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Montag, 23. Oktober 2017

Freisein bis zum Tod

Die schönste Hymne der Welt - die ungarische Nationalhymne. Am heutigen und dritten Nationalfeiertag Ungarns auch in allen Kirchen (nach der Messe) gesungen. Immerhin ist sie ein Gebet. 

Denn am 23. Oktober gedenkt Ungarn des Aufstandes von 1956, mit dem die Ungarn unter tausenden opfern wieder einmal bewiesen, daß sie ein Volk sind, was Freiheit unabdingbar braucht. Man sieht hier übrigens, wie wenig "Volk" mit "Rasse" zusammenfallen muß. Denn die Ungarn sind als Menschen ein europäisch-asiatischer Schmelztiegel, zu dem sie über die weit über tausendjährigen Geschichte in Europa,. der nachweislich mehrtausendjährigen Geschichte der Ungarn aber überhaupt geworden sind.

Isten, alldj meg a magyart - Gott, segne den Ungarn!










*081017*

Damals fiel das noch auf

London 1974
Die Welle der "sexuellen Befreiung" rollte.



Bild von Pinterest







*071017*

Sonntag, 22. Oktober 2017

Unterwerfung der Indianer Europas

Wenn wir uns öffnen, wenn wir uns hiingeben, können wir die Wirklichkeit oder den Geist vieler Dinge erkennen - "die wirkliche Welt hinter dieser, und alles was wir hier sehen, ist wie ein Schatten jener Welt," um es in den Worten Black Elks zu sagen. Wenn wir uns in Resonanz mit diesen Geistern, unsere eigene Mitte mit ihnen zusammenbringen, dann können sie zu uns sprechen, uns lehren, uns führen, uns helfen, uns schützen und uns mit der Macht ausstatten, die in allem manifestiert ist.

[Hier wird es natürlich problematisch. Dazu ein andermal mehr. Kurz diesmal nur: Es geht nicht über Medialisierung, die K-apisehimu hier meint. Dazu fehlt ihm aber das Personsverständnis bzw. der Personsbegriff. Letztendlich materialisiert, verdinglicht er DOCH den Geist. Damit wird er magisch, also technisch, also dinglich. Und das zeigt sich im nächsten Absatz:]

Unsere Welten sind Wunder und Magie,  weil wir sie erschaffen. Eine Stammeskultur ist ihren Menschen sehr nahe, das heißt, sie wächst in Harmonie mit ihnen, indem sie das aufnimmt, von dem diese glauben, daß es mit ihnen in geistiger Harmonie ist. Je reicher eine Kultur ist - an Mythen, Liedern, Zeremonien, Bäuchen etc. - umso mehr Leben und Bewußtheit und Freude und Eintauchen in das Sein ist geschaffen.

In diesem Sinne haben die Anglo-Amerikaner [die zum überwiegenden Teil Protestanten sind! erst Mitte des 19. Jhds. setzte ein starker Zustrom von katholischen Einwanderern in Nordamerika ein; dem Katholischen sind die indianischen Vorstellungen viel näher, ja sie reinigen sie geistig/gedanklich, weshalb die Evangelisierung in Kanada durch französische katholische Geistliche oft so großen Erfolg hatte. Sie erkannten das natürliche Gute, griffen es auf, und erhöhten es nur] fast gar keine Kultur.

Ihr Ideal des "rauhen Individualismus" läßt ihnen kulturelle Formung als im Widerspruch zu individueller Selbstbestimmung erscheinen oder als eine Form von Gehirnwäsche oder als ein Symptom von Schwäche. So ignorieren sie die Weisen, auf die sie geformt werden und verwechseln folglich ihre eigenen Maßstäbe, Sitte und Mythen mit Absoluta.

[...] Die Auflösung der Stammesidentitäten zu einem einzigen Brei von "Indianertum", wie es in den Städten zu geschehen scheint, ist eine Falle. So können die Eindringlinge sogar unsere Kultur zerstören, während wir an unserer indianischen Identität festhalten. Wir wissen, daß wir nicht wegen der Einheit des Stammes auf unsere Individualität verzichten müssen - genau so wenig müssen wir das Stammestum der Solidarität zwischen den Stämmen opfern. Ein Vogel kann nicht einfach nur ein Vogel sein, ohne einer bestimmten Art anzugehören - darum besteht "Indianertum" darin, einer bestimmten Kultur anzugehören. 



Nach Aufzeichnungen von K-apisehimu von den Ottawa-Indianern


Nachbemerkung: Im Grunde machen die protestantischen Amerikaner mit Europa, ja weltweit genau das, was sie vor 150 Jahren mit den Indianern gemacht haben. Auch wenn sich der Katholizismus von der letztlich pantheistischen Naturreligion der Indianer wesentlich (!) unterscheidet, bezieht er sich doch auch auf das Naturrecht. Und setzt die Gnade auf der Natur auf. Er ist deshalb seinem Wesen nach föderalistisch, regionalistisch, individualistisch, zugleich volks- und kulturbezogen, anti-zentralistisch und subsidiär.






*041017*

Stellen wir die Sache einmal auf ihren paradoxen Kopf (2)

Teil 2) Und weiter führen wir die Beispiele.
Aber ist das mehr als ein Gedankenspiel?
Oder: Worum es wirklich geht!




Könnte man die immer bedrückendere Aufgabe der Freiheit, in die wir gleiten und längst geglitten sind, weil wir uns "alternativlos" Bedrohungen gegenübersehen, an die wir zwar gar nicht zuinnerst glauben, die wir aber nicht (auch weil medial so massiv behauptet, wie eine Mauer vor uns aufgebaut) "entkräften" können, weil wir die Kraft zur Vernunft (die eine Kraft zum Selbststand, zur "Einsamkeit" ist) nicht mehr finden?

Und die Methode funktioniert noch weiter, bis in Details hinein, der Leser möge es ausprobieren: Könnte nicht die Verweigerung der Ehe, die heute fast schon Generalerscheinung der Jugend ist, ein paradox intendiertes Vorgehen gegen die Schwäche der Ehe sein, die wir uns zwar alle nicht nur wünschen, sondern um deren ontologische Fundierung in unserem Selbstsein (nur in der Ehe wird der Mensch "ein Mensch", also eins, also zu sich selbst) wir wissen, doch sehen wir, daß sie im realen Leben nicht mehr "eingerichtet" ist? (Denn man mag sagen was man will: der Grund für das so vielfache Scheitern der Ehe, noch mehr für das Verweigern der Ehe liegt NICHT einfach in subjektiven Überzeugungen, sondern ZUERST in der Schwächung der Institution durch die heutigen Gesetze, die dem Wesen der Ehe spätestens seit den linken "Justizreformen" der 1970er Jahre gar nicht mehr gerecht werden.)

Der VdZ bricht an dieser Stelle ab, der Leser merkt nämlich schon: Betrachtet man die Sache SO, dann werden die Beispiele fast unendlich. So gut wie alles an diesem unserem Heute läßt sich auf diese Weise betrachten, die durchaus eine "ontologische" Betrachtungsweise ist, insofern schon seinen Sinn hat. Vieles wird damit wohl auch tatsächlich zu erklären sein, vielleicht sogar - alles? Das möge der Leser entscheiden, wenn er sich mit dieser Denkweise einmal angefreundet hat und den Sand der Welt einmal durch dieses Sieb laufen läßt. Er wird auf jeden Fall feststellen, daß sich enorm viele Argumente, gute Argumente finden lassen, die Angemessenheit dieser Denkweise anzuerkennen. Und er wird feststellen, daß sich damit viel erhellen läßt, ohne Frage.

Aber er wird vielleicht auch feststellen, daß sich neue und andere Fragen erheben. Einerseits nämlich wird man durch diese Denkweise tatsächlich einmal ruhiger, und kann manchen Katastrophengestus ablegen, und hat keine Angst mehr, die Realität zu jedem Wort kommen zu lassen, das sie uns flüstern will. Gleichzeitig stellt sich eine gewisse Genugtuung ein (spürt der Leser es?), weil auch alles Tun "der Bösen" sein Ablauflaufdatum bereits in sich trägt. Denn das Schlechte ist deshalb schlecht, weil es vor allem eines ist: Ein Mangel am Gut, also ein Mangel am Sein. Die Wut Satans ist eine Wut der Gewißheit, daß er über kurz oder lang - und das ist gewiß - verloren haben wird.

In einem nächsten Schritt aber stellt sich die Frage, ob es also reicht - und hier sind wir fast schon in hegelianischem Fatalismus! Ob es also reicht zu warten, zuzuwarten, bis sich die Dinge irgendwann schon von selbst regeln werden. Und hier kommen wir denn doch zu einer ernüchternden Erkenntnis: Diese Methode mag gut sein, Dinge wieder auf Abstand zu kriegen, sie damit sachgemäßer zu betrachten, angstfreier, ruhiger. Aber sie bleibt eine psychologische Methode! Sie ist ontologisch unzulänglich, und zwar zutiefst. 

Denn sie verkennt, worum es überhaupt im Leben geht! Sie verkennt, daß die Geglücktheit unseres Lebens NICHT davon abhängt, ob die Welt, unsere Kultur toll, stark, mächtig, vollkommen dasteht. Sondern daß es im Leben darum geht, daß WIR uns zur Freiheit und Persönlichkeit (=Heiligkeit, Heldenhaftigkeit) erheben. Daß wir uns also nicht des Handelns dadurch entschlagen, indem wir mit der Macht des Seins spekulieren, das hinter allem steht und schon dafür sorgen wird, daß letztlich "alles gut wird". Nein, nichts "wird von selber gut". Diese Hoffnung dürfen wir nur dahingehend haben als wir uns nicht dem Druck aussetzen müssen, daß es um die Welt, und nur um die Welt geht. Sondern daß es darum geht, sich in dieser Welt - "zur" Welt werdend, also - in Freiheit zu unserem Leben, zu den Sachverhalten unseres Lebens zu erheben. 

So, in der vollen Fähigkeit zur Sachgerechtkeit, dem eigentlichen Ziel des Heiligen, des Helden also, der sachgerecht handelt TROTZ aller persönlichen Schwächen und Hindernisse, so gut wir es eben vermögen, und sei es um den Preis unseres Blutes, erfüllen wir unseren Sinn als Lebensauftrag. Und dieser Sinn setzt beim ganz ganz Nächsten an, bei der Selbstwerdung durch Transzendierung (also: auf die Sache hin greifend) auf jenes Feld hin, in dem wir als Mensch stehen (und das erst durch diese Transzendierung "wird", also in die Welt kommt, zum Beispiel: DURCH die Eheschließung, in der sich erst das Verhältnis zur Frau konstituiert) auf den Sinn zu, in ihn damit hinein.** 

Ob die Welt "gelingt" oder nicht ist dabei sekundär. Denn der Sinn der Welt (denkt man sich den Menschen weg, was eigentlich aber unmöglich ist) liegt nicht in ihr selbst, sondern in ihrer Ausgerichtetheit auf den Menschen, und in ihm auf sein Urbild, auf Gott hin. Ihm ähnlich aber müssen wir werden. Und das werden wir durch unser Sterben, denn alles Hineinbegeben in den Sinn, in den logos der zahllosen Beziehungen, in denen wir stehen, und denen wir sachgerecht zu sein haben, ist ein Sterben.***

Und das heßt nichts anderes, als daß wir uns das treue Tun und Handeln, Tag für Tag, Situation für Situation, Beziehungsfeld um Beziehungsfeld, Sachgerechtheit um Sachgerechtheit nicht ersparen können. Erst DURCH dieses Hineinsterben in unsere jeweilige Aufgabe, Sekunde um Sekunde, wird der Welt nämlich jenes Fenster geöffnet, durch das das Sein gewissermaßen "inkarniert" wird, durch das die Gnade einströmen kann, die alles schafft, auf der alles basiert.**** 

Es ist der Akt des Sterbens, durch den der Himmel sich auftut, durch den Welt und Himmel - Seiendes und Sein - letztlich verbunden sind. Erst wenn wir so leben, wenn wir also leben als stürben wir, werden wir auch schöpferisch tätig sein. Und erst so können wir die Welt der "Alternativlosigkeit" buchstäblich entreißen. In der, wenn sie in diese wirklich gefallen wäre, dem Gesetz der Entropie analog, nur der Fall ins Nichts droht. So aber ist es das Sein selbst, Gott, der dem Seienden seine Anwesenheit gibt. Oder, mit anderen Worten: Eine Welt ohne Freiheit, eine Welt ohne menschliche Sachgerechtheit gibt es nicht. Sie würde ins Nichts fallen. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. 

Das Paradox der Schöpfung, des Seienden als Teilhaber am Sein, wenn auch nicht als Sein selbst (denn das wäre dann Materialismus), ist also mehr als ein Psychotrick, eine "paradoxe Intention". Es ist eben - ein Paradox. Es ist eine Schöpfung Gottes, die sich aus ihm im Lobpreis des Menschen in ihn zurückbiegt.







*Eine umso größere Rolle spielen Lichtfiguren, denen wir diesen Spielraum zu schöpferischem Handeln noch zuschreiben. Praktisch in allen Lebensgebieten klammern sich die Menschen an Einzelfiguren, die diesen Eindruck machen, und fast immer werden wir dabei enttäuscht, weil meist schon Zwerge zu Großriesen aufgeblasen werden. Man kann laufend beobachten, wie Menschen, die nur einen einzigen Satz sagen, der etwas Richtiges benennt, hochgejubelt werden, bis man feststellt, daß ihr Ganzes im Grunde ebenso defekt ist, das man nämlich gar nicht mitdachte. Was wiederum mit der oben erwähnten generellen Schwäche zu tun hat.

**Womit wir bei der Ebene des Sakraments wären. Aber das würde endgültig zu viel für diesen kleinen Ausflug.

***Und deshalb geht die Fragestellung Hegels am Kern vorbei und setzt etwas voraus, das der Freiheit des Menschen radikal widerspricht, damit dem Sinn der Welt widerspricht: Sie sieht ihren Zweck, den sie dialektisch zu erreichen meint, darin erfüllt, einen "abstrakten logis" (die Vernunft Gottes) zur Realität, ins Seiende zu bringen. Dazu aber muß man die Welt des Menschen jeder Freiheit begeben, weil alles mechanisch-materialistisch abläuft. Was Karl Marx völlig richtig erkannt hat, der meinte: In dieser Automatik braucht es eines sicher nicht - einen Gott. Der erfüllt höchstens eien Aufgabe als "Opium", um manches erträglicher zu machen. Und gut kann irgendwie alles geheißen werden, was nützt. Aber Sinn hat es oft keinen. 

****Das ist im Grunde der Irrtum Hegels, der - wie manche es formuliert haben - "Gott nicht mehr in die Welt hineinbringt". Weil er alles in weltimmanenten Automatismen erschöpft sieht. So seltsam es klingen mag: Aber Hegels System (das heute eine so große Rolle spielt, daß man von einem Hegelianischen Zeitalter sprechen müßte: unser Denken, unser Ableiten, unsere Logik, alles ist "seinslos", "gottlos" im philosophischen Sinn, ist materialistisch und weltimmanent, kann aus Gott bestenfalls eine "Moralinstanz" machen, die aber keine Realitätsrelevanz hat. Das ist eine der letzten Konsequenzen übrigens - aus dem Lutherschen Protestantismus. Und Hegel war ja auch Lutheraner.)  

Auch wenn Heidegger diese Konsequenz nie zog, also seinem Denken einen "Gott" verweigerte, findet sich in seinem Denken ("Sein und Zeit") dieses Denken ganz erstaunlich weit getrieben, und es läßt sich, wie der VdZ meint, wie ein Baustein der wahren Metaphysik einfügen.






*041017

Samstag, 21. Oktober 2017

Stellen wir die Sache einmal auf ihren paradoxen Kopf (1)

Ein Punkt, der vielleicht nicht immer leicht verstehbar ist, ist der zuletzt erwähnte Zusammenhang zwischen einem verstärkt, ja fanatisiert angestrebten Ziel der Zerstörung - das sich hinter einem positiven Ziel versteckt, als das sich "Weltrettung" (übrigens auch: "Kirchenrettung") natürlich bestens eignet - durch Nährung des Falschen. Das so zu einem Kulminationspunkt getrieben werden soll, in dem es von selbst zusammenbricht, sein Widerspruch zum Sein also endlich durch Nichtung zur Darstellung kommt. 

Vereinfacht, verbildllicht: Man hat nicht den Mut, mit dem Hausmeister zu streiten, daß die Linde vor dem Haus gefällt werden soll, weil sie langfristig die Mauern zerstört. Was der Hausmeister bestreitet. Also geht man her und düngt und gießt die Linde, hegt und pflegt sie, damit sie möglichst gut wachse - und sich die Folge daraus, das Zerstören der Mauern durch die Wurzeln, "von selber" zeigt. Der Leser möge dieses Handlungsschema abstrahieren, das auf psychischem Gebiet Viktor Frankl "paradoxe Intention" nennt. Und so eingesetzt wird, daß ein Mensch sich seine Ängste als möglichst real und in allen schlimmsten Auswirkungen vor Augen stellt. Woraufhin er etwas Seltsames erlebt: Er beginnt, diese Angst zu verlieren. 

Nicht, wie auch Frankl manchmal zu meinen scheint (dem das Seinsverständnis fehlt, ihm bleibt alles subjektiv, "psychisch", ja konstruktivistisch), weil er sich mit dem Übel anfreundet, sondern weil etwas ganz anders passiert: Es steigen korrigierende Stimmungen aus dem Seelengrund auf. Es wird im tiefsten Wahrnehmungs- und Gewissensgrund (als "Gewußtes") ein Bild aktiviert, das der Realität näher kommt als die (aus sich uferlose) Angst. Die paradoxe Intention spekuliert also mit einer "automatischen Reaktion" (Kraft), die aus dem Wirklichen aufsteigt, aus dem Sein sich erhebt - und DAMIT die subjektive Vorstellung, die psychische Störung der Wirklichkeitsrezeption, die man aus eigener Willenskraft nicht wieder korrigieren wagt oder kann, überwältigt. Diese Form der inneren Reaktion ist also meist eine Reaktion der Schwäche, des Unterlegenen, des Ohnmächtigen, oder einfach des Mutlosen. Und sie ist darin nicht einmal immer unklug, denn manches läßt sich tatsächlich nicht von einem selbst ändern, also muß man auf andere Kräfte bauen.

Machen wir es nun an einem anderen Beispiel aus der Gegenwart konkret, und von einem Gedankenexperiment aus nachvollziehbar. Wobei der VdZ an dieser Stelle ausdrücklich davor warnt, die Erkenntnis daraus zu simplifizieren und schlechthin zu konkretisieren und zu verallgemeinern. Die seelische Verfaßtheit eines Menschen ist immer sehr komplex, vieles kombiniert sich, wechselt sich ab (der Mensch "oszilliert" immer, pendelt immer zwischen Nichts und Sein, Tod und Leben, und es ist sogar erst dieses Oszillieren, das ihn als kontinuierlich erkennbar macht!), und im letzten immer originär und ein Geheimnis. Manches aber an der umgebenden Realität läßt sich dennoch daraus erkennen. Probieren wir also einmal aus, wie weit der Gedanke trägt und sich ausbaut.

Denn einerseits ist heute eine extreme Persönlichkeitsschwäche bemerkbar, die als Kulturphänomen gelten muß. Denn sie ankert in der Kultur ebenso, wie sie diese mitformt, und das heißt: die Kultur weiter abbaut. Anderseits streben die Menschen heute so gezielt einem Totalzusammenbruch zu, als würden sie ihn wollen, ja herbeisehnen. Gleichzeitig sind sie ratlos. Resignation ist vielleicht sogar DAS Zeitgefühl. Zumalen ihnen schon von der Politik erzählt wird, also von jenen, die es in der Hand hätten, "etwas zu ändern", daß so gut wie alles "alternativlos" ist. Schöpferisches Handeln ist also nicht mehr vorhanden, angeblich weil der Spielraum dazu durch zwingende Fakten fehlt. Jede schöpferische Handlung - in der Politik ebenso wie im Privatleben - stößt an unüberwindliche Grenzen unlösbarer Teilprobleme, die uns regelrecht umzingelt haben. Kurzum: Die Dinge laufen nicht mehr so, wie wir sie gerne hätten und uns wünschen, sondern haben sich zu gewaltigen Maschinen gesteigert, in die wir eingespannt sind.*

Handeln also heute die Menschen heute unbewußt/bewußt ganz gezielt falsch? Verweigern sie ganz gezielt die Vernunft? Der VdZ hat den Verdacht, daß dies sehr oft zutrifft. Und einer der Gründe, warum er das meint glauben zu können ist, daß er davon ausgehen muß, daß in jedem Menschen derselbe Vernunftgrund angelegt ist. Schon alleine aus der unlösbaren Verbindung mit der Wahrheit, in die alles, was ist (bzw wie es Heidegger so richtig und vieldeutig sagt, "sich anwesend gibt"), eingebettet ist. Das könnte den Eindruck stärken, daß die Menschen darauf warten, daß "die Wahrheit" sich von selbst durchsetzt! Daß sie bis zu einem Punkt zum Verschwinden gebracht wird, wo ihr Druck - der ja der Druck des Seins ist! - so groß wird, daß sie das Falsche, den Irrtum, den Schwindel, die Lüge von selbst überwindet. 

Die gigantische Täuschung, in der sich heutige Gesellschaften (als Kulturen, als Völker, in allen formen von Gesellschaft) zeigen, sodaß der VdZ es als "riesige Blasen" bezeichnet, in denen wir uns bereits bewegen (also nicht nur am Immobilienmarkt ;-), die aber keinerlei direkte Wirklichkeitsrelevanz mehr haben. Was heute gedacht, geredet, vor allem aber getan wird ist so vollständig Unsinn und Widervernunft, daß der Druck der Wahrheit ja tatsächlich enorm sein muß. Könnte man daraus nicht schließen, daß die Menschheit so sehr wie nur auf den ersten Blick "noch nie", in Wahrheit aber wohl in jeder letzten Verfallsphase einer Kultur, auf die Emanation der Wahrheit selbst hofft und sie zum Eintritt reizen möchte? Lassen sich hier nicht die direktesten Parallelen mit dem Verschwinden der Kirche (das dem Verschwinden des Kultes, der Liturgie, den vorenthaltenen Sakramenten, ja der vorenthaltenen inkarnierten Wahrheit also zuzuschreiben ist) ziehen?

Ist nicht das immer vollkommenere Auslöschen der Kulturtraditionen, der kulturellen Institutionen, die Zustimmung vor allem die dazu zu herrschen scheint, auch als paradoxe Intention zu denken, die in Wahrheit nur eines wünscht: Daß die Väter, daß das Sein wieder aufsteht und mit Macht die Regierung in die Hände nimmt? Könnte man die schon ins Absurde gehende Umweltzerstörung der Linken und Umweltapostel (als "Weltretter"; siehe aaO die Deutung dazu) nicht auch als verzweifelten Aufschrei deuten, der engstirnigen, irrationalen und seinslosen Denkweise der Ökologisten (die ja auch sämtlich in "Alternativlosigkeiten" stecken) dadurch zu entfliehen, weil man den Grund aller Vernunft aufstacheln will, sich endlich hinter allen Windrädern und Hochspannungsleitungen und Solarplätschen* zu erheben, indem man der Unvernunft offen vor Augen stellt, wie häßlich, wie unerträglich und falsch sie liegt, nur fehlt es an Geist, an Stärke, an Verstand, nur scheint es ein viel zu gigantisches, ein unbewältigbares Unterfangen, dies selbst zu widerlegen, weil auch die Kraft fehlt, selbst dem Ahnen zu folgen? 



Teil 2) Und weiter führen wir die Beispiele.
Aber ist das mehr als ein Gedankenspiel?
Oder: Worum es wirklich geht!




*Eine "Plätsche" ist im Österreichischen ein großer, unförmiger Fleck, unter dem etwas aufprallt und zerschellt. 





*041017*

Der Samstag-Nachmittag-Film

Filme wie dieser haben nach 1945 - vielleicht erstmals - so etwas wie eine österreichische Identität geschaffen. Und maßgeblich beteiligt daran war Hans Moser, der durch seine Wiener Typen bekannt wurde, die er spielte, die er schuf. "Der Hofrat Geiger" ist in seiner eigentümlichen Melancholie, die den Menschen darstellt, der nach langen Irrwegen Heimat und Familie findet, auch deshalb so interessant, weil er das Leben nach dem Krieg erahnen läßt. Aus den Ruinen und dem totalen Zusammenbruch hebt sich wieder das Schöne der Schöpfung, und an ihm richtet sich der Mensch auf.










*100817*

Freitag, 20. Oktober 2017

Rechts wählen, aber links gestreichelt werden

Der wahltechnische Erfolg von Sebastian Kurz hat recht plausibel - auch - einen leicht einsehbaren Grund. Ein Kommentator nannte ihn kürzlich. Dieser da meinte, daß in Kurz zwar die ehedem "rechten" (von der linken als rechtsradikal verworfenen) Inhalte zur Wahl gestanden hätten, aber in seiner Person, noch dazu als Obmann der alles andere als radikalen ÖVP, nicht die Gefaht bestand, derselben Schmähung ausgesetzt zu sein, wie sie den sogenannten "Rechten" und "Nazis" widerfährt. 

Wer Kurz wählte, konnte also rechts wählen, ohne als Nazi diffamiert zu werden. Die von ihm prononcierten Inhalte waren gleich, aber man blieb politically correct, blieb anerkannt, etabliert. 

Manche meinen deshalb, daß Kurz ein erstes erfolgreiches Testbeispiel der Linken dafür ist, wie man "die Rechten" abfängt. Man verkündet einfach deren Schlagworte, biegt sie realpolitisch aber dann sanft wieder um. Sebastian Kurz wäre dann nur ein geschickt eingeführtes Ventil, denn eigentlich sei an Kurz nichts "rechts", sondern er war und ist immer einer der vielen links weichgespülten "Pseudo-Konservativen". Daher rühre auch sein oft und oft von ihm selbst betontes Naheverhältnis zu Alexander van der Bellen, dem österreichischen Bundespräsidenten und Paradelinken. 

Dann wäre alles nur ein geschicktes, wahltaktisches Täuschungsmanöver des ehemaligen "Intregrationsministers" gewesen, das für die Linke die Gelegenheit bot, so manches tatsächlich Unhaltbare, vor allem Widersprüchliche, in das man hineingetappt war, zu korrigieren? Man hätte dann wenigstens Zeit gewonnen, um noch mehr Tatsachen zu schaffen, die in Alternativlosigkeiten mündeten. Denn immerhin war es die ÖVP, also die Kurz-Partei, die Jahrzehnte die linke Migrationspolitik gefördert (und finanziert) hatte, nun aber so einmütig hinter diesem neuen Kurs zu stehen vorgibt. Denn wenn es einen Interessenten an der rationalistischen Spielerei von "notwendiger Einwanderung" gibt, dann ist es die kapitalistische Industrie. Denn es ist der Kapitalismus, der an die Technifizierung des Menschen glaubt. Die ÖVP ist aber (in einem gigantischen Etikettenschwindel) seit Jahrzehnten deren Hampelmann!

Immerhin ergaben ja Wähleranalysen, daß die Österreicher die Person Kurz gewählt, aber den Inhalten der FPÖ zugestimmt hätten. Das Wahlprogramm der Kurz-ÖVP war auch zu offensichtlich dem der "rechtsradikalen" FPÖ angeglichen. Deren Obmann, Heinz Christian. Strache, man aber nur wenig (offiziell) zustimme. Kurz könnte also mit seinen "Reformen" nichts anderes meinen als technizistische Umgestaltung - unter dem Deckmantel konservativer Werte. Nicht zufällig hat ihn der steirische Obmann der ÖVP so ausgenommen gelobt. Die Steiermark ist ein gutes Beispiel für "Reformen", die im Grunde lebens- weil vor allem geistfeindlicher Technizismus bedeuten.

Und das geht noch leichter, wenn man die Themen einschränkt, und das ist in Österreich passiert. Sodaß die Wahl des Parlaments zu einer einzigen Fragestellung "Massen- und illegale Migration ja oder nein" wurde! Aber ist das wirklich (noch) das entscheidende Thema? Sind azu nicht längst alle Weichen gestellt, sodaß wir hier vor ganz anderren Fragen stehen? Wer glaubt denn wirklich, daß hunderttausende Illegale rein praktisch "abgeschoben" werden können? Wer glaubt denn wirklich, daß die fast 10 % Muslime in Österreich NICHT gesellschaftspolitischer Faktor geworden sind? Was ist daran noch rückgängig zu machen? Nichts! War das also nicht ein Scheinthema, das die Rechte noch dazu so bereitwillig als Stöckchen zugeworfen hat? Muß man nicht ganz andere Fragen stellen? 

Beweist nicht gerade Macron in Frankreich, wie man Kapitals-Knecht sein kann, und doch die Rechte durch Themenwahl ("Migrationsbeschränkung", "scharfes Durchgreifen") irritieren kann? Eidechsentaktik also. Man läßt alle mit dem abgeworfenen Schwanz spielen, während die Echse längst um alle Ecken ist.

Wollen wir uns durch einem Punkt trösten. Immerhin hat Kurz - und/oder seine Ratgeber - begriffen, daß auch in der Demokratie Personen gewählt werden, NICHT Inhalte. (Und anders kann sie gar nicht funktionieren: nichts hat das monarchische Prinzip derartig auf die Spitze getrieben wie die Demokratie.) Inhalte können nur belegen, bekräftigen, aber sie tragen in der Massendemokratie nicht. Wer an die Kraft der Inhalte glaubt hat einfach einen schweren Denk-, noch wahrscheinlicher aber: einen Charakterfehler.

Man wird sehen. Immerhin haben die nunmehr geschaffenen Fakten - als Druck der Wähler, der ausgedrückten Volksmeinung, selbst wenn die sachliche Basis zu dieser Frage eine einzige Täuschung war - auch eine normierende, bindende Kraft. Man wird aber auch sehen, wie Kurz diese Wählertäuschung übertünchen wird können. Denn hier stößt er an natürliche Grenzen: Man kann das Volk nicht auf Dauer täuschen.

Vielleicht hat also das österreichische Volk aber einen ganz schweren Fehler gemacht. Gewißheit kann aber sein: Er würde zurückschlagen. Und zwar überproportional. Aber auch darin wäre was derzeit in Österreich passiet nur typisch für die Politik. Deren einziges Paradigma heute ist: Zeitgewinn.


***

Nachtrag: Eine wirklich köstliche, enorm spitzfindige Kolumne fand sich dieser Tage in der Kronen Zeitung. Eine gewisse Katia Wagner (mit dem VdZ weder verwandt oder verschwägert) zeigt hier, mit welcher Lächerlichkeit sich die linke Reichshälfte Österreichs derzeit bekleckert. Und wie die Grünen - gut, einverstanden, wer grün wählt ist zum einen ein bösartiger Charakter, zum anderen und daraus folgend ein dummer Mensch - an der Nase herumgeführt worden waren. 

Denn die SPÖ hatte mit dem Slogan geworben, fast panisch damit geworben, der VdZ hat es in Wien selbst gesehen, er war zufällig mal wieder dort, (und sich so nebenbei gedacht, daß die FPÖ dort nicht viel reißen wird, denn deren Wahlwerbung in Wien war in den Tagen vor der Wahl zwar enorm dicht, aber einfach schwach; und genau so schlug es sich im Endergebnis nieder: die FPÖ verlor in Wien wieder ihren Aufwärtsdrall der vorjährigen Gemeinderatswahlen; wobei der VdZ gleich dazusagt, daß er sich traditionell an Wahlen von Parteien NICHT beteiligt) daß die Grünen Rot wählen sollten, um die FPÖ zu verhindern. Denn das war nach dem "Watergate" rund um den Israeli Silberstein als Wahlkampfass auch bitter notwendig, die Prognosen waren schon auf 20 % gefallen!

Und die Grünen haben das gemacht! Wählerstromanalysern ergeben eindeutig, daß MEHR ehemalige Grünwähler die SPÖ IN WIEN gewählt haben, als insgesamt die Grünen. Die 9 %, die sie verloren haben, womit sie die Mindestgrenze nicht mehr übersprungen haben, enthalten jene 6 %, die an die Roten gewandert sind. (Den Rest verloren sie an einen ihrer früheren Leitfiguren, den sie - ein Mann, igitt! für eine Lesbenpartei?! - glatt rausgebisen hatten, woraufhin der eine eigene Partei gründete, bei der Wahl antrat, und prompt ... mit 8 Sitzen ins Parlament einziehen wird.)

Sodaß die GrünInnen folgerichtig aus dem Parlament am Wiener Ring geflogen sind. Nebenbei mit vielen Millionen Schulden, auf denen sie nun sitzen, denn sie haben einen äußerst üppigen Wahlkampf (wofür? der VdZ weiß es nicht; für den Klimawandel? oder die ewig armen Lesben an die Macht? keine Ahnung) geführt, und insgesamt - man begreife das Ausmaß an linkszerstörerischer Agitation, das davon ausging! - 115 Menschen, die im Parlamentsklub der Grünen (incl. Abgeordnete) ANGESTELLT waren, "arbeitslos" macht.  Die nun dort natürlich die Büros räumen müssen.

Was passiert aber jetzt? Die Roten (SPÖ) spüren plötzlich "Verantwortung" - und kokettieren mit einer Koalition mit der ... ja, tatsächlich, mit der ehedem als zu verhindernden weil rechtsradikalen FPÖ! (An die die SPÖ im übrigen hunderttausende Stimmen verloren hat, erstmals ist sogar die FPÖ stimmenmäßig im Arbeitermilieu - im Arbeitermilieu! - VOR den Roten!) Um so die Schwarzen erstens abzufangen, um so aber vor allem ihre Pfründe zu sichern. Mit einem Parteivorsitzenden, der sich glatt als "Unternehmer" aufspielt, und dabei eine Bilderbuchkarriere im geschützten (roten) Bereich hinter sich hat, und als ÖBB-Sanierungsprofi eine Kapitalismushärte bewiesen hat, die sehenswert ist. Und er sich nun als "Sieger" feiern läßt, allen Ernstes!

Tja, für die Grünwähler gilt wohl: Dumm gelaufen. Aber keine Angst, ein gewisser Anteil an Irrationalität, Charakterdesaster und Lächerlichkeit bleibt der österreichischen Volksvertretung erhalten. Immerhin sind die "Liberalen" (NEOS) ebenfalls im Parlament. Sie werden halt nur den Grünen die letzten 3 % auch noch abspenstig machen, denn links uind dumm genug sind sie ja.





*161017*

Es ist in Wahrheit eine Atombombe (2)

Teil 2)





Damit entzieht sich die Religion (so wie jede Religion) der humanen Vernunftfähigkeit. Sie baut eine letztlich unüberbrückbare Kluft zwischen dem Wesen des Menschen und dem Wesen Gottes. Gnade und Erlösung, Heil wird zur rein willkürlichen Handlung Gottes, der sich der Mensch aber aus eigener Vernunft - und damit aus Sachgerechtheit des Handelns und Denkens - niemals nähern kann. Aus der Vernunftbegründetheit des Katholischen Glaubens (der die Philosophie immer als "ancilla", als Magd bezeichnete, WEIL sie jenes Instrument ist, aus dem der Mensch die Vernunft Gottes zumindest annähernd erkennen kann) fällt, und durch ein fideistisches, also nur im Willen zu glaubendes Gebäude ersetzt wird. Das letztlich nur durch Priester, vor allem aber durch eine die wörtlich zu nehmende (damit niemals im Ganzen zu lesende wie zu verstehende) Heilige Schrift (dort der Koran, hier die Bibel) verstanden und erkannt werden kann.

Wer bisher den Willen Gottes kennenlernen wollte, der mußte sich primär um die Sachverhalte kümmern. Daraufhin mußte er sich transzendieren, denn in ihnen lag der Wille Gottes verborgen und darin war er erkennbar. Wer fortan aber den Willen Gottes kennenlernen möchte, der kann sich nur noch an Gebote und vor allem Moralgebote halten, die aber keine logische Fundierung in der Sache mehr haben. Die Folge ist natürlich ein immer vielfältigeres Interpretieren, wie wir es ja im Islam genauso haben, wie es im Protestantismus (mit seinen unzähligen Kirchen, ja letztlich: so vielen Kirchen, wie es Protestanten gibt) bereits der Fall ist. Es ist ein völlig anderer Glaube, als ihn die Kirche über 2000 Jahre pflegte weil hatte. 

Dagegen wird kaum zu argumentieren sein, und auch das zeigt sich ja längst und allerorten: Denn wer einmal den logos, die Vernunfthaftigkeit außer Kraft setzt, ist durch Logik nicht mehr zu überwinden. Sondern nur noch durch Konzepte der moralischen Gutheit. 

Wenn also in Amoris Laetitia die Ehe aus ihrem anthropologisch-metaphysischen Konzept der Widerspruchsfreiheit herausgerissen wird, weil sie Ehebruch "unter bestimmten Voraussetzungen" sogar für ein Gut heißt, dann bedeutet das nicht einfach einen Einzelfall, sondern die offizielle Beseitigung eines Prinzips, das das tragende Prinzip des Katholischen war. Das nunmehr nicht weiter erläutert, verständlicher, zugänglicher wird, sondern überhaupt nicht mhr anders verstehbar als sich eben diese neuen Religionsdefinitionen verstehen: Als Willkürakt Gottes, und damit als Willkürakt des Menschen.

Wer das möchte, wer das tut, beweist aber vor allem eines: Daß er das Wesen des Katholischen überhaupt nicht verstanden hat. Damit aber liegt die Erkenntnis nahe, daß er auch nicht glaubt. Weil aber Glaube eine Gnade ist, vom Menschen also nicht "gemacht" (oder vorgestellt), höchstens gewünscht werden kann, weil aber Glaube ein Licht ist, das erst ein Erkennen des logos möglich macht (weil nur im logos auch die Logik atmet), kann eine Diskussion mit Nicht-Glaubenden nur bis zu einer gewissen Grenze geführt werden. 

Dort kann sie nur - im guten Willen - eine Türschwelle bedeuten, deren Tür sich nur dem Getauften und nur in der Gnade (also ohne schwere Sünde, die ja ein Naturverstoß, die immer eine Irrationalität ist) öffnet . Denn dann kann logischer Disput nur vorbereiten, er kann aber nicht endgültig "klären". Das zu glauben bliebe ja dem Rationalismus vorbehalten. Denn der Glaube, die Gnade des Glaubens ist zuallererst ein Licht, und es ist ein Licht des logos, der Vernunft also, die Widersprüchlichkeit ausschließt, die letztlich also immer auch logisch bleibt.

Aber damit wird noch eine Wahrheit deutlich, und sie ist eine unangenehme Wahrheit, zumindest für manche: Daß nämlich die Sünde es ist, die dieses "Katholische", diesen logos nicht begreifen läßt. Und daß nur die Sünde es ist, die sein Aufbrechen, das Zulassen des Widerspruchs - die Erlösung trotz des objektiven Widerspruchs zur Heiligkeit - verlangt. Und deshalb eine Täuschung inszenieren möchte.

Wenn sich aber vielerorts auch in der Katholischen Kirche (eine Tautologie) das zeigt, was man Ökumenismus nennt, wenn sich ein Verstehen des Islam zeigt, ja der Wille, ihn quasi gleichzusetzen, so zeigt sich darin aber auch, daß bereits von einem Verstehen ausgegangen wird, dem die Gleichförmigkeit mit dem logos fehlt. Denn nur wenn man aus denselben anti-logos-Haltungen des Islam (und aller übrigen Religionen) heraus denkt, fühlt, "glaubt", kann einem dieser prinzipiell Unterschied nicht mehr in seiner enormen Bedeutung aufscheinen. Weil er dem katholischen Glauben fundamental widerspricht.  

Eine angebliche Unbedeutendheit auf ein paar mengenmäßig geringe Zeilen zu berufen wiederum wäre eine wirkliche Katastrophe, die die Kirche in eine Verwirrung stürzen muß, die sich durch fallweise schon widersprüchliche Moralurteile von Bischöfen nur leise andeutet. Auch im Koran (und wer weiß noch wo) steht vieles, das "nicht falsch" ist, nimmt man es nur für sich. Aber so kann man dem Katholischen Glauben niemals gerecht werden. So wird man nicht einmal dem Islam gerecht.





*071017*

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Es ist in Wahrheit eine Atombombe (1)

In dem, was in Amoris Laetitia vorbereitet ist, steckt eine wahre Atombombe. Die in den Prinzipien steckt, die sich darin zeigen. Genau übrigens jene Atombombe, die den Islam vor 1000 Jahren zerriß. Damals passierte dasselbe, was heute in der Kirche wie eine "Mode" herumgeistert, und nichts anderes bedeutet als das Aufgreifen einer allgegenwärtigen Tendenz der Gegenwart. 

Die aus dem Rationalismus der Aufklärung heraus (vorbereitet aus dem Mathematizismus des Descartes etc.) zu dem Punkt kam, daß sich die Welt letztlich nicht erklärt, also der zur Ratio erniedrigten Vernunft nicht entspricht. Grund? Weil die Vorstellung von Moral und moralischem Verhalten ein Verhalten fordert, das der Vernunft auch "einmal" widersprechen kann.

Damit wurde schon im Islam eine Überbetonung des Willens, ja Gott wurde auf diesen expliziten Punkt reduziert: Als Willkürgott, als Despot, der von den Menschen fordert, ohne es ihnen begreiflich zu machen, der ein Begreifen verlangt, ohne daß es ein solches gäbe, sondern nur ein Annehmen gibt. 

Daß sich also aus dem Denken Gottes und des Menschen ein Widerspruch ergibt. Der Mensch kann deshalb in seiner Annäherung an Gott nicht weiterkommen, indem er versucht, sein Denken, seine Vernunft zu übernehmen, sondern seine Vernunft ist so verschieden, entfernt von der Gottes, daß er ohnehin niemals Gottes Willen aus Vernunftgründen erschließen kann, sondern lediglich aus Verhaltensgeboten heraus leben kann. 

Diesen Standpunkt hat die Kirche 2013 Jahre lang abgelehnt. Ihn einzunehmen bedeutet eine völlige Uminterpretation des Katholischen, einen Versuch der Neugründung der Kirche. Die in Amoris Laetitia geöffnete Tür betrifft also keineswegs die Ehe und den Ehebruch alleine, sie würde als Prinzip übernommen einen völlig neuen Glauben ergeben. 

Die Wahrheit ist darin nicht mehr das allen aus und in der Vernunft prinzipiell (aber von der Haltung abhängig gewählte, formulierbare) Zugängliche, sodaß sie sich aus der Sachlichkeit ergibt, sodaß Moralität eine Entsprechung mit der Natur ergibt, sondern es ergibt sich aus (subjektiven, zeitbedingten) Moralvorstellungen. Diese setzen dann die Inhalte. Weil diese Inhalte natürlich im historischen Wandel wechseln, müssen sie immer wieder neu definiert werden, wobei ihnen keine strukturelle Wahrheit bleibt, sondern eben nur jeweils eine inhaltliche Richtigkeit. Die mit der Zeit wieder starr wird, also in die jeweilige Zeit hinein wieder neu gefunden werden müssen.

Dem widerspricht die Wahrheit des Katholischen. Das davon ausgeht, daß Gott sich in der Schöpfung selbst erzählt. Weil, so Aristoteles (der bis Averroes/Ibn Rushid ja auch im arabischen Raum eine beträchtliche Rolle spielte), das Gute auch dem Sachgemäßen entspricht. Dieses Sachgemäße ist aber nur in der Geschichte je neu verkleidet, sein Wesen hingegen ist immer gleich. Und es ist der menschlichen Vernunft nicht nur offen, sondern diese formt sich der Sache gemäß. Damit ist das Gute, das zu Tuende, auch in der Sache der Schöpfung eingeschrieben, weil es sie trägt. Dies Wahrheit ist nunmehr Person, ist personal, das heißt daß sie sich nur im (richtigen) Verhältnis zu dieser Person erschließt.

Und - sie braucht dazu die Offenbarung. Sie braucht dazu die reale, historische Gestalt von Jesus Christus, der IN DER KIRCHE (und in bereits eingeschränkterem Maß: als jeweils immer historische, immer dabei reale Kirche, zusammengehalten durch das Blutsband des Gehorsam als Offenheit zur Geformtwerdung) präsent ist. Das die Lage "in a nutshell", in einer Nußschale.

Was im Islam (und in jeder anderen "Religion") aber noch deshalb scheitern muß, weil seine Religion eben NICHT (personal bzw. personell) wahr ist, weil Jesus eben mehr war als "ein Prophet", was also im Islam eine nicht erfüllte Verheißung bleiben MUSZ, wäre und war (und ist) im Christentum (=Katholizismus) erfüllt, durch die Sakramente, im besonderen, am umfassendsten, am kernhaftesten durch das Altarsakrament. Es ist klar, daß ein Abweichen von der Tatsache des Sakraments (wie es dann im Protestantismus passiert, der die Realhaftigkeit rein ins subjektive "Glaubenwollen", eigentlich "Vorstellen" verlegt) auch ein Abweichen von der Wahrheitsoffenheit der Welt nach sich zieht.

Damit MUSZ auch die Vernunft NACH (bzw. in) der Renaissance scheitern. Und zwar auch die ganz reale, alltägliche Vernunft. Ihr fehlt die Fundierung, sie hat als Krücke nur noch die geoffenbarten "Gebote" (so wie die Juden des Alten Testaments). Und daran würde auch die Kirche heute scheitern, wenn sie den sich bereits so massiv - über den Papst - aufbauenden Umdeutung festhielte. Sie würde sich zu einem protestantischen, mit dem Islam im Grunde weitgehend gleichen subjektiven Moralsystem umbauen.

Und das hat sie ja bereits sehr weitgehend gemacht. Nicht in dem, was man als "depositum fidei" bezeichnet, also in dem einen und immer gleichen Glauben, sondern in vielen faktischen Tatsachen und Realitäten, allen voran: der Liturgiereform seit 1970. Während aber diese Reformen (die sich im 2. Vatikanum bereits sehr weitgehend zumindest als Untergrund, als Gestimmtheit vorbereitet finden*) bislang noch zumindest explizit nicht angetastet wurden, scheint sich nun vorzubereiten, dies auch explizit zu machen.

Damit käme die Kirche jenem Schritt des Islam gleich. Der im 11. Jhd. beschloß, die Frustration durch die Vernunft zu beenden, und ein reines Willenssystem vorzuschreiben und zu etablieren. In dem eine Sache sowohl wahr als auch falsch sein könne, sowohl vernünftig als auch widervernünftig, WEIL und WENN es GOTTES WILLEN entspricht.



Morgen Teil 2)



*In Wahrheit muß man ja sagen, daß die Veränderungen, die das 2. Vatikanum (und die ihr im Beiboot folgende Liturgiereform einige Jahre später) im Gesamtverlauf der Kirchengeschichte eine seit 500 Jahren und mehr angelaufene Entwicklung zu ihrer weiteren Konklusion brachten. Wer insbesonders den Kirchenbau ansieht (dieser Spur wird der VdZ noch eingehender folgen, denn er belegt die permanente geistige Entwicklung zur Devastierung heute) - diese steingewordene theologisch-philosophische Entwiclung des Abendlandes - kann nach Meinung des VdZ am besten erkennen,  daß in diesem Sinn das 2. Vatikanum tatsächlich in einer Kontinuitätslinie stand. Und daß der Widerstand dagegen etwas von Themenverfehlung hat, was  nichts daran ändert, daß diese Entwicklung einen Niedergang darstellt. Der sich ja im Niedergang der europäischen Kultur deutlich zeigt. 

Der VdZ wird sich mit diesem Thema an dieser Stelle noch eingehender befassen. Weil er meint, daß der Grund dafür, daß die Kultur- und Kirchenkritik der Gegenwart (auch und vor allem von konservativer Seite) deshalb keine Resonanz findet und seit Jahrzehnten auf der Stelle tritt, weil die das Problem nicht an der Wurzel erkennt. Es geht um Liturgie, ja, aber die Kritik des NOM (Novo Ordae Missae, also der "neuen Messe") hat etwas Heuchlerisches deshalb, weil sie vielfach nur einem Zurückschrecken vor der letzten Konsequenz gleichkommt, die aber bereits in der sogenannten "tridentinischen Messe" angelegt ist. Daß dies einen ziemlich neue Herangehensweise bedeutet ist dem VdZ bewußt. Aber er "kann nicht anders", überblickt er diese letzten 5 Jahrzehnte, die er selbst erlebt und erfahren hat, vom Ministranten im Alten Ritus (bzw. 1965, als man ihn bereits behutsam reformierte) angefangen. Überblickt er vor allem aber die letzten drei Jahrzehnte intensiver Kirchen- und Liturgiekritik, aus der heraus ihm als Indiz dafür, daß man eine neue Sichtweise suchen muß, auffiel, daß sich alles im Kreis dreht, am Stand steht, sich nichts bewegt.




*061117*

Beim Namen genannt

Das Video zeigt die offizielle Feier zum "Tag der Kinder" in Nordkorea. Erschüttend? Der VdZ sagt es ganz offen: Er sieht aus den Erfahrungen mit seinen Kindern (die er doch in gewisser Anzahl hat) keinen (sic!) Unterschied zu dem, was in unseren Schulen passiert. Nur passiert es bei uns geschickter, taktisch klüger, verborgener, subtiler, aber dafür auch effizienter. In Nordkorea (und ähnlichen Systemen) weiß man und weiß jeder, woran man ist. Die offiziell zu habenden Gefühle sind deutlich unterschieden von dem, was man zuinnerst fühlt, die offiziell zu habende Meinung ist deutlich unterschieden von der eigenen Rezeption, die  man deshalb für sich behält.

In solchen Verhältnissen ist eine Abgrenzung aber noch möglich, weil die Indoktrinierung einen Namen und einen Träger hat. In allen diesen Systemen gibt es deshalb ausgeprägte Parallelgesellschaften, die "Bückwaren-Gesellschaft", die dezitiert weiß, daß sie das "eigentliche Leben" verborgen führen muß. Und die offiziellen Stellen ließen sie gewähren, wußten, daß sie nichts dagegen machten konnten. Der VdZ, der ja im offiziellen (ehemaligen) Ostblock (Ungarn) lebt, hat immer wieder die beachtenswerte Beobachtung gemacht, daß dort der gesunde Hausverstand bei weitem präsenter, realer ist als im Westen, als in Österreich und Deutschland, wo er 45 Jahre lebte. Daß er sich aber mittlerweile auch hier in dem Maß zurückzuziehen scheint, als eine Verwestlichung eintritt.

Nichts anderes als in jenen Ländern zu Zeiten, wo die Repression offiziell war, passiert heute bei uns. Nur ist die Parallelgesellschaft bedrängter, denn die hiesigen Systemschergen dringen - weil geschickter, weil unter Deckmantel und Autorität der Freiheit - bis in die hintersten Winkel des Privatlebens, haben sich die Sprache angeeignet, die Begriffe umgedeutet, arbeiten also bis ins Privatimste mit Äquivokation, arbeiten vor allem mit Schizoidität, weil über das Paradigma des "Wohlgefühls" - der Sattel, auf dem Mißbrauch reitet. Hier ist aber die offizielle Doktrin bereits verinnerlicht, immanentisiert, ist der Irrtum Träger des gesamten Denkens geworden. Damit stößt man die Menschen in die völlige Verwirrung und Orientierungslosigkeit, macht sie wehrlos, weil ihnen die Begriffe zu dem fehlen, was sie selbst wahrnehmen und fühlen. Hier bei uns werden sogar (ja gerade) die intimsten Gefühle manipuliert.

Hier sind die Systemträger eben schlauer, denn die Ziele sind verborgen, nur wenigen erkennbar. Nordkorea hat sie hingegen offiziell proklamiert. Aber sie sind bei uns um nichts weniger brutal, vor allem im Kampf gegen die Eltern, die Herkunft, die Tradition. Sie greifen also tiefer, greifen in die Persönlichkeitsbasis selbst sein, sind eine Lüge verglichen mit der Proklamation. Der VdZ hat deshalb zunehmend die Schulen und die Lehrer (bis auf ganz wenige Ausnahmen) als Feinde und Mißbrauchstäter verstanden. Das betrifft auch die kirchlichen Schulen (etliche der Kinder des VdZ haben solche besucht.) 

Die Pädagogik ist hierzulande zu einer Gehirnwäsche verkommen. Der international renommierte Pädagogikdozent und ehemalige Vorstand der Padagogischen Fakultät Wiens, Marian Heitger, hat schon vor 20 Jahren die hiesige Pädagogik deshalb "Koloniakübel (Mülleimer; Anm. für deutsche Fremdsprachige) der weichen Wissenschaften" genannt. Und zwar meist und gerade dort, wo sie pädagogisch am prononciertesten, am fortschrittlichsten auf "Freiheit und den Aufbau eigenen, kritischen Urteilsvermögens" setzt. Was so gut wie immer heißt, daß die Kinder als Persönlichkeit destruiert und in einem lügnerisch behaupteten "Autonomismus" den Ideologien und Ideologen direkt in die Arme getrieben werden. 

Denn es sind nicht mehr die Eltern (und deren Religion, deren Überzeugungen, deren Gerichtetheiten, deren Identitätsmerkmalen, die auch mit allen Anlagen korrespondieren), in und bei denen Kinder ihre erste Basis zur Welt hin empfangen (zu denen sie sich allmählich, im Maß ihrer Reifung verhalten), sondern die Mißbrauchstäter, die mit der Lüge vom "Wohlbefinden" (der die Lüge vom Urteil folgt, eingebettet in die Lüge der Selbstdefinition der Identität) die Kinder aus ihren Wurzeln herauslösen, und damit den Boden für die Manipulation durch die Mächtigkeiten bereiten.









*041017*

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Was wir heute erleben

Man muß sehen, wohin der Gedanke führt, aber er scheint sehr wahr zu sein, er erhellt viel: Was der Westen (als spezifisches Destillat des Abendlandes) im Terrorismus erlebt ist eine riesige Frustration der Zivilisation, die sich seit 500 Jahren aufgebaut hat. 

Es ist das erstmalige und komplette Versagen der technischen Überlegenheit, und damit der Magie (sic!), und damit des Atheismus, der diesen Haltungen einhergeht. Der Westen steht mit allen seinen Konzepten - bis hin zur Mechanisierung der Sexualität in der "sexual liberation", der "sexuellen Befreiung" - vor einem Totalkollaps aller seiner Konzepte.

Nur - der Westen HAT gar keine anderen Rezepte (mehr)! Er erlebt, daß dieses Konzept nicht reicht, um ein geglücktes Leben der Völker zu gewährleisten. Der Westen steht zugleich vor der Unmöglichkeit, ANDERE Rezepte zu ersinnen. Also versucht er das letzte Mittel, das ihm einfällt - er macht das Schicksal der Welt davon abhängig, daß es uns doch noch gelingt, DURCH die Technik - als verdinglichte, materialisierte Absoluta - das Weltschicksal "zu retten". Etwa indem alle Völker tatsächlich darauf verpflichtet werden, diese Paradigmata anzuerkennen. Wie die "Klimakatastrophe".

WEIL er aber nicht mehr denken kann, was eine direkte Folge des Atheismus ist, in den der Westen praktisch zur Gänze gefallen ist, ist  höchst wahrscheinlich, daß ein neues Zeitalter des Aberglaubens, der positivistisch-behaupteten Glaubenssätze und Welterklärungen vor der Tür steht. Wir stehen damit vor einem neuen Zeitalter der Irrationalität.

Und nichts erzählt diese Tatsache schon besser als der Verzicht auf die Wahrheit in den Wissenschaften, der Politik, ja im alltäglichen Sprechen, zugunsten eines "moralisch gebotenen Zieles". Es ist ein Verzicht auf den logos, denn diesem "können" wir ihm mit den aufgebauten moralischen Leitgeboten gar nicht mehr entsprechen. Dem Westen bleibt somit als Mittel der Durchsetzung nur noch ... die pure Gewalt als Mittel der Weltbewegung. Aber genau die schlägt ihm nun entgegen, in ihr ist er nicht mehr überlegen. Ein anderes Konzept die Welt zu ordnen hat er aber nicht (mehr).

Sodaß die Lebensweise - heute und vor allem aber tendentiell, also in dem, wozu die Weichen längst gestellt sind,. also morgen - es nicht mehr schafft, der menschlichen Natur zu entsprechen, sondern ihr sogar immer weiter widerspricht.






*051017*

Weil sie genug bereichert sind

Das Ausmaß an Wirklichkeitsignoranz (denn von Verlust kann man ja nur sprechen, wenn etwas vorher da war) in der gegenwärtigen Kirche macht immer wieder sprachlos, und schon lange nicht einmal mehr zornig. Man muß sich dazu vorstellen, daß diese Herrschaften - sämtlich maßgebliche Führungskräfte der Katholischen Kirche! - den Schwachsinn, den sie da verzapfen, tatsächlich meinen so zu "meinen", oder "meinen zu sollen". 

In Wahrheit ist wohl eine andere Einschätzung angebracht: Hier reden Zombies, seelen- und geistlose Körperhüllen, die über automatisierte (und medialisierte) Sprechwerkzeuge Phrasen von sich geben und deren Vernunftverweigerung, die zum "spirituellen Programm", ja zur "höheren Moral" erklärt wird, bereits allgemeines Urteil über die Kirche ist. Und diese Entstellung der Kirche, die von ihren Repräsentanten selbst schon programmatisch vorgenommen wird, schmerzt jeden Katholiken außerordentlich.

Zu dem einen oder anderen in dem Video ließe sich aber gar noch mehr sagen. Es gibt nämlich erschütternde Beispiele für "Packelei" in der Kirche, die einfach genug Geld und genug Versorgungsposten hat, um sich abzuschotten. Wovon? Ja. Von Gott. Von der Wirklichkeit.

Aber wundert  man sich noch über so etwas in der Kirche? Die erschütternde Antwort: Nein. Man hört ihr doch schon lange nicht mehr zu (wenn man ihr auch immer zuhört, das ist ja das Problem: Denn im Innersten hört die ganze Welt, jeder Mensch und immer der Kirche zu, weil nur sie die Hoffnung begründet, die alle Menschen der Welt haben, aber heute damit in unlösbare Widersprüche mit der Vernunft kommt), und ... mit Recht. Denn das ist doch ein Kindergarten, allerbestenfalls. 

Dennoch geht unzensuriert.at auf ein paar der im Video vorgebrachten "sachlichen Argumente" ein. Der Leser möge selber nachlesen, wenn er meint, es lohne sich. Es ist aber eh alles bekannt. Nur nicht den Herrschaften am Video. Aber wenn doch, dann muß man freilich mit anderen moralischen Kategorien anrücken.









Nachtrag: Wenn schon unzensuriert.at, dann auch gelich noch weiter, zu diesem Thema. Denn es fand sich dort ein interessanter Bericht über Erfahrungen eines Betreibers - ursprünglich höchst fremdenfreundlich und selbstlos motiviert - eines privaten Asylheimes, der so manche Frage aufwirft. Indem er einen Einblick in die österreichische "Integrations-Szene" bietet. Und Vermutungen entstehen läßt. Auch, was mit "positivem Beschäftigungseffekt", von dem mancher Politiker spricht, gemeint sein könnte. Irgendjemand meinte sogar einmal, daß die Asylgeschichte für manche und manche Institutionen ein recht sattes Geschäft sei.






*041017*

Dienstag, 17. Oktober 2017

War es denn je anders?

Die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung war ganz deutlich auf Seiten der Sioux-Indianer. Presseberichte, die deutlich erkennbar auf Frieden orientierte Politik der Ureinwohner, die vielen Vertragsbrüche der Vergangenheit - man wollte nicht, daß den Indianern weiter Unrecht geschieht, man wollte sie einfach leben lassen. 

Das wurde zu einem politischen Problem, denn es gab massive Einzelinteressen von Banken und Kapitalgesellschaften und Glücksjägern, Spekulanten, die auf den Verlust des Großteils der Sioux-Gebiete spekulierte. Man brauchte sie um die Bahngleise weiter verlegen zu können (die man trotz der bestehenden Verträge bis an die Grenzen des Sioux-Gebietes verlegt hatte, nun standen die Baumaßnahmen), man brauchte sie um die Interessen der Banken zu "schützen", die viel Geld als Kredite vergeben hatten, man brauchte sie um der Spekulationslust vieler Amerikaner Genüge zu tun, denn man vermutete - mit Recht - dort große Goldvorkommen.

Nun weigerten sich aber die Indianer, ihre Gebiete herzugeben! Milliarden Dollar standen am Spiel, möglicherweise ein Börsencrash, der Zusammenbruch einiger Banken und Unternehmen, ja vielleicht gar ein Staatsbankrott. Das Spekulationsvolumen war enorm angewachsen, das US-Finanz-System extrem fragil geworden.

Was also tun? Es gab nur einen Ausweg, die Mühlen der Interessen begannen zu mahlen, wie sie es immer seit je, und seither sowieso taten, mit immer demselben Schema: Man provozierte den Gegner so lange, bis dieser nicht mehr anders konnte, wollte er nicht untergehen, als militärisch zuzuschlagen. Damit war die amerikanische Aggression - getrieben von purer Gier, von purem Machtrausch, der 1941 bekanntlich zur globalen Angelegenheit eskalierte, als Roosevelt diesen Anspruch auf Weltdominanz erstmals offiziell zum Staatsziel erklärte - "moralisch gerechtfertigt" und eine reine Verteidigungsaktion, um seine Bürger zu schützen. Kommt dem Leser diese nicht bekannt vor? Dieses Schema der Niedertracht und Heuchelei zieht sich durch die gesamte amerikanische Geschichte.

Der Kongreß in Washington begann auch 1874 nachweislich mit einem Szenario zu spekulieren, in dem der Einsatz der US-Armee "zum Schutze amerikanischer Bürger" einen Vertragsbruch und eine Enteignung der indianischen Gebiete rechtfertigte. Nur mußte das moralisch gerechtfertigt erscheinen, denn man mußte die Wähler gewinnen. 

Dazu ließ man die einzelnen Spekulanten und Abenteurer - allesamt Gesetzesbrecher - einfach gewähren, ja ermutigte sie, und viele hunderte, ja tausende Amerikaner drangen in die Gebiete (u. a. am Little Big Horn, ein wildreicher Landstrich, der den Indianern besonders heilig war) ein und begannen, nach Gold zu schürfen. Lange hielten sich die Sioux zurück, ihre Häuptlinge fuhren wieder und wieder nach Washington, wiesen wieder und wieder auf die Vertragsverletzungen hin. Aber nichts änderte sich.

Es gibt Aufzeichnungen über die Beratungen der Indianer. Sie wußten längst, worauf die Politik der Washingtoner Regierung abzielte. Wehrten sie sich gegen die durch Private durchgeführte, willkürliche Enteignung, Morde, Schlägerungen, Ausrottungen des Wildbestandes, was alles ja amerikanisches Gesetz brach, würde die Armee zuschlagen. Anderseits drängten die Neuankömmlinge, die Eisenbahngesellschaften, die Bergbaugesellschaften nicht nur ins Land, sondern sie zerstörten ihre Lebensgrundlage. 

Einer der Spekulanten war übrigens ein gewisser ... General Custer. Er hatte 20.000 Dollar durch Vorinvestitionen in eine Goldmine investiert, die ihm weder gehörte, und die offiziell und den Gesetzen nach auch gar nicht in der Verfügung der amerikanischen Regierung stand.

Da entschlossen sich die Sioux, immer weiter in die Enge getrieben und an den Rand ihrer Existenzfähigkeit gebracht, zurückzuschlagen, und begannen, die vertragsbrüchigen Eindringlinge zu bekämpfen. Sah nicht das amerikanische Recht vor, daß Mord mit Todesstrafe belegt wurde? Die eindringenden Weißen mordeten wahllos Indianer. War es da nicht rechtskonform, wenn diese nun zurückschlugen, die Schuldigen bestraften, berieten die Häuptlinge?

Sie hatten aber nicht, weil sie lustig oder dumm und rechtsfanatisch waren den Kampf gewählt. Sondern sie entschieden sich ganz bewußt für die Ehre, entschieden sich angesichts der Tatsache, daß die Weißen sie gelehrt hatten, den Tod zu lieben, eine neue Erfahrung. Aber nur so konnten sie ihren eigentlichen Lebenssinn - der weit jenseits von materiellem Wohlstand lag, den die Weißen ihnen ja gewissermaßen geboten hatten - erfüllen, der nun in den Tod führte, absehbar in den Tod führte, denn sie wollten eines ganz sicher nicht: Die Lebensweise der Weißen annehmen. Deren Folgen sie ganz exakt erkannten: Die Lebensweise der Weißen führte "zum Vergessen". Sie führte zu einem menschenunwürdigen Leben des Traumes, der Unwürdigkeit. Sie wollten aber nicht "wie ein Hund leben", sondern "in Freiheit, und darin lieber sterben., wie Crazy Horse es formulierte.

Darauf hatte Washington - nicht das erste, schon gar nicht das letzte mal Instrument von Kapitalinteressen - aber nur gewartet.  Als die US-Regierung den Sioux am 6. Juni 1875 anbot, das Gebiet um 6 Millionen Dollar zu kaufen, lehnten die Indianer erwartbar ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte alleine die von Genral Custer besessene und ausgebeutete Goldmine bereits einen Gewinn von 20 Millionen Dollar abgeworfen. Auch eine Überlassung von Schürfrechten "auf jene Zeit, bis die Bodenschätze ausgebeutet waren" lehnten die Indianer ab. 

Unverblümt begann nun die Regierung in Washington einen Vernichtungsfeldzug vorzubereiten. Der Anlaß, auf den man gewartet hatte, war da. Am 9. Dezember 1875 erklärte sie "zum Schutze der weißen amerikanischen Bürger" sämtliche Indianer, die das Gebiet des Little Big Horn nicht bis zum 31. Jänner 1876 verlassen hatten, zu Staatsfeinden, die man mit militärischen Mitteln unter Druck setzen würde. Dabei hatte doch bereits am 1. 2. 1875 das Kriegsministerium General Sherman beauftragt, militärische Maßnahmen in die Wege zu leiten. Tausende Soldaten gingen in Bereitschaftsstellung, tausende wurden in die Indianergebiete verlegt. 

Die Regierung erklärte als Rechtfertigung, daß sie "außerstande" sei, die Indianergebiete von Weißen zu säubern. Also sei ein baldiger blutiger Konflikt zu erwarten. Um aber die Amerikaner zu schützen, mußte man Soldaten einsetzen.

Red Cloud, einer der Sioux-Indianer war sich völlig im klaren, was nun passieren würde. Es gab von zahlreichen anderen Stämmen Erfahrungswerte, niemand hatte noch Illusionen. Der Untergang der Sioux war besiegelt, das Schema des Raubzuges der Weißen war nämlich überall gleich.  

Die legendären Crazy Horse, Gall und Sitting Bull waren derselben Meinung. Entweder kapitulierte man und nahm das Terrordiktat des "Großen Weißen Vaters" in Washington an, oder man ging kämpfend unter. 35.000 Sioux mit 7.000 kampffähigen Männern diskutierten in einem riesigen Powow, was man tun sollte. Die Entscheidung fiel, und sie war klar: Lieber kämpfen und sterben, lieber als freie Menschen sterben, als diese Entwürdigung, diese Entmenschung zu ertragen.

Was nun passierte, besiegelte aber auch ihr Schicksal. Denn sie errangen zwar erst überwältigende Einzelsiege gegen die US-Soldaten. Aber alle diese Siege - die Indianer wußten das - waren nur die Besiegelung ihres Untergangs. 

Am 17. März 1876 griff Colonel Reynolds das Winterlager von Crazy Horse an, schien es auch in einem Angriff zu vernichten, da fiel er auf eine Finte der Indianer herein, und konnte nur mit letzer Kraft und heilloser Flucht eine völlige Vernichtung seiner Truppen vermeiden. Am 17. Juni 1876 bot General Crook eben diesem Crazy Horse eine Schlacht am Rosebud River eine Schlacht an, auf die dieser tatsächlich einging - aber Crook kann seine Soldaten nur durch wilde Flucht vor der totalen Niederlage retten. 

Am 25. Juni 1876 greift schließlich General Custer mit seinem 7. Kavallerie-Regiment am Little Big Horn River die Sioux an. Und hier erleidet die US-Armee die bis dahin schlimmste Niederlage ihrer Geschichte, mit 265 Toten und 52 Verwundeten. Unter den toten Offizieren sind General Custer, sein Bruder und sein Neffe. 

Nach diesem großen Sieg aber wußten die Indianer endgültig, daß sie auf Biegen und Brechen von der US-Armee gejagt werden würden. Ihr Untergang war nur eine Frage der Zeit. 1877 setzte sich deshalb Sittung Bull mit einem Großteil seines Volkes nach Kanada ab. Die Armee konzentrierte sich nun auf die Vernichtung aller Indianer-Gruppen, deren sie noch habhaft werden konnte. Eine Gruppe nach der anderen unterschrieb schließlich einen Vertrag, in dem sie die Gebiete des Little Big Horn und der Black Hills an die US-Regierung abtraten.





*071017*

Beobachtungen über Handeln und Moral

Was nicht übersehen werden darf ist der Charakter des Klimaalarmismus als revolutionäre Erscheinung. Was kennzeichnet eine solche? Sie wendet sich gegen das Sein, das immer vorgefunden wird. Und setzt die Wahrheit des Seins außer Kraft, indem sie ihr eine neue Moral überstülpt und vorzieht. Sämtliche revolutionäre Bewegungen haben deshalb auch eine neue Moral auf ihre Fahnen geheftet, die der alten, vorherrschenden Moral "überlegen" sein will.

Wer genau hinsieht wird dabei immer etwas entdecken: Daß die vorgeblichen neuen Thesen immer und seltsamerweise eine Handlung oder Haltung (als Handlungsdisposition) dessen rechtfertigen, der sie vertritt. Das kann durchaus banal sein! 

Rousseau etwa "mußte" eine Pädagogik verkünden, in der sich jeder Mensch "aus sich selbst" - kraft einer immer indefekten, perfekten Natur, in der jeder Mensch geboren wird, der Mensch ist also immer beginnhaft "gut", "perfekt" - zu einem glücklichen Menschen entwickeln kann. Wenn man ihn nur läßt. Diese These verkündete ein Mann, der sämtliche seiner Kinder in Erziehungsanstalten abgab, weil er sich nicht um sie sorgen wollte (natürlich, in seiner Diktion: "konnte"), und er mußte dies zum völlig richtigen, ja guten Handeln erklären. 

Dies soll nur als Beispiel für das Gesagte dienen, daß Revolutionäre IMMER ihre neue Moral in einem persönlichen Schuldproblem gegründet haben..Denn diese Zusammenhänge sind nicht immer leicht zu entdecken. Sie können sich in ganz anderen Feldern offenbaren, gewissermaßen kompensieren. So vertritt also etwa jemand Thesen, die die ganze Welt per Diktat umkrempeln sollen, um ein Defizit in den hierarchischen Strukturen in einer Ehe zu kompensieren. 

Dieses Beispiel ist nicht zufällig gewählt, weil es heute extrem häufig ist. Totalitäre, gewaltsame Ansichten (so verschleiert sie auch sein mögen) sind äußerst häufig, wenn nicht immer, im Erleben von Machtlosigkeit fundiert. Im speziellen übrigens bei hoher Mutteridentifikation durch Männer, die so den  mangelnden Mut zum Mannsein kompensieren und deren Erlebensbasis (aus der kindlichen Identifikation heraus) von der erlebten, fehlenden Macht der Mutter (sie "fühlen" also die Gefühle der Mutter, und diese lähmen ihr eigentliches Fühlen) genährt wird, der sich zu stellen - was ein Kampf gegen den Vater, also andere Männer wäre - sie aber nicht wagen. Deshalb die Tendenz haben, die Welt "zu vermütterlichen", zu verweiblichen, um dann besser bestehen zu können.*

Immer wieder überrascht denn aber doch die Offensichtlichkeit, mit der moralische Dispositionen - und es sind immer Handlungen, Charakterhaltungen, die ihre Thesen hervortreiben - ihre Zusammenhänge mit revolutionären Bestrebungen offenbaren. So hat der VdZ erst jüngst eine Stellungnahme der Ehefrau eines als "shooting star der Klimawissenschaft" (der nun sogar für Geo-Engineering eintritt, um "die Erdtemperatur zu stabilisieren") gehypten Mitarbeiters einer NGO (mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium) gelesen, in der diese offen darstellt, daß sie Abtreibungen vornehme, und warum. Denn natürlich tut sie es nur im Namen einer übergeordneten Moral, nämlich um Frauen "zu helfen". Selbstverständlich sei dies nur eine Notmaßnahme, so die Ärztin, der sie dadurch beizukommen suche, daß sie Verhütungsmethoden (darunter nennt sie sogar die Spirale, die eine direkte Form der Abtreibung und keine Verhütungsmethode ist) propagiere. 

Hier zeigt sich sogar ein Teilschema, auch dieses häufig und typisch: Personen, die solche gravierenden, schwerwiegenden Verstöße gegen das Naturrecht begehen (was ihrem tiefsten Gewissen natürlich nie verborgen bleiben kann, und das ist ja der eigentliche Treibsatz ihrer öffentlichen Behauptung, übermoralisch zu sein) tun dies praktisch immer mit einem Grundton des Bedauerns, in dem sie sich (sic!) zum Opfer der eigentlichen Moral erklären, die aber im Einzelfall nicht ausreiche, sondern korrigiert werden "muß". 

Sie erklären nämlich jene, die dieser Moral treu sind, zu eigentlichen Tätern, erklären also, daß es Geglücktheit (manchmal) nur geben könne, wenn man gegen die Natur handele.** Natürlich vergessen sie nicht zu erklären, daß sie diese Verstöße nur notgedrungen begehen, setzen sich also in die Position eines eigentlichen Märtyrers. Ja, eigentlich sind sie die Leidenden, die in menschlicher Größe auch etwas Unmoralisches tun weil aus moralischen Erwägungen heraus "müssen"!






*Der geneigte Leser möge einfach einmal beobachten, wie sich bestimmte Haltungen, ja Weltanschauungen mit bestimmten Lebenserscheinungen decken. Ein weites Feld, in dem es viel zu entdecken gibt. So verwundert es nicht, wenn auffallend viele (männliche) "Klima-Apokalyptiker" nicht verheiratet sind, oder eine Partnerin mit Doppelnamen (sie hatten also nicht die Kraft, an sich zu binden, zu bestimmen) oder auffallend wenige oder gar keine Kinder haben (die sie dafür vergötzen), weil ihnen die Frau mehr Kinder verweigert. Eine Konstellation, die heute enorm häufig ist! Die Zunahme von fanatischen Weltsichten heute (vom Klimaapokalyptiker bis zum Veganer, hinter deren Veganismus oft sogar ein Verschwindenswunsch, ein "Verdünnisierungswunsch" steht, weil sie nicht die Stärke haben, einer Situation handelnd zu entkommen) steht - der VdZ ist sicher - in direktem Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der natürlichen Zueinanderordnung der Geschlechter.

**Um auch diesen Kreis zu schließen: Das ist genau der Knackpunkt, der Amoris Laetitia zu einem häretischen und darüber hinaus gefährlichen Dokument macht. Wer das, was aus diesem Dokument herausgelesen werden kann und wird (und daß das der Fall ist, beweisen weltweite Stellungnahmen von Bischöfen, was soll also die Behauptung, daß das NICHT herausgelesen werden könne? WENN ES DOCH SO IST! - es bedeutet genau diese These: es gibt ein Gut, das durch eine schlechte Handlung zu erreichen ist) übernimmt, revolutioniert ein gesamtes Feld der Moraltheologie. Ja, er zerstört die Grundmauern der gesamten Ethik. Nicht nur der Katholischen Kirche. Denn hier geht es um Überlegungen zum Naturrecht, das alle Menschen betrifft. 

Das Argument gegen diese Situationsethik ist philosophischer, nicht einfach theologischer Natur. Die praktische Wirkung aber ist katastrophal, und zwar insgesamt, nicht nur auf die in AL spezifisch behandelte Ehe- und Sexualmoral: Denn diese Form der subjektivistischen Situationsethik zerstört die Basis JEDER Handlung, weil er sie aus dem eigentlichen Gewissen reißt. Das Beispiel der obgenannten Ärztin belegt es.




*041717*

Montag, 16. Oktober 2017

Einmal hat er Recht, einmal Unrecht

Wenn der türkische Ministerpräsident Reczip Erdogan unlängst meinte, daß die Türkei nicht mehr an einer EU-Mitgliedschaft interessiert sei, es allerdings für Europa eine kulturelle Weiterentwicklung bedeuten würde, die Türken darin aufzunehmen, so hat er einmal Unrecht, und einmal Recht.

Unrecht hat er wenn er meint, daß eine muslimisch geprägte Gesellschaft gleichbedeutend mit Kultur wäre. Das ist naturrechtlich gesehen falsch, und man kann von Kultur dabei nur im abstrakten, zuständlichen Sinn sprechen: als Kultur in diesem und jenem Zustand. Das ist auch historisch eindeutig zu erkennen. Nirgendwo hat der Islam eine regionale, individualistische Kutlur hervorgebracht. er hat stattdessen vorhandene Regionalkulturen zentralistisch normiert, und regionales Gepräge gab und gibt es nur dort, wo er noch zu wenig stark ist. Von Marokko bis Pakistan. Der Islam ist sogar anti-kulturistisch. 

Es gibt also keine islamische Kultur, es gibt nur Kulturen, die überleben, obwohl sie islamisch geprägt sind. Auch in Cordoba, dieser einzigen wirklichen Blütezeit eines sogenannten islamischen Staates, war es nicht anders. Sie war von nordwestafrikanischen Kulturen geprägt, die prinzipiell arianisch, aber formell "islamisch" waren. Die Spanier hatten sie selbst geholt, als Eingungsmittel in ihrer Uneinigkeit. (Wie man heute wieder einmal sieht: Ohne jeden Erfolg, aber das ist ein anderes Kapitel.) In dem Moment, wo dieses Staatsgebilde wirklich "islamisch" wurde (12. und 13. Jhd.), und das war unausbleiblich, denn der dortige Islam galt der großen Koran-Gelehrtengemeinde (samt dem Sultan) in Kairo, Damaskus und Bagdad als Häresie und ungehorsame Gemeinde, war es schon zu Ende mit dieser Kultur.

Die die Kalifen und Sultane der Jahrhunderte zuvor noch "leben" hattten lassen. Sie waren tief hellenistische geprägt, und deshalb von griechischer Philosophie durchdrungen. Was den Völkern im Orient eine bedeutende kulturelle Dynamik verlieh, weil im Grunde schon die Allianz aus Plato und Aristoteles die Grundlage unserer heute (wie damals) bekannten Wissenschaft bedeutet. Aus einer Haltng heraus, in der eben die Welt vom logos und seiner notwendigen Widerspruchsfreiheit getragen ist. Doch es gab nicht nur gute Politiker, und vor allem die schwächeren griffen zur Religion als politischer Waffe, ihre Reiche zusammenzuhalten. Wofür sich der Islam prächtigst eignete. Das führte aber unweigerlich dazu, daß man sich das Prinzip der Widerspruchslosigkeit vom Halse schaffen mußte. Und heute steht das Abendland vor dieser selben Schwelle. Es hat aber nicht die zentralistischen Strukturen der (historisch mittleren) islamischen Welt, und deshalb würde es zerfallen, setzt sich dieses Widerspruchsprinzip (eines kann ebenso wahr sein wie das andere) durch.*

Erdogan hat deshalb zweifellos Recht, wenn er auf die Schwäche der abendländischen Kultur hinweist. Ihr gegenüber zeigen sich sogar Stärken beim türkischen Volk die tauglich sind - und wir erleben das auch wieder und wieder - Europa zu überschwemmen und umzuformen. Insbesonders die Stärke der Familie und der Großfamilie, des Clans, der solidarische Zusammenhalt deshalb ist als Voraussetzung für Staat und sogar Volk von enormer Bedeutung. Gerade in diesem Punkten ist Europa kurz vor der völligen Auflösung, oder eigentlich schon mitten im unaufhaltsamen Absturz.

Wenn, dann könnte es sich nur erholen, wenn es sich re-katholisierte. Nicht einmal "re-christianisierte" wenn man damit meint, daß der Protestantismus ebenfalls ausreichen würde oder gar in seiner Kulturwirkung "dasselbe" sei. Davon, und nur davon wird die Zukunft Europas abhängen. Alles andere ist wertloses, substanzloses Geschwätz. Denn im Positivismus, Subjektivismus und Moralismus des Protestantismus läßt sich niemals eine Kultur aufrichten, ja nicht einmal langfristig halten. Der Islam, der in dieser Art genau dasselbe Rezept verfolgt, zeigt es vor. (Von "Bewahrung der christlichen Kultur" zu sprechen ist ohnehin ein bemerkenswert inhaltsleeres Gerede, das sich wohl nur auf die Gebäude beziehen kann.) Q. e. d.

Möglicherweise ist also Erdogan knochenharter Realist und viel intelligenter, als mancher meinen könnte. Und dafür spricht ohnehin viel, wofür sich der VdZ sogar ehrliche Bewunderung für den ehemaligen Iman abringen kann: Er ist ein Staatsmann, wenn auch typisch orientalisch und einem Attila ähnlicher als einem Putin. Wo gibt es aber sogar das im christlichen Europa?

Stell Dir nämlich vor, die Türken liegen mit einem Millionenheer wieder vor Wien, versprechen in Flugblättern Freibier und Würstel, die sie verteilen während sie ihre Tschinellen malträitieren, und die Wiener öffnen daraufhin die Tore und gehen Blumenpflücken oder holen sich einen Gutschein für ihre Eitrige siaß mit Buckel und Pfefferoni (Käsekrainer mit süßem Senf, Brotanschnitt und mildem Pepperone - für unsere deutschen Fremdsprachigen; es sind blöderweise aber grad keine Würstel da, sie kommen aber morgen, ganz sicher), und gehen anschließend nach Grinzing zum Heurigen ...




*Man kann also die Totalisierungsbestrebungen der Gegenwart, die versuchen, ein neues religiöses (resp. moralisches) Zwangs-Einigungsprinzip ("Klimakatastrophe", usw. usf.) zu etablieren, und die eigentlich sämtliche kulturellen Einrichtungen erfaßt hat, bis hinein in die Familien, die Pädagogik, die Schulen, als durchaus begreifbare (aber um nichts weniger falsche) Gegenbewegung ansehen, die aus pragmatischen Gründen ebenfalls (wie die islamische Welt) zum Totalitären greift, um nicht zu zerfallen. Aufrund der Schwäche der Katholsichen Kirche aber hat die westliche Welt nicht die Kraft, eine Kulturquelle wieder auszugraben oder gar zu etablieren. Wer sich die linken wie die rechten Bewegungen ansieht wird feststellen, daß es sich in deren scheinbarer Unvereinbarkeit im Grunde um einen "Quellenstreit" handelt. Der nie zu jener substantiellen Einigung führen wird, nie, den nur die Wahrheit, die Kirche, darstellen könnte, weil er sonst immer auf der ideologischen Ebene bleiben wird.

 



*041017*

Darfs noch ein bisserl weniger sein?

Diese Graphik ist natürlich interessant. Denn sie zeigt anhand einer Reihe von Studien der letzten Jahre, wie nach und nach der Schlüsselwert der Klimaphantasten - die "climate sensitivity" - nach unten geht. Was heißt das? "Climate sensitivity" ist jener Temperaturwert, um den "die Erde" sich erwärmt, wenn sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre verdoppelt. Er spielt eine entscheidende Rolle in den derzeitigen Klimamodellen, die die Klimaentwicklung der Zukunft prognostizieren sollen.

Hier zeigt sich, daß je länger man sich mit der Sache befaßt eine Ernsthaftigkeit über den ursprünglichen Alarmismus siegt - die Naturwissenschaft wird langsam aber doch und wenigstens zu Teilen wieder vernünftig. Worauf sich durchgehend die Einsicht durchsetzt, daß der Einfluß von CO2 für immer geringer gehalten wird. Viele Wissenschaftler - nicht nur Judith Curry - verweisen schon lange darauf, daß der Einfluß von CO2 auf die Erdtemperaturen "marginal", ja nach derzeitigen Erkenntnissen völlig vernachlässigenswert ist.

Auch hier also: Je länger sich die Wissenschaft mit den Klimahypothesen befaßt, desto größer wird der Faktendruck, und umso weniger haltbar werden die PR- und Katastrophenthesen, die das Thema leider nach wie vor beherrschen. Jede Wette: Bis eben nichts mehr bleibt.



Graphik: EIKE



Zur Erinnerung: Es gibt derzeit eigentlich  nur eine Temperaturmeßmethode, die als halbwegs zuverlässig angesehen werden kann - die Satellitenmessungen, die es seit vier Jahrzehnten gibt. Anders als das äußerst lückenhafte Datennetz für Bodenmessungen (aus im Grunde nur "hochgerechnet" wird, was nur mit "Annahmen" möglich ist, sodaß es bereits zu so gewaltigen Datenmanipulationen kommt, daß die Modellrechnungen von realen Meßdaten immer weiter abweichen) erfassen sie wirklich die Erde zur Gänze. Wenn man auch die absoluten Werte vernachlässigen kann, weil man zwar mißt, aber nicht weiß, was man eigentlich mißt, weil man die Relevanz einzelner Temperatur- und Klimazonen fürs gesamte Klimasystem der Erde nicht kennt (die Aussagekraft einer "Weltdurchschnittstemperatur" ist praktisch null), so ergeben diese Daten, deren Erhebungsmethode sich nie geändert hat, also wenigstens als Datenreihe gewisse Aussagekraft haben, daß es seit 1998 KEINE  TEMPERATURERHÖHUNG auf der Erde gibt, die außerhalb der methodenbedingten Ungeneuigkeitswerte der Daten liegen.

Noch eine Tatsache scheint in diesem Zusammenhang erwähnenswert, auch sie betrifft einen der Leuchttürme des Klimaalarmismus: Weltweit gesehen, wenn auch regional unterschiedlich, wachsen die Eismassen der Gebirgsgletscher wieder an, und zwar schon seit 2009. Insgesamt läßt sich sagen, daß die Gebirgsgletscher selbst bei "identischen Klimabedingungen" regional völlig unterschiedlich reagieren, sodaß man von "globalem Verhalten" ohnehin nicht sprechen kann. Während etwa die meisten (aber nicht alle, einige wachsen sogar!) Gletscher der europäischen Alpen nach wie vor (wenn auch immer langsamer) schrumpfen, ist der Monblanc in den letzten beiden Jahren durch Eiszuwachs um 2,15 Meter höher geworden. Die Gletscher der südneuseeländischen Alpen wachsen überhaupt im Rekordtempo, und in Asien wachsen sie, aufs Ganze betrachtet, ebenso, wie in Island, Grönland ...

So nebenbei: Man darf gespannt sein, was sich in Deutschland in nächster Zeit tut. Denn die CDU kann wie es aussieht nur mit Grünen und FDP regieren. Der Obmann der deutschen Freiheitlichen, Lindner, hat aber erst jüngst wieder eine Stellungnahme abgegeben, in der er die Energiewende "für gescheitert" erklärt und eine Änderung der heute unsinnigen, teuren, ja gefährlichen Energiepolitik hin zu mehr Vernunft und Versorgungssicherheit gefordert hat. Lindner spricht sogar von einem Desaster. Die FDP steht damit in Gegensatz zu den Positionen der Grünen (und der von Kanzlerin Merkel).





*041017*

Sonntag, 15. Oktober 2017

Kultur als realisierte Beziehungsgestalt

Sodaß man eine Kultur als gegenwärtige Beziehungsgestalt definieren könnte. Sie ist die Gesamtheit der realisierten, fleischgewordenen, anwesenden Beziehungsfelder. Und fehlt oder schwindet, wo diese fehlen oder schwinden, also nur mangelhaft gegenwärtig sind oder fehlen. Darunter fällt der heute zu beobachtende "Abbau der Formen" in der Zwischenmenschlichkeit und im öffentlichen Leben.

Das macht auch klar, daß jede Kultur zuerst von ihren ersten Archetypen - ihrer Religion, ihren religiösen Vorstellungen und Ideen, Bildern - gestaltet und realisiert wird. Und immer (sic!) eine erste Aussage über den religiösen Zustand der Menschen ist, die in ihr leben. Das macht aber auch klar, daß die Kultur der erste Ort ist, in den hinein sich Religion ergießt, ja sie ist das Material, in dem religiöse Vorstellung (Inhalt) real wird. 

Im Christentum speziell heißt das sogar, daß Christsein mit "Kulturmensch sein" zusammenfällt, ja der Ort ist, an dem sich Christentum (in der Selbststrandzendierung auf die Vorsehung, das Wissen Gottes, die Ideenwelt Gottes hin, also im Kreuz)  überhaupt erst real, also Christentum wird. Dies hat dem Christentum (als Katholizismus) immer diese kulturbildende Kraft gegeben, der auch das Abendland sich zu verdanken hat. 

Dessen Kern ja ist, daß jenseits aller "moralösen" Vorstellungen das Wesen des Menschen, sein Auftrag vor Gott, in der Transzendierung auf den Sachverhalt hin besteht, der "in sich" eine Welt formt, und zwar in gewisser Weise sogar unabhängig vom Maß seiner Realisierung, die der Vorsehung Gottes entspricht.

Das Christentum ist nicht den neuzeitlichen "Utopien" vergleichbar! Es ist inhaltlich immer definiert, aber nicht absolut definiert sondern historisch bezogen. Das heißt, daß es erst definiert wird, indem man sich transzendiert, im Kreuz selbst überschreitet, auf die Idee hin, an der zu leiden alleine Kreuz bedeutet. Weshalb Christsein zuallererst "Selbstsein" bedeutet, das es aber nur im Selbstverlust gibt. Und als Dynamik seine historische Form annimmt, ja ohne diese historische Form GIBT es es gar nicht. (Oder, so könnte man es auch sagen: "wird es nicht gegeben")

Dieser Akt selbst ist es, der eine christliche Kultur realisiert, nicht primär die Gegenwart bestimmter Formen, auch wenn diese das Ziel, der logos sind, aus dem in seiner Anwesung ans Sein (alles Seiende ist zuallererst Beziehung zum Sein - als Archetyp gewissermaßen von Vater-Sohn-Geist) die Gnade hereinbricht.

Das Abendland als Kultur hat deshalb seine Gestalt aus der Dreifaltigkeit, das kann man ohne wenn und aber sagen. Und es wird sie nur daraus halten können, oder gar wiedererlangen. Oder, auch so könnte man es sagen, seine Konnkretion, seine Realisierung erzieht sich aus seinem Kult (der Liturgie, mit seinem Material, der Kunst).




*Insofern ist dieses ominöse Gerede von der "Trennung von Kirche und Staat" inhaltsleer weil eine Aporie.





*021017*