Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 29. November 2014

Für ein besseres Deutschland

Man muß manches zwischen den Zeilen dieses berührenden Portraits von Claus Schenk Graf von Stauffenberg herauslesen, um zu begreifen, was sich hier gegen wen aufgelehnt hat, worauf sich der Ehrencodex des Uradels bezog, und nur darauf beziehen konnte. Um zu verstehen, was daraus an Denkkn erfließt. Was sonst hätte diesen mutigen Versuch, den Emporkömmling zu beseitigen, tätigen sollen, als dieses Blut? Hitler war der Adel, dieser Adel aber überhaupt, verhaßt, er wußte um die prinzipielle Unvereinbarkeit der "konservativen Revolution" mit dem Nationalsozialismus. Denn dieser Uradel, der schon im 13. Jhd. als "lange existent" bekannt war, als ab dem 14. Jhd. als Truchsesse der Hohenzollern benannt, hat seinen Ehrenbezug nicht erfunden, sich aus romantischem Selbstwahn zuphantasiert.

Er HATTE ihn aus viel tieferen Quellen, er war Signum seiner Sittlichkeit. Heiter. Aber klar und entschlossen. Und deshalb schon den Königen und Kaisern der Renaissance ein Dorn im Auge. Die deshalb den v. a. wirtschaftlichen Niedergang des Uradels nicht nur auslösten und bewirkten, sondern sehr begrüßten, denn er stand dem Zentralismus entgegen. Und eilig daran gingen, diesen Adel durch den neuen, dem Hof hörigen Beamtenadel zu ersetzen. Nur noch knapp 3 % des deutschen Adels im 19. Jhd. war noch auf diesen Uradel zurückzuführen, den man elegant im Habsburgerbereich mit dem Begriff "alter Adel" relativierte, um den Betrug am Stand durch Beseitigung der Unterscheidbarkeit nach außen zu vertuschen. Dieser neue Adel aber war vom Prinzip her ein Stand der Emporkömmlinge, geprägt von Nützlichkeit.

Noch 1849 lehnte der Hohenzoller Friedrich Wilhelm IV. den Antrag der Paulsversammlung, den Kaisertitel anzunehmen, ab. Ihm hatte die Legitimation gefehlt, er wußte noch um das Gottesgnadentum, das sich nicht positivistisch selbst zuerkennen ließ. Und schon gar nicht vom Volk bestimmt werden konnte.

Das war seinem schwachen Sohn Wilhelm II. kein Problem mehr. Doch der bayrische König Ludwig II., der "Märchenkönig", weigerte sich, sich zur Marionette Bismarcks zu machen, und überließ die realpolitisch nicht zu verhindernde Farce der Ausrufung eines Deutschen Kaisers in Versailles 1871 (im Rausche des Sieges über Frankreich) seinem Kanzler.

An dieses im Willen Gottes gegründete Deutschland knüpfte die Konservative Revolution 1933 an. Und meinte - das war ihr Irrtum - im Nationalsozialismus ein Vehikel dafür vorzufinden. Sie hatte nicht mit der Brutalität der Wertlosen gerechnet.







***