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Freitag, 30. September 2016

Es wird Zeit für offene Rebellion

Auf den ersten Blick mag es nach wohltuender Läuterung klingen, wenn die Grünen nun in Nordrhein-Westfalen beginnen zu fordern, daß die "Kirchenfinanzierung aus Steuermitteln" enden solle. Auf den zweiten Blick freilich legt die Reaktion der Bischöfe offen, daß die Grünen in diabolischem Instinkt ganz exakt die Kirche weiter dort treffen, wo sie ihr Rückenmark hat - während die Bischöfe genau das nicht antasten, was die Kirche aushöhlt bis zum stinkenden Leichnam - der Kirchensteuer. 

Denn die Kirchensteuer, natürlich, was erwartet man von Beamtenkretins mehr, die soll nicht angetastet werden, da sind sich alle einig. Uff, stöhnen die klerikalen Schmerbäuche und biogeschlankten Neo-Heiligen erleichtert auf. 

Dafür geht es hier um jene Gelder, die der Kirche aus verschiedenen Titeln zustehen, zum Großteil dabei als Entschädigungszahlungen aus früheren Enteignungen. Geld, das also gar kein Steuergeld ist, weil dem Staat daraus laufend kräftige Einnahmen erwachsen. 500 Millionen jährlich aus einem Vermögen, das der Staat im wahrsten Sinn gestohlen hat, und bei dem er sich über Zuwendungen nun großmütig zeigt. 

Muß man hinzufügen, daß die Bischöfe dazu eifrig nicken, wie man liest? Muß man hinzufügen, daß sie selbst Bereitschaft darüber zu verhandeln angekündigt habe, und zwar schon lange vor den Grünen?

Daß die Kirche, dieser Klerus jenes Geld und Vermögen als unnötig empfindet, das der Kirche als Existenzgrundlage - durch eigene Bewirtschaftung in erster Linie! - zustand und zusteht. Besitz der sie überhaupt erst verortet, weil sie wie jede Religion (in diesem Punkt reiht sie sich gewissermaßen in die Funktionalität einer Kultur überhaupt ein bzw. kann so gesehen werden) diese Kultur aufgebaut hat und dafür historisch durch  Schenkungen von Erwerbsmitteln auch in die Lage versetzt wurde. 

Genau DIESES, dieses aus Eigen- und Fremdverantwortung ZU ERARBEITENDE Geld lehnt die heutige Bischofsriege ab, als wäre es ohnehin unanständig. Und erwähnt im selben Atemzug, daß sie auch kein Problem habe, konfessionsgebundene Institutionen - Schulen, Kindergärten etc. - "für die Religionspluralität zu öffnen", ja, das ohnehin längst eingeleitet habe. Lehnt auch hier genau das ab, was kulturaufbauend wirkt, und wo sie noch immer kulturaufbauend wirken KÖNNTE - nein: MÜSZTE. Spuckt auf das, was jenes Abendland geschaffen hat, von dem all diese (ach, Ende der Fahnenstange der Verachtungsinjurien ...) bis heute leben (wobei: ohnehin nur noch vegetieren.)

DAFÜR ist der bischöfliche Klerus froh und dankbar, daß genau das, was sie und jeden, ausnahmslos jeden Bischof und Kleriker und Kirchenangestellten seit Einführung erwürgt - die Kirchensteuer, ein wahres Unrechtsgeld, das sogar dogmatisch schwerste Kalamitäten, pastoral schwerste Unglaubwürdigkeiten bewirkt - nicht angerührt wird. 

Genau das Gegenteil müßte aber passieren: Die Kirche als Institution sollte freiwillig auf die Kirchensteuer verzichten, dafür aber jene Pfründe und Erwerbsmöglichkeiten reaktivieren und zurückfordern, aus denen sie leben darf, soll und muß. Den Rest müssen freiwillige Spenden leisten, so wie es im Großteil der Weltkirche ohnehin üblich ist.** 

Im gegenwärtigen Kulturkampf, um den jeder normale, vernünftige Bürger aus hautnaher Erfahrung längst weiß, um den nur die Kirche nicht wei (im Gegenteil, den sie als Akt der Selbstzerstörung sogar initiiert), müßte sie mit Vehemenz und Stärke, die sie noch formell hätte, weil noch keiner realisiert hat, wie schwach sie bereits von innen heraus ist, sämtliche Bildungsinstitutionen an sich straffen und konsequent weiterführen. Im übrigen entspräche das sogar einem ziemlich schnöde- lukrativen, marktwirtschaftlichen Bedürfnis, denn in den Bildungswüsten der Gegenwart, zu denen die öffentlichen Schulen schon geworden sind, stehen Privat- und vor allem Kirchliche Schulen sehr hoch im Kurs.***

Da ist niemandem mehr zu helfen. Vernunft ist von der Kirche hierzulande nicht mehr zu erwarten. Wenn der Boden übersauert ist hilft aber oft nur noch, mit dem Caterpillar drüberzufahren, den obersten Meter abzuheben und auf die Deponie zu verbringen. Und den ganzen offiziellen Klerus dem Papst vor die Peterstore zu kippen mit dem Hinweis, er solle sie mit sich in die Pampa nehmen.

Es wird Zeit für offene Rebellion. Denn hier geht es um jene Substanz, die überzeitlich, überhistorisch die Kirche am Leben halten könnte, auch dann, wenn diese Führungskamarilla eines Tages an ihrer Unfähigkeit gescheitert ist. Indem die Kirche auf das verzichtet, was tatsächlich und unbestritten ihr zugehörte, und sich dem in sich faulen Kirchensteuersystem sogar noch weiter ausliefert - was zu einer noch stärkeren Hörigkeit gegenüber der Politik führen wird, obwohl das kaum noch geht - zerstört sie die Basis für eine Zukunft, die auch ohne die Heuschädelei der Gegenwart noch möglich sein würde. 

Wenn der Teufel zuschlagen will, tut er es gründlich. Die Einfallstore stehen ja weit offen.




*In Österreich, zum Vergleich, gehören aus Kirchen- und (zum weit geringeren Teil) Adelsenteignung alleine an Waldflächen rund 8.000 km2, das sind 15 % aller Waldflächen, das entspricht der halben Fläche von Oberösterreich, dem Staat.

**Das geht doch bitte bis hin zum Kirchenbau! Ist es notwendig, daß die Kirche in fast gelangweilt-antisakralem Impetus Betonschachteln aus eigenen Mitteln in die Gegend KOTZT? Kirchen sind im allersten, innersten Kulturauftrag des Staates, der öffentlichen Machthaber, und wenn die zu blöd sind das zu begreifen (wobei das jetzt im Zusammenhang mit der Islamisierung sogar für den Deppen vom Dorf schon greifbar wird), kann man ihnen nicht helfen, dann sollen die Leut andere Machthaber wählen. Aber es ist heilige Pflicht und Aufgabe einer Stadt, wenn sie ein Neubaugebiet errichtet, darin auch eine Kirche zu errichten. Sonst gehört sie ungespitzt in die Hölle getreten, ehe sie noch mit Pensionsforderungen die von ihnen selbst ruinierte Kultur aussaugen wie Frankenstein bei Vollmond.

***Im Gegenteil passiert es oft, wie aus amerikanischen einschlägigen Medien zu erfahren ist, daß auch katholische Hochschulen in den USA - nur von dort weiß es der VDZ, aus eigener Erfahrung in Österreich kann er nur Gegenteiliges berichten: hier laufen die Uhren teilweise NOCH anders, das sollte man aber auch einmal erwähnt haben - keinerlei Studentenauswahl treffen, Hauptsache der kann die enormen Gebühren zahlen, und zum anderen brutal keinerlei sozialen Impuls kennen, der Begabten aber Bedürftigen die exorbitanten Schulgelder auch einmal erläßt. Europäer können es sich ja nicht vorstellen, aber amerikanische Universitätsabgänger zahlen in der Regel nach Studienende bis an ihr Lebensende an den Krediten, die während des Studiums angelaufen sind. Das bewirkt natürlich eine völlig andere Geisteshaltung auch bei fertigen "Akademikern". Die zu Systemdienern um jeden Preis werden, sonst können sie gar nicht überleben. 

In DIESEM Punkt kann man österreichischen katholischen Schulen nicht nur nichts vorwerfen, sondern hier hat der VDZ selbst nur Gutes zu berichten weil konkret erfahren. 

Das ändert aber nichts an der Grundaussage. Die Mentalität der Kostenlosigkeit, die bei österreichischen kirchlichen Institutionen oft zu beobachten ist, könnte auch ganz andere, schreckliche Ursachen haben, ja: hat sie tatsächlich oft ... diese Herrschaften haben nämlich oft überhaupt keinen Bezug zum Geld, haben - BEAMTE! - noch nie in ihrem Leben erfahren, wo Geld überhaupt herkommt. DESHALB ist es ihnen egal. Überwunden haben sie es damit aber keineswegs, im GEGENTEIL, sie haben es sich wie Kinder, die die Augen schließen um zu verschwinden, weggedacht. Und haben nur noch - klischeehafte, mein Gott! - Vorstellungen, wie es entsteht.





*220816*

Wenn nicht das Meer steigt, sondern das Land absinkt

Untersuchungen haben nun die Hinweise darauf verdichtet, daß Zivilisationsprozesse besonders an dichtbesiedelten Küstenabschnitten die Landoberfläche dieser Gebiete rascher ABSENKEN als man bisher dachte. Immerhin wohnen derzeit schon 500 Millionen Menschen direkt an Meeresküsten, die Zahl hat in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen. 

Die Gründe sind vielfältig. Da sind einmal pure Verdichtungsprozesse, die bis in hunderte Meter Tiefe wirken können, je nach Schichtenaufbau des Untergrunds. Dann sind da Ausspülungsprozesse des Meeres, die sich nun auf das Meer selbst beschränken, weil sie ins Landesinnere nicht wirken, also den Meeresboden in Künstennähe auswaschen. Samt der Ablagerung von Sedimenten, die unterbunden ist, sobald das Meer nicht mehr weiter ins Landesinnere spült, hat sich das ganze Verhalten von Meer wie Land an den Küsten verändert.

Dann sind da Prozesse die dadurch Absenkung bewirken, daß aus der Erde intensiv Flüssigkeit entnommen wird. Sei es durch Erdölförderung, sei es durch die Entnahme von Wasser für die Landwirtschaft oder zum direkten menschlichen Verbrauch. Dann sind da durch Verbauungen verhinderte Überschwemmungsprozesse, die das Grundwasser absinken lassen. 

Daß es solche Prozesse gibt, die sogar dramatisch ausgehen können, zeigt das chinesische Huangho-Delta, wo sich das Land durch die intensivierte Landwirtschaft und Landbebauung um mittlerweile schon 250 mm jährlich (!) absenkt. Auch im Gangesdelta in Bangladesh werden jährlich bereits 18 mm Absenkung (nicht: Meeresspiegelerhöhung!) durch Tiefensonden in verschiedene Erdschichten und der Bewegungen dieser zueinander gemessen. Man geht dort davon aus, daß sich seit 1960 ein Höhenverlust von 1-1,5 Meter eingestellt hat. Umgekehrt hat sich in Venedig der Absenkprozeß verlangsamt, als man 1970 aufhörte, Grundwasser abzupumpen. Er hat sich lokal wieder beschleunigt, seit man beginnt, Tiefensanierungen an den Fundamenten durchzuführen und erste Bauarbeiten für die geplante Meeressperre durchzuführen.

Dann sind da Absenkungen, die auf tektonische Bewegungen zurückzuführen sind. Und dazu kommen langfristige magnetische Prozesse in der Erde, die bei Belastungen auftreten, und die man kennt. Erde, die gepreßt wird, tendiert zur Ausdehnung, also zur Hebung. Das war bei der Bedeckung mit Gletschern in der Eiszeit der Fall. Seit damals fällt dieses Eis weg - die Erde senkt sich also lange schon wieder. Und dann sind da noch kaum verstandene thermische Prozesse in der Erdkruste, die gleichfalls zu Hebungen und eben Senkungen führen. Sie sind auf jeden Fall und nachweislich etwa bei New Orleans oder Venedig relevant.

Insgesamt gibt es also eine Fülle von Faktoren, die wirksam werden können, von denen man machen noch nicht versteht, andere wiederum aber gut kennt. Es sind jeweils nur ein paar Millimeter, die daraus resultiern. Aber sie summieren sich, und müßten in der Betrachtung der Meeresspiegelerhöhung auf jeden Fall berücksichtigt werden, weil Absenkungsprozesse der Küsten selbst diese gar übertreffen könnten.





*160816*

Donnerstag, 29. September 2016

"Wir klagen Papst Franziskus an" (5b)



Mit Brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an

Eine vereinte Stellungnahme der Zeitschriften "The Remnant" und der "Catholic Family News" von deren Herausgebern und Chefredakteuren Michael J. Matt, Christopher Ferrara und John Vennariim ins Deutsche übertragenen Wortlaut
Teil 5) Appendix



Teil 5b) Eigene Anmerkungen



Weiterführende eigene Anmerkungen des Überträgers ins Deutsche und VdZ, die nicht Teil des originalen amerikanischen Textes sind und mit "*" gekennzeichnet waren


Anmerkungen aus Teil 1)

*Eigentlich müßte der VdZ diese Anklage gleich mit einem Widerspruch zu kommentieren beginnen. Denn der Papst IST zuerst und vor allem Bischof von Rom. Und sonst ... nichts. Das hat nicht das geringste mit seinem Aufgehen in Synodalität oder Kollegialität zu tun! Aber ALS Bischof von Rom, und nur als dieser, hat er jene Vorrechtsstellung, die "den Papst" ausmacht, der ja kein eigenes Sakrament ist! Hätte sich nicht bei Franziskus sofort damit der erste Widerspruch zwischen seinem flohartigen Worten und seinen Taten ergeben, wäre der VdZ nicht sofort nach seiner Wahl hellhörig geworden. 

Aber darin liegt z. B. die Bedeutung von Rom als Papstsitz. Wir werden darüber noch berichten, denn hier zeigt sich die späte und allmählich herangereifte Frucht einer fatalen Fehlentwicklung seit spätestens dem 11. Jhd., der "ersten Renaissance", seit dem Investiturstreit. Ab da hat sich eine sopranaturalistische "Kirche" zu entwickeln begonnen, als Verdinglichung einer geistigen Wirklichkeit. Es gibt keine reale Kirche außerhalb der Gemeinden, Dekanate, Diözesen! Und jeder Bischof ist der Nachfolger der Apostel. Mehr gibt es nicht an Weihegewalt, nur der Bischof von Rom hat noch Generalschlüssel als Bevorzugter - WEIL er Bischof von Rom ist.

Aber ab da hat sich ein Papsttum als eigene Gestalt zu entwickeln begonnen, die über dem Bischof von Rom zu schweben begann, und unglüliche Entwicklungen - nicht zuletzt um die Proklamation des Dogmas der Unfehlbarkeit (nicht wegen des Umstands, den keiner bezweifelt, sondern wegen der Proklamation selbst, die ein Ding mit eigener Wirkungsweite ist) - in die Wege geleitet hat, die sich in einer (längst vor-franziskeischen) Papolatrie äußern, die Franziskus ZU RECHT angreifen würde. Würde er nicht das genaue Gegenteil davon machen. Denn noch nie, wirklich noch nie war die Kirche so zentralistisch wie heute. Wo sämtliche Zwischenebenen ausgeholzt werden, sodaß nur noch Papst und Gläubige übrigbleiben. Wir werden an dieser Stelle noch darüber handeln.

**Siehe dazu die sehr klaren Gedanken des österreichischen Philosophen Josef Seifert, die den häretischen Charakter einiger Passagen aus Amoris Laetitia deutlich machen. Der Philosoph forderte deshalb Papst Franziskus auf, öffentlich manche Aussagen zu widerrufen und das Schreiben zu korrigieren. Es sei nicht das erste mal in der Kirchengeschichte, daß dies geschähe, und es sei erst recht nicht das erste mal, daß Laien (auch Seifert ist Laie) den Papst korrigierten.

Anmerkungen aus Teil 2)

*Diesem Punkt gegenüber muß der VdZ seinen Vorbebhalt anmelden. Nicht im strukturellen Impuls, als in der inhaltlichen Konkretion "des Islam". Bei dem die Kläger von einer inneren und v. a. geschichtlichen Verfaßtheit des Islam ausgehen, das so sehr sicher nicht stimmt. Die Klage selbst aber kommt wieder beim "richtigen Ärmel" heraus.

**In einer sehr hohen subjektiven Gewißheit, bestätigt durch die hohe Erhellungskraft, die diese These hat, sieht der VdZ den Papst als über die Ahnenreihe verlängerte und äußerst typische Reaktion von "Auswanderern". Die eine höhere Kultur verlassen mußten, also Verlierer sind, um es in einer anderen Welt wenigstens in Wohlstandswerten besser zu haben. Aber eine furchtbare Enttäuschung erleben: Diese Werte sind nur peripher. Nicht nur ist das gelobte Land alles andere als ein Honiglecken (die Bergoglios haben Ende der 1920er Jahre sogar wieder alles verloren, wovon vor allem der heutige Papst betroffen war), befindet es sich auch kulturell um drei Stufen unter dem Herkunftsland. Dem sie nun also nicht als Sieger begegnen, sondern nach wie vor unterlegen sind, das ihnen also auf doppelte Weise die Anerkennung verweigert, denn die neuen Werte zählen in der alten Welt nur wenig. Daraus schöpft der jetzige Jorge Bergoglio, Papst Franziskus, den ihn in allem kennzeichnenden Haß der Revolutionäre. Von dort stammt eine tiefe Affinität zu allem Protestantischen, das er ständig nach "oben" zieht, als dem Katholischen gleichwertig darzustellen versucht. 

Daraus aber kommt noch mehr ein eigentlich bösartiger, wahrscheinlich aber mehr der Zuchtlosigkeit entstammender Zerstörungsimpuls, was Europa bzw. das Abendland als Kulturraum betrifft, den zu bekräftigen er jederzeit sein Amt mißbraucht. Die unter dem Siegel päpstlicher Morallehre immer wieder verkündete Lehre, daß Europa seine Grenzen zu öffnen und jeden aufzunehmen hätte, vor allem aber seine Aufwertung des Islam, der Europas Kultur - nicht Argentinien - existentiell und höchst effizient bedroht, sind nur unter einem abgrundtiefen (verborgenen) Haß auf das Abendland als Kultur verstehbar. Sodaß der Papst vermutlich alles und jeden stärken würde, der es untergräbt, den Islam in seinem grundsätzlichen Anti-Europäischen Impuls aber ganz besonders. Neben siner ständigen Aufwertung des (zutiefst revolutionären) Protestantismus in Deutschland.

Diese seiner Persönlichkeitsstruktur zuzuschreibenden Eigenschaften finden sich auch in allen seinen "Ansichten", der Struktur seiner Philosophie (so widersprüchlich die auch ist) ganz deutlich wieder. Sein (hegelianischer) Aktualismus, seine "Situationsethik", die Entwertung des logos zugunsten des Faktischen ("Pastoral vor Dogma"), seine ständigen und sogar (bezeugt) unflätigen Ausfälle gegen traditionelle, glaubenstreue Katholiken, sein Streben Europa überall seinen Kopf zu nehmen (im Amt, in der Politik durch INternationalisierung, dem vordergründigsten Ziel auch des Klimawandelgeschichterl), die Anklage an die festgefügte Welt generell ... die Beispiele, die alle dasselbe erzählen, ließen sich fast beliebig fortsetzen.  

Oder haben Sie, geneigter Leser, den Papst schon einmal von der Gröpße und Wucht und Überlegenheit der abendländischen Kultur - die immer noch besteht! - sprechen hören? Lob erhalten nur die revolutionären Strebungen. Sogar seine Weigerung, die traditionellen päpstlichen Gemächer zu bewohnen kann (oder muß sogar) als Haß auf die abendländische Kultur ausgelegt werden.

Das reicht bis hin zu seinem Lieblingsbuch, wie er immer wieder erzählte, Manzonis "Die Verlobten". Das neben seinen durchaus positiven Seiten vor allem aber eine fundamentale soziale und psychologische Kritik an allem und jedem in diesem Kultureuropa hat und ein revolutionäres Buch ist. (Ja, Manzoni galt selbst in seinen jungen Jahren als "Versager". Das brachte allen seinen Büchern einen entsprechenden "der überkommenen Kultur ihr Unrecht beweisenden" Grundzug des Umstürzlerischen. Entsprechen seine Stellung im entstehenden Italien.) Damit und unter diesem Blickwinkel wie eine Rechtfertigung des Fortgehens seiner Vorfahren und eine fortgeführte Anklage gegen die Kultur, die das "erzwungen" hat, wirkt. Angeblich habe er es immer auf seinem Nachttisch liegen.

Nun ist er zurückgekommen. Und kann sich an dem rächen, was sein (Familien-/Herkunfts-)Haus "hochmütig" ausgestoßen hat.

***Der VdZ ´gibt zu, daß er diesen Anklagepunkt nur zu einem gewissen Teil sachlich gerechtfertigt findet. Denn an sich hat sich an den Kriterien und Gründen einer Annullierung nichts geändert. Die Möglichkeit für ein beschleunigtes Verfahren, dessen Urteil zukünftig nur in den Händen eines Diözesanbischofs liegt und nur dann zulässig ist, wenn beide Parteien ("Ehepartner") im Konsens über diese Annullierungsgründe stehen, nimmt Bezug auf die Tatsache, daß ein langandauerndes Annullierungsverfahren für beide Seiten ein großes Problem darstellen kann. Denn immerhin werden beide auch älter, während die Möglichkeit sich ordentlich zu verheiraten ausgeschlossen bleibt. Während dieser Zeit müssen beide aber alleine leben, und daß dies von Bedeutugn ist zeigt schon die Tatsache, daß sie überhaupt um Annullierung einkommen. Ungläubige, dem Glauben gleichgültig Gegenüberstehende werden das kaum tun. 

Das Argument, daß mit einem abgekürzten Verfahren die "sachliche Kompetenz" untergraben würde, die mit dem nach wie vor gültigen zwei- oder gar dreistufigen Verfahren verbunden sein soll, kann der VdZ aus eigener Erfahrung NICHT als absoluten Maßstab teilen. Er hat das genaue Gegenteil erlebt, in einem Verfahren, das 13 Jahre dauerte. In dieser Zeit war der VdZ zum alten Mann geworden und in seiner ganzen persönlichkeitstruktur zum notgedrungen "alleine Lebenden" geworden. Das Urteil hat also seine Zukunft massiv mitgestaltet - alleien durch seine Dauer, und einem letztlich ungerechten weil fachlich offensichtlich falschen Urteil, gegen das keine Berufung mehr möglich war. Als Vierzigjähriger kann man noch gut ein "neues Leben" und eine (diesmal: echte) Familiengründung ins Auge fassen. Als Dreiundfünfzigjähriger aber (ein Alter, das auch körperlich einen Umbruch darstellt) sieht die Sache schon anders aus.

Auch wenn im langen Verfahren mehrere Richter und Sach- wie Rechtskundige beteiligt sind, kommen hier neue und durchaus sehr persönliche Dynamiken ins Spiel, die im Grunde die erste Instanz (die im Schnellverfahren nunmehr die einzige bleibt) ohnehin zum Entscheider macht. Umgekehrt kann ein Diözesanbischof, der nach der sach- und rechtskundigen Aufbereitung des Falls (das bleibt auch immer unverändert) aus seiner eigenen pastoralen Erfahrung und Menschenkenntnis und außerdem in seiner Position als direkt Verantwortlicher für das Seelenheil seiner Diözesanmitglieder ein durchaus richtigeres Urteil fällen, als es bloße Rechtsrabulistik unter Umständen bewirken würde.

Freilich, ganz von der Hand zu wischen ist aber der Klagspunkt deshalb nicht, weil erstens auch die längere Zeitdauer manchmal wichtig sein kann um Sinn zu erschließen und die streitenden Parteien (zu denen die Ehepartner in diesem Fall werden) zu gewisser Reife führen. 

Und weil zweitens der EINDRUCK entstehen kann (und medial unterköchelt sicher oft entstehen wird), daß es sich hier tatsächlich um eine "kirchliche Scheidung" handelt, wo doch schon bisher die wenigsten Menschen überhaupt verstanden haben oder wissen, was eine Annullierung überhaupt ist (nämlich keine Scheidung, sondern eine Prüfung der Gültigkeit des Eheschlusses). Nimmt man außerdem ins Kalkül, daß so mancher Bischof die neue Praxis eines Schnellverfahrens tatsächlich im Sinne der vorgebrachten Einwände betrachtet - also als Angleichung an die protestantische oder orthodoxe Praxis - dann kann sich darüber eine Allgemeinpraxis herausbilden, die der inkriminierten "katholischen Scheidung" (die es niemals geben kann, das sieht natürlich auch der VdZ so, sie würde dem Wesen der Ehe als Weltengrund widersprechen, wäre also ontologisch Makulatur, praktisch ein Desaster des Heils) schon recht nahe kommt.

Daß das- eine "katholische Scheidung aus falsch verstandener pastoraler Barmherzigkeit" - möglicherweise sogar die Intention von Papst Franziskus war muß man leider fast aus dem im Anklagetext Vorgebrachten schließen. Sodaß in gewisser Hinsicht - s.o. - dieser Klagspunkt doch wieder seine Berechtigung hat.

****Auch hierüber - und zwar speziell in Zusammenhang mit der angeblich möglichen subjektiven Gewißheit bei Ehen - wurde in diesem Blog bereits eingehend gehandelt. Das Gewissen eines Menschen ist in seiner Natur die Orientierung an außerhalb liegende, objektivierte bzw. objektive Gesetze. So empfängt der Gläubige ja seinen Glauben, also das, woran er glaubt sowie die Gnade dazu, von der Kirche. Nun kann ein Getaufter natürlich nicht das, was ihm überhaupt die Basis seines Gewissens (als Bezugspunkt der Gewißheit) gegeben hat, mit "subjektiver Gewißheit" diese Autorität, die ja die Basis seines Gewissens überhaupt IST, wieder ablehnen. Das wäre nicht einmal beim Glaubensabfall möglich, und zwar nicht aus "moralischen" Gründen, sondern aus ontologischer Unmöglichkeit. Er kann sich (und andere) also nur selbst täuschen. Das gilt im speziellen bei der Ehe, die, wie die Glaubenskongregation feststellt (es wurde auch hier so argumentiert), eine von ihrem Wesen niemals abtrennbare öffentliche Dimension hat. 

Anmerkungen aus Teil 4)

*Wäre es nicht problematisch, dazu überhaupt eine Ausage zu machen, müßte man nach alter katholisch-philosophischer Anthropologie und Seelenkenntnis aus dem Verhalten des Papstes insgesamt den Schluß ziehen, daß der Papst ein schweres persönliches Problem mit der Tugend, aber explizit mit der Keuschheit hat, die ihn deshalb treibt. Was auch dann der Fall ist, wenn man eine bestimmte Eigenschaft lediglich willentlich positivistisch und punktuell "unterdrückt". Diese natürlich mit allem Vorbehalt angestellte Mutmaßung, die den VdZ bei diesem Papst im Geheimen schon von Anfang an regelrecht "anflog", die ihn auch beim Studium der Biographie von Ivereigh immer wieder erfaßte und die wie ein chthonischer Schlüssel der Stoßrichtungen seiner Regierungsakte wirkt. 

Wie sie die Lektüre dieser Anklage so deutlich macht, wird diese (gefährliche) Mutmaßung durch sein Verhalten insgesamt (man denke an die Zuchtlosigkeit seiner Rede, die ja weit mehr erzählt, als er wohl selber ahnt) - Tugenden hängen ja immer zusammen, wiewohl sie eine gewisse Hierarchie haben; aber sie haben eine zentrale "Schaltstelle", eine personale Mitte, aus der eines das andere bedingt; man kann nicht die eine "Spezialtugend" (z. B. die bloße sexuelle Enthaltsamkeit, als die der Zölibat oft mißverstanden wird) stärken, während man die anderen Bereiche "beläßt", das wäre eine puritanische Verirrung - so naheliegend, daß sie fast Gewißheit ist und zahlreiche weitere Schlüsse aufdrängt. Selbst die Weigerung Franziskus', die päpstlichen Gemächer zu beziehen könnte unter der Aspekt der angsterfüllten Scheu des Kain vor dem Glanz der Reinheit seines Bruders Abel (quasi: seine Vorgänger) gesehen werden. 

Insgesamt wiederum paßt die Emphase, mit der sich Franziskus dem Thema Sexualität widmet, in sein weiter oben dargelegtes Grundverhalten (das nur beim Unfreien eben zum "Schema" wird), das wiederum so perfekt in die Charakteristik der Gegenwart paßt. Wo die Mühe der Tugend und des Guten dadurch vermieden wird, indem man das Nicht-Gute zum Guten erklärt. Oder, wie es der VdZ in einem seiner Stücke einmal eine Figur sagen ließ: "Das Schwache macht das Starke schwach, damit die Schwäche Stärke wird." 

**Spätestens in diesen Passagen der Anklage wird deutlich, wie dämonisch durchtränkt dieses Pontifikat wirklich abläuft. Denn Dämonie zeigt sich vor allem und vorzüglich in ... der Äquivokation. Im Mißbrauch der Sprache. Im Spiel mit dem, was Sprache eigentlich transportiert - dem "Dahinter". Das nicht sichbar, nicht greifbar, sein Greifen ein Ergebnis eines sittlichen Aktes ist. Denn in diesen Passagen wird auch die Anklage im nominell-wörtlichen Sinn "dünn", wenngleich immer mutiger. Der Nominalgehalt der Worte reicht nicht, denn "auf eine Weise" verwendet eben Franziskus die Sprache äußerst geschickt. Teuflisch geschickt. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die Anklage so dermaßen lang und wortreich ist. Zwar recht hat, man weiß genau, was gemeint ist - aber wirklich zu fassen kriegen Sie Franziskus nicht. Oder: nicht immer. 

***Da nach katholischem Verständnis es die Brautleute (bzw. die Getauften) selber sind, die sich gegenseitig bzw. gemeinsam das Sakrament der Ehe spenden, ist es auch nicht der (männliche) Diakon, der "das Sakrament der Ehe spendet", sondern die Kirche nimmt eher in der Weise einer "Zeugenschaft", als Repräsentanz der gesamten Menschheit (könnte man sagen) oder der Gemeinde daran teil, wenn sie auch wieder nicht nur "formal" Zeugenschaft hat, auf die manche es reduziert sehen wollen, sondern auf eine Weise an diesem sakramentalen Akt teilhat, weil der Bund der Eheleute sie mit umfaßt sozusagen. 

Eine "heimliche" Ehe gibt es also nicht. Beide Seiten - Brautleute und Öffentlichkeit - sind nicht zu trennen,. das "Ja" der Gemahle hat nur Sinn INNERHALB einer Gesellschaft, die es im Moment des Aussprechens auch bestätigt. Der Akt selbst ist also multilateral, eher vorstellbar als ein gemeinsamer Geist, der nunmehr zwischen beiden weht und mit dem "Ja" der Eheleute gestiftet wird. Volk und Eheleute, hängt ontologisch gesehen aber zuerst am freien "Ja".  Und deshalb muß auch ein Mann in einer Stufe der Priesterweihe (Diakon oder Priester oder Bischof) diese Zeugenschaft darstellen, sodaß seine Bekräftigung (mit der Warnung, daß "was Gott verbunden hat der Mensch nicht trennen darf") erst den Eheschluß in dieser Stufe vollendet - als "alter Christus", der zum Partner des Paares wird, das kraft Taufe/Firmung im Hl. Geist weil "in Christus", der das Abbild des Vaters ist, als Schöpfer diesen Bund MITschließt, sodaß man davon sprechen kann, das "Gott verbindet". 

Eine Ehe wird sogar weltlich aber immer auch von der Gemeinde MITgestiftet (z. B. durch Standesbeamte!), auf eine Weise gar überhaupt "gestiftet", weil sich dieses Ding (dieser Personsstand) sonst nicht "in der Welt hält". Die Ehe ist eben "ein Ding in der Welt", muß also im Wort Fleisch ('Weltgestalt) annehmen. (Wenn eine Gemeinde eine Ehe nicht anerkennt, ist sie schwer leidend, "hinkt" auf eine Weise, was die Bedeutung der Ehegesetze eines Landes für die Bestandssfähigkeit einer Ehe, seine Pflicht die Ehe als "anthropologisches Erstes" zu schützen deutlich macht.)

Das ist nicht unwichtig, wenn man über Scheidung und Wiederverheiratung sowie den Kommunionempfang spricht wie in diesem Text geschieht, weil erst unter diesem Aspekt begreifbar wird, warum das nicht einfach nur "nicht erlaubt", sondern unmöglich und ein Sakrileg ist. Denn die Eheleute schließen Ihren Bund nicht nur untereinander, sondern AUCH als Bund mit der Kirche und IM Heiligen Geist. 

Das Anklageschreiben der Amerikaner ist bei allen Meriten doch etwas "moralbetont". Es sind eben Amerikaner, d. h. es fehlt eine gewisse "Ruhe" aus dem kulturellen Insgesamt, das Europa noch immer darstellt, schon gar im Vergleich, und auf gewissen Positivismus (der Moral zu Moralismus macht) verzichten kann.  Es kann deshalb sicher nur ein erster und eher formal berechtigter Schritt sein, denn argumentativ bräuchte es eine philosophischere, mehr auf die Vernunft abzielendere Ausrichtung, will es nicht "ins offene Messer" rennen und tatsächlich das sein, was Papast Franzhiskus gar nicht ganz zu Unrecht als "Rigorismus" bezeichnet.

In Spezialfällen aber (z. B,. auf einer Insel, wo kein Priester oder Mensch da ist) können sich die Brautleute das Sakrament auch ohne Zeugen gültig spenden. Diese Regelung der Kirche bestätigt das Argument des ontologischen Vorrangs s.o. Deshalb sind für die Kirche ja auch Naturehen - Ehen zwischen überhaupt ungetauften Heiden - als gültig anzusehen.

Diese Seite der Kirche, die Bekräftigung, die das "Ding Ehe" erst als geistiges (weil ausgesprochenes schöpferisches Wort) Initial - es muß durch den Sexualakt endgültig vollendet werden - wirklich schafft, sieht es die Ostkirche der Orthodoxie, die die Gemeinschaft der Kirche anders gewichtet und in der deshalb der Priester den Brautleuten das Sakrament der Ehe spendet. Von da her läßt sich auch der etwas veränderte Zugang zu einer "Zweitehe" leichter verstehen, der in der Orthodoxie eine Zweitehe möglich erscheinen läßt. Wenn auch nur als Ausnahme, weil im strengen Sinn auch dort das Sakrament nur einmal pro Menschen quasi existieren kann. Aber es wird die Kirche kraft ihrer Binde- und Lösegewalt für in der Lage gesehen, auch ein Eheband wieder zu lösen. Das gibt es in der Katholischen Kirche nur in ganz ganz seltenen und speziellen Fällen (z. B. bei Ehen, die nie vollzogen wurden, denn der Sexualakt ist ebenfalls untrennbarer Bestandteil der Eheschließung selbst; Ähnliches gilt auch bei bestimmten Ehen zwischen Getauften und Ungetauften) als Akt der Gnade, weil nicht sicher ist, ob das Eheband überhaupt gewirklicht wurde und deshalb "der nur virtuell gebliebene Anfang", die "halbe Sache" sozusagen, die nie zur Vollehe wurde, als "gelöst" definiert wird.

****Dieses Argument hat der VdZ schon oft gehört. Aber es weiß nicht so recht, ob es ihn trösten soll. Denn er erinnert sich auch an die besorgte Äußerung Jesu, der da glatt fragt (TROTZ seiner Zusage der Unüberwindbarkeit der Pforten der Kirche durch die Hölle), "ob der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben finden" werde. Die Umfänglichkeit, die real noch bestehende Gestalt der Kirche, auch ihre kulturelle Präsenz und Kraft, hat für das persönliche Glaubensleben des Einzelnen eine hohe Bedeutung. 




*240916*

Wer schlägt zukünftig die Damen?

Goldmedaillengewinner 800 Meter Frauen Brasilien 2016
Auf eine amüsante weil groteske Folge des Genderismus weist danisch.de hin. Denn im olympischen 800-Meter-Lauf der Damen waren heuer in Brasilien alle drei Medaillengewinner "Damen". Aber mit einem Muskelaufbau wie Männer. Denn alle drei waren "transsexuell". Das wurde dann mit "höherem Testosteronspiegel" etc. wegerklärt, macht aber wenn es so weitergeht solche Wettkämpfe grotesk, wenn nicht sinnlos.

Der Schweizer Blick berichtet sogar von Gerüchten, daß der Gewinner nur so schnell gelaufen ist, als es unbedingt notwendig war, um die Damen zu schlagen. "Damit es nicht zu sehr auffällt." (Copyright alle Photos: Blick)

Silber und Bronce Gewinner 800 m Damen Olympia 2016
Auch in anderen Sportarten soll es zu ähnlichen Situationen gekommen sein.

Wie lustig wird es da zukünftig werden, wenn man sich vorstellt, daß hier die political correctness endgültig zuschlägt. Die in den USA schon so weit fortgeschritten ist, daß überhaupt alles als unmoralisch und sogar verboten erklärt wird, worin sich subjektiv jemand diskriminiert fühlen könnte.

Wenn fortan ein Mann zu wenig Mann ist, um sich bei Männern durchzusetzen - und im Grunde liegt hierin ja das gesamte Problem des Homo- und "Metrosexuellen"*, das auf ein Identifikationsproblem hinausläuft - nimmt er also einfach in Anspruch, "eigentlich Frau" zu sein. Und schon hat er es etwas leichter, sich Medaillen zu holen.






*Denn von den wenigen Fällen wirklicher Transsexualität wollen wir nicht sprechen. Auch nicht über die Tragik, Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter per Geburt zu tragen. Sie haben mit Homosexualität oder Metrosexualität nicht das geringste zu tun, sondern sind grausame Launen konkreter Fehlbildungen individueller Natur sein.






*220816*

Wackelfundamente

Vielleicht sollte man es wiederholen, vor Zeiten wurde es hier aber bereits auseinandergesetzt: Das Problem mit Temperaturmessungen liegt in der zunehmenden Dichte der Verbauung. Temperaturmeßstellen sind seit Jahrzehnten zunehmend von Wärmeinseleffekten betroffen. Diese Stellen auszusondern ist enorme Arbeit weil nur händisch und mit genauer Untersuchung möglich. Diese Mühe tut sich die Klimakatastrophenzunft aber nicht an. Fakten stören an der "großen Prognose". 

Da hat nicht einmal gestört, daß nach 1990 die Sowjetunion bzw. Rußland aus Einsparungsgründen ein Drittel der weltweit vorhandenen Temperaturmeßstellen, die in der polaren Zone (!), außer Dienst stellte, woraufhin ... eiderdautz, warum wohl? ... die "Weltdurchschnittstemperatur* alarmierend und sprunghaft stieg". 

Aber manche tun sich die Mühe doch an. Und ihr Ergebnis? Wärmeinseleffekt-bereinigt zeigt sich weltweit eigentlich überhaupt kein Erwärmungstrend, ja gar kein signifikanter Trend. Schon gar keine Erwärmung, es sei denn, auch die Sonnentage sind an einem Ort gestiegen. Trotz deutlich gestiegenen CO2-Ausstoßes. Ausgesuchte Temperaturmeßstellen, die von diesen Zivilisationseffekten nicht betroffen sind, zeigen hingegen meist sogar einen leichten Abkühlungstrend in den letzten Jahrzehnten.





*Wir werden in ein paar Wochen speziell über die Sinnlosigkeit dieses Parameters berichten.





*140816*

Mittwoch, 28. September 2016

"Wir klagen Papst Franziskus an" (5a)


Mit Brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an

Eine vereinte Stellungnahme der Zeitschriften "The Remnant" und der "Catholic Family News" von deren Herausgebern und Chefredakteuren Michael J. Matt, Christopher Ferrara und John Vennariim ins Deutsche übertragenen Wortlaut
Teil 5a) Appendix und Teil 5b) Anmerkungen


Teil 5a) - Appendix des Verfassers dieser Zeilen


Die Kritik, sogar die Verspottung eines (ungerechten, fehlerhaften etc.) Papstes durch das Volk hat im Abendland seit der Antike eine kulturelle Tradition als befreiender Akt, dem man sogar eine gewisse humorvolle Note beimaß. Das legt nahe, daß wir die ganze Angelegenheit der "Anklage des Papstes" etwas von ihre "Tragik" befreien sollten. Das täte überhaupt oft und allen gut. Auch Kritiker die recht haben sind nicht der Nabel der Welt und sollten sich deshalb selber nicht zu tragisch nehmen. Das Gelingen egal wovon liegt immer in Gottes Hand, während wir zerbrechliche Gefäße immer ein wenig Essig in den Wein der frommen Denkungsart schütten und so ganz sicher für alles Scheitern verantwortlich sind.

Warum auch immer, war die Kritik an Papst Fanziskus von Anfang seines Pontifikats 2013 an in den USA früher, pointierter, verbreiteter und öffentlicher als hierzulande, wo es für so manche viele Monate oder Jahre brauchte, ehe sie sehen wollten, was eigentlich ein gesundes Auge von Anfang an sah. Zu vertreitet war - und ist immer noch - eine fast abergläubisch zu nennende und überängstliche Papolatrie, die sich manchmal gar mit einer an Unmündigkeit grenzenden Rückgratlosigkeit vereint, die Glaubens- und der Kirchentreue eingeschriebene Papsttreue allzu gerne mit einem Ausschalten der Vernunft gleichsetzt.

Sie haben noch nicht verstanden, was der VdZ schon wenige Monate nach der Wahl des argentinischen Kardinals J. M. Bergoglio zum Papst an dieser Stelle festgehalten hat, was er mit hoher innerer Gewißheit bei diesem Papst sah: Daß der Hl. Geist auf vielfache Weise zu wirken vermag. Auf direkte wird er es bei diesem Papst nicht, das war bald absehbar. Da passiert also etwas Neues, das für die Kirche eine schwere Prüfung wird, bei der man in Anlehnung an die Vater-unser-Bitte ("et ne nos in tentationem, sed libera nos a malo" - "und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns vom Übel") nur hoffen kann, daß sie abgekürzt wird, weil sonst niemand besteht. Auf lange Frist ist so ein zustand von niemandem durchzuhalten - ohne Papst geht es nicht.

Sodaß es in diesem Fall so aussieht, als würde der Geist Gottes (sehr pointiert) "dialektisch" wirken. Vielleicht um von so manchem Irrtum, der sich (speziell seit der Verkündigung des Dogmas der Unfehlbarkeit, wo Persönlichkeiten wie Kard. Newman und andere hervorragende Stimmen jener Zeit voraussahen, daß es zu einer unzulässigen Ausweitung der "Unfehlbarkeit" in das Perösnliche eines Papstes kommen wird; die Rasanz der Heiligsprechungen von Päpsten des 20. Jhds. zeigt es) sogar als "besonders katholisch" maskiert hat, zu heilen. Auch wenn es durch paradoxe Intention geschieht.

Nun kommt also ein Schritt aus Amerika, dem der VdZ gewisses Potential einräumt. Zum mindesten ist es erhellend, einmal in einem Überblick innezuhalten und diese letztendreieinhalb Jahre vor Augen gestellt zu bewkommen. Diesér Aufruft zieht mittlerweile in den USA seine Kreise, auch wenn es nicht an Versuchen mangeln wird, ihn unter den Tisch zu drücken. Warum? Es sei dem Leser einmal dringend angeraten, selbst dann, wenn er keine Kritik an Papst Franziskus möchte und sie im Einzelnen immer für übertrieben hielt, die "Liste der Verfehlungen", die in den nächsten Tagen vervollständigt wird, einfach zu lesen. Sie gibt eine kleine Übersicht über diese nunmehrigen dreieinhalb Jahre Pontifikat. Wobei die Liste enorm lang ist, und dabei immer noch um viele viele Punkte erweitert werden müßte. Zu dieser Konklusio kommt auch Steve Skojec von OnePeter Five. Der den größten Wert dieser Anklageschrift ebenfalls darinsieht, daß sie zumindest einmal ein Anfang ist, die Sache aufzuarbeiten.

Leider ist das Schreiben so verfaßt, daß man ihm nicht nur den Vorwurf von reichlich Pathos, sondern auch eine gewisse Nähe zum Moralismus nicht ganz ersparen kann. Es kann deshalb sicher nur ein erster und eher formal berechtigter Schritt sein, denn argumentativ bräuchte es eine philosophischere, mehr auf die Vernunft abzielendere Ausrichtung, will man damit nicht "ins offene Messer" rennen und tatsächlich das sein, was Papst Franziskus an sich gar nicht ganz zu Unrecht als "Rigorismus" bezeichnet, wenn er dieses Wort nicht gerne mal denunziatorisch und unredlich verwendete, um Argumenten zu entgehen. Womit er selbst es ist, der rigoristisch vorgeht. 

Die Berufung auf Tradition ist natürlich von außerordentlichem Wert, und niemals kann eine gegenwärtige Auslegung der Tradition widersprechen. ABER es verkleinert eigentlich die Wahrheit der Kirche, ja könnte sogar den Glaubensakt in die Nähe zum Fideismus rücken, wenn nicht AUCH gezeigt wird, daß die Inhalte, die die Tradition weitergibt, ZUERST und VOR ALLEM der Vernunft aller Zeiten entsprechen. Dieser Aspekt fehlt dem VdZ etwas.

Es sorgt dennoch für eine Überraschung, das kann fast garantiert werden. Denn erstmals werden eben auch klare theologische Linien und kirchenpolitische Absichten erkennbar, die in ihrer Zielrichtung häretisch sind. Eine Zusammenschau, die am Ende ein klares Bild ergibt. Eine Gesamtkontur wird nicht zuletzt durch auch für den VdZ in dieser Deutlichkeit erstmals zu erkennenden Zusammenhänge deutlich, die es in sich hat und nicht zuläßt, das "auch" Gute (wenn es auch meist nur ein "Nicht Falsches" ist), das er zuweilen sagt, als ausgleichend zu bezeichnen. Denn die Verkündigung der Wahrheit ist etewas andees als das Sagen von "Nicht-Falschem" oder "Auch Richtigem". Es ist ein sittlich-schöpferischer und aktualer Akt der Symphonie, wie H. U. v. Balthasar es nennt, und erst als solcher der eigentliche Akt lebendiger Verkündigung.

Steve Skojec meint (mit dem VdZ), daß ihm nach der Lektüre endgültig klar wurde, daß es in der Kirchengeschichte noch keinen dermaßen zerstörerisch wirkenden Papst gegeben hat. Und der Witz ist (sagt nun der VdZ), daß er dermaßen auf der Linie des Zeitgeistes und der historisch heraufgezogenen Linien der Irrtümer der Moderne liegt, daß er leicht diese Armada von Unterstützern gefunden hat, die ihn oft so euphorisch antwortet. Der Punkt ist aber wohl doch gekommen, an dem man sagen muß, daß Widerstand zur Pflicht jedes Katholiken - in seinem Rahmen - geworden ist. Und man kann nur hoffen, daß endlich auch Bischöfe aufstehen, denn sie dürfen nicht mehr länger zusehen. Sie haben sogar wieder einmal versagt.

Die Frage nach der grundsätzlichen Legitimität von Papstkritik hat (sich) der VdZ beantwortet. Er hält sie für (für sich) legitim, schon gar in seinem Beruf. Denn es ist auch die Frage, WER dazu berechtigt ist, die mit der Frage zusammenfällt, wo die Kreise der realen (nicht: virtuellen! Vorsicht vor dem Internet!) Verantwortung eines jeden enden, wie weit sie reichen.  

Das Gebot des Gehorsams kann sich nur auf die unveränderte Doktrin und Morallehre der Kirche beziehen, und ist für Kleriker noch um die hierarchisch-disziplinäre Linie erweitert. Sämtliche römische Äußerungen liest der VdZ nur in diesem Licht - und in einer historisch völlig anderen Situation: Wo der normale Gläubige mit dem Papst so gut wie NICHTS zu tun hatte. Er wußte nur, daß es einen gibt, der sich alle heiligen drei Zeiten mit einer Verkündigung meldete, die es vielleicht in der Kirche zu hören gab.  

Daß ein Papst Häresien verkünden und Verwirrung stiften könnte (oder auch nicht, ist ja auch egal) war vielen Epochen der Vergangenheit und bis in unsere Jahre hinein gar nicht vorstellbar. Den larmoyanten Kaffeejausenplauderton, aus dem sich jeder holen soll was er möchte, oder auch nicht, hat definitiv erst Franziskus eingeführt, der sich nicht einmal mehr erinnert, was er zwei Wochen zuvor als "päpstliche Exhortation" von sich gegeben hat. Na folge man einmal solchem nominellem Wort ...

Deshalb hat sehr sicher auch niemand, der "Gehorsam in allen Dingen" in einer noch in sich geschlossenen Kultur verlangte, die überhaupt der selbstverständliche Gehorsam zusammenhielt, daran auch nur gedacht. Hier nur am nominellen Wortlaut mancher päpstlicher Äußerung der Vergangenheit zu kleben widerspricht dem Wesen der schriftlichen Aufzeichnung, wäre - rigoristisch. Literatur und auch Kirchenschriften gehen auf Sinn und sind gerade bei päpstlichen Schreiben, die nicht unähnlich verkündeten Dogmen einen Kairos haben, ohne Zeithorizont nie zu sehen.

Wahrheit in Sprach- bzw. Zeichenform hat immer ein historisches Gewand, das es vom ewigen Wahrheitskern zu scheiden gilt. Darum ist ja di Hl. Schrift OHNE Tradition und depositum fidei gar nicht zu verstehen. Die einzige Ausnahme ist das Sakrament (und ... die Mathematik), das aber eben Gott vorbehalten ist. Dem Menschen ist das gar nicht möglich. Und speziell das Niederschreiben "an jemanden" hat eine andere Gestalt als die Meditation einer bloßen Sinntatsache. 

Der Sprung von der bloßen Oralität von Heiligen Texten (die nur als Erinnerungshilfe und Verweisung verschriftlicht wurden und bis ins 12. Jhd. immer "murmelnd", also sprechend gelesen wurden) zur allgemeinen und abstrakten Niederschrift, wie er sich im 12. Jhd. verbreitete, war deshalb zu recht von vielen als sehr problematisch (und gefährlich!) gesehen und eine ganz heikle Sache von Symbol- und Wahrheitsfragen. Wenn damals jemand mit "Internet" aufgetreten wäre und behauptet hätte, er wolle damit "das Wort Gottes verkündigen", hätte Hugo de St. Victoire einen Schlaganfall bekommen, und die Kirche den "Verkündiger" ohne jeden Zweifel augenblicklich exkommuniziert, weil es niemals Symbol für Christus sein kann, DEM Wort. Wie sonst soll man also Wahrheit verkündigen?

Wenn doch ein Gehorsams- weil Gewissensproblem auftrat, ging es dafür kräftig zur Sache. Dante Aligheri - ein Laie - sah in seiner Divina Commedia, die ein wahres Kompendium der abendländischen Philosophie und tiefster katholischer Theologie ist, mehrere Päpste (darunter der damals regierende) in der Hölle und war Ghibelline - die von Friedrich II. ausgehende Anti-Papst-Partei im Streit um die Vorrangstellung von Kaiserreich und Kirche. Und wie sagte Kardinal Newman? Ich trinke auf den Papst. Zuerst aber - auf mein Gewissen.

Weshalb vielleicht NUR Laien solche Kritik vorbringen KÖNNEN und deshalb müssen, weil deren Verantwortung anders aussieht. Johannes Paul II. hat diesen elterlichen Vorrang der Verantwortung - der sogar die religiöse Erziehung anbelangt! - extra betont. Bei Päpsten ist es besonders schwierig, weil sie in persona "die Kirche" repräsentieren. Was ihre Verantwortungslast noch deutlich erhöht. 

Die Amerikaner haben sich diese Frage als Zeitungsherausgeber beantwortet. Was ansonsten in Zeiten der Medienverflechtungen, die unser gesamtes Leben zeichnen - noch nie wirkte der Papst praktisch direkt und permanent bis in die allernächste Umgebung, er ist damit auf eine Art "sehr nahe" - ein außerhalb der Überlegungen zur Hierarchie (als Ausweis von Aufgabe und Kompetenz) stehende Antwort für möglich erscheinen läßt. Es ist ein Unterschied, ob der König meine Frau erschlägt, oder eine Frau in 1000 km Entfernung.  Auch wird zu unterscheiden sein, wem gegenüber man diese Kritik äußert. Bei Kindern, denen man in Erziehungsverantwortung gegenübersteht, sollte man doch recht vorsichtig sein.

Bleibt also noch die Frage, in welcher Form solche Kritik stattfindet, und ob sie gegen die Liebe verstößt. Eine Frage, die vielleicht nur individuell zu beantworten ist, der VdZ hat keine generelle Antwort. Sie hat auch mit der Art und Schwere des zu Kritisierenden zu tun. Wobei Liebe nicht "freundliche Grinsefratze" bedeutet! Der liebt den Feind, der ihn als Feind sieht und behandelt. Der VdZ erlebt aber etwa, daß päpstliche Plaudereien bis in seine unmittelbarste Umgebung (sogar seine Kinder) sehr (negativ! schwer irrtumsfördernd und im Schlechten bestärkend!) beeinflussen. 

Das rückt die Grenze ziemlich nahe. Franziskus dringt über die neuen Medien, deren er sich rückhaltlos und offensiv bedient, in jedes iPhone und jedes Kinderzimmer. Über schlechte Filme, die Kinder sehen, spricht man ja auch mit ihnen. Ohne noch die grundsätzliche Problematik der Profanierung und (inhaltlichen!) Veränderung von religiös "gemeinten" Botschaften DURCH diese Medien ins Spiel gebracht zu haben. Ein ständig Allerweltsbotschaften twitternder Papst, der in DiCaprio-Filmen mitspielt und monatlich lächerlich banale Filmchen launcht, ist an sich schon eine Beschädigung der Kirche.

Und was tun Sie, wenn Ihre Kinder in der Schule von einem "frommen Lehrer" mit dem päpstlich approbierten Sexual-Aufklärungsprogramm konfrontiert werden? Freundlich lächeln, weil es ja vom Papst kommt? Oder von nun an in die Moschee um die Ecke zum Beten gehen? Still leiden? Und das ist alles ganz real! Keine Medienhysterie durch zu viel Internetkonsum. Die Folgen mancherlei Vorgehens duch Rom (auch und gerade bei Kirchenfernen) sind nicht mehr abgrenzbar. Es ist, als zerrönne einfach alles und in jedem Winkel der Welt.

Damit könnte diese "Klagsschrift" - von Laien! aber das ist keineswegs das erste mal in der Kirchengeschichte; sie sind heute die Hauptbetroffenen! - der Anfang eines Weges sein, der zu einem Punkt strebt, der ebenfalls in der Kirchengeschichte nicht neu ist und in dem früher schon so manches mal eine klare Initiative und sogar eine Volksbewegung einem problematischen oder gar häretischen Papst entgegentritt. Die freilich nicht an Glaube und Kirche so verzweifeln darf, wie es Martin Luther tat, der vom Glauben in zahllose Irrtümer und Denkfehler abfiel und damit ... zum Prototyp von Kirchenzerstörern wurde. Daß ihn der Papst so hervorstreicht hat wohl seine Aussage.

Freilich, früher, als die Menschen noch freier und nicht so verbissen selbstdramatisierend waren. Daß das so war glaubt der VdZ sehr wohl. Als ihnen in einer noch gesunden (und das ist etwas völlig anderes, als heutige Vorstellungen davon abdecken, ja es ist fast das Gegenteil), geschlossenen Kultur klar war, daß es Heiligkeit ohne Mut und verantwortungsbewußte Persönlichkeit - das ist es ja, das Kreuz! die Demut! das Sterben, als Tor zum Leben! - in wacher, freimütiger und (hier: wirklich) freier Vernunftbereitschaft nicht gibt. Das war ja der Grund gewesen, warum man den Katholizismus so bereitwillig angenommen hatte - er befreite, weil er wirklich geistiges Licht bedeutete. Wo man also auch nicht auf die verabscheuenswürdige Allgemeinsitte der Gegenwart verfallen war zu meinen, "social engineering" (auch "social bettering" genannt) als "mutual" (heimliche) und freiheitsverachtende Strategie der Manipulation des anderen als "gut", ja alltäglichen Weg der Kommunikation anzusehen. Früher, wo man vor allem nicht so neurotisch war wie wir alle es heute sind und Untugend als " Vorsicht und Abwägen" kaschierte.

Darüber hinaus aber haben wir es in den Augen des VdZ bei Papst Franziskus mit einer historischen Einmaligkeit zu tun, die gar keinen Vergleich mit der Kirchengeschichte zuläßt. Denn hier geht es auch um eine Art von Schaden an der Kirche, wie er in seiner Grundsätzlichkeit noch nie der Fall war, weil er die Gestalt und Realität der Kirche selbst angreift. Es mag im Einzelnen Häretiker gegeben haben, es mag im Einzelnen und gar nicht so selten Katastrophen der Unmoral gegeben haben, es gab viel Feigheit und Überheblichkeit und Eitelkeit und was weiß der Deibel noch - aber das waren immer recht persönliche, beschränkte Fehler und Laster. Nie und bei keinem war aber der Fall, daß die Gestalt und Realität der Kirche selbst zu zerstören das Ziel war. Davon nämlich muß man heute sprechen.

Und das spüren so manche auch sehr deutlich. Aber es mangelt noch an der Artikulation. Zu viel wird noch auf jene berühmte "blackbox" vertraut, die alles einer schwummeligen "göttlichen Gnade" zuschreibt. Keine Gnade absentiert aber von dem, was der Mensch selbst und in seinem Lebenskreis zu tun hat und tun kann und muß, auch wenn er meint, dazu zu wenig Kraft und Verstand und Geist zu haben. Erst am, nein: nach dem Ende der menschlichen Kraft wartet der Anfang der ungeschuldeten göttlichen Gnade. Alles andere ist Hoffen auf ein Wunder. Gratia supponit naturam!


 Morgen Teil 5b) Eigene Anmerkungen




*230916*






Einfach heißt nicht strunzdumm

Die wahrscheinlich massivste destruktive Auswirkung der sogenannten Aufklärung - ein Mythos, der versucht, die geltenden Mythen zu eliminieren - ist den Anspruch zu verkünden, daß jeder alles zu denken vermöge. Daß die Denkinhalte nicht mit den Lebenshorizonten der Menschen, konkret und direkt auf ein Lebensumfeld bezogen, übereinstimmten, sondern allen alle Horizonte offenstünden.  Man müßte nur "informieren". 

Damit wurden aus einfachen Menschen strunzdumme Menschen, ja, einfache Menschen scheint es kaum noch zu geben. Denn die Aufklärung hat sich zum Ziel gesetzt, alle strunzdumm zu machen. Jene, die sich auf ihre Lebenshorizonte beschränken und intuitiv und aus sittlicher Gefaßtheit wissen, daß es nicht um die Quantität sondern um die Qualität, die Tiefe der Welt geht, die wiederum in allem (!) und jedem Lebenskreis in ganzer Fülle enthalten ist (und hierein tatsächlich "gleich"), wurden gerade für die Aufklärer zum irrationalen Pöbel. 

Aber sie vergessen, daß ERST jemand, der sich hingebungsvoll um die Fertigung von Tischen, Schuhsohlen oder die Urinprobleme seiner Kühe kümmert, oder seine Lebensaufgabe in der Analyse der Verbalkonstruktionen in den Mande-Sprachen sieht, genau DARIN, genau in der redlichen Befassung damit auch jene Prinzipien erfaßt, die auch auf den ersten Blick das Handeln eines Politikers beurteilen lassen. Auch ohne um die Gesetzesfeinheiten eines "hochkomplexen" Handelsvertrages oder Steuerregelungen bescheid zu wissen oder Formulierungen zu suchen, die falsch oder richtig sind. Solcherart zu (Gesamt-)Urteilen zu kommen ist keineswegs "irrational", sondern sogar die einzige Möglichkeit für den Menschen, zu gerechten Urteilen zu kommen. Selbst jeder Gegenbeweis aus Details kann bestenfalls den Grad des Gesamturteils beeinflussen, das oft schon im Blick ins Gesicht wahrer und aussagekräftiger ist als Detailprüfung je zu ergeben vermag. Details haben nur im Gesamthorizont übgerhaupt Wert, nur von dort aus erhalten sie ihr Gewicht.

Leider macht auch die Kritik oft dieselben Fehler, indem sie sich dazu verleiten läßt zu meinen, daß die Qualität der Politik tatsächlich an den Formulierungsdetails eines solchen Vertrages (etc.) beurteilen ließe. Sich auf einzelne Aussagen stürzt, bejahend oder verneinend. Ohne zu sehen, daß diese Details nur belegen können, aber nicht eigentlicher Gegenstand sind. Damit macht sie sich wirkungslos, ja flieht vor den eigentlichen Problemen.




*220816*

Es geht schief, wenn Schauspieler eigene Texte sprechen

Leonardo DiCaprio und sein Jet
Er ist zweifellos ein großartiger Schauspieler, und man könnte ihn auf der Leinwand auch sympathisch finden. Aber auf ihn trifft zu, was auf die meisten Schauspieler zutrifft. Sie sollten nicht versuchen, den Erfolg dieser Seite als Ausweis für geistige Qualität sehen. Denn das geht dann immer schief. Schauspieler denken einfach meist nicht, ihr Denkergebnis ist kläglich und kläglicher.

Schauspieler sind eben "Geisterträger". Sie sprechen "fremde Texte", und ihr Leib ist Maske für einen fremden Geist. Darin liegt ihre Qualität. Darin liegt sogar ganz genau ihr Charisma, diese Fähigkeit, die irgendwie jeder hat, aber nur ein Schauspieler nicht mehr los wird, weil er gar nicht anders kann, weil er gar kein "Außen als Ich-selbst" hat - was andere eben nicht können, denn dann wären sie krank. Es geht aber so gut wie immer schief, wenn sie diese Geister "aus sich selbst" schöpfen, und ihren eigenen Text schreiben.

Das läßt sich auch für Leonardo DiCaprio sagen. Und um uns nicht mißzuerstehen: Der Mann soll sich fünf Jets und vierundachzig Luxusvillen leisten, es ist seine Angelegenheit, und der VdZ ist es ihm ganz gewiß nicht neidig, es interessiert ihn nicht einmal, dazu kennt er bereits zu viel, auch aus diesem Lebenssegment.Udn wie an dieser Stelle oft genug zu lesen war: Der VdZ hat immer Reichtum (gerade in seiner Abgehobenheit von Armut) verteidigt, ja hält ihn für essentiell für eine Gesellschaft.

ABER nun droht eben dieser Mann mit einem nächsten Öko-Thriller. Schon sein erster - hier der Trailer dazu - ist ein erbärmliches Machwerk. Nein nein, technisch "gut" gemacht*, aber ein Unsinn von der ersten bis zur letzten Sekunde, ja eigentlich: eine glatte Lüge. Diese Lüge freilich gut umgesetzt. Sein nächster Film läßt nichts besseres erwarten, schon gar wenn man hört, daß auch Papst Franziskus diesmal mitmacht. Auch wenn man Inkompetenz zu hohen Bergen stapelt, es wird nicht Kompetenz daraus, im Gegenteil.

DiCaprios "einfache Mädchen" - eine Riege der Supermodels
Was hier aber unbedingt erzählt werden soll ist, daß dieser Leonardo DiCaprio, der die Welt mit eindringslichten, dramatischen Bildern dazu auffordert, ihr Leben zu ändern, einfacher zu leben, Harmonie mit der Umwelt zu suchen und was an stinkendem Gehirnschmalz sonst noch dazu auszusondern ist, daß also dieser Mann privat über (mindestens) fünf Luxusvillen mit absurden Aussstattungsdetails verfügt, und so nebenher noch einen Privatjet unterhält, mit dem er durch die Landschaft tingelt.

Daß er außerdem jedem der es hören möchte erzählt, er gehe lieber mit "einfachen Mädchen" aus, Serviererinnen und Sekretärinnen, während er pausenlos mit den schärfsten Models der Welt unterwegs ist, setzt dem Scherz nur noch sein Häubchen auf. Dabei - soll er doch, ist ja ein fescher Kerl. Aber warum dann dieser ganze Bescheidenheits-Zirkus?

Hypocrisis, Heuchelei der schärfsten Gangart - das ist es, wie all sein Flehen an die Menschheit, endlich endlich umzukehren ehe es zu spät ist, nur noch wirken kann. Ja, gewiß, darin sind genau diese Leute immer gut gewesen: ANDEREN vorzuschreiben, wei sie zu leben hätten. Währen dsie, ja, leider, aus diesem GANZ ANDEREN, nämlich genau FALSCHEN leben eben nicht ausbrechen könnten, dazu gezwungen seien. Aber man kennt das ja schon lange. Von Al Gore mit seinen Anwesen und seiner anspruchslosen Lebensweise, etc. etc.

Jemand hat vor kurzem unter die Lupe genommen, wie die anerkanntesten Klima-Erwärmungs-Wissenschaftler selber leben. Das Ergebnis ist ähnlich. Sogar die händeringend geforderten Solaranlagen schnallen sich nur einige wenige auf die Dächer ihrer meist bemerkenswerten Knusperhäuschen, denn schön sind solche Plastikgestelle am Dach ja nicht gerade. Es ist eben immer dasselbe. Ach ja, darum wollen sie ja, daß "die Welt" und "die Politik" etwas vorschreibt. Denn NUR SIE kann etwas ändern. Einzelnes Verhalten hingegen nichts. Das ist nur dann abzuschalten, wenn es einem ekelige Gewissenslast wird - beim anderen.

Hier nun der Trailer zu Leonardo DiCaprio's "11th Hour" ("Fünf vor zwölf"). Einfach der Vollständigkeit halber. Aber als Film (der VdZ sah ihn) Unfug, ja wirklich: Lüge und Niedertracht von der ersten Sekunde an. Es würde DiCaprio noch zur Ehre gereichen wenn man entschuldigend anführte: Gut, der Mann ist eben dumm. Er ist ein Schauspieler. Deshalb muß er trotzdem reden.










*Eines der Projekt des VdZ vor etlichen Jahren - es ist an der Finanzierung gescheitert, es blieb bei Vorarbeiten; die offiziellen Stellen fanden anderes interessanter - war, an zwei Filmen zu zeigen, wie aus ein und demselben Filmmaterial zwei absolut konträre Ausagen und damit zwei einander völlig widersprechende Filme herzustellen sind. Damit sollte gezeigt werden, wie "Fakten" entstehen.






*130816*

Dienstag, 27. September 2016

"Wir klagen Papst Franziskus an" (4)

Mit Brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an

Eine vereinte Stellungnahme der Zeitschriften "The Remnant" und der "Catholic Family News" von deren Herausgebern und Chefredakteuren Michael J. Matt, Christopher Ferrara und John Vennariim ins Deutsche übertragenen Wortlaut
Teil 5) Appendix Teil 5b) Anmerkungen

 Teil 4)


"Ausnahmen" zum Moralgesetz können nicht eingegrenzt werden

Seltsamerweise aber scheinen Sie in Ihren Überlegungen zur Moral allen anderen Sünden wenig Gewicht beizumessen, wenn es um die Grenzen der political correctness geht. Denn unter keinen Umständen erklären Sie daß eine Möglichkeit besteht, daß es auch in anderen Fällen "komplexe Umstände" oder entschuldigende "Einschränkungen der Schuldfäigkeit" geben könnte. Wenn es etwa um die Mitglieder der Mafia geht, die Sie rhetorisch in Bausch und Bogen "exkommuniziert" haben und Ihnen mit der Hölle drohten, oder um die Reichen, die sie als Blutsauger bezeichnet haben, oder den streng glaubenstreuen Katholiken, die Sie auf lächerliche Weise beschuldigen, sich "Göttlichkeit anmaßen " und der "Sünde des Götzendienstes" zeihen weil sie nicht bereit wären, die "Überraschungen Gottes" anzunehmen - womit Sie Ihre Neuinterpretationen meinen.  

In Ihrem ganzen Pontifikat scheint es bisher nur darum zu gehen, eine Amnestie für die Sünden des Fleisches zu erklären. Genau jene Sünden, wie Unsere Frau von Farima warnte,  die mehr Seelen in die Hölle bringen als alle anderen. Was bitte schön macht Sie glauben, daß das moralische Genie, das Sie als Geist aus der Flasche gelassen haben und das Sie "Gott der Überraschungen" nennen, von jenen moralischen Vorschriften übertroffen werden könnte, von denen Sie so strikte Anwendung verlangen?  Werden von einem ausnahmslosen Moralgebot auch nur einmal Ausnahmen geschaffen läuft das auf die Abschaffung aller Moralgebote hinaus. Ihre Neueinführungen greifen deshalb die Grundlagen des Glaubens an und drohen, die gesamte Morallehre der Kirche "wie ein Kartenhaus" zusammenstürzen zu lassen - und das kommt auch dabei heraus, wenn Sie glaubenstreue Katholiken beschuldigen, die Einhaltung der Morallehre nur aufgrund eines angeblichen "Rigorismus" und kleingeistiger Regeltreue zu fordern.    

Aber diese offensichtlichen Folgen interessieren Sie scheinbar nicht einmal. Gefragt was Sie glaubten, was die Gründe des Widerstands durch "Ultra-Konservative" - gemeint sind glaubenstreue Bischöfe und Kardinäle - sein könnten, haben Sie mit jener unbekümmerten Arroganz, die eines der Wahrzeichen Ihrer Kirchenregierung sind, zur Antwort gegeben: "Sie machen Ihre Arbeit und ich mache meine. Ich will aber eine Kirche, die offen ist, die Verständnis für die Wunden hat, die Familien begleiten. Sie sagenzu allem nein. Aber ich gehe weiter, ohne auch nur einmal zurückzuschauen."

In der Darstellung einer hochmütigen Verachtung für jene Kirche, deren gewähltes Oberhaupt Sie sind, haben Sie sich sogar zu der Behauptung verstiegen, daß "die Kirche manchmal eine harte Linie verfolgt, indem sie der Versuchung erliegt, eine harte Linie zu verfolgen, wo sie der Versuchung unterliegt, die Moralgebote überzubetonen, mit der sie aber viele Menschen ausschließt." 

Noch nie hat ein Papst erklärt, daß er persönlich dafür sorgen werde, daß der Mangel an Offenheit in der Kirche, ihre "Versuchung" eine "harte Linie" in Moralgeboten zu verfolgen, der es darum geht, Menschen "auszuschließen", aufhört. Solche alarmierend hochmütigen Ankündigungen nähren den immer deutlicheren Eindruck, daß Ihre unerwartete Wahl eine nahezu apokalyptische Entwicklung bedeutet.

Sie ignorieren alle Beschwörungen und schmieden weiter Ihre "Revolution"

Im Verfolgen Ihrer Zerstörungsarbeit haben Sie jede private Beschwörung, mit der man sich an Sie gewendet hat, ignoriert. Einschließlich der zahllosen Anfragen denen Sie erklären, daß Amoris Laetitia nicht von der früheren Lehre der Kirche abweicht, darunter auch ein Dokument, das eine Gruppe katholischer Gelehrter verfaßt haben, in dem Sie klarlegen, daß sie häretische und irrige Aussagen in Amoris finden, sodaß sie Sie eindringlich bitten, diese zu widerrufen und zurückzuziehen. Damit  machen Sie klar, daß Sie nicht die geringste Absicht haben, brüderliche Kritik egal von wem anzunehmen. Nicht einmal von Kardinälen, die an Sie mit der Bitte herangetreten sind "abzuklären", daß Ihre Lehräußerungen mit dem unfehlbaren Magisterium übereinstimmen.

Im Gegenteil. Je besorgter die Gläubigen werden, desto herausfordernder handeln Sie. Und haben in Fortführung Ihrer programmatischen Abschwächung der Praxis der kirchlichen Morallehre das Päpstliche Institut für Familie dazu ermächtigt, das erste jemals vom Heiligen Stuhl herausgegebene Programm zur "Sexualerziehung" für Schulklassen zu veröffentlichen. Eine der Vereinigungen glaubenstreuer Laien, die sich gebildet haben, um die Verteidigung des Glaubens angesichts des überall herrschenden Schweigens der kirchlichen Autoritäten angesichts Ihres Sturmlaufs zersetzender Neueinführungen selbst in die Hand zu nehmen, hat eine Zusammenfassung dieses entsetzlichen Lehrplanes erarbeitet. Mit dem Ergebnis, daß er offensichtlich gegen die traditionelle Lehre der Kirche verstößt, in der sie sich seit je gegen jede explizite Form schulischer "Sexualerziehung" ausgesprochen hat.

- Er überträgt die sexuelle Erziehung von Kindern auf Erzieher, und schaltet die Eltern aus

- Er unterläßt es, sexuelles Verhalten wie Unzucht, Prostitution, Ehebruch, Empfängnisverhütung beim Geschlechtsverkehr, Homosexualität, Selbstbefriedigung zu benennen und zu verurteilen, die objektive sündig sind, die die Nächstenliebe in den Herzen abtöten und den Menschen von Gott entfernen

- Er unterläßt es die jungen Menschen davor zu warnen, daß sie mit schwer sündiger Sexualität die Gefahr eingehen, auf ewig von Gott getrennt (verdammt) zu sein. Von Hölle wird nicht ein einziges mal gesprochen. 

- Er unterläßt es zwischen Todsünde und läßlicher Sünde zu unterscheiden.

- Er spricht nicht ein einziges mal vom 6. und 9. Gebot, oder überhaupt von irgendeinem der 10 Gebote

- Er spricht nicht vom Sakrament der Beichte als Weg, das Verhältnis mit Gott nach dem Begehen einer schweren Sünde wieder herzustellen.

- Er erwähnt mit keinem Wort die Bedeutung gesunder, natürlicher Scham, wenn es um Körperlichkeit und Sexualität geht.

- Er rät dazu, Jungen und Mädchen in ein und denselben Räumen zu unterweisen.

- Er empfiehlt, daß Jungen und Mädchen sich untereinander darüber austauschen, wie sie bestimmte Phrasen verstehen , etwa in der Art wie "Was verstehst Du unter dem Wort Sex?"

- Er fordert gemischte Klassen dazu auf  "herauszuarbeiten, wo Sexualität bei Jungen und Mädchen jeweils zu spüren ist." 

- Er fordert auf, über den "Vorgang der Erregung"  zu sprechen

- Er verwendet explizit pornographische und suggestive Bilder in seinen Arbeitsbüchern (hier, hier, and hier)

- Er verwendet pornographische Filme als Impulsgeber für Diskussionen ...

- Er verabsäumt es über Abtreibung als schweres Vergehen zu sprechen, redet nicht einmal davon, daß sie "schwere psychische Schäden" nach sich zieht

- Er verwirrt die Jugendlichen indem er Redewendungen wie "sexuelle Beziehung" nicht für den bloßen sexuellen Akt verwendet, sondern für eine Beziehung, die auf die gesamte Person ausgerichtet ist.

Er spricht von Heterosexualität als etwas, das es "zu entdecken gilt".

- Er stellt einen öffentlich bekannten Homosexuellen als Beispiel für eine begabte und berühmte Persönlichkeit vor.

- Er stärkt das überaus problematische Paradigma des "Dating" indem er es als einen Schritt Richtung Ehe darstellt.

- Er erwähnt nicht einmal, daß das Zölibat die vorzüglichste Form der Selbsthingabe ist, die in sich sogar die eigentliche Bedeutung menschlicher Sexualität verwirklicht.

- Er unterläßt es, Christi Lehre von der Ehe zu erwähnen.

Die selbe Vereinigung stellt ferner fest, daß der Lehrplan Normen verletzt, die sogar erst kürzlich von demselben Päpstlichen Rat herausgegeben wurden. Eine andere Laienvereinigung protestiert  dagegen, daß er "häufigen Gebrauch von pornographischen und moralisch anstößigen Bildern macht, daß er es unterläßt, klar und deutlich die katholische Lehre zu erkennen und zu erklären, beginnend mit den grundlegendsten Dingen wie den 10 Geboten und dem Katechismus der Katholischen Kirche, und die Unschuld und Integrität junger Menschen aufbricht, die in der guten und gerechten Obsorge ihre Eltern stehen." Führende Laienvertreter der Katholischen Familienbewegung haben ihn deshalb richtig als "bedenklich unmoralisch" angeprangert, ihn als "völlig unpassend" und "ausgesprochen tragisch" bezeichnet. Einer von ihnen erklärte: "Eltern dürfen sich keine Illusionen machen: Das Pontifikat von Papst Franziskus bedeutet die Kapitulation der Autoritäten des Vatikan gegenüber der weltweiten sexuellen Revolution und bedroht mittlerweile unsere eigenen Kinder."    

Aber diese radikale Abwendung von der früheren Lehre und Praxis der Kirche paßt aber exakt in die Linie der Neuheiten von Amoris laetitia, die ja die "Notwendigkeit für Sexualerziehung" in "Erziehungseinrichtungen" verkündet. Und dabei die traditionelle Lehre der Kirche ignoriert, daß die Eltern und nicht Lehrer in den Klassenzimmern die vornehmliche Verantwortung dafür haben, ihren Kindern die notwendigen Informationen in diesen überaus sensiblen Bereichen zu vermitteln, und sich dabei nicht "in Details zu verlieren", sondern vielmehr "jene Heilsmittel einzusetzen, die in einem doppelten Effekt sowohl die Tür zur Tugend der Reinheit öffnen als auch die zur Unreinheit schließen."* 

Ihre "Revolution" scheint aber insgesamt eng mit Angelegenheiten des Geschlecht verbunden zu sein. So haben Sie auch kürzlich erst eine Kommission einberufen, der auch sechs Frauen angehören , um die Frage "weiblicher Diakone" zu "untersuchen". 'Die freilich bereits im Jahr 2002 von einer Kommission des Vatikan untersucht worden war. Und zum Ergebnis kam, daß das Diakonat als Teil des Weihesakraments anzusehen ist wie es der Priesterweihe und dem Episkopat vorbehalten bleibt, und daß die sogenannten "Diakoniinnen" der Kirche in ihrer frühen Zeit keineswegs dem Weihestand zugehörten, sondern lediglich auf kirchliche Hilfsdienste beogen war, die eine den Nonnen vergleichbare Autorität hatten und sich auf Dienste an Frauen bezog, aber ganz sicher keine Vollmacht zur Taufe oder zur Eheschließung*** einbegriffen hat. "Diakoninnen", wie Sie sie wohl im Sinn haben wären deshalb nicht mehr als mit einem Klerikergewand kostümierte Frauen, denn es ist materialiter nicht möglich, ihnen als Frauen auch nur irgendeinem Grad des Weihesakraments zu spenden.

Aber genau so, wie Sie nicht aufhören, den Respekt für die tiefe Ernsthaftigkeit und den übernatürlichen Charakter der sakramentalen Ehe zu untergraben, scheinen Sie auch vorzuhaben, den ohnehin bereits schwer angeschlagenen Respekt vor dem nur Männern vorbehaltenen Priestertum zu untergraben. Was kommt als nächstes? Wahrscheinlich eine "Entspannung" der apostolischen Tradition des Klerikerzölibats, von dem Sie ja schon erklärt haben, daß er "auf meiner Agenda"   steht.

Und genau jetzt, wo sich ihre "Revolution" weiter beschleunigt, bereiten Sie für Oktober Ihre Reise nach Schweden vor. Wo Sie in einem vereinten "Gebetsgottesdienst" mit einem verheirateten Lutheranischen "Bischof", dem Kopf einer Lutheranischen Weltvereinigung, die die Abtreibung und die Ehe für Homosexuelle befürwortet, um dabei gemeinsam der sogenannten Reformation zu gedenken, die Marthin Luther in die Wege geleitet hat.    

Es entzieht sich der Vorstellungskraft, daß ein römischer Papst das Gedenken an diesen Besessenen würdigt, dem zerstörerischesten Häretiker der Kirchengeschichte, der die Einheit der Christenheit zertrümmert und den Weg zu grenzenloser Gewalt und Blutvergießen und den Zusammenbruch der Moral in ganz Europa eröffnet hat. Der in einer berühmt-berüchtigten Erklägung feststellte: "Sollte es mir gelingen die Messe abzuschaffen, dann glaube ich habe ich den Papst in meiner Gewalt. Wenn einmal diese sakrilegische und verfluchte Gewohnheit der Messe überwunden ist, dann wird das Ganze zusammenstürzen." Es ist von ausgesuchter Ironie, daß dieser Erzhäretiker, den Sie mit Ihrer Anwesenheit zu ehren beabsichtigen, diese Worte in einem Brief an Heinrich VIII. äußerte, der ganz Engalnd ins Schisma führte, weil der Papst sich seinen Wünschen nach Scheidung und Wiederverheiratung samt Zugang zu den Sakramenten nicht beugen wollte.

Wir sehen uns gezwungen, Ihnen zu widersprechen

An diesem Punkt Ihrer turbulenten Amtszeit als "Bischof von Rom" braucht man nicht mehr weiter darüber diskutieren, daß Ihre Anwesenheit am Stuhle Petri eine klare und aktuelle Gefahr für die Kirche darstellt. Angesichts dieser drängenden Gefahr müssen wir deshalb fragen:

Machen Sie sich wirklich nicht die geringsten Sorgen darüber, was die durch Ihre Worte und Taten ausgelösten Skandale und Verwirrungen angerichtet haben, die die heilbringende Aufgabe der Kirche, ihre Lehre in Angelegenheiten des Glaubens und der Moral speziell in Fragen von Ehe, Familie und Sexualität betreffen?

Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen, daß der endlose Applaus der Welt für die "Franziskus-Revolution" jenes krankhafte Anzeichen ist, von dem unser Herr gewarnt hat als er sagte: "Wehe, wenn alle Welt euch lobt. Geradeso taten den Lügenpropheten ihre Väter" (Lk 6:26)

Fehlt Ihnen wirklich jeder Sinn für die Gefährlichkeit der Spaltung, die Sie in der Kirche provoziert haben, wo nun einige Bischöfe sich von der Lehre Ihrer Vorgänger im Amt über Geschiedene und "Wiederverheiratete" entfernen, wobei sie sich nur auf Ihre vorgebliche Autorität berufen, während andere versuchen, die zweitausendjährige Lehre und Praxis der Kirche aufrecht zu halten, an deren Umsturz Sie ohne Unterlaß gearbeitet haben?

Bekümmern Sie die zahllosen sakrilegischen Kommunionen denn nicht, die das Ergebnis Ihrer Zustimmung sind, die Heilige Kommunion für öffentliche Ehebrecher und anderen in "irregulären Lebenssituationen" zu spenden, wie Sie es bereits massenhaft als Erzbischof von Buenos Aires bewilligt haben?

Ist Ihnen überhaupt bewußt, daß der Empfang der Heiligen Kommunion durch Menschen, die in Ehebruch leben, eine Profanation ist, die als direkter Angriff auf den "Leib unseres Herrn" (1 Kor 11:29) gesehen werden muß, der nicht nur der Verdammnis wert ist, sondern einen öffentlichen Skandal darstellt, der den Glauben anderer gefährdet, wie sowohl Benedict XVI. als auch Johannes Paul II. in Übereinstimmugn mit all ihren Vorgängern feststellten?

Glauben Sie wirklich daß Sie die Macht haben, "barmherzig" und in "bestimmten Fällen" Ausnahmen von der von Gott geoffenbarten Morallehre zu verkünden, und das nur, um Ihre persönlichen Vorstellungen von "Angenommenheit", Ihre verharmlosenden Ansichten über Scheidung und außerehelichem Zusammenleben von Paaren, und ihren irrigen Begriff von dem, was sie "pastorale Nächstenliebe" durchzusetzen, wie Sie es in Ihrem Brief an die Bischöfe von Buenos Aires dargestellt haben? Als ob es unbarmherzig wäre zu verlangen, daß Ehebrecher und in Unzucht Lebende ihre unmoralischen Beziehungn aufgeben müssen, ehe sie am Heiligeen Sakrament wieder teilnehmen dürfen?

Haben Sie wirklich keinen Respekt vor den anderslautenden Lehren Ihrer Vorgänger im Amt?

Und schließlich: Haben Sie keine Furcht for dem Herrn und seinem Gericht, das sie in Ihren Predigten und Ansprachen und spontanen Bemerkungen permanent verharmlosen oder gar abstreiten, ja wo Sie sogar erklären - in genauem Widerspruch zum Glaubensbekenntnis - daß "der Gute Hirte ... nicht verurteilen möchte, sondern lieben"?**

Wir stimmen deshalb der Einschätung des bereits erwähnten katholischen Journalisten darin zu, was er über Ihr verrücktes Verfolgen des Ziels der Kommuionspendung an Personen in unmoralischen sexuellen Beziehungen sagt: "Die ganze Angelegenheit ist bizarr. Man kann dafür kein anderes Wort verwenden." Darüber hinaus hat Ihr ganzes bisheriges bizarres Pontifikat eine Situation befördert, wie sie die Kirche noch nie zuvor erlebt hat: Ein Okkupant des Stuhles Petri, dessen Bemerkungen, Ankündigungen und Entscheidungen Sturmangriffe auf die Integrität der Kirche, gegen den sich die Gläubigen permanent schützen und verteidigen müssen. Sodaß der selbe Journalist zu dem Schluß kommt: "Ich sage das in großer Sorge, aber ich fürchte daß der Rest dieses Pontifikats davon geprägt sein wird, daß es von Glaubensdissidenten, von Anhängern der päpstlichen Häresien dominiert werden wird. Damit droht - und das ganz offen - ein Schisma. Gott sei und gnädig!"

Bereits jetzt läßt sich bei fast der gesamten Hierarchie feststellen, daß sie entweder in Stille leidet, oder ausgelassen das angerichtete Debakel feiert.Genau so, wie es bei der großen Arianischen Krise des 4. Jhds. war, als, wie Kardinal Newman so unübertrefflich feststellte:

"die Gesamtheit des Episkopats ihrem Auftrag untreu wurde, während die Gesamtheit der Laien ihrer Taufe treu blieb. Einmal sagte der Papst, ein anders mal die Patriarchen, die Metropolitane und andere große Autoritäten, ein anderes mal ein allgemeines Konzil Dinge, die sie nicht hätten sagen sollen, und setzten Handlungen, die die geoffenbarte Wahrheit verdunkelten und entstellten. Ihnen stand das einfache Volk der Getauften gegenüber, das christliche Volk, aus dem sich durch göttliche Vorsehung in Athanasius, Hilarius, Eusebius von Vercallae und anderen große einzelne Bekenner erhoben, die dann die Gläubigen davor bewahrten, in die Irre zu gehen."

Wenn wir deshalb ebenfalls treu zu unserem Taufgelübde und zu unserem Firmversprechen stehen, wir einfache Laien, die wir nur unwürdige Sünder sind, dann können wir nicht mehr länger schweigen oder untätig Ihren Verwüstungen zusehen. Wir sind vom Aufruf unseres Gewissen dazu gezwungen, Sie öffentlich im Angesicht unserer katholischen Glaubensbrüder, wie es der geoffenbarte Glaube, das göttliche Gesetz und das Naturrecht sowie die Sorge um das Gemeinwohl der Kirche gebietet. Unter Berufung auf die Lehren des Heiligen Thomas, die wir oben bereits erwähnt haben, gibt es auch für Päpste keine Ausnahme vom Naturrecht, demgemäß Einzelne Ihren Vorsteher sogar öffentlich zurechtzuweisen haben, wenn die "unmittelbare Gefahr einer Anstoßnahme in Glaubensdingen besteht." Gerade zum Gegenteil gebietet deshalb die Vernunft sogar dem einfachen Gläubigen, gerade den Papst zu korrigieren, sollte er "vom geraden Weg abweichen".

Wie wissen, daß die Kirche keine nur menschliche Institution ist und daß ihre Unzerstörbarkeit durch die Zusage Christi selbst garantiert ist. Päpste kommen und gehen, und die Kirche wird auch dieses Pontifikat überstehen.**** Aber wir wissen auch, daß  Gott durch menschliche Instrumente wirkt, und daß über alle Notwendigkeit von Gebet und Buße hinaus Er von den Gliedern der Streitbaren Kirche - als Laien wie als Kleriker - eine mutige Verteidigung des Glaubens und der Moral gegen Bedrohungen aus egal welcher Quelle verlangt, selbst wenn diese von einem Papst ausgeht, awiedie Kirchengeschichte mehr als einmal gezeigt hat.

Um der Liebe zu Gott und der Gesegneten Jungfrau Maria willen, der Mutter der Kirche, die zu verehren Sie selbst bekannt haben, rufen wir Sie deshalb auf, Ihre Irrtümer zu widerrufen und den immensen Schaden wiedergutzumachen, den Sie der Kirche und den Seelen zugefügt haben. Und unter Berufung auf das Evangelium fordern wir Sie auf, dem Beispiel des Papstes Honorius folgen, einem Helfer und Helfershelfer einer Häresie, die von einem ökumenischen Konzil sowie von seinem Nachfolger verurteilt wurde, um nicht den "Zorn des Allmächtigen Gottes und der Seligen Aposten Peter und Paul" auf Sie selbst herabzurufen.

Sollten Sie aber nicht damit aufhören, im Namen Ihrer überheblichen "Vision" einer Kirche, die "barmherziger" und evangelischer sein soll als die, die Christus selbst gegründet hat, dessen Lehre und Moral Sie an Ihren Willen zu binden trachten, so hoffen wir, daß die Kardinäle, die Ihren Fehler Sie gewählt zu haben bereuen, Ihren geschworenen Bluteid erfüllen und zumindest eine öffentliche Aufforderung an Sie richten, entweder Ihren Kurs zu ändern, oder das Amt zu verlassen, das sie Ihnen so unüberlegt überantwortet haben.

So lange aber sehen wir und dazu gezwungen, Ihren Irrtümern zu widersprechen und gemäß unserer Stellung in der Kirche unsere Brüdern im Glauben aufzufordern, diesem Widerstand beizutreten, indem wir jedes Mittel, das uns zur Verfügung steht dazu verwenden um den Schaden zu verringern, den Sie offenbar dem Mystischen Leib Christi zuzufügen entschlossen sind. Jeder andere Versuch  hat sich als wirkungslos herausgestellt, wir sehen keinen anderen Weg.

Möge Gott uns barmherzig sein, so wie seiner Heiligen Kirche, und Ihnen, ihrem weltlichen Haupt.

Maria, Hilfe der Christen, bitte für uns!

(Schluß)



Morgen Teil 5)
Appendix und Anmerkungen


Weiterführende eigene Anmerkungen des Überträgers ins Deutsche und VdZ sind nicht Teil des originalen amerikanischen Textes, sind mit *  **  *** [Sternchen] gekennzeichnet und finden sich am Ende dieser Artikelserie.



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