Dieses Blog durchsuchen

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Seiten derselben Medaille

Bisher (ohne "erneuerbare Energiequellen") reichte in Deutschland für einen jährlichen Verbrauch von 83 Gigawatt eine Kraftwerksleistung von 120 GW als Vorhalte. 

Mit Wind- und Solarkraft muß diese vorzuhaltende Kapazität 220 Gigawatt betragen. Die Erneuerbaren Energiequellen sind ein reines Parallelnetz.

Ohne die Investitionen in Speicher zu berechnen, derzeit überhaupt noch ein ungelöstes Problem, wird das Deutschland in den nächsten Jahren 300 Milliarden Euro kosten.

Dieses zukünftige Netz, das nur als zentralgeplantes und -gesteuertes Netz möglich ist, bringt völlig neue Notwendigkeiten mit sich. Die sich in den Kosten niederschlagen. Bereits jetzt kann man sagen, daß der durchschnittliche Verbraucher diese Kosten tragen wird: der kleine Unternehmer, dessen Wirtschaften nicht unter die Förderkriterien fällt, weil er nicht international im Wettbewerb steht, und der Mittelstandshaushalt, der in der Lage ist, die höheren Energiekosten zu tragen. Denn bei gleichzeitigem Absinken der Kaufkraft der unteren Einkommensschichten wird eine soziale Staffelung unumgänglich sein. 

Ob direkt, durch verbraucherspezifische Stromtarife, oder indirekt durch höhere Sozialleistungen. Letzteres ist wahrscheinlicher, weil die Kosten für diese "Energiewende" nach wie vor aus politischen Gründen verschleiert werden sollen. Diejenigen also, die an der Zerstörung der Lebenswelt in bisher unbekanntem Ausmaß am meisten leiden werden, weil sie nur sich haben - Mensch sind, sonst nichts - werden es also auch bezahlen müssen.

Es ist mehr als zufällig, daß diese reale Entwicklung parallel geht mit einer Weltsicht, in der alles Leben ohnehin "nur (elektrische) Energie" ist. Eine Sicht, die sich spätestens seit Entdeckung der elektrischen Ströme in Organismen (in der 1. Hälfte des 19. Jhds.) wie eine Wucherung in die Herzen der Menschen gefressen hat.

In dem Maß, in dem Gott verdunstet, stehen die "wissenschaftlichen, realen Lebensquellen" - als technische Funktionalität, die der Welt abzuringen ist, auch das längst vorbereitet: als Stromkraftweke - im Blickpunkt, ersetzen sie. Als Grundkatechese über das Leben, die direkt aus dem Lebensvollzug als Grundeigenschaft der Welt hervorgeht, und damit den Geist wachruft, aus dem sie stammt, denn jedes Werkzeug repräsentiert seinen Geist, und dieser geht auf seinen Gebraucher über. Auf der einen Seite. Seit 100, 150 Jahren durch v. a. asiatische Lehren verbreitet, die ihre "Spiritualität" aus denselben Quellen, den "Techniken der Lebensanspeisung", beziehen.

Auf der anderen Seite bricht sich das Leben mehr und mehr in sein abstraktes Äquivalent - Geld "an sich". Als technisches Abstraktum der Lebensvollzüge, bodenlos, und damit in unbegrenzter Vermehrungsmechanik, die einem Zentralpunkt zusteuert: der Planung und Steuerung sämtlicher "Geldumlaufmechanismen".

Weder Geld-, noch Strom- bzw. Energieverbrauch, werden in solcher Entwicklung je "reichen", sie werden immer weiter steigen und steigen. Und zwar im selben Maß, wie das Leben als Gestalt in der Welt selbst verdunstet, das sie zu ersetzen suchen. Die Welt kann sich Nihilismus, sicentistischen Technizismus, im wahrsten Sinn des Wortes "nicht leisten". Im Einsatz einer "erleichternden" Technik - die eigene Vitalkraft einsparen und ersetzen soll. Einschließlich der Einsparung der Geisteskraft, im Logizismus*, im Energetizismus.

Eine Welt, die sich immanentistisch begreift (als in sich geschlossenes System**), muß sich zwangsläufig immer mehr immanentistischen "Lebenshervorrufungsprozessen" zuwenden. Im selben Maß, als die Menschen das Schwinden des Lebens erfahren. 

Gott IST das Leben. Es ist alles eine einzige Grundbewegung, aus der heraus auch Geschichte begreifbar wird.





*Im Rationalismus wird Denken zum bloßen Vollzug einer Mechanik, zur Technik. Das Wesentliche des Geistigen, das Schöpferische, das was jeder Mensch selbst zu vollziehen und zu erbringen hat, sodaß Geistiges zu Gestalt wie Grundlage seines vitalen Ich, im vitalen Selbst wird, wird ausgeblendet, Denk"ergebnisse" werden zu bloßem unschöpferischem Nachvollzug von Logikprozessen. Man wird aber nur "Selbst", wenn man sich aus dieser Quelle speist, in der das Ich - als alles Umfassender Wesenskern des Menschseins - sich selbst gegeben ist, sich also nicht sich selbst verdankt, sondern sich dem Leben selbst verdankt. Dem "Cogito, ergo sum" des Descartes - dem Zu-sich-Kommensprozeß des bewußten Ich im Selbst, in der ersten Lebensemanation, dem Wort (das Gott ist), dem Gedanken mithin - geht jenes "Ich" voraus, das diesen Prozeß FESTSTELLT, erfährt. Und auf das sich sämtliche weiteren entelechialen (leibwerdenden) Prozesse zurückführen. Dies auch zu einigen jüngst getroffenen bzw. zu lesenden Aussagen des Daniel Kehlmann erwidert. Innerrational - ein Glaubenspostulat, zu dem man sich entscheiden muß, das selbst nicht rationales Ergebnis ist! - bleibt nur Verzweiflung hier, und Curiositas dort, weil sich alles ins Relative, aber an sich Sinnlose, auflöst. Und damit - wie Kehlmann richtig sagt - im (nihilistischen Zweig des) Buddhismus endet. Das Entscheidende passiert aber im Personsgebungsakt: Abbild Gottes, weil aus ihm hervorgegangen, im Schöpfungsakt, aber wesenhaft von ihm getrennt (!), also nicht "selbst Gott", nur Analogie (Ähnlichkeit) seines Wesens (weshalb sich aus menschlichen Akten auf Akte Gottes rückschließen läßt, diese aber nicht identisch sind), steht dem Menschen zur Teilhabe an der Wahrheit nur die Person Gottes - in Jesus Christus - gegenüber. Nur indem er an IHM teilhat, hat er an der Wahrheit und am Leben teil. Jesus war kein "illuminierter Lebenstechniker", sonder er ist Ursprung wie Grundstein wie Ziel aller Schöpfung, aller Welt, als in sich unendlich komplexes Zusammenspiel, das sich in sich selbst am Leben erhält, wie ein gotisches Gewölbe, aber bei Fehlen des Schlußsteines in sich zusammenfällt.

**Weil aber der Rationalismus weiß, daß er sich selbst nicht aus sich selbst begründen und beweisen kann - das ist ja die großartige Leistung von Gödel: das streng rational BEWIESEN zu haben - bleibt (ohne das Sehen - bewußt wird hier nicht gesagt: denken! - von "Gott") diese rational begründete Notwendigkeit der Transzendenz als ungesättigte Gedankenbewegung vital und präsent. Und äußert sich (wie bei Gödel) in "Parapsychologie" und "Weltverschwörungstheorien". Gödel war zunehmend "Geisterseher" und paranoid, sein Wissen um außenstehende Ursachen äußerte sich, als ungesättigte Kraft des Selbst, zwangsläufig auf diese Weise.  




***