Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 1. April 2017

Welt als Gestaltbeziehung

Was wir sehen ist nicht das reine physikalisch-feststellbare eines "Körpers" (hier: der nackten Linien, der nackten Physis), schon gar nicht läßt sich etwas sagen, wenn wir uns mit den physikalischen Eigenschaften der puren Linien befassen, sondern wir sehen zuerst dynamische Beziehungen - und das sind dann Gestalten.

Erst hier wird die physikalische Welt überhaupt zur Welt, in etwas, das über der reinen Physis hinaus liegt, und doch physikalische Qualität besitzt, und zwar weit über die rein "physischen Qualitäten" (die Physis der Linien betreffend) hinaus.

Erst hier, und genau hier: auf der Ebene der Gestalt, setzt jenes "Etwas" an, das dann erst Welt ist. Und diese Gefüge aus Dynamiken sind auch die "Wirkgraduenten" des psychischen Geschehens, als geistige Bilder ("idea") im Menschen. 

Erst dann folgt die Ebene der konkreten Dinge, denn diese dynamischen Beziehungen können viele Dinge haben, sie sind - als Homologie, als gleiche Dynamik-Struktur in völlig unterschiedlichen Dingen - in sehr vielem enthalten. 

Wenn wir umgekehrt nach Dingen in diesem Bild suchen, tun wir es zuerst über die Dynamik der Beziehungen der reinen Physika, die allem zwar zugrunde liegen, aber dieses nicht "sind". Dinggrundlage (als Dynamik) ist dabei jenes, wo sich die Beziehungen "verdichten", zueinander streben. Immer aber erst erkennbar, wenn das Insgesamt des Bildes (unbewußt) mitgedacht wird.

Der Leser möge weiterdenken. Denn von hier aus läßt sich sogar auf die Natur von "Raum als bzw. aus Beziehung" schließen.

Zum Abschluß noch ein erweiterndes Beispiel, das den Gesamtraum als Beziehungsraum begreifbarer macht.

Die Welt ist KEINE Summe, sondern ein Gefüge von Gestalten, die Eigenschaften tragen bzw. physikalisch - wirklich - sind..

Das Gesamtbild aber, selbst wieder eine Dynamik für sich, ergibt sich nur, WEIL alle Teile jeweils ihre eigenen Gestaltbeziehungen (zuerst!, ja eigentlich NUR zum Allernächsten) in sich haben, und Ganzes wird Gestalt, je mehr die Teile "sich" haben, also Beziehung verwirklichen. Jedes "Ich" liegt in der Anrede, im "Du".

Noch ein Hinweis zum Begriff der Homologie: Diese selbe - hier optische - Dynamik ist wohl von jedem sofort auf die Töne - die bzw. als Musik - ja, auf alle Sinnesbereiche (also noch Geruch, Tastsinn, Geschmack) übertragbar, obwohl sie dort dinghaft etwas ganz anderes "ist".







*240317*