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Donnerstag, 12. Januar 2017

Ganz andere Erkenntnisse der Kulturmischungs-Soziologie (2)

Teil 2) Aber hier wird es natürlich erst interessant. Und - amüsant.
Denn die Sache mit der Toleranz ist ganz anders als uns erzählt wird




Zum Abschluß aber noch ein paar Details, die man durchaus als amüsant bezeichnen könnte, und die sich über die gesamte USA legen ließen: Die Untersuchungen über Vorurteile erbrachten (abgesehen davon, daß sie sehr von den konkreten lokalen Bedingungen abhängen), daß jene am "wenigsten" Vorurteile hatten, die die höchsten Einkommen und die höchste Wanderungsfluktuation AUS gemischten Vierteln aufwiesen. Sie konnten am leichtesten wegziehen. 

Die "höchste" Vorurteilsrate fand sich bei jenen, die in gemischten Vierteln wohnen blieben weil oft genug weniger Einkommen hatten, sodaß sie nicht wegziehen konnten und dort wohnen bleiben "mußten". Auch wurde nicht festgestellt, daß sich die Einstellungen verändern würden, wenn Weiße und Schwarze in gemischen Vierteln lebten, im Gegenteil, die Vorurteilsmerkmale stiegen. 

Nur eine kleine Gruppe ist davon unterschieden, und zwar jene von Weißen, die ein Haus in gemischten oder schwarzen Vierteln kauften. Und das ist ja wohl kaum verwunderlich, sonst hätten sie ja dort kein Haus gekauft. Deshalb ist auch interessant, daß die ursprünglichsten Referenzstudien, auf die sich die Thesenvertreter beziehen die behaupten, daß ethnisch-kulturell gemischte Bevölkerungen die höchsten Toleranz- und geringsten Vorurteilwerte hätten ... aus Untersuchungen in Siedlungen stammen, die von Anfang an als gemischte Viertel geplant und gebaut und verkauft worden waren. Die Ergebnisse schauen ganz anders aus, wenn Schwarze in ehedem rein weiße Siedlungen ziehen.

Die wenigsten Vorurteile gegen Schwarze aber hatten jene Weißen, die in ethnisch geschlossenen Vierteln lebten. 

Hier liegen also die Zusammenhänge fast entgegengesetzt, zumindest völlig anders zu dem, was heutige "soziologische Untersuchungen" und manche Politiker behaupten. Denn mit einem Wort: Tolerant sind die, die es sich leisten können, die ihre Lebensumfelder oft wechseln oder das leicht können, sodaß sie gar nie tolerant sein müssen.

Die Umwandlung von ehedem weißen Viertel in schwarze das heißt die Transformation der Bevölkerung, hängt aber nicht von Vorurteilen oder Rassismus ab, das ist ebenfalls eindeutig, sondern nur davon, ob und wie Schwarze mit Wohnmöglichkeiten in Gebieten versorgt werden, die nichts gegen gemischte Bevölkerungen zu haben scheinen. Es gibt viele gemischte Stadtviertel in den USA, gewiß, aber die meisten davon haben einen niedrigeren Anteil an Schwarzen als 10 %. So gut wie immer aber wandeln sich gemischte Viertel mit der Zeit in einheitlich schwarze um. Wo immer (!) gezielt Schwarze zugewandert sind oder durch Regierungsprogramme angesiedelt wurden konnte festgestellt werden, daß sich diese Stadtteile mit der Zeit zur Gänze in Schwarzenviertel verwandelten. Und dieser Prozeß ist irreversibel: Schwarze Viertel werden nie mehr weiß.

Man sieht außerdem, wie mit simpler Änderung der Interpretationsabsicht aus ein- und denselben Daten völlig andere "Erkenntnisse" gewonnen werden können. Und plötzlich wird aus "Tatsachen" ein Lügengebäude.




(Fakten aus: Yona Ginsberg, "Jews in a changing Neighborhood"; New York, 1975)






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