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Dienstag, 10. Januar 2017

Das Ergebnis ist nur Zerstörung

Es gibt noch eine ganz andere Überlegung, die kaum einmal in der Öffentlichkeit reflektiert wird. Sie erwächst aus der Befassung mit volkswirtschaftlichen Grundsätzen, und Ludwig von Mises (und natürlich beileibe nicht nur er, sie ist sogar bei Keynes enthalten) hat sie ganz klar und logisch nachvollziehbar herausgearbeitet. Eine Überlegung, die das Paris-Abkommen zur Weltrettung als fatalen Fehler erkennen läßt. Dessen Auswirkungen, wie schon so oft gezeigt werden konnte, ja nicht den kleinsten Funken an den von den Erwärmungsaposteln geforderten Klimarettungsmomenten verändert, sondern nur eines beabsichtigt: In ökonomische Prozesse (unter dem Titel "Verteilung des Wohlstands") einzugreifen. 

Die Art dieses Eingreifens ist aber nur mit einem Wort zu begreifen, und dieses Wort ist "Zerstörung". Und zwar NICHT, wie eine ganze Riege der Ahnungslosen durch die Welt drischt, weil der "entwickelte Westen und Norden" gierig an seinen Besitztümern hängt. Sondern weil es schwere volkswirtschaftliche Schäden nach sich zieht, wenn man Geld aus einer Volkswirtschaft abzieht und in eine andere verschiebt. Damit kommen beide Volkswirtschaften aus dem Gleichgewicht, und das Ergebnis ist Zerstörung auf beiden Seiten. Denn Geld und Kaufkraft muß immer in einem Streben nach Gleichgewicht stehen, muß sich also entsprechen. Ist das nicht der Fall - durch zu viel oder zu wenig Geld als Mittel der Kaufkraft -  werden einer Volkswirtschaft die Lichter des Eigenlebens ausgeblasen. 

Ja, eine (nennen wir so) unter- oder weniger entwickelte Volkswirtschaft verträgt nicht einmal andauernde, große Geldgeschenke, die in Infrastruktur investiert werden. Denn (wir haben schon mehrmals darüber berichtet) es besteht ja ein meist völlig naives Mißverständnis dahingehend, daß Investitionsgüter (meinetwegen Windräder, Kraftwerke, Straßen etc.) "Dauer" hätten. Weder haben sie Dauer, noch haben sie die Dauer, die sie haben können (ehe sie zerfallen, unbrauchbar werden, wie jedes Ding) OHNE daß ihnen eine volkswirtschaftliche Entwicklung und Produktivität gegenübersteht, die im Grunde ihre Errichtung aus eigener Kraft auch ermöglichen würde. Denn Investitionsgüter brauchen für ihren laufenden Erhalt eben einen Anteil dessen, was ihre Errichtung gekostet hat, der als Daumenrechnung jenem Aufwand entspricht, den man zu ihrer Errichtung abführen müßte. Wer ein Ding hat, wer eine Investition getätigt hat, muß also laufend weiter investieren. 

Umgekehrt liefert eine Investition nur jenen Nutzen, der jenem Grad der Entwicklung entspricht, der ihre Errichtung nicht nur zur weiteren organischen Entwicklung einer Volkswirtschaft notwendig gemacht hat, sondern der ihrem Entwicklungsgrad entspricht. Bemißt man diesen in Arbeit - und gerade die katholische Naturrechts- und Soziallehre bezieht sich genau auf diesen Zusammenhang von Geld, Kaufkraft, Wohlstand und Arbeit - ergibt sich ein (natürlich nicht konkret benennbares) Investitionsvorhaben, das der relativen Produktivität der Arbeit entspricht. Denn Arbeit (und gerechter Lohn) stehen in Bezug zu einer lokalen Volkswirtschaft. Sie sind nicht absolut zu sehen. 

Damit hat eine Volkswirtschaft auch immer nur jenes Geld (als Frucht der Arbeit) zur Verfügung, das der Produktivität der Menschen in ihrem Lebens- und Weltvollzug entspricht. Passiert das nicht, werden soziale Gefüge entweder behindert (weil zu wenig Geld, also Einkommen, zur Verfügung stehen), oder sie werden aufgelöst. Und das werden sie, sobald Einkommen und vorhandenes Geld nicht mehr in direkter und unauflöslicher Korrespondenz mit Arbeit und geschaffenen Werten sowie mit sozialen Hierarchien stehen, an deren Ende entsolidarisierte, vereinsamte Konsumenten ohne Gemeinschaftsbezogenheiten stehen. 

Weil sich das als anthropologische Konstante darstellt, werden sich deshalb sogar bei "Entwicklungshilfen" (also Geld, das nicht dem Reifestand der Volkswirtschaft und Gesellschaft entspricht) Hierarchien herausbilden, die diesmal aber von der Macht des Geldes geprägt sein werden, nicht mehr von sozialen Gefügen. Die Entwicklungshilfe, die etwa Afrika seit 1960 zugeschoben wurde, hat zu guten Teilen dort nicht Prosperität und kulturelle Höherentwicklung gebracht, sondern korrupte Gesellschaften geschaffen, und das ging auch gar nicht anders. Weil zugeschobene Geldmengen in einer Gesellschaft bewirken, daß sich dieses Geld im Zentrum und in Zentrumsnähe konzentriert, und bis es "unten" angekommen ist kraft unüberwindlicher weil natürlicher Mechanismen nichts mehr wert ist, also auch noch die Kaufkraft des Geldes der "Unteren" schwächt, sie also noch ärmer macht. Dasselbe wird nun in Paris gefordert - das katastrophale Ergebnis ist direkt absehbar.

Denn für Volkswirtschaften gilt nicht weniger, was für alle Seins-heiten (Physik/Metaphysik) der Welt als Welt (und damit auch für das sogenannte Klima) gilt: Man kann ihnen kurzfristig Energie zuführen, aber sie werden es sofort wieder vernichten WEIL SIE IHREM SEIN NICHT ZUGEHÖRT, bzw. in Korrespondenz mit dem Anderen, dem Fremden, dem Außen abstoßen, weil sie in permanentem Rapport damit stehen, und sich immer auf das ihrem Sein entsprechende Tun und damit dessen Energieaufbringung (als Selbsttätigkeit, als Selbstsein = Aktivität) einpendeln. Energie (und Geld ist ebenfalls eine Form von Energie) aber kann von einer Seinsheit nur transformiert, damit weder erhöht noch vermindert werden. Erst diese Transformation kann man "Entwicklung" nennen, die in der Wirkweise des Menschen (als Analogon Gottes) von material zu geistig gerichtet ist - logosbezogen.

Gerechter Lohn muß sich also auf die lokalen Bedingungen beziehen, und vor allem auf das je einzelne Leben der Menschen. Erst wenn dieses in den anthropologischen Grundsatzgrößen Ehe und Familie gesehen wird, auf denen eine Kultur und ein Staat dann aufbauen, kann man von gerechtem Lohn sprechen. Der heißen muß, daß ein Mann eine Familie ernähren kann, und zwar nicht nur mit dem Allernotwendigsten wie Brot und Zucker, sondern auch mit jenen Gütern versorgen kann, die einer kulturell gedeihlichen Entwicklung in seinem Lebensstand notwendig sind. Die Entsprechung dieser Größen - Einkommen und Familienbedarf - ist der Moment, der mit "Würde" erfaßbar ist. Sie schließt damit sowohl Sozialschmarotzertum aus, als sie auch eine Kapitalakkumulation ausschließen muß, die nicht auf Stand und Würde beruht, sondern auf dem, was mit "Wucher" beschrieben wird. Der meint, daß jemand aus der Notlage und Angewiesenheit des anderen Profit schöpft, der diesen aber in seiner Würde beschneidet. (Sie bedeute damit auch keineswegs, daß alle gleichermaßen wenig haben sollen, oder gleich viel haben sollen, im Gegenteil! Sie schließt damit auch nicht Unterschiede eim Reichtum* und Einkommensunterschiede aus, im Gegenteil BEGRÜNDET es sie sogar!)

Das sogenannte "Paris-Abkommen" bezieht sich konkret nur auf Geldverschiebung, deren jährliches Ausmaß 1-2 Billionen Dollar beträgt. So ist es derzeit als Vorhaben angesetzt. Der Effekt auf das Klima, auf den es angeblich allen Unterzeichnern ankam, ist gleich Null, und zwar gerade auf die Standards und Forderungen der Klimopheten in ihrem Wahn bezogen, durch Absenkung des CO2-Ausstoßes die Welttemperatur regulieren zu können. Dafür offenbart sich aber etwas anderes, das nicht einmal geheim ist, und deshalb nicht als "Verschwörungstheorie" gelten kann, die UNO nennt es ausdrücklich: Es geht um eine neue Verteilung des Geldes, des Wohlstands, die man noch dazu "gerecht" nennt, was den mytischen Ursprung dieser Forderung offenbart, weil er die Wahrheit verläßt. Hier erfolgt also der nächste schwerwiegende Irrtum. Denn zu meinen, dies würde mit einem Verschieben von Geld geschehen können, wird nur Zerstörung bringen. Es wird die Starken schwächen, und die Schwachen ins Niemandsland kultureller, gesellschaftlicher Auflösung schießen.




*Weil aber damit Reichtum mit sozialer Stellung in einer sozialen Hierarchie, also immer auf eine Gesellschaft bezogen ist, IN der sich eine Stellung "als Reicher" nur bilden kann, denn ein Reicher wäre ohne umgebende Gesellschaft keineswegs mehr reich, er könnte sein Geld nur noch zum Heizen verwenden, ergibt sich auch eine soziale Pflicht aus kumuliertem bzw. größerem Kapital. Genau so und im Gleichschritt damit, wie sie ja die höhere Stellung beschreibt: Der Adelige, der fünfzehn Pächter beschäftigt, ist damit für das Insgesamt dieser fünfzehn Gemeinden auf einer höheren Ebene und nur auf diese Ebene bezogen verantwortlich. Er muß also zwischen Streitpartien (als Beispiel) schlichten und diese Autorität als Richter in diversen Angelegenheiten schützen und wahren, aber er hat nicht das Recht, deren Kindererziehung zu bestimmen; er leiste geistige, organisatorisch oder durch Kapitalbereitstellung etc. Hilfe beim Bau einer alle Höfe verbindenden Straße, die jedem Einzelnen dann zur besseren Entfaltung dient, oder Hilfe zu leisten, wenn eine Mißernte alle Ernte vernichtet hat, aber er hat nicht das Recht, die Art des Zusammenlebens zweier Eheleute zu bestimmen. Er hat aber sehr wohl das Recht, ja er hat die Pflicht, seine Pächter danach auszusuchen, ob sie in die Traditionen und Lebensweisen einer Gemeinschaft passen, oder diese Ordnungen sprengen und zerstören.





*101216*