber schlecht verwaltet gelebt hat. Damit ist auch die Inflation auf mittlerweile 11 % gesunken (von 26 % und mehr), und die Währungskurse und damit die Investitionsbedingungen sind stabil. Stabilsiiert sich aber ein Land, strahlt das auf alle seine Nachbarländer aus.

Der beste Weg, Afrika zu helfen ist ihm zu helfen, sich selbst zu helfen. Wenn also ausländische Gesellschaften meinen, in Nigeria mit seinen 140 Mio. Einwohnern Geschäfte zu machen, dann sollen sie kommen. Es gibt jede Menge Nachfrage. Und wenn sie Arbeitsplätze schaffen, wird es dem ganzen Land helfen, sich auf eigene Füße zu stellen.* Nigeria braucht nichts geschenkt.**









*Das erinnert an einen hier bereits vor Jahren gebrachten Bericht, daß Unilever in Südamerika die Slums als völlig überraschenden dynamischen Markt entdeckt hat, der die schwächelnde Westsektion des Konzerns sogar aufgefangen hat. Niemand hatte geglaubt, was für ein Geschäftsvolumen in den angeblich ärmsten Schichten der Bevölkerung stecken konnte. Und zugleich wurde damit die Versorgungssitution in diesen Gebieten dramatisch verbessert und nebenher waren Arbeitsplätze geschaffen. Gebiete, in die zuvor nur (heimische) unlautere Geschäftsleute gingen, die zu Wucherpreisen - weil sich niemand für diese notorisch unterversorgten Gebiete interessierte, die angeblich ja "keine Kaufkraft" hatten - verkaufen konnten.

**Geschenke, Geldzufuhr hat noch nie - buchstäblich: noch nie! - in der Geschichte ein Land aufgebaut, im Gegenteil, immer schwer geschädigt.





*070616*

Mittwoch, 27. Juli 2016

Nicht in drei Monaten, nicht in zwei Wochen, sondern jetzt

Als der VdZ in diesen Tagen in einem Fernzug von Prag nach Wien saß und die Ruhe der Fahrt genoß, stürzte plötzlich eine Dame mittleren Alters durch den Zug und auf ihn zu - warum auf ihn? - um ihn um Hilfe zu bitten. Dort hinten, meinte sie, seien vermutlich Asylanten, die ihr zudringlichst nachstellten, und ihr trotz mehrfachen Ausweichens nicht von der Pelle wichen. Der VdZ war etwas hilflos. Nicht weil er sich vor den Männern fürchtete, sondern weil er nicht wußte, wie nun verhalten wäre. Hätte er sich nach rein zwischenmenschlichem Maß verhalten, nach seinem Rechtsempfinden, wäre er sehr sicher sehr rasch mit Gesetzen in Konflikt gekommen.

Er. Nicht die Asylwerber.  Denn die Gesetze ziehen einer rein zwischenmenschlichen Konfliktregelung längst untauglich enge Grenzen. Die Dame wandte sich zwar instinktiv richtig an den VdZ, aber das entspricht nicht den Gesetzesregelungen. Der Zug war zudem voll, und es gibt ja Schaffner als vermeintliche Institution. Also beschränkte der VdZ sich darauf zu helfen, den Schaffner zu finden. Der dann auch einschritt.

Wie schwach das Rechtsverhältnis der Menschen zueinander mittlerweile ist, hat er VdZ ja bereits vielfach erleben müssen.  Es geht soweit, daß er in vieler Hinsicht eine oft sogar unerträgliche, falsche Differenz zwischen seinem (und anderer) Rechtsempfinden und der oft nur noch auf Formalisierungen reduzierten Gesetzkeslage empfindet.

Und es vergeht mittlerweile kein Tag, an dem nicht von solchen Dingen zu lesen ist. Man erlebt sie längst bereits im Alltag, von Virtualität kann hier nicht gesprochen werden. Auch hier klafft Rechtsempfinden mit Gesetzeslage weit auseinnder, nur auf andere Weise. Und darauf kann es keine andere Antwort geben als: Wer hierher kommt, und noch dazu von unseren (auch des VdZ) Steuergeldern lebt, hat sich zu benehmen, wie es hier üblich und erwartet ist. Ohne jede weiter Diskussion. Nicht in drei Monaten, nicht in zwei Wochen, sondern sofort. Und wenn irgendwelche Gesetze, ob national oder international, dem Wortlaut irgendwie dagegen sprechen, sind diese zu ändern. Nicht in drei Monaten, nicht in zwei Wochen, sondern sofort. Die Änderung von Recht zu fordern ist nur Teilhabern an einer Gemeinschaft möglich, nicht Gästen, hier ist es in jedem Fall umgekehrt.

Und wer dafür verantwortlich ist und dagegen nichts unternehmen kann, hat sofort zurückzutreten und in jene Kohlengrube zurückzusteigen, aus der er offenbar entstammt. Nicht in drei Monaten, nicht in zwei Wochen, sondern sofort. Und wenn noch irgendein Apostel der Nächstenliebe fordert, daß hier Verständnis einzusetzen habe, der muß augenblicklich in diese Züge (und Bäder und Einkaufszentren etc. etc.) verbannt werden, um christliche Nächstenliebe nicht den Opfern, sondern den Tätern beizubringen, auf daß diese wissen, wie sie sich zu benehmen haben. Nicht in drei Monaten, nicht in zwei Wochen, sondern sofort. Es wäre für die allermeisten der Elite sogar das erste mal, daß sie produktiv tätig wären.

Solche Männer (und Frauen; unlängst sah der VdZ einen Bericht über Taschendiebe und deren europaweite Organisiertheit, die eine Frucht absurder Staatspolitik sind) wie in diesem Zug haben hier nichts zu suchen. Im übernächsten Anschlußzug desselben Abends erlebte der VdZ gleich das nächste Ereignis der selben Art, diesmal mit jungen Türken, die junge österreichische Mädchen auf eine äußerst typische Weise bedrängten (die auszuformulieren die Heiligen dieser Tage sehr sicher als "rassistisch" bezeichnen würden, denn die Heiligenschlumperer weil völlig Ahnungslosen (anders kriegt man wohl keine europäischen Ausbildungszertifikate mehr) dieser Tage sind zahlreich) und schon so gut deutsch sprachen, daß man annehmen mußte, daß sie bereits hier geboren waren. Er meinte zu träumen.

Nicht einen Tag länger. Und wenn sie in ihren Herkunftsländern in schwersten Nöten waren. Morgen ist noch zu spät, wo sie aus dem Land expediert und an die Grenze abgeschoben gehören, was immer sie dort dann erwarten möge. Samt Haftung für die enormen kosten, die sie verursacht haben. Ohne jedes kleinste Zögern. Ohne lange Verfahren. Recht gilt nur für eine Rechtsgemeinschaft. Rechtsfähigkeit und -konzession muß also erworben werden, es steht nicht einfach jedem zu. Gäste haben nicht einfach Rechte. Gästen kann man Rechte zugestehen, wenn sie sich daran halten wollen. Nicht mehr.

Der VdZ (und offenbar viele viele andere gleich ihm) ist nicht bereit, ständig Dinge zu akzeptieren oder mit Nachsichten gegen jedes Rechtsgefühl zu bedenken, die geregelt zu wissen Frucht jahrhundertlanger, schwer (!) erkämpfter und errungener allgemeiner Anstrengung ist. Von der Wiege an.

Denn wir wollen nur leben wie jedes Volk, wie jeder Mensch. Ganz normal. Diese Normalität muß ständig bewacht und wiederhergestellt werden. Und der Staat hat diese Wiederherstellung zu stützen, nicht namens irgenwelcher Illusionen und Utopien zu untergraben.

Und normal heißt schon alleine: christlich. Denn es gibt im Alltag genug an Kreuz zu ertragen. Niemand braucht Oberkluge, die sich zu Leitern aufspielen und allen anderen noch mehr Lasten auflegen, die sie selbst nicht zu tragen vermögen, mit denen sie sich selbst aber zu sanktifizieren meinen.





*240716*

Was sich wirklich abspielt

Entwicklung der Ausgaben der Sozialversicherungen in Österreich von 2005 bis 2015. Zum Vergleich; Die jährlichen Einnnahmen des Staates Österreich aus Lohn- und Einkommenssteuern betragen ca. 25 Mrd. Euro.









*090616*

Fakten und Zahlen

Noch einmal Hans Rosling mit interessanten statistischen Einsichten in Zusammenhänge um Armut auf der Welt. Erstaunlich: Die Wohlfahrt entkoppelt sich weltweit von der ökonomischen Entwicklung. Gesundheit und Lebenserwartung entwickeln sich rascher als die Produktivität der Volkswirtschaften. Auch interessant: Während wir Länder als "schlecht" (gewissen Parametern gemäß) klassifizieren sind sie in einem Zustand, der dem unsrigen vor 100 oder 150 Jahren entspricht. Sehen wir unsere Vergangenheit mit diesem Blick? Die Gegenwart? Oder, anders gefragt: Hat uns unsere "katastrophale Unterentwicklung" (die wir weiten Teilen der Welt konzedieren) vor 150 Jahren gehindert, uns zu entwickeln?

Und Rosing weist auch darauf hin: Es besteht kein Grund, etwa Afrika in Grund und Boden zu sehen! Vielmehr hat es der Kontinent in den letzten 50 Jahren geschafft, sich auf einen Standard hochzuwirtschaften, der dem Europas von vor 100 Jahren entspricht! Sie werden noch etwas Zeit brauchen, gewiß, aber sämtliche statistische Entwicklungslinien weisen darauf hin, daß sich Afrika weit dynamischer entwickelt, als wir wahrhaben wollen. Zumal gewisse Entwicklungen (v. a. in der Technologie) sprunghaft vor sich gehen. Noch ist Afrika dabei, seine Grundbedürfnisse zu organisieren. Ist das aber geschehen, ist das etabliert und gefestigt, folgen garantiert die nächsten Sprünge.

Und sie werden das aus eigener Kraft schaffen. Zumal ihre Voraussetzungen weit günstiger sind als sie Europa vor 100 oder 150 Jahren hatte, das sich seine Technologie erst entwickeln mußte. Auf die Afrika bereits zurückgreifen kann. Aber sie müssen es auch aus eigener Kraft schaffen und schaffen wollen. Schon seit vielen Jahren gibt es jede Menge afrikanischer Stimmen (Lesetip dazu: Axelle Kabou; aber auch die afrikanischen Bischöfe schlagen in dieselbe Kerbe) die dasselbe sagen: Afrika ist kein komatöser Dauerpatient, der Geld und Hilfe von außen braucht. Und auch Auswanderung ist keine Lösung, im Gegenteil, sie schwächt die Herkunftsländer, weil nicht die Schwachen, sondern genau die Kräftigen, Gebildeteren auswandern. Die Menschen in Afrika müssen vielmehr begreifen, daß die Art wie sie leben und leben werden - an ihnen liegt. Daß niemand anderer an ihrem Schicksal schuld ist, sondern daß ihr Schicksal (in gewisser Weise, aber als Voraussetzung unumgänglich, so zu denken) in ihrer Hand liegt. Die Mythen von Ausbeutung und Knechtung sind da nur hinderlich, weil sie eine Haltung des Selbstmitleids stärken, die Afrika seit 100 Jahren mit dem Image eines Sozialhilfeempfängers umgeben hat, das gar nicht zutrifft.

Weiteres von vielen Details, die man in eigener Interpretation noch zu sehr erhellenden Einsichten weiterführen kann: Was entwickelt Länder? Es ist zuerst - die Wirtschaft, es ist gewisse Rechtssicherheit. Es sind nicht Menschrechte oder Gesundheit oder Bildung, und es ist sxchon gar nicht "Ökologie". Das sind Ziele. Und Untersuchungen anderer Art belegen, daß sich ab einem gewissen Wohlstand überhaupt erst diese Bedürfnisse erheben. Ab gewissem Wohlstand wendet manseine Interessen auch einer schöneren, kultivierteren Umgebung zu. Aber nicht übersehen werden darf, daß dies deshalb primär ist, weil es zu allen anderen Tätigkeiten beseelt und motiviert. Das wird bei bloßer statistischer Betrachtung alleine nicht deutlich, sie zeigt aus sich heraus keine Wirkzusammenhänge, sondern Koinzidenzen, Zusammenfälle, Korelationen. Das aber sind sehr oft gar keine Ursache-Wirkungszusammenhänge.

Also auch diese oder solche Fakten und Tatsachen brauchen viel Interpretation. Aber Rosling macht deutlich, daß wir uns wieder einmal genauer anschauen sollten, auf welchen Daten und Fakten unsere Überzeugungen, die unser Wollen und Handeln tränken, überhaupt aufruhen. Denn da würde es manche Überraschung geben.

Unsere Sichtweisen der Welt bedürfen nämlich in vielerlei Hinsicht dringender Korrekturen. DAS ist die Lehre aus diesem Video. Nicht, was Hans Rosling im Einzelnen an Schlüssen zieht. Sowie die Ermunterung, mit Mut jeden Tag zu einem gelungenen und schöpferischen Tag machen zu wollen.








*070616*

Dienstag, 26. Juli 2016

Vereinigung der beiden Zypern ist nicht mehr möglich (2)

Teil 2) Die ausufernden Anmerkungen




*Schon der Gebrauch des Wortes, in Anspielung auf die Wiedervereinigung Deutschlands, ist eine Lüge. Zwar haben die muslimischen Türken und die christlichen Griechen vor 1974 in eher vermischten Siedlungsräumen gelebt, ja. Aber es kam dann zu einer ethnisch-religiösen Trennung und Aussiedlung jeweiliger Teile, eben in das heutige Nord- und Südzypern, wobei die Griechen sich durch ihre politisch unmögliche nationalistische Wiedervereinigungsfahne zu Griechenland als die Hauptschuldigen an der Eskalation darstellen, die Militärintervention der Türkei war am Anfang keineswegs unberechtigt, es gab Pogrome, es gab Massaker, es gab Unterdrückung der Griechen an den Türken. Anders aber als in Deutschland waren hier kaum familiäre, eher einfach jahrhundertealte nachbarliche Gemeinschaften gegeben, wie sie sich seit der Eroberung Zyperns durch die Muslime im 15. Jhd. eben herausgebildet hatten. 

Sodaß aber bis 1974 in manchen Gebieten buchstäblich Grieche neben Türke friedlich-verträglich und quasi miteinander gelebt hatten. Hätte die Griechen unter Makarios nicht der Teufel geritten. Wiewohl ... nicht auch das verständlich? Als Notwehr gegen eine erdrückende türkische Nation im Norden, deren Islam, und dem richtig vorhergesehenem Einfluß? Europa könnte heute noch so viel aus dem Fall Zypern lernen, würde es sich endlich von all seinen widerlichen Sentimentalitäten und Wirklichkeitsvernuschelungen trennen.

Daß der Verlust dieser Einträchtigkeit bedauernswert ist ist ai´ßer Frage. Aber diese Gemeinsamkeiten, die in einer weitgehend gleichen Lebensweise gründeten, gibt es heute überhaupt nicht mehr. Darüber täuscht sich höchstens der Creditcard-Tourist, der von Internet-Cafe zu Strand-Cafe hetzt und hier wie dort mit denselben Methoden ausgenommen werden soll und eigentlich nur Strandboulevards und ein bisserl Geschichtsgrusel möchte, solange er ihm das Eis nicht vom Stiel schmilzt. Wer in Nordzypern aber übers Land fährt, wer die ehemaligen griechischen Siedlungen sieht, die heute anatolische Zuzüglinge bewohnen, wird das SOFORT feststellen. Hier hausen Heuschrecken einer ganz anderen Kultur. Eben ... der ortslosen türkischen Stämme.  Mit Grotesken ganz neuer Art. Der Leser dieser Zeilen möge doch einmal in eine türkische Bank gehen, um Geld zu wechseln. Er wird dort ein Gefühl haben wie seinerzeit an den Grenzen BRD-DDR - rechtlos, an der Grenze zu jederzeitiger Inhaftierung weil völliger Vernunftlosigkeit. Warum? Keine Ahnung. Ah ja, dann ist es "Eigenheit". Alles klar. Wenn der Bankbedienstete nicht ein bisserl verständnisvoll ist, weil man doch nur ein paar Euro einwechseln wollte (und er schon genug Youbube-Videos gesehen hat, wo das ganz simpel ist), ist es ein Horrorerlebnis. EU? Freie Wirtschaft? Kultur? Die kann nur auf Vernunft und damit Freiheit beruhen. Nicht auf einem Totalitarsystem.

Zwischen den alteingesessenen Türken wie Griechen gibt es nur marginale wirkliche Mentalitätsunterschiede. Sie haben dort nebeneinander gelebt, ihre Felder bestellt, Wein gekeltert, die Städte mit Läden besiedelt und dieselben Speisen verzehrt. Sehr wohl aber gibt es dramatische Unterschiede zwischen den hunderttausenden Neuzuwanderern, die heute die Mehrheit im Lande stellen, und den Zyperern vor 1974, ob Türken oder Griechen. Sodaß sich sogar die Alttürken (und Altmuslime) unterdrückt fühlen, denn diese (DIESE) Türkei hat sogar eine neue Sprache mitgebracht. Die Alttürken dürfen heute ihre alte, ihre eigene Sprache gar nicht mehr sprechen. Sie sind unterdrückte Minderheit im eigenen Land geworden, das zu retten die Türkei damals vorgab. Ein- und dasselbe Schema also auch hier. Europa, mach doch endlich die Augen auf!

**Gerade die Reaktionen "der Massen" auf den "Putsch" (oder was immer das war; wie weit selbst NATO-Länder bereits in inszenierten Anschlägen, politischen "motiven" etc. etc. gegangen sind, ist mittlerweile ja erwiesen, also keineswegs Inhalt von Verschwörungstheorien. Daniele Ganser hat hier hervorragendes wissenschaftliches Material geliefert. Nur Naivlinge können glauben, daß ein solcher "Putsch" als reine politisch nützliche Inszenierung außerhalb der Denkmöglichkeit läge) - gerade also die Reaktion der türkischen Massen zeigt, wie sehr die Türkei die Bruchlinie zwischen Abendland und Orient repräsentiert. 

Von der schon die antiken Griechen (Aeschylos, "Die Perser"; lesenswert, weil auf den Punkt gebracht; die Türken sind dieselben Orientalen, wie die Perser damals!) meinten, daß sich dort ein zentralistischer, entindividualisierter Persönlichkeitskult als Herrschaftsform gebildet hat, mit Gottgleichheit des Herrschers, ganz im unvereinbaren Gegensatz zum abendländischen Prinzip. Und die Beispiele aus der Geschichte sind buchstäblich zahllos. Wenn auch zuweilen für abendländische Randcharaktere anziehend, bis heute. Schon Friedrich II. der Staufer hat mit diesem orientalischen Herrscherprinzip geliebäugelt. Ein Urstreit im Abendland, übrigens! Die Türkei ist nicht Europa, und das beweist sich so demonstrativ, daß man fast von einem göttlichen Wink sprechen muß. Wer natürlich meint, daß ein All-inclusive-resort in Antalya oder die Verwendung von iPhones samt Twitter-Account Beweis für hohe Kultur sei, wird sich davon nicht beeindrucken lassen.

***Die hoch theatralisch vorgetragene Jammerei der Türken über die "Belastungen" aus den Flüchtlingen aus Syrien sind doch immer schon unerträglich gewesen. "Humanität". Darf man lachen? Denn einer der Hauptdrahtzieher an den Destabilisierungsversuchen in Syrien WAR DIE TÜRKEI. Syrien ist ja seit Jahrzehnten fast so etwas wie ein Intimfeind der Türken, aus verschiedensten Gründen. Es verhindert die Expansion der Türken in diesen Raum hinein. Deshalb hat Erdogan mit al-Sadat Freundschaft vorgeheuchelt, um ihm dann die "Rebellen" vorzusetzen, damit sie ihn aus dem Amt schießen. Niemand freut sich übger die syrischen Flüchtlinge mehr als Erdogan, denn sie bieten ihm sogar weitere Möglichkeiten - als Optionen gegen seine Kurden nämlich. Neben den europäischen Milliarden, und der üblichen Ahnungslosigkeit von Papstvirtualitatitationen samt willenlos höriger Gefolgeschleppe. Die, wie bei Hörigkeit eben naturgemäß, allesamt auf oberste Macht spekulieren. Das trifft sich also alles bestens mit Erdoganismen. 

****Von der geistig ohnehin bereits angekränkelten Seite sind dann jene, die die "Visafreiheit" innerhalb Zyperns als "großzügigen Akt" der Türkei sehen will. Es war doch schon lange nur noch ein reiner Formalakt, wer das erlebt hat, ohne Bedeutung. Und gänzlich absurd wird es, wenn Stimmen laut werden die da meinen, daß doch auch die Türkei den Europäern Visafreiheit gewähre, also sei das doch nur zu logisch, das auch umgekehrt einzuführen. Klatschen da die Spatzen im Chor? Wenn Europäer nicht bald wieder in Scharen ans türkische Mittelmeer fahren, um dort ihre Urlaubskredite in All-inclusive-Resorts zu verjubeln, bricht ein Zehntel (!) der türkischen Wirtschaft (samt Turkish Airlines) insgesamt, regionenweise 90 % der Wirtschaft zusammen! Während wenn der Zustrom von Anatolen nach Europa versiegen würde, endlich, die Sozialsysteme (es gibt Zahlen dazu!) um 10 % (nur in Deutschland!) entlastet würden? Schon mal was von Assoziationsabkommen (auf dem Rücken Deutschlands, als "Reparationen für ewige Schuld" aus anderen Wegen) mit der Türkei aus den 1950ern gehört? Es sind nach wie vor hunderttausende Kinder in der Türkei, die aus deutschen Sozialtöpfen ihre Kishkebaps finanzieren.

Was kommt als nächstes? Der unglaubliche (und zur EU nahezu unübersehbar anempfehlende) Humanakt, daß Turkish Airlines kostenlos wen auch immer nach Antalya karrt, weshalb es nur zu logisch wäre, auch abertausende Türken nach Europa zu fliegen, die in Wahrheit vor Erdogan fliehen müssen und hier ihre Kämpfe untereinander austragen, denn in der Türkei wären sie längst ohne Gerichtsverfahren auf ewig im Gefängnis, hier können sie aber munter drauflos islamisieren? Seit der VdZ 2004 die Massen von Türken durch die Straßen von Wien Favoriten brausen sah, die den Fußballerfolg "ihrer" Nationalmannschaft bejubelten, hat er dazu sowieso seine eigenen Gedanken.





*240716*

Manchmal sind Details doch wichtiger

Es ist ja weiter nicht schlimm, wenn man all diese Details wieder vergißt, sobald man sie gehört hat. Was kümmert es uns wirklich? Aber im täglichen Bombardement mit unsinnigsten Behauptungen, die sich PR-Stuben aller Couleurs so ausdenken, hilft es manchmal, an ein paar Eckdaten erinnert zzu werden. Wie hier, wo in geraffter Form von "Die Anstalt" die US-Politik im Nahen Osten und Nordafrika der letzten Jahre in mancher Fragwürdigkeit dargestellt wird. Jaja, im Groben wissen wir das alles. Aber manchmal, ganz manchmal, sind Details doch wichtiger als das Ganze.









*060616*

Montag, 25. Juli 2016

Vereinigung der beiden Zypern ist nicht mehr möglich (1)

Auch zur Einschätzung der Frage nach einer weiteren EU-Integration unter der Flagge einer "Wiedervereinigung" ist es Zeit für klärende Worte und ein Abstreifen simplifizistisch-naiver Friede-Wonne-Eierkuchen-Virtualitäten. Denn schon der Gebrauch des Wortes "Wiedervereinigung" ist ein Etikettenschwindel. Die Türkei hat in den letzten Jahrzehnten ganz gezielt (dazu brauchte es keinen Erdogan, dazu genügte der in der Türkei sehr starke Rechtsnationalismus, der Erdogan ja so geschickt in die Hände spielt bzw. mit dem er spielt, denn sie finden in der AKP eine Heimat) die dort ansässige ursprüngliche türkische Bevölkerung durch Massenzuwanderung aus Anatolien vollständig überlagert. Die ehemaligen zyprischen Türken GIBT ES GAR NICHT mehr, um die geht es auch gar nicht mehr. Und sie sind den Türken weit mehr egal als den Griechen auf Zypern.

Denn was heute in Nordzypern an Türken lebt ist mehrheitlich gar nicht mehr die ursprüngliche türkische Bevölkerung, deren Islam bekanntermaßen und seit je sehr moderat und deshalb für viele häretisch war. Die Kulturen der früheren muslimischen und griechisch-orthodoxen Bevölkerungsteile Zyperns haben sich kaum unterschieden, beide landesteile haben mehr oder weniger völlig gleich gelebt.

Das hat sich aber mittlerweile geändert. Der VdZ hat mit muslimischen Nordzyperern gesprochen. Sie haben ihm erzählt, daß sie sich weit eher mit den Griechen des Südens als Einheit sehen, als mit den hunderttausenden Türken, die nun den Norden regelrecht übernommen haben. 

Von einer Wiedervereinigung kann man also gar nicht sprechen. Mittlerweile stehen Nord- und Südzypern vor denselben Problemen wie das christliche Europ amit dem Islam generell: Hier stehen sich zwei unterschiedliche Kulturen gegenüber. Und die Traumtänzer, die von einer Wiedervereinigung* schwafeln, gehen simpler Erdogan'scher Propaganda auf den Leim. Der natürlich in dem "so gemäßigten" nordzyprischen Präsidenten, der erst vor ein oder zwei Jahren gewählt wurde und sich mit Bildern der Versöhnung und Kinderhätschelei so gerne hervortut, einen Wolf vorschickt, der Kreide gefressen hat. 

In Wahrheit ist die Frage der "Wiedereinigung Zyperns" samt anschließendem EU-Beitritt nunmehr beider Teile (Südzypern ist ja schon lange EU-Mitglied)der berühmte Fuß, den Erdogan in die EU-Türe stellen will. Die einzigen, aber in die Gesamtstrategei Erdogans wunderbar eingebetteten Gründe, warum die Gesamttürkei den EU-Beitritt möchten kann, sind zum einen handfeste wirtschaftliche Vorteile (denn die vielgerühmte wirtschaftliche Prosperität der Türkei ist ein papierenes Scheinhäuschen;: wie wunderbar wäre da ein EU-Rettungsschirm, der sich auch bis nach Antalya ausbreitet), ist ferner aber in jedem Fall eine Stärkung der außenpolitischen Großmachtsträume der Türkei, denn fortan wären deren außenpolitischen Agenden - mit einem Schlag stünde Europa mitten und direkt im vorderasiatischen Konfliktraum! 

Plötzlich wären alle die arabischen, muslimischen Länder direkte Anrainer der EU, Europa wäre direkt in türkische Außenpolitik - stärkend! - involviert!), und dann ist natürlich die aus dem persönlichen politischen Werdegang und der persönlichen Konstitution Erdogans (der ein ausgebildeter muslimischer Imam ist) motivierte Öffnung Europas für ungebremsten muslimisierenden Einfluß, der ohne jede Frage auf eine Islamisierung Europas hinausläuft. Es ist deshalb überaus auffällig, daß der "Putsch" von voriger Woche trotz dessen Dementi Fetthullah Gülen zugeschoben wird.

Denn in diesen Zielen sind sich Erdogan und Gülen - Konkurrenten! Und immerhin schätzte man (vor dem Putsch) die Unterstützung der Gülen-Bewegung im Volk auf bis zu 10 %. Warum wohl meint der Leser dieser Zeilen, daß Erdogans Vergeltungsmaßnahmen sich auch auf die Schulen beziehen? Weil Gülen gerade diesen Aspekt besonders stark betont und gefördert hat, noch vor Erdogan. Und über ihre Vereine mehr als 1000 Schulen gegründet hat. Man hat die Gülen-Bewegung sogar als "Staat im Staat" bezeichnet. Nun kann Erdogan mit seinem eigentlich intimsten Feind im Kampf um die absolute Macht abrechnen.

Will er nämlich durchziehen, sich in die Geschichtsbücher eintragen, und das will er, dann muß er seine Konkurrenten vor allem dort beseitigen, wo sie (fast oder annähernd) ums selbe Ziel kämpfen. Deshalb der Muslim Gülen als Feindbild, deshalb die Nationalismen wie der Anklang an die "Grauen Wölfe", deshalb die vielen Spagate, die er bereits vollbrachte. Und da vermischen sich für den Europäer oft die Grenzen, da überlagern sich scheinbar nämlich viele "gleiche" Interessen. Erdogan, so könnte man es sagen, arbeitet an der Herausarbeitung dieser Unterscheidungen. Das ist die Voraussetzung: Bis nur noch er überbleibt, weil alles in sich vereint. Persönlich. Ganz persönlich. Anders kann man im Orient doch auch gar nicht Politik machen. Der Europäer möge sich von seinen Vorstellungen schleunigst verabschieden! Bestenfalls im undifferenzierten Papismus finden sich da Parallelen, denn irgendwie kann man sagen: "Der Orient ist überall". Er ist nämlich eben auch eine der menschlichen Grundarchetypen, zu denen sich Grundbewegungen der Welt (bzw. des Verhältnisses zur ihr) formieren können.

Wer heute eine "Wiedervereinigung Zyperns" proklamiert, kann Zypern niemals lieben. Der lügt. Der fordert vielmehr eine Vereinigung zweier mittlerweile kulturell auseinandergedrifteten Länder und Kulturen, mit denselben Problemen wie sie Europa mit dem Islam an sich hat, um die Islamisierung Europas weiter und sogar wegen der Folgen überproportional zu stärken. Eine "Wiedervereinigung" Zyperns ist nicht nur bereits unmöglich, und zwar: durch die Politik der Türkei seit Jahrzehnten, sondern nach den Maßnahmen, mit denen Erdogan durch den "Putsch" (wo eine Handvoll Soldaten mit Schießgewehren, fünf Panzern und zwei Flugzeugen die zweitgrößte Armee der NATO ausschalten und durch Besetzung der Bosporusbrücke in eine Richtung die politische Macht in der Türkei an sich reißen wollte ...) nun endgültig jene Politik durchsetzen kann (weil angeblich "gerechtfertigt", wie ihm aus dem europäischen Kollektivpolitikerfurzchor diensteifrig und inkompetent die Segel bläht) und wird. 

Jene Politik, die er nachweislich immer schon verfolgt hat: Im Umbau seines Landes weg vom Laizismus Atatürks zum islamischen Staat Türkei, in der Reinstallierung von Sultanat und Kalifat, in der Vorherrschaft im gesamten islamischen Raum. Und davon hat der Bub aus dem verrufensten Istambuler Stadtviertel schon vor fünfzig Jahren geträumt. Dazu ist ihm ein "geeintes" (und dabei im Inneren erst recht gespaltenes) Zypern nur Köder, den Europa möglichst bald endgültig verschlucken soll.

Unter den derzeitigen Auspizien aber kann man eine Vereinigung dieser beiden Teile Zyperns nur dringend ablehnen, ja, man wird es für alle Zukunft ablehnen müssen. Und daran hat nun die Türkei Schuld.**




Teil 2) Die ausufernden Anmerkungen






*240716*

Es gibt noch viel zu tun

Die Heftigkeit der Tagesereignisse, die einen um Klarheit bemühten Beobachter angesichts aufgischtender Tagesaktualitäten kaum Zeit und Muße läßt, über die eigentliche Meeresströmungen nachzudenken, darf nicht vergessen machen, daß all diese oberflächlichken Kämpfe um politische Entscheidungen bei weitem nicht genügen. 

Augenfälligstes Beispiel: Wenn ein Europa im Namen der Verteidigung der christlichen Wurzeln und Werte von Zuwandereren verlangt, sie müßten die Werte- und Verhaltensstruktur Europas akzeptieren, ja annehmen. Denn kein europäischer Christ kann jemals Verfallserscheinungen wie Genderismus, "Ehen" von Homosexuellen oder Gleichberechtigung der Geschlechter akzeptieren. Sie sind weder Ausblühungen europäisch-humanistischen Geistes, noch sind sie anthropologisch wertvolle Haltungen. Ein Christ kann auch nciht damit leben, daß es hierzulande nahezu Verhaltenszwang ist (denn das ist es längst geworden), Sexualität von Ehe zu trennen und in einem Atemzug mit Verhütung und Abtreibung zu sehen.  

Ein europäischer Christ - und nur der ist Abendländer - kann sich auch niemals auf demograpische Gründe berufen, als wäre Ehe und Familie auf Nutzenüberlegungen gegründet. Und er kann niemals Säkularisierung (die berühmte Trennung von Staat und Religion) als europäischen Wert sehen, denn nicht nur ist das völliger Unsinn (es gibt überhaupt keinen säkularen Menschen, da fängt es schon einmal an; das ist eine der zahlreichen Illusionen der Aufklärung, dieser Ideologie der Selbstverblendung). Niemals auch - selbst das war schon zu hören - kann der Europäer als kennzeichnend ansehen, daß Kritik am Evolutionismus - also vulgo: "Schöpfungsglaube" - maßgebend für Europa wäre. Niemals kann er als abendländischen Wert ansehen, denn es ist ein Unwert, eine Erkennbarkeit der Welt aus (reduktivem) Mathematismus abzuleiten bzw. darauf einzufrieren, als wäre das Wissenschaft.

Wer sich auf solche Funktionalvergleiche einläßt wird in jedem Fall verlieren, ja, er hat bereits verloren. Denn ajuf dieser Ebene des Pragmatismus wird sich "überraschend" die islamische Welt als haushoch überlegen erweisen. Da muß man kein Prophet sein. Das zeigt sich im Alltag, im Tun, im wirklichen Geschehen: Der Islam schreitet in einem wahren Höllentempo voran! Und gerade diese Funktionalisten öffnen ihm Tür und Tor.+

Die Gegenwehr Europas gegen die Massenzuwanderung (vulgo: Invasion) vorwiegend aus muslimischen Kulturkreisen ist bis heute noch nicht über den Moment des bloßen Reflexes hinausgekommen. Das hat seine Berechtigung, reicht aber bei weitem nicht, es bringt nur etwas Zeitgewinn. 

Den man aber nützen müßte, um diese wirklichen Fragen anzufasssen. Die es nämlich waren, die Europa in einen Zustand geführt haben, in dem es heute wie ein toller Korken auf den Wellen der Weltmeere dahintorkelt und mit heftigsten Armbewegungen um sich schlägt, um dort Halt zu finden, wo es gar keinen gibt.

Das muß getan werden. Das steht an. Es steht an aufzuhören, das, was Europa zum wandelnden Leichnam zu machen im Begriff ist, zur Abwehrlinie seiner Selbstrettung hochzustilisieren! Frei nach dem Motto: Europäer ist der, der sich kaputt macht und bereit ist zu verblöden. Wer nicht kaputt und blöd genug ist, kann kein Europäer sein. In der Hoffnung, daß das abschreckend genug wirkt, um Zeit zu gewinnen, den Rest an geistiger Substanz, den Europa noch hat, auch noch zu verspielen. Derzeit will Europa nämlich offenbar nur eines: Jene, die dumm genug sind diesen Kadavergeruch anzunehmen, nach Europa zu holen. 

Und - allen Ernstes - davon verspricht man sich auch noch Innovation und Erneuerung! Darauf, und genau darauf richten sich sogar die metapolitischen Bemühungen, etwa durch Schaffung noch größerer, noch mechanistischerer Wirtschaftsräume, wie dem TTIP. Denn solch ein Wirtschaftsraum braucht tatsächlich entmenschte Menschen. Europäer, Abendländer, Katholiken, Christen braucht man dann nicht mehr, im Gegenteil, die sind Störfaktoren. Rechtsradikal.

Soll man da lachen oder weinen?

Es ist also viel zu tun. Die Abwehr dieser gegenwärtigen Invasionen - so notwendig sie wären! - hat Europa noch lange nicht gesunden lassen oder gar zu sich selbst geführt. Und die Kirchen - prinzipiell einzige Gewähr einer Verankerung im Menschsein selbst - haben die Menschen nicht nur im Stich gelassen, sondern versuchen den Zug des Niedergangs noch weiter zu beschleunigen. Indem sie sogar schon, wie es jüngst jemand sehr treffend formulierte, eine neue Drohbotschaft installieren: Wer nicht für Selbstzerstörung und Vernunftlosigkeit ist, wer nicht bedingungslos (sic!) und vor allem widerspruchslos den kirchlichen Verhaltensbefehlen gehorcht - anathema sit! Der sei ausgeschlossen! Frü den gibt es keine Barmherzigkeit, für den dem Klerus Ungehorsamen gibt es ncith einmal ein Recht auf Gehör. Der verdient auch keinen Dialog. (Was natürlich nur für diesen Fall gilt; für alle die vielen vielen Fälle des Ungehorsams gegenüber der Schöpfungsontologie gilt ja geradezu das Gegenteil, diese können und sollen sogar mitbestimmen. Vermutlich hängen beide Dinge eng zusammen: Gehorsam verlangen nun die, die selbst nie gehorsam waren.)


Die Abwehr alleine aber wird Europa nicht zu sich selbst führen. Lassen wir uns nur nicht täuschen. Momentan wissen wir nämlich nicht einmal, WARUM wir eine (muslimische) Invasion abwehren sollten. Und wer die Frage nach dem Warum ignoriert, wird es eines Tages bitter büßen. Diese wirklichen Diskussionen aber werden nach wie vor nicht geführt. Nirgendwo.

Ja, sie werden abgewürgt, gerade vom Establishment, den Eliten. Wenn es heißt, daß das erste Opfer des Krieges die Wahrheit ist, dann weiß man, daß sie sich im Krieg wähnen. Wer aber die Vernunft bekämpft, bekämpft sich irreparabel selbst. Es ist also das Establishment, das alles in den Abgrund zieht. Die - rechte; heute ist notwendig jede Opposition rechts, man kann also vor linkem Populismus nur warnen: er wird den Niedergang nur totaler machen, nicht aber aufhalten - Opposition muß sich zwar auch erst finden, aber sie versucht es wenigstens. Denn sie ahnt immerhin, daß die tagesaktuellen Probleme nicht von heute auf morgen kamen, sondern eine lange lange Geschichte haben.




*040616*

Deutschland - souverän?

Es nimmt einem schon den Atem sich zu gewärtigen, in welcher Situation wir lange schon leben. Soll man noch dankkbar sein, daß es überhaupt erwähnt werden darf? "Die Interessen der ehemaligen Allierten sind im deutschen Recht verankert." Fremdinteressen sind somit gültiges "deutsches Recht".










*060616*