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Donnerstag, 7. Februar 2013

Simulation von Welt

Aus 2008) Aus der Gehirnforschung zum Thema "Spiegelneuronen" ist erkennbar, daß der Mensch das Beobachtete bereits interpretiert, noch ehe er darüber bewußt nachgedacht hat. In den Spiegelneuronen wird im Imitieren "nachgelitten", nachempfunden, was der andere tut. Dadurch entsteht ein Gefühl, was im anderen vorgeht, ja wir lassen uns vom Beobachteten anstecken.

In psychisch schwierigen Zeiten ist beobachtbar, daß der Mensch auf diese "primitive" Kommunikationsform regressiert: er imitiert. Ebenso ist es bei Kleinkindern feststellbar, daß es in erster Linie imitiert, nachvollziehen möchte, was andere tun. Mit drei, vier Jahren beginnen sich Zentren auszubilden - Hemmsysteme - die dieses Verhalten kontrollieren. Im speziellen Krankheitsfall sind diese Hemmsysteme beeinträchtigt.

Man kann somit aber nur verstehen, was man selbst erlebt hat. Das Maß des Verstehens für den anderen ist abhängig davon, wie ausgeprägt und weit die eigene "Klaviatur" der Erlebten ist. Natürlich sind genau diese Spiegelnervenzellen Grundlage einer Erweiterung dieser Erlebensgrundlage: es steht fest, daß sich neue Muster bilden, wird Neues erlebt. (Hier wird auch klar, was Medienkonsum bei Kindern bewirken kann.) Spiegelnervenzellen sind somit "Landkarten der Welt." Durch diese Resonanzzentren läßt sich Welt mehr oder weniger auch simulieren.

Solche Nervenzellen gibt es in den verschiedensten Bereichen des Gehirns - von den Gefühlszentren bis zu den Informationsspeichern. Von dort aus wirken sie zusammen.




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